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Vmware Player: So nutzen Sie die Virtualbox-Alternative

01.08.2019 | 10:03 Uhr |

Mit dem Vmware Player lassen sich vorgefertigte VMs öffnen und neue virtuelle PCs erstellen. Die für Privatnutzer kostenlose Software unterstützt fast alle Windows-Versionen und Linux-Varianten.

Schritt 1: Vmware Workstation Player installieren

Installieren Sie den englischsprachigen Vmware Workstation Player . Die jeweils aktuelle Ausgabe des Players finden Sie auf der Internetseite des Herstellers Vmware . Folgen Sie den Anweisungen und übernehmen Sie das vorgeschlagene Zielverzeichnis oder klicken Sie auf „Change“, um einen anderen Ordner auf dem Rechner auszuwählen. Ist der Player eingerichtet, können Sie ihn über das Startmenü oder per Doppelklick auf das Desktop-Icon öffnen. Bestätigen Sie die private Nutzung beim ersten Start des Players mit „Use VMware Workstation 15 Player for free for non-commercial use“ und geben Ihre Mailadresse zur Gratis-Registrierung an.

Falls die Installation nicht klappt:  Meldet die Setup-Routine des Players, dass eine Installation nicht möglich sei, haben Sie auf Ihrem PC Microsoft Hyper-V aktiviert. Zur Nutzung des Vmware-Virtualisierers müssen Sie Hyper-V deaktivieren und das Installationsprogramm von Vmware Player erneut ausführen. Der Vmware Player ist auch Bestandteil der kostenpflichtigen Software Vmware Workstation (siehe Kasten unten). Ist die Workstation-Version auf Ihrem PC eingerichtet, brauchen Sie den Vmware Player nicht zusätzlich zu installieren. Er lässt sich im Startmenü aufrufen.

Vmware Workstation 12: Profi-Virtualisierung auf dem Desktop

Vmware Workstation Pro ist der große Bruder des Vmware Workstation Players. Die rund 250 Euro teure Software übertrifft die Player-Variante bei Ausstattung, Einstellmöglichkeiten, dem Zwischenspeichern von Schnappschüssen und dem Klonen virtueller Maschinen.

Wie der Vmware Player schafft auch Vmware Workstation Pro eine virtuelle Hülle, in der weitere Betriebssysteme als Gastsysteme ausgeführt werden. Im Snapshot-Manager kann man beliebige Zustände einer virtuellen Maschine einfrieren und jederzeit wieder zum gewünschten Zustand zurückkehren. So lassen sich verschiedene Anwendungsszenarien auf Basis eines Systems auf Knopfdruck wiederherstellen. Virtuelle Festplatten können bei Vmware Workstation Pro mittels AES-Algorithmus mit 256 Bit verschlüsselt werden, ferner lassen sich auch virtuelle Maschinen verschlüsseln. Das Ändern von Einstellungen kann durch ein Passwort geschützt werden. Die Workstation-Version unterstützt den Austausch von Abbilddateien zwischen verschiedenen PCs und im Netzwerk.

Innerhab von Vmware Workstation Pro ist ein Remote-Zugriff auf ein virtuelles System möglich. Die Software erlaubt es Mitgliedern eines Teams, virtuelle Maschinen zu teilen und gemeinsam zu nutzen. Nur der Workstation-Pro-Version vorbehalten ist der Zugriff auf die Verwaltungsumgebung Vsphere, in der sich virtuelle Maschinen zentral in einer Netzwerkumgebung ablegen und aufrufen lassen.

Schritt 2: Virtuellen PC einrichten

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Der Vmware Player verwendet eine clevere Installationstechnik, mit der sich virtuelle Maschinen aktueller Windows-und Linux-Betriebssysteme mit wenigen Klicks erstellen lassen. Klicken Sie im Startfenster des Players auf den Befehl „Create a New Virtual Machine“. Nun haben Sie verschiedene Optionen zur Auswahl: Der erste Punkt „Installer disc“ benötigt eine Installations-DVD. Hier geben Sie das DVD-Laufwerk an, um die virtuelle Maschine direkt von einer Setup-DVD zu erstellen. Der Vmware Player erkennt das verwendete Betriebssystem dabei meist automatisch.

