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Warum Unternehmen Standard-Server nutzenTechnische Gründe für x86

04.06.2009 | 10:40 Uhr |

Der Aufstieg der x86-Server hat vielfältige Gründe. "Die meisten Unternehmen wollen damit schlicht und ergreifend Kosten sparen ", beobachtet Gartner-Analyst Andrew Butler. Dabei hätten sie nicht nur die Anschaffungskosten im Auge, sondern beispielsweise auch die immer wiederkehrenden Wartungsaufwendungen. Michael Homborg, Marketing-Manager bei Fujitsu-Siemens Computers (seit 1. April Fujitsu Technology Solutions), bestätigt diese Einschätzung. Schon seit längerem verzeichne der Hersteller eine stark wachsende Nachfrage nach x86-Systemen. Vor allem Kostenvorteile spielten dabei eine entscheidende Rolle. Homborg: "Das geht jetzt in der Krise erst richtig los."

Auch für IBM ist das x86-Segment trotz der margenstärkeren Unix-Server und Mainframes ein wichtiger Markt geworden, erläutert Ingolf Wittmann, Sales Manager in der Systems & Technology Group. Erst kürzlich hat die deutsche Tochter des IT-Konzerns eine eigene Vertriebsmannschaft für x86-Server aufgestellt. Konkurrent Dell buhlt unterdessen mit speziellen Dienstleistungen und Software-Tools um Kunden, "die von einer proprietären Server-Architektur auf eine offene, flexible und standardbasierte Plattform migrieren möchten". Vor allem die angeschlagene Sun Microsystems, die von Oracle übernommen werden soll , haben die Texaner dabei im Visier.

Neben Preisvorteilen spricht das breite Angebot an Servern unterschiedlichster Leistungsklassen für die x86-Plattform. Aufgrund der standardisierten Architektur können Unternehmen ohne größeren Aufwand den Lieferanten wechseln und die Abhängigkeit von einem Hersteller verringern. Doch es gibt auch technische Gründe für das x86-Konzept. Für Butler heißt das schlagende Argument Softwarekompatibilität: Fast alle für die Plattform entwickelten Anwendungen laufen unverändert auf x86-Servern sämtlicher Hersteller, ganz im Gegensatz zu Risc-Unix-Systemen, auf denen Applikationen in der Regel auf bestimmte Kombinationen aus Prozessoren und Betriebssystemen (beispielsweise Suns Sparc-CPUs und das Unix-Derivat Solaris) zugeschnitten sind.

Immer weniger Anwendungen würden zudem für sehr große Server geschrieben, berichtet der Analyst. So lege etwa Oracle seine Software zunehmend auf mehrere kleine Rechnerknoten aus. Alle Trends in der Softwareentwicklung beförderten die so genannte Scale-out-Strategie, die nicht mehr auf leistungsstarke Multiprozessor-Server ("Scale-up"), sondern eine Vielzahl einzelner Systeme im Verbund setzt. Diese Art der Skalierung von IT-Ressourcen passe perfekt zu den x86-Rechnern, so Butler. Das prominenteste Einsatzbeispiel liefert Google mit seinen riesigen Server-Farmen, in denen Tausende x86-Rechner zusammengeschaltet sind.

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