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So finden Sie die perfekte Festplatte oder SSD

06.01.2021 | 12:09 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Magnet-Festplatte oder SSD? Beim Festplattenkauf gibt es einiges zu beachten. Diese Kauf-Tipps helfen Ihnen weiter.

Eine interne SSD ist dank der flotten Flashspeichertechnik das Laufwerk der Wahl für das Notebook oder den Desktop-Rechner. Allerdings sind SSDs selbst bei neuen Allround-PCs nicht selbstverständlich als alleiniges Speichermedium an Bord. Vielmehr setzen die Anbieter bei Systemen für 300 bis 400 Euro oft noch auf einen Festplattenmix aus HDD und SSD. Diesen Kompromiss müssen Sie jedoch nicht mehr mitgehen. Denn auch interne SSDs mit hohen Kapazitäten von einem oder sogar zwei Terabyte sind inzwischen erschwinglich geworden. Sie bringen auch als reines Programm- und Datenlager spürbar mehr Speed in die tägliche Rechnernutzung. 

SATA-SSD: Oft immer noch der passende Flashspeicher

Wenn zwei Speicherlaufwerke in Ihrem Rechner eingebaut sind, dann ist die größere Festplatte meist per SATA verbunden. Im Falle eines Desktop-PCs gehen Sie in der Regel von einer 3,5-Zoll-HDD aus, im Falle eines betagteren Notebooks sind 2,5-Zoll-Magnet-Laufwerke noch gut verbreitet. Bei besonders flachen Mobilrechnern sind außerdem schon seit einigen Jahren SATA-SSDs im kompakten M.2-Formfaktor mit 22 Millimetern Breite und 80 Millimeter Länge (kurz: 2280) üblich. Diese Punkte klären Sie vor dem Kauf über das Handbuch zum Rechner ab. Bei Tower-Gehäusen haben Sie in der Regel kein Platzproblem, bei Mobilrechnern müssen Sie dagegen auch die Höhe des neuen Laufwerks abchecken.

Interne SATA-SSDs nutzen weiterhin den SATA-III-Standard und kommen damit auf einen theoretischen Maximaldurchsatz von 600 MB pro Sekunde. Für den Preis einer SATA-SSD spielen neben der Kapazität der eingesetzte Controller sowie der verwendete Flashspeichertyp eine Rolle. Eine günstige 2,5-Zoll-SATA-SSD mit einem TB Kapazität kostet Sie derzeit nur noch gut 90 Euro – beispielsweise die Crucial BX500 . Dieses Laufwerk gibt es maximal mit zwei TB für gut 160 Euro, die maximal mögliche Kapazität liegt sonst in der Regel bei vier TB. Der maximal mögliche Platz geht jedoch immer noch ins Geld, wie sich etwa an der WD Blue zeigen lässt, die mit 4 TB mit gut 470 Euro zu Buche schlägt.

SSD-Technik: Alles, was man beim Kauf wissen muss

Klein und flott: SSDs mit M.2-Formfaktor und PCIe

Für kleine Rechner und eine möglichst schnelle Anbindung haben sich interne SSDs als M.2-Steckkarten mit PCI-Express-Anschluss und NVMe-Protokoll durchgesetzt. Hier entscheidet zusätzlich zum Flashspeichertyp und Controller die PCIe-Version zusammen mit der Anzahl der Lanes über die maximal mögliche Geschwindigkeit. Gängig ist PCIe 3.0, worüber die SSD im Idealfall auf gut 3,5 GB pro Sekunde kommt, wenn sie alle vier Lanes nutzen kann. Wie bei den SATA-M.2-Pendants ist das 2280-Modul sehr verbreitet. Daneben findet sich auch der Formfaktor 2242 häufig. Welche Vorgaben Ihre neue SSD erfüllen muss, verrät Ihnen wiederum ein Blick ins PC-Handbuch.

