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Linux läuft nicht? So lösen Sie jedes Treiber-Problem

12.10.2017 | 13:00 Uhr |

Linux läuft auf fast allen PCs und Notebooks, aber nicht jede Hardwareperipherie wird automatisch erkannt. Vor allem mit sehr neuen Geräten kann es Probleme geben.

Linux-Distributionen bieten eine breite Hardwareunterstützung und laufen auf so gut wie jedem PC. Mit SATA, Ethernet, Grafikkarte und Monitor sowie Maus und Tastatur gibt es kaum Probleme. Diese Basisfunktionen sollten in jedem Fall gewährleistet sein.

Lese-Tipp: Die richtige Linux-Distribution für Einsteiger

Ältere Drucker, Scanner oder TV-Karten, für die es keine Treiber für Windows 7, 8 oder 10 gibt, lassen sich oft unter Linux weiternutzen. Bei sehr neuen oder seltenen Geräten ist die Unterstützung dagegen nicht immer gegeben. Vor der Installation sollten daher immer Tests der Hardwarekompatibilität stehen.

Hardware für Linux

Microsoft ist mit dem Betriebssystem Windows Marktführer bei Desktop-PCs und Notebooks. Schon rein aus ökonomischen Gründen richten Hardwarehersteller ihre Produkte daher an Windows aus. Für die vergleichsweise geringe Zahl der Linux-Nutzer sind meist keine Entwicklerkapazitäten verfügbar. Linux-Treiber sind daher manchmal Freizeitprojekte von Entwicklern, die hauptberuflich bei einem Hardwarehersteller arbeiten. Der größte Teil der Treiber entsteht jedoch durch Reverse Engineering. Anhand von Datenblättern und Analyse der Windows-Treiber untersuchen Programmierer die Kommunikation zwischen Betriebssystem und Gerät und bilden das Verhalten in einem Linux-Treiber nach.

Weit verbreitete Hardware funktioniert meist gut unter Linux. Es gibt dann genug Entwickler, die sich mit dem Gerät beschäftigen und den Treiber verbessern können. Besonders neue oder exotische Hardware für private Endkunden wird dagegen von Linux schlecht oder gar nicht unterstützt. Für Linux-Nutzer gibt es aber auch erfreuliche Nachrichten: Ältere Peripheriegeräte, die beispielsweise von Windows 10 nicht mehr unterstützt werden, lassen sich wahrscheinlich unter Linux weiterverwenden.

Aus diesen Gründen sollten Sie sich vor dem Hardwarekauf ausführlich über Erfahrungen anderer Linux-Nutzer informieren. Meist liefert eine Suchmaschine für die Kombination von Gerätetyp mit dem Stichwort „Linux“ relevante Suchergebnisse.

Kernel und Kernel-Module

Bei Linux heißen die Treiber Kernel-Module. Einige Module sind in den Kernel einkompiliert, etwa für den Zugriff auf Festplattenadapter und das Dateisystem Ext4. Die meisten Module lädt das System jedoch nur bei Bedarf. Eine Liste lässt sich über den Befehl lsmod in einem Terminalfenster ausgeben. Jede Kernel-Version bringt ihre eigenen Module mit, die in Verzeichnissen unterhalb von „/lib/ modules“ liegen. Bei jedem Kernel-Upgrade kommen neue Module hinzu, wodurch mehr oder neuere Hardware unterstützt wird.

Einige Treiber, vor allem für WLAN- und DVB-Sticks, benötigen zusätzlich ein Firmwarepaket. Ubuntu und Linux Mint installieren bereits standardmäßig zahlreiche Firmwaredateien unterhalb von „/lib/firmware“. Sollte ein Gerät nicht funktionieren, prüfen Sie, ob der Treiber vielleicht die erforderliche Firmwaredatei nicht findet.

