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Strategische Überlegungen in Redmond

12.02.2008 | 08:35 Uhr |

In der Chefetage bei Microsoft hatte man diese Diagnose längst gestellt, doch umso schwerer war es zunächst, den richtigen Weg aus dieser Sackgasse zu finden. So diskutierte man etwa zeitweise die Einführung einer abgespeckten Version, verwarf die Idee aber wieder, weil man nicht an eine massentaugliche Untermenge an Funktionen glaubte.

Eine weitere Überlegung war, Word & Co. in mehrere kleinere Anwendungen aufzusplitten. Dieser Weg schied aus, weil die meisten Microsoft-Kunden stets eine stärkere Integration der Produkte wünschten. Somit einigte man sich zu Beginn des Projekts Office 2007 darauf, eine völlig neu gestaltete Bedienoberfläche zu schaffen, die einerseits alle bestehenden Funktionen weiterhin unter einem Anwendungsdach vereinte, auf der anderen Seite aber über eine Gruppierung von Befehlen die Arbeit des Anwenders situationsbezogen unterstützte.

Wie aber sollte es nun gelingen, eine neue Office-Oberfläche zu schaffen, die tatsächlich einfacher zu bedienen ist als die zurückliegenden Varianten? Laut Harris bestand ein Problem bei allen Entwicklungsprojekten vor Office 2003 darin, dass ein kleiner Kreis von Entwicklern und Fachleuten darüber befand, wie Hunderte Millionen von Anwendern mit den Produkten arbeiten sollten.

Schon während der Entwicklung der 2003er Version reifte die Erkenntnis, dass eine grundlegende Verbesserung der Bedienerführung nur möglich sei, wenn man die Anwender im großen Umfang bei ihrer Arbeit beobachten würde. Also integrierte man in Office 2003 ein Erhebungsmodul mitsamt einer Einladung zur freiwilligen Teilnahme an der Produktverbesserung. Willigte der Anwender ein, wurden von nun an in bestimmten Intervallen anonymisierte Informationen über die Nutzung der Programmfunktionen via Internet an Microsoft gesendet und dort systematisch ausgewertet. Seit der Produkteinführung von Office 2003 wurden auf diese Weise 1,3 Milliarden Sitzungen aufgezeichnet.

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