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Spar-Books, heiße Luft von Intel und AMD

06.12.2007 | 10:00 Uhr |

TOP: Sparsam ohne Leistungseinbußen Grün ist gut: Auch viele Notebook-Hersteller wollten dieses Jahr vom Green-IT-Hype profitieren und entblödeten sich nicht, selbst die altbekannten Stromsparfunktionen Enhanced Speed Step oder Power Now der Mobilprozessoren von Intel und AMD auf ihre grüne Fahne zu schreiben.

Doch grün oder nicht: Die Alternative „Schnell oder sparsam“ stellt sich bei Notebooks seit diesem Jahr nicht mehr: Aktuelle (Ultra)-Low-Voltage-CPUs erreichen jetzt eine Rechenstärke , die in der Einzelkern-Ära noch gutes Mittelkasse-Niveau bedeuteten. Trotzdem bleibt ihr Leistungshunger sehr bescheiden. Auch der Stromschleuder Display rückten die Hersteller durch den Einsatz von LED-Hintergrundbeleuchtung auf den Pelz. Sparsame Festplatten und Netzwerk-Module tragen zum Sparen bei ohne die Rechenleistung zu schmälern. Zum perfekten Mobilrechner fehlen jetzt nur noch effizientere Akkus.

FLOP: Intel Turbo Memory und Dynamic Acceleration Armes Intel: Seine Mobil-Plattform Centrino ist so gut und der Konkurrenz so weit voraus, dass man eigentlich nichts an ihr ändern müsste. Doch dann kauft sie keiner mehr, denn nichts ist so alt wie die Technik von gestern. Also lässt sich Intel für jede Centrino-Generation neue Gimmicks einfallen – dieses Jahr zum Beispiel Intel Turbo Memory (Codename Robson) sowie Dynamic Acceleration.

Das eine ist ein zusätzlicher Flash-Baustein auf der Hauptplatine, der ähnlich wie eine Hybrid-Festplatte einem Notebook zu höherem Tempo und mehr Sparsamkeit verhelfen sollte. Das andere ein automatisches Übertakten des Doppelkern-Prozessors bei Einzelkern-Anwendungen. Beiden ist gemeinsam, dass sie in der Praxis so gut wie nichts bringen. Innovation ist lobenswert – doch dann bitte Innovationen, die dem Anwender auch nützen.

FLOP: AMDs Mobilplattform Puma Die Journalisten staunten: Im Mai 2007 gab AMD Details zu seiner Mobilplattform Puma und dem Notebook-Prozessor Griffin bekannt. Es wimmelte da von innovativen Features, die man bei Intel vergeblich suchte: Getrennte Takt- und Spannungsregelung für die einzelnen Kerne einer Mehrkern-CPU, extrem hohe Spannbreite zwischen den Taktraten für Standard- und Sparbetrieb, getrennte Spannungsversorgung für CPU und Chipsatz, dynamischer Wechsel zwischen sparsamer Chipsatz-Grafik und schneller 3D-Grafikkarte.

War aber leider alles nur heiße Luft: Frühestens Mitte 2008 wird Puma in Notebooks auftauchen – Intel hat bis dahin wahrscheinlich alles wieder mal viel besser gemacht, und AMD wird über seine mobilen Innovationen für 2009 berichten.

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