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So verschlüsseln Sie Ihre E-Mails richtig

04.06.2018 | 16:18 Uhr |

Mailverschlüsselung ist kompliziert? Nicht mit uns. Wir zeigen, wie Sie Ihre E-Mails für den sicheren Schriftverkehr perfekt verschlüsseln!

Viele Internetnutzer halten das Verschlüsseln ihrer E-Mails für unnötig. Doch selbst wenn Sie niemals sensible Daten wie Ihre Kontoinformationen oder Geschäftsgeheimnisse per E-Mail austauschen, lohnt sich die Verschlüsselung Ihrer digitalen Post. Denn nicht nur können sonst E-Mail-Inhalte und Anhänge in die falschen Hände geraten; ein Netz-Gauner könnte auch Ihren kompletten Account hacken, wenn Sie ihn nicht ordentlich schützen.

Sonderfall Datenschutz-Grundverordnung: Gerade seit die DSGVO am 25. Mai 2018 verbindlich in Kraft getreten ist, spielt die Mailverschlüsselung eine noch größere Rolle als bisher. Unternehmen müssen/sollen aufgrund der DSGVO Kundendaten verstärkt verschlüsselt abspeichern und/oder nur verschlüsselt weitergeben, beziehungsweise können durch die Verschlüsselung der Kundendaten "die Wahrscheinlichkeit einer Datenpanne und somit auch eines Bußgelds verringern."

In diesem Artikel zeigen wir deshalb, wie Sie Mails sicher verschlüsseln – ganz egal, welchen Mail-Anbieter Sie nutzen.

Was Sie verschlüsseln sollten

Um Ihre E-Mail-Kommunikation effektiv zu schützen, sollten Sie drei Dinge verschlüsseln: Die Verbindung zu Ihrem E-Mail-Anbieter, Ihre E-Mails und Ihre gespeicherten oder archivierten Mails. Wir skizzieren zunächst die drei relevanten Bereiche Verbindungsverschlüsselung, Mailverschlüsselung und Verschlüsselung von archivierten/gespeicherten Mails, bevor wir auf diese drei Bereiche ausführlicher eingehen.

1. Verbindung verschlüsseln: https alias SSL/TLS

Belassen Sie die Verbindung zu Ihrem E-Mail-Anbieter unverschlüsselt, während Sie E-Mails abrufen oder versenden, können andere Nutzer im Netzwerk einfach Ihre Login-Daten stehlen und jede Nachricht einsehen, die Sie empfangen oder verschicken. Dieses Problem tritt vor allem dann auf, wenn Sie ein öffentliches Netzwerk – zum Beispiel einen WLAN-Hotspot in einem Café oder am Flughafen – nutzen. Doch auch in Arbeits- oder Privatnetzwerken kann eine unverschlüsselte Verbindung nicht selten zu Schwierigkeiten führen. Deshalb sollte der gesamte Datenaustausch zwischen Ihrem Client-PC/Browser/Mail-Programm und dem Server der Gegenseite nur über SSL-Verbindungen (SSL/TLS) laufen.

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2. Mails verschlüsseln: S/MIME oder OpenPGP

Ihre E-Mails sind angreifbar, sobald sie den Server des Mail-Anbieters verlassen und sich auf den Weg durchs Internet machen. Cyber-Kriminelle können eine solche Nachricht abfangen, während Sie im Netz von Server zu Server wandert. Wer seine E-Mail vor dem Verschicken mit S/MIME oder OpenPGP verschlüsselt, macht ihren Inhalt für solche Schnüffler unlesbar. Wobei die Efail-Lücke hier allerdings seit Mai 2018 für Unruhe sorgt.

3. Gespeicherte Mails verschlüsseln

Sie lagern auf Ihrem Computer oder Mobilgerät ältere, gespeicherte oder archivierte E-Mails – zum Beispiel über ein Client-Programm wie Microsoft Outlook? Auch dann hat ein Dieb leichtes Spiel um an Ihre Daten zu gelangen – selbst, wenn Sie Ihr Gerät, Ihr Betriebssystem und sogar das Mail-Programm mit einem Passwort geschützt haben. Auch hier sorgt eine Verschlüsselung dafür, dass Ihre Nachrichten für Unbefugte unlesbar werden.

zu 1) So verschlüsseln Sie Ihre E-Mail-Verbindung

Um die Verbindung zwischen Ihrem E-Mail-Anbieter und Ihrem Computer oder Mobilgerät abzusichern, müssen Sie eine Secure Socket Layer- (SSL-) und eine Transport Layer Security- (TLS-) Verschlüsselung einrichten – dabei handelt es sich um das gleiche Sicherheitsschema, das Sie beispielsweise auch beim Online-Banking und bei Online-Einkäufen verwenden. Wenn Sie Ihre Mails über einen Browser abrufen (egal ob auf Desktop, Laptop, Smartphone oder Tablet), nehmen Sie sich einen Moment Zeit um zu überprüfen, ob die SSL-/ TLS-Verschlüsselung aktiviert ist. Wenn das der Fall ist, beginnt die Webseiten-URL mit https statt nur mit http.

