1061605

Storage-Medien können „aussterben“

01.08.2013 | 08:55 Uhr |

Abgesehen davon ist bei vielen Speicherverfahren fraglich, wie lange sie noch “üblich” sein werden. Die 3,5´´-Diskette, lange Zeit das Medium für die schnelle Weitergabe kleiner Datenmengen, ist bereits so gut wie tot . Viele Speicherverfahren und -medien kamen und gingen, und auch innerhalb einzelner Systemgruppen gibt es verschiedene konkurrierende Standards, beispielhaft seien innerhalb der Streamergruppe nur LTO und DLT erwähnt.

Wenn in diesem Ratgeberbericht die DLT-Bandtechnik besonders herausgestellt und empfohlen wird, dann hat das zwar eine Menge sehr guter Gründe. Es soll dabei jedoch nicht verschwiegen werden, dass diese Technik bereits technische Nachfolger gefunden hat und dass die dafür notwendigen Geräte nicht immer neu zu bekommen sind. Trotzdem: DLT ist unter den hochklassigen Industrielösungen der am weitesten verbreitete Standard. Ein damit beschriebenes Band hält bei sachgerechter Lagerung viele Jahrzehnte lang, und man wird immer ein Unterneh-men finden, das diese Technik anwendet: Banken, Versicherungen und viele andere Firmen, die sich den Verlust hochsensibler Daten nicht leis-ten können, wenden meistens auch die DLT-Technik an und können deshalb ein beschriebenes Band auch wieder auslesen. Diese weite Verbreitung ist vielleicht die beste Garantie für die langfristige Brauchbarkeit dieser Technik.

Desweiteren halten auch die Geräte an sich sehr lange - gerade, wenn sie nicht im Dauerbetrieb eingesetzt werden, sondern nur ab und zu für Archivierungsaufgaben. Es sei nicht verschwiegen, dass bei Reparaturfirmen neuerdings vermehrt Geräte eintreffen, deren Hauptplatine infolge Überhitzung irreparabel zerstört ist. Die Ursache liegt in der extremen Hitzeentwicklung der beiden CPUs, die zur physischen Beschädigung der Leiterbahnen führt. Dies ist jedoch ein Schaden, der bei langfristigem Dauerbetrieb auftritt, wenn also über viele Jahre ständig Backups durch-geführt werden. Gegen diesen Kollaps kann man sich ganz leicht absichern, indem man einfach zwei (oder sogar drei) Geräte anschafft. Das eine Gerät wird für den normalen Betrieb verwendet, das andere wird lediglich geprüft und gewartet (Software-Update) und dann an einem kühlen, trockenen Ort gelagert, am besten in staubdichter Verpackung. Fällt nun das erste Gerät irgendwann aus, braucht man lediglich das zweite Gerät anzuschließen. Damit lassen sich zumindest alle angelegten Sicherungen auslesen und für die Sicherung auf anderen Systemen bereitstel-len.

Was an der DLT-Technik in besonderer Weise besticht: Für unter fünfzig Euro kann man Geräte kaufen, die von zehn Jahren noch hundertmal so viel gekostet haben. Es gibt daher für die Anschaffung eines Ersatzge-rätes keine finanziellen Hemmnisse. Im Vergleich zu externen Festplatten sind DLT-Geräte wesentlich preiswerter, vor allem angesichts der Tatsache, dass sie durch den Zukauf weiterer Bänder beliebig skalierbar sind. Neue, originalverpackte Bänder, die bis zu 80 GB Speichervolumen bereitstellen, kann man mit ein bisschen Glück für einen Euro das Stück bekommen. Nicht viel teurer sind die ebenfalls notwendigen Reinigungsbänder, die zwar nicht oft gebraucht werden, aber trotzdem griffbereit neben dem Bandlaufwerk stehen sollten.

PC-WELT Marktplatz

1061605