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TV & Multimedia

16.01.2015 | 09:09 Uhr |

Den Energiebedarf von Displays zu senken, ist dringendes Ziel der Hersteller und Trend im kommenden Jahr. Aber nicht nur stromsparender, auch flexibler werden die Bildschirme sein.

Um Den Energiebedarf seiner Displays zu senken, hat sich Sharp mit Pixtronix – einer Qualcomm-Tochter – zusammengetan. Das Ergebnis: MEMS-IGZO, was für Micro Electro Mechanical System und Indium Gallium Zink Oxid steht. Hinter IGZO verbirgt sich das schon länger eingesetzte Halbleitermaterial von Sharp, das besonders kleine Pixel mit schnellen Reaktionszeiten erlaubt. Im Gegensatz zu Filtern wie bei LCDs erzeugt MEMS das Bild mit Blendenverschlüssen. Sie befinden sich vor einzelnen roten, grünen und blauen LEDs. Die beiden Techniken zusammen ergeben ein Display, das geringen Stromhunger, gute Lesbarkeit im Freien und einen großen Farbraum verspricht. Erstmals soll es in einem 7-Zoll-Tablet eingesetzt sein, das im ersten Halbjahr 2015 in Japan auf den Markt kommen wird. Das Mobilgerät selbst gilt als erster Wurf und soll eine Auflösung von 1280 x 800 Pixeln, Android 4.4 und einen Snapdragon-800-Prozessor von Qualcomm mitbringen. Schirme mit höheren Auflösungen – auch Ultra-HD – sollen folgen. Wie hoch die Energieeffizienz ausfällt, ist derzeit jedoch nicht klar.

Ein weiterer Trend bei Bildschirmen ist und bleibt der flexible Schirm. Gerade bei den kleinen Displays von Smartphones oder Tablet-PCs sollen Funktionen auf extra Bildschirmplatz ausgelagert werden. Ein Beispiel ist etwa das Samsung Galaxy Note Edge, bei dem das extra Stück Schirm gebogen, aber starr ist. Apple geht weiter und sichert sich ein Patent auf ein flexibles Display, mit dem sich physische Knöpfe wie etwa der Home Button von iPhone und iPad in die Tiefe des Schirms integrieren lassen. Er erscheint nur noch auf expliziten Fingerdruck, auf Sprachbefehl oder Biegen des Displays. So lassen sich Tasten einsparen und das Gerät um Funktionen erweitern, indem sie unter die Oberfläche von Displays wandern.

Die besten Smart-TVs von 2014 im Überblick

Gleichzeitig geht die Entwicklung des faltbaren Displays weiter. Das japanische Forschungslabor Semiconductor Energy Laboratory (SEL) etwa zeigte 2014 ein OLED-Display mit einer Diagonale von 8,7 Zoll (22 Zentimetern), das sich an drei Stellen insgesamt maximal 100 000 Mal falten lässt. Es ist touchfähig und bringt es auf eine Auflösung von 1080 x 1920 Pixeln. Sein Krümmungsradius liegt bei zwei bis vier Millimetern. Was hier noch eine Studie ist, wird bei LG bereits konkret mit Produkten untermauert. So plant das südkoreanische Unternehmen bereits für dieses Jahr ein biegbares Smartphone, wie sich der Roadmap für P-OLEDs entnehmen lässt. Das P bedeutet Plastik und charakterisiert die im Gegensatz zu Displays mit Glasoberflächen biegsamen Varianten. Gerüchten zufolge soll es sich bei dem Smart­phone um den Nachfolger des G3 handeln, das in einer starren und biegsamen Version erhältlich sein soll. Im Netz ist von G4 und G4 Flex die Rede. 2016 sollen ein biegsames Tablet, 2017 ein aufrollbarer Fernseher folgen.

Trend 2015? Faltbares OLED-Display für Smartphones mit 254 ppi Pixeldichte und 1080 x 1920 Pixel Auflösung von Semiconductor Energy Laboratory aus Japan.
Vergrößern Trend 2015? Faltbares OLED-Display für Smartphones mit 254 ppi Pixeldichte und 1080 x 1920 Pixel Auflösung von Semiconductor Energy Laboratory aus Japan.
© Nikkei Technology

Neben den Panels selbst geht auch die Auflösung von Bildschirmen unbeirrt weiter in die Höhe. Nach Ultra-HD kamen noch 2014 die ersten Schirme mit 5120 x 2880 Pixeln auf den Markt. Pioniere waren Dell mit dem Ultrasharp 27 Ultra HD 5K und Apple mit dem iMac mit Retina-Display. Beide Geräte haben eine Bildschirmdiagonale von 27 Zoll (68,6 Zenti­metern). Dells Modell ist ein reiner Monitor. Apple dagegen nutzt den Schirm für seinen aktuellen All-in-One-Rechner.

Die Modelle dieser Unternehmen sind nicht die einzigen Beispiele, bei denen die 4K-Auflösung überschritten wird. Auch im TV-Bereich ist UHD nicht das Ende der Fahnenstange. So zeigte Toshiba auf der IFA 2014 die Studie eines 5K-Fernsehers im 21:9-Format. Der Riesen-TV hat eine Bilddiagonale von 105 Zoll und eine Auflösung von 5120 x 2160 Pixeln. Ob das TV-Gerät namens Super Wide Ultra HD TV in Serie geht, hängt vom Kundeninteresse ab.

Mehr als UHD-Auflösung auf Kundenwunsch: Toshi­bas Super Wide Ultra HD Smart TV hat eine Auflösung von 5120 x 2160 Pixeln im 21:9-Format.
Vergrößern Mehr als UHD-Auflösung auf Kundenwunsch: Toshi­bas Super Wide Ultra HD Smart TV hat eine Auflösung von 5120 x 2160 Pixeln im 21:9-Format.
© Toshi­ba

Solche riesigen Fernseherformate bringen wiederum die Inhalte-Erzeuger unter Druck. Gerade erst läuft die Versorgung mit 4K-Content an. Dass sich darauf niemand ausruht, zeigt Hollywood beim Kinostreifen „Gone Girl“ von Regisseur David Fincher, der als erste Produktion überhaupt in 6K (6144 x 3160 Pixel) gedreht wurde. Da sich das Material aus dem Kamerasystem Red Dragon nativ auf der Mehrheit der Bildschirme nicht darstellen lässt, gibt es Versionen in 4K und 2K. Um diese zu erstellen, kamen die GPUs Quadro K5200 von Nvidia zum Einsatz. Und das ist sicher der Haupttrend: mehrere Auflösungen bei Inhalten und Geräten. Diese Vielfalt wird uns nicht nur 2015, sondern noch auf Jahre weiter begleiten.

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