Vor dem Kauf: Kompatible Linux-Hardware finden

Wer sich nicht selber um die passenden Linux-Treiber kümmern möchte, sollte bereits vor dem Kauf die Kompatibilität überprüfen. Meist genügt dafür eine Google-Suche mit dem Gerätenamen in Kombination mit „Linux“. Für Linux Mint und Open Suse gibt es auch durchsuchbare Hardware-Datenbanken. Ebenfalls nützlich ist http://wiki.ubuntuusers.de/Hardware . Hier finden Sie Listen mit Hardware, die funktioniert, und Tipps zur Einrichtung. Informationen zu TV-Karten und Sticks sind bei Linux TV gesammelt.

Wer Linux auf einem Notebook installieren möchte, informiert sich vorab über http://tuxmobil.org oder Ubuntu Wiki . Es gibt auch einige Hersteller, die auf Notebooks mit vorinstalliertem Linux spezialisiert sind, beispielsweise Tuxedo Computers . Allerdings sind die Geräte meist etwas teurer als Windows-Notebooks.

Hardware vor der Installation testen

Der einfachste Weg für einen Hardwaretest ist ein Linux-Livesystem. Booten Sie Ihren PC mit Ubuntu oder Linux Mint. Auf neueren Rechnern verwenden Sie eine 64-Bit-Version, auf älteren PCs mit wenig Speicher oder einem Prozessor ohne 64-Bit-Unterstützung greifen Sie zu einer 32-Bit-Version. Idealerweise nutzen Sie für den Test genau das System, das Sie später tatsächlich installieren wollen. Wenn der PC vom Installationsmedium bootet, aber danach der Bildschirm schwarz bleibt oder der Desktop sich nicht zeigt, können Sie zusätzliche Bootoptionen ausprobieren (-> nächster Abschnitt).

Prüfen Sie im Livesystem, ob Ethernet, WLAN sowie die Soundausgabe funktionieren und ob Sie über den Dateimanager auf alle Festplatten zugreifen können. Hinweise zur Konfiguration eines WLAN-Adapters finden Sie nachfolgenden Artikel. Sie können auch Drucker anschließen und die Funktion des Bluetooth-Adapters sowie die Bildschirmeinstellungen prüfen. Wenn sich hier keine Fehlfunktionen zeigen, läuft höchstwahrscheinlich auch das installierte System problemlos.

Alles lässt sich in einem Livesystem jedoch nicht ausprobieren: Wenn ein Drucker nicht automatisch erkannt wird und er zusätzliche Software benötigt, müssten Sie diese im Livesystem installieren. Möglich ist das zwar, aber genauere Tests erfordern in der Regel einen Neustart des Systems – und dabei gehen alle Änderungen im Livesystem verloren. Das Gleiche gilt auch für die Installation von optimierten Treibern für die Grafikkarte.

Lese-Tipp: Linux - So finalisieren Sie die Hardware- und Sprachunterstützung von Linux

Wenn Linux Mint 18 keinen Desktop zeigt, wählen Sie im Bootmenü den Eintrag „Start in compatibility mode“.
Vergrößern Wenn Linux Mint 18 keinen Desktop zeigt, wählen Sie im Bootmenü den Eintrag „Start in compatibility mode“.

Spezielle Bootoptionen von Linux für Problemfälle

Linux ist so konfiguriert, das es vom Installationsmedium auf den meisten PCs und Notebooks problemlos mit den Standardeinstellungen startet. Sollte das nicht funktionieren, weil etwa das Bios oder die Grafikkarte Schwierigkeiten verursachen, lässt sich das meist über Bootoptionen beheben. Sobald Sie nach dem Start des Livesystems eine Meldung wie „Automatic boot in 10 seconds“ sehen, drücken Sie eine beliebige Taste. Wählen Sie den Menüeintrag „Start in compatibility mode“ (Kompatibilitätsmodus). Wenn danach der Desktop erscheint, ließ sich das Problem erfolgreich umgehen.