Die Preise für M.2-NVMe-SSDs sind deutlich gesunken, liegen aber noch über denen der vergleichbaren SATA-Flashspeicher. In Kapazitäten bis zu einem Terabyte hält sich der Aufpreis allerdings inzwischen in Grenzen. Selbst ein Modell für Gamer und Power-User wie die Seagate Firecuda 510 ist mit 1 TB Kapazität ab rund 160 Euro zu finden. Dieses Modell gibt es in maximaler Kapazität mit 2 TB. Damit entspricht es der üblichen Obergrenze in dieser Kategorie. Mit dem hohen Speicherplatz steigt auch der Preis um fast das Doppelte an. 

Weiteren Schwung bringt sicherlich die wachsende Auswahl an NVMe-SSDs für PCIe 4.0. Nahezu alle Festplattenhersteller sind inzwischen mit von der Partie, auch wenn die Schnittstelle neben AMD gerade erst mit der aktuellen Intel-CPU-Generation Tiger Lake (11. Generation) eine weitere Verbreitung findet. Hier schnellen die Transferraten sogar beim Schreiben in Bereiche von 5000 MB/s. Der ultraschnelle Datentransfer erfordert jedoch auch permanente Kühlung, damit die Leistung nicht abreißt. Es lohnt hier, über eine Kombination von SSD und Kühlkörper nachzudenken. Bedenken Sie gleichzeitig, dass Sie dafür mehr Platz im Rechnergehäuse benötigen. Die Leistung schlägt sich im Preis nieder: So kommt etwa die Samsung SSD 980 Pro mit 1 TB Kapazität bereits auf satte 210 Euro.

Preis-Leistungs-Tipp: Das Laufwerks-Upgrade ist gerade dann günstig, wenn Ihnen eine interne 2,5-Zoll-SSD mit 1 TB ausreicht – wie etwa die Crucial BX500 für rund 90 Euro.
Vergrößern Preis-Leistungs-Tipp: Das Laufwerks-Upgrade ist gerade dann günstig, wenn Ihnen eine interne 2,5-Zoll-SSD mit 1 TB ausreicht – wie etwa die Crucial BX500 für rund 90 Euro.
© Crucial

Externe Festplatten und SSDs – ideal fürs Backup

Der günstigste Weg zum externen Plattenspeicher führt über ein Gehäuse, in das Sie Ihre alte Festplatte einbauen, um sie weiterzuverwenden. Gehäuse für 3,5-Zoll-HDDs sind eher für den stationären Gebrauch gedacht, da sie ein externes Netzteil zum Betrieb benötigen. Für gut 20 Euro erhalten Sie bereits ein Modell mit USB-3.2-Gen1-Anschluss (früher USB 3.0) - etwa das Icy Box IB-377U3 . Die Varianten für 2,5-Zoll-Platten (HDD und SSD) – kommen ohne zusätzliche Stromversorgung aus und starten bei etwa 10 Euro. Auch für die ausgebaute M.2-Steckkarte gibt es externe Gehäuse. Sie unterscheiden sich in den internen Anschlüssen SATA sowie PCIe und sind mit Preisen ab 15 Euro etwas teurer.

Externe HDD: enorm viel Speicher zum günstigen Preis

Wie bei externen Gehäusen sind auch fertig bestückte externe Magnetfestplatten in die Größenklassen von 2,5 und 3,5 Zoll unterteilt. Bei den großen HDDs liegt das derzeitige Kapazitätsmaximum bei 14 Terabyte, die Sie rund 300 Euro kosten wie beispielsweise die WD Elements Desktop . In vielen Fällen wird das jedoch übertrieben sein. Selbst fürs Backup mehrerer Rechner reichen externe Speicher mit 6 TB völlig aus, für die Sie im Moment gut 140 Euro investieren.

Bei externen HDDs in 2,5-Zoll-Bauform ist bei 5 TB die Kapazitätsgrenze erreicht. Sie kosten etwa 115 Euro wie die Seagate Expansion Portable. Gerade im mobilen Gebrauch machen diese Geräte eine gute Figur, da sie sich leicht in die Tasche stecken lassen.

