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Software, Explorer und Laufwerke

23.10.2012 | 12:09 Uhr |

Software installieren
Frage: Für Windows bieten Software-Hersteller MSI- oder EXE-Dateien an. Diese können per Doppelklick installiert werden. Wo finde ich solche Installer für Ubuntu?
Antwort: Ubuntu ist nicht nur ein Betriebssystem, sondern eine Distribution. Es hält „Software-Quellen“ mit mehreren Tausend Anwendungen bereit. Der einfachste Weg, neue Programme zu installieren, ist daher das Software-Center. Sie öffnen es aus dem Starter und suchen nach der gewünschten Anwendung. Diese sind nach dem Verwendungszweck sortiert oder per Suchfeld zu finden. Sind Sie fündig geworden, reicht ein Klick, und die Installation startet. Deinstallieren funktioniert auf die gleiche Weise. Alternativ installieren Sie vom Terminal, das Sie aus dem Dash oder mit den Tasten Strg-Alt-T öffnen. Hier sollten Sie allerdings den Namen des entsprechenden Pakets kennen und installieren es dann mit sudo apt-get install [Paketname] .

Explorer und Nautilus
Frage: Der Windows-Explorer ermöglicht in der Navigationsleiste einen schnellen Überblick über die Ordner, lässt sich mit Favoriten ergänzen und bietet rechts Darstellungsoptionen wie Dateiobjekte, Liste oder Details. Existieren ähnliche Möglichkeiten im Nautilus?

Dateimanager Nautilus: Richten Sie sich den Datei-Browser nach Ihrem Geschmack ein. Er zeigt so viele Informationen, wie Sie wünschen.
Vergrößern Dateimanager Nautilus: Richten Sie sich den Datei-Browser nach Ihrem Geschmack ein. Er zeigt so viele Informationen, wie Sie wünschen.

Antwort: Über „Ansicht ➞ Seitenleiste ➞ Baum“ können Sie auch in Nautilus auf die Baumansicht umschalten. Einsteiger verlieren allerdings im Linux-Verzeichnissystem leicht den Überblick. Auch Favoriten, in Nautilus Lesezeichen genannt, funktionieren nur in der „Orte“-Ansicht. Eigene „Favoriten“ setzen Sie, indem Sie in den gewünschten Ordner wechseln und im Menü „Lesezeichen ➞ Lesezeichen hinzufügen“ wählen. Die Darstellungsoptionen ändern Sie wieder im Menüpunkt „Ansicht“ und wählen dort zwischen „Symbole“, „Liste“ und „Kompakt“. Zusätzliche Spalten für die Listenansicht stehen unter „Bearbeiten ➞ Einstellungen“ im Reiter „Listenspalten“ zur Verfügung.

Linux-Desktop nach Maß

Laufwerke und Partitionen
Frage: Der Windows-Explorer zeigt Partitionen, externe und interne Laufwerke in der Navigationsleiste und unter „Computer“ an. Wo bietet Nautilus eine Übersicht?
Antwort: Logische Laufwerke wie bei Windows gibt es unter Linux nicht. Auch wenn Sie bei der Installation etwa für Ihr „home“-Verzeichnis eine eigene Partition angelegt haben, wird diese nicht als gesondertes Laufwerk dargestellt, sondern in den Verzeichnisbaum eingegliedert – auch dann, wenn diese Partition auf einer zweiten Festplatte liegt. Befinden sich jedoch auf Ihren Festplatten weitere Dateisysteme, weil Sie Windows oder eine weitere Linux-Distribution installiert haben, werden diese mit einem kleinen Festplatten-Symbol dargestellt. Bei einem Klick darauf hängt Linux diese automatisch in den Verzeichnisbaum unter „/media“ ein. Schließen Sie externe Festplatten oder USB-Sticks an oder legen eine CD ein, werden diese ebenfalls automatisch eingehängt und von Nautilus angezeigt.

Partitionsmanager Gparted: Das für Windows-Benutzer gewöhnungsbedürftige Gparted macht dort weiter, wo die Laufwerksverwaltung ihre Grenzen hat.
Vergrößern Partitionsmanager Gparted: Das für Windows-Benutzer gewöhnungsbedürftige Gparted macht dort weiter, wo die Laufwerksverwaltung ihre Grenzen hat.

Partitionen bearbeiten
Frage: In der Datenträgerverwaltung kann Windows Partitionen anlegen, formatieren, verkleinern. Wie macht man das unter Ubuntu?
Antwort: Ubuntu besitzt eine Laufwerksverwaltung, mit der Sie Partitionen löschen, bearbeiten und überprüfen können. Wesentlich leistungsfähiger ist allerdings Gparted, dass Sie gegebenenfalls über das Software-Center oder im Terminal mit sudo apt-get install gparted nachinstallieren. Beim Start von Gparted werden Sie nach Ihrem Passwort gefragt, da das Programm nur mit Root-Rechten Zugriff auf alle Partitionen hat.

Die Darstellung der Laufwerke und Partitionen ist Linux-typisch, aber für Windows-Benutzer ungewohnt: Festplatten oder USB-Sticks werden über Ihre Gerätedatei benannt. Die erste Festplatte „/dev/sda“, die zweite „/dev/sdb“. Die Partitionen darauf erscheinen als „/dev/sda1“, „/dev/sda2“, … „/dev/sdb1“, „/dev/sdb2“ und so fort. Logische Partitionen werden mit Zahlen ab 5 gekennzeichnet. Um Partitionen zu löschen, zu vergrößern oder zu verkleinern, müssen Sie diese erst mit Rechtsklick und „Aushängen“ aus dem Verzeichnisbaum lösen. Dies gelingt jedoch nur bei Partitionen, die nicht in Benutzung sind.

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