Um das Problem weiter einzugrenzen, booten Sie das Linux-Livesystem erneut und gehen auf „Start in compatibility mode“. Drücken Sie die Tab-Taste. Sie sehen eine Zeile mit Optionen für den Linux-Kernel. „nomodeset“ sorgt dafür, dass die Grafikmodi vom Kernel gesteuert werden, nicht vom Treiber des X-Servers für die Grafikkarte. Zusammen mit „xforcevesa“ kann das Darstellungsprobleme bei einigen Grafikchips beheben. Das reduziert allerdings die Grafikleistung, und manchmal lässt sich nicht die optimale Bildschirmauflösung einstellen. Nach der Installation des Systems und eines optimierten Treibers sind diese Bootoptionen in der Regel nicht mehr erforderlich.

Die Optionen „noapic“, „noacpi“ und „irqpoll“ wirken sich auf die Behandlung von Hardwareinterrupts durch den Kernel aus. Sind sie vorhanden, werden einige Funktionen zur automatischen Erkennung abgeschaltet, was Abstürze vermeiden kann. Die Angabe „b43.blacklist=yes“ unterbindet das automatische Laden eines Broadcom-WLAN-Treibers, der für Fehlfunktionen bekannt ist. Es gibt noch weitere Bootoptionen, die Sie selbst eintragen können. Eine Beschreibung finden Sie hier . Beachten Sie, dass im Bootmenü das Tastaturlayout „United States“ gilt. Eine Abbildung mit der Tastenbelegung finden Sie in diesem Bild .

Bei einem installierten System funktionieren die gleichen Optionen. Wenn das Grub-Bootmenü nicht zu sehen ist, drücken Sie die Esc-Taste mehrfach kurz nach dem Einschalten des PCs. Im Bootmenü gehen Sie auf den Standardeintrag und drücken die Taste E, um in den Editormodus zu wechseln. Tragen Sie die gewünschten Werte in die Zeile ein, die mit „linux“ beginnt. Auch Grub verwendet das Tastaturlayout „United States“ . Die Änderungen werden jedoch nicht dauerhaft gespeichert. Sollten sie für den reibungslosen Systemstart erforderlich sein, tragen Sie die Parameter in die Datei „/etc/default/grub“ hinter „GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT“ ein und übernehmen die Änderungen mit diesem Terminalbefehl:

sudo update-grub

Hinweis: Wenn der Kompatibilitätsmodus oder zusätzliche Optionen für den Start des Livesystems erforderlich sind, ist Linux auf dem Gerät im Prinzip lauffähig. Sie müssen sich aber auf Einschränkungen einstellen, etwa eine unzureichende Qualität der Bildschirmdarstellung oder bei Notebooks auf eine erhöhte Leistungsaufnahme oder unzureichende Kühlung. Bis auf wenige Ausnahmen lassen sich diese Probleme fast immer beheben. Da sie jedoch nur bei genau der von Ihnen verwendeten Hardware auftreten, finden Sie die passende Lösung erst nach intensiver Suche im Internet.

Über „Systemverwaltung -> Treiberverwaltung“ installieren Sie den Herstellertreiber für Ihre Grafikkarte.
Vergrößern Über „Systemverwaltung -> Treiberverwaltung“ installieren Sie den Herstellertreiber für Ihre Grafikkarte.

Tuning für die Grafikkarte

Linux verwendet nach der Installation standardmäßig einen Open-Source-Treiber für die Grafikkarte. Für Office-Anwendungen und Webbrowser ist das ausreichend. Wenn es jedoch bei der Videowiedergabe ruckelt oder ein Spiel nicht die volle Auflösung zeigt, sollten Sie prüfen, ob ein besserer Treiber verfügbar ist. Dazu gehen Sie im Menü auf „Systemverwaltung -> Treiberverwaltung“. Vor allem bei Grafikadaptern von Nvidia oder AMD werden teilweise mehrere Treiber angeboten. Wählen Sie immer den Eintrag mit dem Zusatz „empfohlen“ und klicken Sie auf „Änderungen anwenden“.