„I will install the operating system later“ überspringt den Installationsassistenten und richtet nur eine leere virtuelle Maschine ein, in der Sie dann das Gastsystem einrichten.

In unserem Beispiel aktivieren wir den zweiten Punkt „Installer disc image file (iso)“ und wählen mit „Browse“ die ISO-Datei von Windows 10 auf der lokalen Festplatte aus. Der Vmware Player erzeugt die virtuelle Maschine anhand der Abbilddatei. Klicken Sie auf „Next“. Nun fragt der Vmware Player alle erforderlichen Daten ab, die für eine unbeaufsichtigte Installation nötig sind. Ein Klick auf „Next“ bringt Sie zum nächsten Schritt. Hier vergeben Sie einen Namen für Ihre virtuelle Maschine und bestimmen den Speicherort für die Abbilddatei. Schließlich legen Sie noch die Festplattenspeichergröße fest, die Sie für den virtuellen Rechner bereitstellen wollen. In den meisten Fällen reichen die vom Programm vorgeschlagenen 60 GB aus. Die Angaben darunter zur Dateiaufteilung können Sie dann einfach übernehmen.

Siehe auch: Virtualbox vs. Vmware vs. Hyper-V: Der beste virtuelle PC

Schritt 3: System konfigurieren

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Zum letzten Schritt mit den Hardware-Einstellungen für die virtuelle Maschine gelangen Sie nach einem weiteren Klick auf „Next“. Anschließend drücken Sie auf „Customize Hardware“. Weisen Sie der virtuellen Maschine rund ein Drittel, am besten die Hälfte des physikalisch vorhandenen Arbeitsspeichers, zu. Windows 7, 8/8.1 und 10 laufen mit 2 GB RAM annehmbar schnell. Die meisten Linux-Distributionen sind schon mit 512 MB RAM zufrieden, erst ab 2 GB RAM erzielen Sie jedoch ein vernünftiges Arbeitstempo. Klicks auf die Schaltflächen „Close“ und „Finish“ starten die unbeaufsichtigte Installation des Betriebssystems. Den Rest erledigt der Vmware Player selbstständig.

Auch die Installation der Vmware Tools (siehe Kasten unten) ist Bestandteil des Setups. So können Sie gleich vom Start weg höhere Bildschirmauflösungen einstellen und das Player-Fenster zurück zum Windows-Desktop verlassen, ohne dazu erst die Host-Taste Strg-Alt zu drücken. Wenn alles fertig und Windows gebootet ist, können Sie die notwenigen Systemeinstellungen vornehmen und das Betriebssystem an Ihre Bedürfnisse anpassen.

Vmware Tools: Extras für das Gastsystem nachrüsten

Die Vmware Tools sind fester Bestandteil des Vmware Workstation Players und bieten eine Reihe sinnvoller Erweiterungen im Windows-beziehungsweise Linux-Gastsystem.

Dazu gehören beispielsweise ein angepasster Grafikkartentreiber, die Bus-Unterstützung für einige Betriebssysteme und ein spezieller Netzwerktreiber. Die Installation der Vmware Tools im Gastsystem ist Voraussetzung für den flüssigen Wechsel des Mauszeigers zwischen Host-Betriebssystem und virtueller Maschine. Auch für den Zugriff auf den geteilten Ordner („Shared Folder“) im Gast-PC müssen die Vmware Tools konfiguriert sein. Bei der Installation eines neuen Betriebssystems im virtuellen PC mithilfe des Assistenten von Vmware Player werden die Vmware Tools am Ende automatisch eingerichtet. Möchten Sie die Erweiterungsbibliothek manuell installieren, starten Sie die virtuelle Maschine und wählen „Player“, gehen dann auf „Manager“ und schließlich auf „Install VMware Tools“. Folgen Sie dann den Anweisungen des Assistenten.