Verschlüsselte Verbindungen sind bei Maildiensten mittlerweile aber Standard. Praktisch alle Anbieter von Maildiensten bieten ihre Webseiten und damit ihre Online-Mail-Portale nur noch über https an; das https steht für "Hypertext Transfer Protocol Secure". Damit sind nach derzeitigem Stand der Technik alle Daten, die zwischen Ihrem Browser und dem Webserver übertragen werden in beide Richtungen vor fremden Blicken sicher. Sie müssen dafür also keine zusätzlichen Programme installieren.

Eine via https verschlüsselte Verbindung.
Vergrößern Eine via https verschlüsselte Verbindung.

Sie erkennen das Vorliegen einer verschlüsselten Verbindung neben dem bereits erwähnten https zu Beginn der Adresszeile im Browser meist auch noch an einem grünen Vorhängeschlossysmbol vor der Adresszeile. Wenn Sie mit der linken Maustaste auf das Schlosssymbol klicken, erhalten Sie weitere Informationen zur verschlüsselten Verbindung.

Sehen Sie keine https-Adresse oder andere Anzeichen für die Verschlüsselung, nachdem Sie sich bei Ihrem E-Mail-Anbieter eingeloggt haben, tippen Sie einfach manuell ein s hinter das http in die Adresszeile und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Sofern Ihr Dienstleister SSL und TLS unterstützt, führt diese Eingabemethode zur Verschlüsselung Ihrer aktuellen Verbindung. Durchstöbern Sie dann Ihre Kontoeinstellungen – vielleicht lässt sich hier eine automatische Verschlüsselung für zukünftiges Anmelden einstellen. Sind Sie nicht in der Lage, die Verschlüsselung manuell zu erzwingen, überprüfen Sie, ob Ihr Anbieter überhaupt SSL und TLS unterstützt. In der Regel ist das aber der Fall, zumindest bei allen gängigen Mailanbietern wie web.de, gmx oder Gmail.

In Outlook aktivieren Sie die Verschlüsselung unter "Datei, Kontoeinstellungen, Doppelklick auf Ihr Kontonamen, Weitere Einstellungen, Sicherheit".
Vergrößern In Outlook aktivieren Sie die Verschlüsselung unter "Datei, Kontoeinstellungen, Doppelklick auf Ihr Kontonamen, Weitere Einstellungen, Sicherheit".

Nutzen Sie dagegen ein Client-Programm wie Microsoft Outlook – oder eine E-Mail-App auf Ihrem Smartphone oder Tablet – ist es etwas schwieriger die Verschlüsselung zu überprüfen und einzurichten. Öffnen Sie dazu Ihr E-Mail-Programm oder Ihre App und navigieren Sie zu den Einstellungen. Dort wird Ihr Konto wahrscheinlich als POP/SMTP, IMAP/SMTP, HTTP oder Exchange aufgeführt. Suchen Sie nach einer Option, eine Verschlüsselung zu aktivieren; Sie finden sie normalerweise in den erweiterten Einstellungen. Ungefähr dort, wo sich auch Port-Nummern für eingehende und ausgehende Verbindungen zuweisen lassen. In Microsoft Outlook beispielsweise unter "Datei, Kontoeinstellungen, (Doppelklick auf) Ihr Mailkontonamen, Weitere Einstellungen, Sicherheit".

Wenn Sie, zum Beispiel am Arbeitsplatz, ein Exchange-Mail-Konto verwenden, gibt es dafür einen ausgewiesenen Bereich für Sicherheits-Einstellungen. Hier können Sie klar und deutlich erkennen, ob die Verschlüsselungs-/ Sicherheits-Option aktiviert ist. Ist sie deaktiviert, überprüfen Sie bei Ihrem Mail-Anbieter, ob der Verschlüsselung unterstützt – und denken Sie im negativen Fall auch über einen Anbieter-Wechsel nach.

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