Alles andere ist als experimentell anzusehen und kann dazu führen, dass der Bildschirm schwarz bleibt. Wer – auf eigene Gefahr – aktuellere Treiber verwenden will, kann diese aus zusätzliche Paketquellen installieren (-> Kasten „Nvidia-Grafikkarten: Aktuellere Treiber“).

Jüngere Notebooks sind häufig mit Hybridgrafik ausgestattet. Standardmäßig sollte hier der stromsparende Grafikchip des Intel-Prozessors aktiv sein. Dadurch sinkt die Leistungsaufnahme und der Akku hält länger durch. Voraussetzung dafür ist, dass Sie den Nvidia-Treiber über die Treiberverwaltung installiert haben. Gehen Sie im Menü auf „Systemverwaltung -> Nvidia X Server Settings“ und dann auf „PRIME Profiles“. Aktivieren Sie die Option „Intel (Power Saving Mode)“ und bestätigen Sie mit dem root-Passwort. Danach melden Sie sich ab und wieder an. Für höhere Geschwindigkeit schalten Sie auf dem gleichen Weg wieder auf den Nvidia-Adapter um, indem Sie die Option „NVIDIA (Performance Mode)“ aktivieren.

Bei Notebooks mit Hybridgrafik können Sie den Intel-Grafikadapter aktivieren. Der Akku hält dann länger durch.
Vergrößern Bei Notebooks mit Hybridgrafik können Sie den Intel-Grafikadapter aktivieren. Der Akku hält dann länger durch.

Nvidia-Grafikkarten: Aktuellere Treiber

Die Treiber für Grafikchipsätze von Nvidia sind bei Desktop-Linux relativ aktuell. Einen neueren Treiber vom Hersteller sollten Sie nur dann installieren, wenn Ihre Grafikkarte nicht optimal unterstützt wird oder Sie mehr Leistung für Spiele benötigen. Bei Treibern, die nicht von den Distributionsentwicklern geprüft wurden, besteht immer die Gefahr von Fehlfunktionen.

Nvidia bietet selbst Treiberpakete im Downloadbereich von www.nvidia.com an. Die Installation ist aber nur für sehr erfahrene Benutzer empfehlenswert. Besser geeignet ist ein PPA (Personal Package Archiv), das Sie über folgende Terminalbefehle einbinden:

sudo add-apt-repository ppa:graphics-drivers/ppa
sudo apt update

Anschließend gehen Sie im Menü auf „Systemverwaltung -> Treiberverwaltung“. Hier stehen dann die neuesten Treiber aus dem PPA zur Auswahl bereit.

Drucker und Scanner einrichten

Druckereinstellungen: Über „Systemeinstellungen -> Drucker“ fügen Sie neue Drucker hinzu oder konfigurieren einen bereits vorhandenen Drucker.
Vergrößern Druckereinstellungen: Über „Systemeinstellungen -> Drucker“ fügen Sie neue Drucker hinzu oder konfigurieren einen bereits vorhandenen Drucker.

Linux erkennt viele Drucker am USB-Anschluss automatisch, zusätzliche Treiber sind meist nicht nötig. Netzwerkdrucker lassen sich unter Linux ebenfalls nutzen. Die Ansteuerung von Druckern erfolgt über das Cups-Drucksystem, das unabhängig vom Linux-Kernel arbeitet. Zur Konfiguration suchen Sie bei Ubuntu im Dash oder bei Linux Mint im Startmenü nach „Drucker“ und klicken auf „Hinzufügen“. Der erkannte Drucker wird in der Liste angezeigt. Klicken Sie ihn an und dann auf die Schaltfläche „Vor“. Folgen Sie den weiteren Anweisungen des Assistenten. Sollte kein Treiber für das Druckermodell vorinstalliert, aber ein Herstellertreiber verfügbar sein, bietet der Assistent Download und Installation an.