Schritt 4: Virtuellen PC booten

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Das Hauptfenster von Vmware Player zeigt die verfügbaren virtuellen PCs. Möchten Sie eine bereits auf Ihrem Rechner vorhandene Abbilddatei in den Vmware Player einbinden, gehen Sie rechts im Fenster auf den Befehl „Open a Virtual Machine“ und wählen die gewünschte Datei mittels Doppelklick aus.

Ein Doppelklick auf einen Eintrag startet das System, ein Rechtsklick und „Settings“ bringt Sie zu den Einstellungen für den virtuellen PC. Im Menü „Player“ wechseln Sie mit „Full Screen“ zur Vollbildansicht – alternativ verwenden Sie das Tastenkürzel Strg-Alt-Enter. Zurück zur Fensteransicht gelangen Sie über die Symbolleiste. Um eine Maschine anzuhalten und den derzeitigen Zustand einzufrieren, wählen Sie in der Menüleiste „Suspend Guest“. Beim nächsten Systemstart sehen Sie den virtuellen Rechner dann so, wie Sie ihn zuvor verlassen haben. Mit „Shut Down Guest“ weisen Sie das Gastsystem an, einen Systemabschluss durchzuführen. „Restart Guest“ entspricht einem Reset auf einem echten PC.

Schritt 5: Hardware hinzufügen

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Wie bei einem physikalischen Rechner lässt sich auch das virtuelle System mit zusätzlicher Hardware aufrüsten. Falls Sie zum Beispiel eine zweite Festplatte benötigen, klicken Sie im Startfenster des Players mit der rechten Maustaste auf den Namen der virtuellen Maschine und dann auf „Edit virtual machine settings“ und „Add“. Markieren im nachfolgenden Fenster den Eintrag „Hard Disk“. Klicken Sie auf „Next“ und übernehmen Sie den vorgeschlagenen Laufwerkstyp mit „Next“. Wählen Sie „Create a new virtual disk“ und stellen die gewünschte Größe ein. Vergeben Sie noch einen Namen für die Festplatte und klicken Sie auf „Finish“.

Das für den Player verwendete DVD-Laufwerk passen Sie unter dem Punkt „CD/DVD“ an. Im Player haben Sie auch die Möglichkeit, einen virtuellen Drucker einzurichten, um Dokumente aus der virtuellen Maschine heraus auf Ihrem echten Drucker auszugeben. Dazu wählen Sie im Dialog „Add Hardware Wizard“ den Eintrag „Printer“ und folgen den Anweisungen auf dem Bildschirm.

Tipp: Virtuelle Systeme einsatzbereit aus dem Web laden

Schritt 6: Netzwerkzugriffe regeln

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In den Einstellungen für eine virtuelle Maschine stehen Ihnen mehrere Netzwerkzugriffsvarianten zur Auswahl. Bei der Auswahl von „Bridged“ erhält die virtuelle Maschine eine eindeutige Identität im Netzwerk. Die virtuelle Maschine bekommt eine IP-Adresse von einem DHCP-Server innerhalb des Netzwerks, in der Regel ist das der WLAN-Router. Damit hat der virtuelle PC vollen Zugriff auf das Netzwerk und das Internet.

Mit der Einstellung „NAT“ (Network Address Translation) stellen Sie den virtuelle PC so ein, dass er die Internetverbindung des Hosts mit ihm gemeinsam nutzt. Die standardmäßig von der virtuellen Maschine verwendete IP-Adresse ist von außen nicht sichtbar. Der Modus „Host-only“ ist für ein isoliertes Gastsystem gedacht. Der virtuelle Rechner und der virtuelle Host-Adapter werden dabei an ein privates Netzwerk angeschlossen und die IP-Adressen vom Vmware-DHCP-Server automatisch zugewiesen. Echter und virtueller Rechner können dadurch untereinander kommunizieren, Zugriffe ins und aus dem Internet sind aber nicht möglich.

