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Suchmaschinen: So arbeiten sie

07.07.2000 | 15:28 Uhr |

Suchmaschinen führen eine Volltextsuche im gesamten Web durch. Sie bestehen im Wesentlichen aus drei Teilen: Der erste Teil ist der Informationssammler, Robot oder Spider genannt. Er zieht durchs Netz und sammelt vollautomatisch Seiteninhalte. Die Robots liefern laufend Unmengen von Infos an die Verwaltung - den Index - der Suchmaschine.

Dieser zweite Teil, die Indizierungs-Software, strukturiert die Daten und schafft so die Voraussetzungen für die Suche. Eine dritte Software wertet alle ankommenden Suchanfragen aus. Sie verknüpft logische Operatoren und schickt die Anfrage an den Datenserver, um von dort aus die Ergebnisse zu präsentieren.

An dieser Stelle kommt das Ranking ins Spiel. Jede Suchmaschine legt auf andere Weise fest, in welcher Reihenfolge die gefundenen Seiten präsentiert werden. Die wichtigsten Seiten sollen schließlich zuerst zu sehen sein. Die Suchmaschinen arbeiten hier mit verschiedenen Bewertungssystemen. Der überwiegende Teil zählt die Häufigkeit der Suchbegriffe in einem Dokument - je öfter sie vorkommen, desto höher wird die Seite bewertet. Google verfolgt dagegen ein anderes Konzept: Hier wird gezählt, wie viele Links von anderen Websites auf eine gefundene Seite verweisen. Die Wichtigkeit wird so quasi per Abstimmung festgelegt: Je mehr Seitenbetreiber der Meinung sind, dass eine andere Site im Zusammenhang mit einem bestimmten Thema lesenswert ist, desto höher steigt diese in der Wertung. Dadurch liefert Google oft schon auf der ersten Ergebnisseite qualitativ hochwertige Links. Wieder andere Suchmaschinen lassen sich die Bewertung bezahlen. Für den Benutzer ist dies die ungünstigste Art des Rankings; solche Suchmaschinen, etwa Findwhat oder 7Search , sind also nicht zu empfehlen.

Web-Kataloge werden von Redakteuren erstellt. Diese sehen sich Websites an, bewerten deren Inhalte und sortieren sie in einen Schlagwortkatalog ein. Die Basis für den Index sind Seiten, die von den Besitzern angemeldet wurden, und zum Teil auch solche, die Robots aufspüren. Ein Katalog eignet sich gut zur Suche nach einem bestimmten Thema oder Sachgebiet. Um zum Beispiel bei Yahoo in die Rubrikenhierarchie zu verzweigen, klicken Sie einfach auf eine Kategorie, und die nächste untere Ebene wird angezeigt. Wollen Sie beispielsweise etwas über die Serie "Akte X" wissen, gelangen Sie bei Yahoo über die Rubriken "Nachrichten und Medien, Fernsehen, Sender, Privatrechtliche Sender, Pro 7, Sendungen, Akte X" ans Ziel. Ein Nachteil solcher Kataloge: Es kann vorkommen, dass der Redakteur eine Website anders einordnet, als Sie es tun würden. Möglicherweise landen Einträge daher in unzutreffenden Rubriken. Häufig sind Web-Katalog und Volltextsuche auf einer Seite kombiniert.

Gemeinsame Technik. Sie haben die optimale Suchmaschine noch nicht gefunden? Sie sollten wissen, dass der Wechsel des Anbieters nicht unbedingt den Wechsel der Suchmaschine bedeutet. So benutzt Fireball bei der internationalen Suche eigentlich Altavista.

Dennoch kann der Wechsel etwas bewirken - die andere Oberfläche bietet vielleicht bequemere Suchoptionen. Viele Suchmaschinen werden mit Technik von Inktomi betrieben. Die Firma bietet selbst keine Web-Suchmaschine an, sondern stellt ihren Suchdienst ausschließlich anderen Anbietern zur Verfügung. Diese nutzen den Dienst ganz oder teilweise und ergänzen ihn jeweils um eine eigene Oberfläche. Kunden von Inktomi sind etwa Hotbot, Yahoo und MSN Search.

Meta-Suchmaschinen. Das Internet wächst so schnell, dass die Suchmaschinen permanent im Zeitverzug sind: Keine von ihnen hat alle Seiten indiziert. Auch wegen der unterschiedlichen Kriterien für das Ranking wollen Sie vielleicht möglichst viele Suchmaschinen gleichzeitig einsetzen. Meta-Suchmaschinen haben sich auf diese Aufgabe spezialisiert. Hier bietet sich unter anderem Metacrawler an.

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