Unter „Geräte -> Netzwerkdrucker“ tauchen Drucker automatisch auf, die über eine eigene Netzwerkschnittstelle verfügen. Auch hier hilft Ihnen der Assistent bei der Treibereinrichtung. Ist der Drucker an einem Linux- oder Windows-PC angeschlossen und im Netzwerk freigegeben, gehen Sie auf „Windows-Drucker via SAMBA“, klicken auf „Auswählen“ und wählen den gewünschten Drucker. Der Rest läuft ab wie bei der Installation eines lokal angeschlossenen Druckers.

Treiber vom Hersteller: Taucht der Drucker nicht in der Liste auf, benötigen Sie einen Herstellertreiber. Diesen finden Sie über eine Suche im Downloadbereich des Herstellers etwa bei Epson, HP, Brother oder Canon. Über die Herstellertreiber lassen sich meist mehr Funktionen ansprechen als über den Linux-Standardtreiber. Installation und Anpassung sind bei jedem Treiber unterschiedlich, weshalb wir auf die ausführlichen Anleitungen von http://wiki.ubuntuusers.de/Drucker verweisen und nur ein Beispiel für Epson-Produkte liefern:

Epson-Treiber finden Sie hier . Tippen Sie den Produktnamen des Epson-Druckers, Scanners oder Multifunktionsgerätes ein. Wir verwenden als Beispiel „XP-225“ (Drucker/Scanner-Kombi). Unter Betriebssystem wählen Sie „Linux“. Nach einem Klick auf die Schaltfläche mit dem Lupensymbol sehen Sie eine Seite, die drei Downloads anbietet. Klicken Sie bei „ESC/P-R Driver (generic driver)“ und „Epson Printer Utility“ jeweils auf „Download“ und dann unten auf der Seite auf „Accept“. Sie sehen dann Downloadlinks für RPM-Pakte (Fedora, Open Suse) und DEB-Pakete (Ubuntu, Linux Mint). Für unser 64-Bit-Ubuntu-System laden wir die Dateien „epson-inkjet-printerescpr_ 1.6.13-1lsb3.2_amd64.deb“ und „epson-printer-utility_1.0.2- 1lsb3.2_amd64.deb“ herunter. Auf der Downloadseite für den Scannertreiber finden Sie nach einem Klick auf „Accept“ zunächst nur eine englischsprachige Anleitung im PDF-Format. Klicken Sie auf „Package Download Page“ und laden Sie das Treiber- und Softwarepaket herunter, für Ubuntu beispielsweise die Datei „iscan-bundle- 1.0.4.x64.deb.tar.gz“.

Die beiden DEB-Dateien installieren Sie einfach per Doppelklick im Dateimanager. „iscan-bundle-1.0.4.x64.deb.tar.gz“ entpacken Sie über den Kontextmenüpunkt „Hier entpacken“. Öffnen Sie ein Terminal und wechseln Sie mit cd in das Verzeichnis, in das Sie die Datei entpackt haben. Tippen Sie folgenden Befehl ein:

sudo ./install.sh  

Richten Sie dann den Drucker wie oben beschrieben ein. Für den Scanner verwenden Sie das Programm Simple Scan oder für mehr Funktionen das Epson-Tool Image Scan for Linux.

Wenn Sie das Epson-Gerät nicht per USB, sondern über das Netzwerk ansprechen, findet Image Scan for Linux den Scanner nicht. Um das zu ändern, öffnen Sie die Konfigurationsdatei in einem Editor, etwa vom Terminalfenster aus mittels

sudo gedit /etc/sane.d/epkowa.conf  

In der Datei gibt es einen Beispielabschnitt für die Netzwerkkonfiguration. Hier fügen Sie folgende Zeile ein:

net [IP-Adresse]  

Den Platzhalter „[IP-Adresse]“ ersetzen Sie durch die tatsächliche IP-Nummer des Epson-Gerätes.

Tipp: Scanner funktionieren unter Linux teilweise auch ohne spezielle Treiber. Bei Ubuntu und Linux Mint sind die dafür nötigen Pakete „libsane“ und „simple-scan“ bereits vorinstalliert. Beim Start erkennt simple-scan den Scanner automatisch. Wenn nicht, finden Sie über http://wiki.ubuntuusers.de/Scanner Informationen zu Download und Installation der erforderlichen Treiber.