HDD vs. SSD im Spielevergleich: Der ideale Speicher für Gamer

Externe SSD: unterschiedliche Formfaktoren und Typ-C-Versionen

Ungleich schneller als bei externen HDDs ist die Datenübertragung, wenn im Gehäuse ein Flashspeicher steckt. Preis- und Modellunterschiede ergeben sich aus dem intern eingebauten SSD-Typ. Die externe Verbindung übernimmt hier der verdrehsichere USB-C-Anschluss, der wiederum unterschiedliche USB-3.2-Fassungen unterstützt.

Bei günstigeren Modellen können Sie davon ausgehen, dass im Gehäuse eine SATA-SSD steckt. Den Flashspeicher gibt es in den Bauformen 2,5 Zoll und als kompaktes M.2-Modul. Als Typ-C-Variante reicht hier USB 3.2 Gen1 völlig aus, weil das interne Laufwerk der limitierende Faktor ist. Die Laufwerke gibt es in Kapazitäten von 250 GB bis 2 TB, für die Sie etwa 75 bis 275 Euro rechnen müssen – wie etwa für die Sandisk Extreme Portable SSD .

Geben die Hersteller Datenübertragungsraten von über 1000 MB pro Sekunde an, wissen Sie, dass im Gehäuse eine NVMe-SSD im M.2-Formfaktor steckt, die über PCIe angeschlossen ist. Diese Gruppe nutzt die Typ-C-Variante 3.2 Gen2 als externe Schnittstelle, da sie mit 10 Gigabit pro Sekunde genug Bandbreite bietet. Hier wächst die Auswahl, da aktuelle PCs und Notebooks inzwischen mindestens einen USB-C-Anschluss dieses Typs mitbringen. Die Kapazitäten reichen von 500 GB bis 2 TB. Nicht selten müssen Sie genau auf die Produktbezeichnung achten, um das richtige Laufwerk auszuwählen. So auch bei der genannten Sandisk Extreme Portable: Nur der Zusatz V2 zeigt, dass es sich um die M.2-NVMe-Fassung handelt, die es derzeit nur mit 500 GB und 1 TB gibt. Sie sind mit rund 150 und 240 Euro entsprechend hochpreisiger. Günstiger kommen Sie mit der Transcend ESD350C weg, die Sie mit 960 GB schon für rund 140 Euro im Handel finden.

Eine eigene Gruppe bilden Hochleistungslaufwerke mit USB-C 3.2 Gen2x2. Sie setzen derzeit noch seltene Highend- oder Spiele-PCs voraus, um das versprochene doppelte Tempo im Vergleich zu Gen2 auch wirklich erreichen zu können. Entsprechend überschaubar ist die Auswahl mit der WD_Black P50 und der Seagate Firecuda Gaming SSD . Die Preispunkte sind hoch: Selbst mit der kleinsten Kapazität von 500 GB kommen die Laufwerke auf gut 150 beziehungsweise 170 Euro (UVPs).

Tendenziell teuer sind auch externe NVMe-SSDs mit Thunderbolt-3-USB-C-Port. So müssen Sie selbst für ein 500-GB-Modell mit gesalzenen 220 Euro rechnen – etwa aus der Samsung-Serie Portable SSD X5 . Gleichzeitig versprechen sie Datentransferraten von bis zu 2800 MB pro Sekunde – schneller geht es momentan nicht.

Preis-Leistungs-Tipp: Ein externes HDD-Gehäuse ist doppelt gut: Es ist der preiswerteste Weg, um die alte HDD weiterverwenden, und damit auch nachhaltig. Mit gut 20 Euro sind Sie bei der Icy Box IB-377U3 bereits dabei.
Vergrößern Preis-Leistungs-Tipp: Ein externes HDD-Gehäuse ist doppelt gut: Es ist der preiswerteste Weg, um die alte HDD weiterverwenden, und damit auch nachhaltig. Mit gut 20 Euro sind Sie bei der Icy Box IB-377U3 bereits dabei.
© Icy Box

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