Schritt 7: Gastsystem herunterfahren

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Wie der Vmware Player aktive Gastsysteme standardmäßig beendet, stellen Sie auf der Startseite über den „Player“-Button und Mausklicks auf „File“ und „Preferences“ unter dem Punkt „Close behavior“ ein. Empfehlenswert ist „Suspend the virtual machine“, weil nur so der aktuelle Systemzustand für die nächste Sitzung eingefroren wird. Ist das Häkchen bei der Auswahloption ganz oben gesetzt, müssen Sie das Schließen des virtuellen Rechners zur Sicherheit jedes Mal bestätigen.

Schritt 8: Gast-PC in Windows einbinden

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Mithilfe der Unity-Funktion im Vmware Player verschmelzen Sie eine virtuelle Maschine mit dem Desktop des Host-Systems. Im Unity-Modus verschwindet etwa der Linux-Desktop des Gast-PCs und seine Anwendungen laufen als Fenster auf dem Windows-Desktop ab – der virtuelle Rechner ist quasi unsichtbar. Sie starten den nahtlosen Fenstermodus über die Menüleiste und „Player“ sowie „Unity“. Sie verlassen den Anzeigemodus im Player-Fenster per Klick auf „Exit Unity“.

Schritt 9: Gemeinsamen Ordner einrichten

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Richten Sie einen Ordner auf dem Host-Computer ein, den auch der Gast-Rechner nutzen kann. Dazu öffnen Sie im Player via Rechtsklick und „Settings“ die Einstellungen einer virtuellen Maschine. Wechseln Sie zum Reiter „Options“ und klicken Sie links auf „Shared Folders“. Im rechten Fensterbereich schalten Sie „Always enabled“ (immer eingeschaltet) ein. Klicken Sie auf „Add“ und wählen Sie nach einem Klick auf „Browse“ den gewünschten Ordner auf der Festplatte des Host-PCs aus. Die übrigen Einstellungen übernehmen Sie. Innerhalb der virtuellen Maschine erscheint der freigegebene Ordner dann in der Laufwerks-oder Netzwerkübersicht als neue Ressource. Sie können das neue Laufwerk nun öffnen und bequem Dateien zwischen Host und Gast austauschen.

Appliances: Perfekte Basis für fertige virtuelle PCs

Ein schneller Einstieg in den Vmware Player gelingt, indem Sie eine bereits vorkonfigurierte virtuelle Maschine (Appliance) aus dem Internet laden und sie danach individuell an Ihre Bedürfnisse anpassen.

Vmware Player unterstützt unter anderem die Konfigurationsdateien von Vmware (VMX), Microsoft (VMC) sowie OVA-Appliances (Open Virtual Machine). Dafür bietet Vmware ein umfangreiches Online-Archiv fertiger PCs zur Nutzung im Player. Im Startfenster des Players bringt Sie ein Klick auf „Download a Virtual Appliance“ zur entsprechenden Vmware-Website, dem „Marketplace“. Die hier versammelten Systeme lassen sich über die Navigationsleiste ganz links beispielsweise nach Einsatzbereich oder Betriebssystem sortieren.

Ein Klick auf einen Eintrag bringt Sie zur Vorschauseite mit einer englischsprachigen Kurzbeschreibung samt Zugangsdaten und Screenshot sowie direkter Download-Möglichkeit. Um die aus dem Internet geladenen Maschinen in den Vmware Player einzubinden, wählen Sie im Startfenster des Players „Open a Virtual Machine“. Die Appliance wird geöffnet. Melden Sie sich mit den Zugangsdaten an.

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