Auch interessant: Linux Mint - Gratis-Software simpel installieren

USB-Massenspeicher und Eingabegeräte

USB-Laufwerke: USBFestplatten und Sticks benötigen keinen Treiber und werden von Linux sofort erkannt. Nur für exFAT-Partitionen ist ein zusätzlicher Treiber erforderlich.
Vergrößern USB-Laufwerke: USBFestplatten und Sticks benötigen keinen Treiber und werden von Linux sofort erkannt. Nur für exFAT-Partitionen ist ein zusätzlicher Treiber erforderlich.

Einige Peripheriegeräte benötigen keinen Treiber oder geben sich mit einem Standardtreiber zufrieden. Dazu gehören Standardtastaturen und Mäuse, USB-Hubs sowie USB-Sticks und USB-Festplatten. USB-Laufwerke binden aktuelle Linux-Systeme automatisch in das Dateisystem ein und Sie können über den Dateimanager darauf zugreifen. Standardmäßig werden Partitionen unterstützt, die mit den Dateisystemen FAT, FAT32, NTFS, Ext2, Ext3 oder Ext4 formatiert sind. Manche USB-Sticks und SD-Karten sind mit dem Dateisystem exFAT formatiert. Damit sie sich unter Linux nutzen lassen, installieren Sie zusätzliche Pakete – beispielsweise unter Ubuntu oder Linux Mint in einem Terminalfenster:

sudo apt-get install exfat-fuse exfat-utils  

Interne oder per USB angeschlossene SD-Kartenleser lassen sich oft nur über einen Treiber ansprechen. Achten Sie bei Kauf darauf, dass in der Beschreibung „Linux“ bei den unterstützten Betriebssystemen auftaucht. Manchmal ist hier beispielsweise „Linux Kernel 2.4 und 3.5“ oder „Redhat Linux“ zu finden. Eine Garantie dafür, dass das Gerät dann unter jedem Linux läuft, gibt es nicht. Mehr Klarheit bringt nur eine Recherche im Internet. Oder Sie befragen beispielsweise bei Amazon andere Linux-Nutzer direkt nach ihren Erfahrungen.

Tastaturen und Mäuse mit USB-Anschluss sollten unter Linux anstandslos funktionieren. Das gilt jedoch nur, wenn diese sich an die Standards halten. Bei einigen Tastaturen gibt es Zusatztasten für die Multimedia-Steuerung und eine Tastaturbeleuchtung. Die Zusatztasten können teilweise funktionieren, etwa für „Laut/Leise“ oder „Stummschalten“, die Tastaturbeleuchtung lässt sich meist nicht regeln, wenn diese per Software erfolgt. Welche Lösungen es dafür gibt, lesen Sie im Kasten „Sonderfunktionen bei Tastaturen nutzen“.

Peripherie für den TV-Empfang

TV-Empfänger: DVB-Sticks funktionieren nur mit passendem Treiber und einer Firmwaredatei. IPTV-Server benötigen hingegen nur einen Netzwerkzugang und keinen Treiber.
Vergrößern TV-Empfänger: DVB-Sticks funktionieren nur mit passendem Treiber und einer Firmwaredatei. IPTV-Server benötigen hingegen nur einen Netzwerkzugang und keinen Treiber.

Fernsehen am PC oder Notebook ist über DVB-S (Satellit), DVB-C (Kabel) oder DVB-T2 (Antenne) möglich. Für alle Empfangsarten gibt es USB-TVSticks, die aber unter Linux nicht immer problemlos funktionieren. Das liegt an der teilweise unüberschaubaren Menge der verwendeten Komponenten. So können beispielsweise DVB-T2-Sticks mit der gleichen Modellbezeichnung je nach Herstellungsdatum eine andere Kombination von Chipsatz und TV-Tuner enthalten. Dazu kommen dann mehrere Firmwarevarianten, die der Treiber in das Gerät laden muss.

