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Hohe Bandbreiten und Beamforming

06.03.2013 | 10:26 Uhr | David Wolski

3.) Hohe Bandbreite mit weiten Funkkanälen
Der Wechsel auf 5 GHz weicht nicht nur starken Störsendern aus, sondern bringt auch ein breiteres Spektrum: 802.11ac darf einen Frequenzbereich zwischen 5,150 GHz und 5,725 GHz ohne Meldepflicht nutzen. Das bietet bei der Wahl der Funkkanäle neue Möglichkeiten, und 802.11ac holt sich seine Geschwindigkeitsvorteile maßgeblich aus breiteren Kanälen.

Kanalaufteilung in Europa: Mit zunehmender Kanalbreite stehen im 5-GHz-Band weniger Kanäle zur Verfügung. 802.11ac kann Kanäle zu 80 MHz und 160 MHz nutzen. Maximale Übertragungsraten sind nur mit 160 MHz möglich.
Vergrößern Kanalaufteilung in Europa: Mit zunehmender Kanalbreite stehen im 5-GHz-Band weniger Kanäle zur Verfügung. 802.11ac kann Kanäle zu 80 MHz und 160 MHz nutzen. Maximale Übertragungsraten sind nur mit 160 MHz möglich.

Während für 802.11b/g bescheidene 20 MHz Breite zur Verfügung stehen und für 802.11n immerhin 40 MHz, geht 802.11ac auf 80 MHz und bietet die doppelte Bandbreite. In einem Turbo-Modus kann der neue WLAN-Standard sogar 160-MHz-Kanäle nutzen und damit mehr Daten durch eine breitere Modulation übertragen.

Welche Breite sinnvoll ist, liegt jedoch insbesondere am Einsatzgebiet des WLANs, denn breite Kanäle bedeuten auch, dass es insgesamt weniger freie Kanäle gibt. Es ist absehbar, dass sich 802.11ac ab 2014 schnell durchsetzen wird. Und dann ist auch das 5-GHz-Band schnell so ausgelastet wie heute das 2,4-GHz-Band. Allerdings kommt ein eigentlich ungünstiger Nebeneffekt dem neuen Standard dabei zu Hilfe: Funkwellen um 5 GHz werden von Gegenständen und Wänden viel stärker gedämpft. Zwei 802.11ac-Sender in benachbarten Wohnungen stören sich durch Wände hindurch weniger stark. Es bedeutet aber auch, dass die Reichweite in Gebäuden geringer ausfällt und der Empfang hinter einer Wand schlechter ist als bei den Vorgängern mit 2,4 GHz.

Omnidirektionale Antenne (links) und ein Router mit Beamforming (rechts): 802.11ac standardisiert diese Technologie im WLAN, um unabhängig vom Hersteller der verschiedenen Geräte den Clients gezielt besseren Empfang zu bieten.
Vergrößern Omnidirektionale Antenne (links) und ein Router mit Beamforming (rechts): 802.11ac standardisiert diese Technologie im WLAN, um unabhängig vom Hersteller der verschiedenen Geräte den Clients gezielt besseren Empfang zu bieten.

4.) Guter Empfang über Beamforming
Um den Nachteil der geringen Reichweite auszugleichen, bedient sich 802.11ac eines weiteren Tricks, um das Signal bei Bedarf in eine Richtung zu verstärken und auf diese Weise durch Wände, Decken und Böden zu kommen. Für stabilere WLAN-Verbindungen soll bei 802.11ac die Beamforming-Technik sorgen: Die Antennen im Router arbeiten dabei zusammen, um in Richtung des Empfängers ein stärkeres Signal zu senden. Üblicherweise sind Antennen von Routern omnidirektional, funken also in jede Richtung mit gleicher Stärke – egal, ob dort ein Client steht oder nicht.

Das neue "Turbo-Internet" – was bringt es wirklich?

Beamforming im WLAN gibt es schon länger, allerdings ist diese Technik bei früheren WLAN-Standards nicht einheitlich umgesetzt und funktioniert nur mit Geräten des gleichen Herstellers. Das ändert sich mit 11ac, damit über einen einheitlichen Standard Beamforming bei Netzwerk-Hardware von unterschiedlichen Herstellern zuverlässig funktioniert. Denn dazu muss nicht nur der Chipsatz des WLAN-Access-Points mitspielen, sondern auch der Chipsatz des Clients.

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