Was bei den Händlern gerade im Regal liegt oder beim Discounter für ein paar Euro zum Mitnehmen verleitet, läuft in den seltensten Fällen unter Linux. Wenn Sie dagegen bereits einen älteren DVB-Stick besitzen, stehen die Chancen gut, diesen auch unter Linux zur Zusammenarbeit zu bewegen. Die Linux-Community hatte dann genügend Zeit, einen Treiber zu entwickeln. Informationen zu unterstützten Geräten finden Sie beispielsweise hier oder hier .

Als Software für den digitalen Fernsehempfang installieren Sie beispielsweise Kaffeine. Gehen Sie zuerst im Menü auf „Fernsehen -> Configure Television -> Allgemeine Einstellungen“ und klicken Sie auf „Suchlaufdaten über Internet aktualisieren“. Auf der Registerkarte „Gerät 1“ stellen Sie beispielsweise für DVB-S unter „Einstellungen für LNB 1“ den gewünschten Satelliten ein und bestätigen mit „OK“. Gehen Sie dann auf „Fernsehen -> Kanäle“ und klicken Sie auf „Suchlauf starten“.

IPTV-Server als Alternative: IPTV-Server benötigen keine Treiber und arbeiten daher mit jedem Betriebssystem. Die DVB-Tuner stecken in einem externen Gerät und das TV- und Radioprogramm wird über das Netzwerk ausgeliefert.

Für die Wiedergabe benötigen Sie nur einen Mediaplayer. Passende Hardware gibt es vor allem für Satellitenanlagen. Informationen dazu finden Sie auf http://www.satip.info . Aber auch wenn der Standard „SAT>IP“ heißt, lässt sich die Technik ebenfalls für DVB-C und DVB-T2 einsetzen. Von AVM beispielsweise gibt es den Fritz WLAN-Repeater DVB-C (etwa 85 Euro) mit zwei DVB-C-Tunern und von Digital Devices den Octopus NET V2 C2T2I/4 (etwa 299 Euro) mit zwei Twin-Tunern, die wahlweise DVB-C2 oder DVB-T2 beherrschen.

Die Inbetriebnahme der IPTV-Server ist einfach. Über die Weboberfläche der Geräte führen Sie eine Kanalsuche durch. Danach können Sie eine Playlist im M3U-Format herunterladen und im VLC Media Player unter Linux öffnen. Per Klick auf das gewünschte Programm in der Playlist schalten Sie zu einem anderen Kanal.

Hardware analysieren

Wenn ein USB-Peripheriegerät unter Linux nicht funktioniert, ermitteln Sie zuerst, um was für ein Gerät es sich genau handelt. Dazu starten Sie in einem Terminalfenster

lsusb  

Hängen Sie den Parameter „-v“ an, um ausführlichere Informationen zu erhalten. Notieren Sie sich die Geräte-ID, beispielsweise „0ccd:008e“ (DVBStick Terratec Cinergy HTC USB XS HD). Mit der ermittelten USB-ID füttern Sie eine Suchmaschine, um weitere Informationen einzuholen. Trennen Sie das USB-Gerät vom PC und stecken Sie es erneut ein. In einem Terminalfenster führen Sie dann diesen Befehl aus:

dmesg  

Scrollen Sie im Fenster etwas nach oben, um alle Meldungen zu sehen, die entstanden sind, nachdem Sie das Gerät verbunden haben. Bei unserem Beispielgerät werden Sie feststellen, dass es richtig erkannt wurde, der passende Treiber also vorhanden ist. Es gibt jedoch die Fehlermeldung „Could not load firmware file dvb-usb-terratec- htc-stick-drxk.fw“. Eine Internetsuche nach der Firmwaredatei führt dann zu einer Github-Seite der Kodi-Distribution Open Elec , über die Sie die Datei herunterladen und nach „/lib/firmware“ kopieren. Trennen und verbinden Sie den DVB-Stick erneut. Das Gerät ist jetzt einsatzbereit und lässt sich mit Kaffeine nutzen.

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