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So beseitigen Sie die meisten WLAN-Probleme

29.09.2017 | 09:10 Uhr |

Mieser Empfang, volles Frequenzband, hängende Router, vergessene Passwörter: Bequem sind Drahtlosnetze zwar, aber es gibt immer wieder Pannen und Aussetzer, die den Betrieb des Funknetzes verleiden.

Schlechter Empfang: Externe WLAN-Adapter

Die Aluminium-und Magnesium-Gehäuse von Notebooks und Ultrabooks sehen zwar elegant aus, wirken auf die internen WLAN-Antennen aber als Abschirmung. Günstige, externe WLAN-Adapter, per USB angeschlossen, bringen deutliche Leistungssteigerungen im Drahtlosnetzwerk. Noch besser: Verwenden Sie ein USB-Anschlusskabel von einem bis zwei Metern Länge, um den externen WLAN-Adapter unabhängig vom Notebook ausrichten zu können und damit oft ausschlaggebende dBm an Signalstärke herauszuholen. Ein externer Adapter erlaubt außerdem die Aufrüstung des Clients auf das 5-GHz-Frequenzband von 802.11n/ac, falls der WLAN-Router diesen Standard anbietet.

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© AVM Deutschland

Bremsen lösen: So optimieren Sie Ihr WLAN-Tempo

Anmeldung scheitert: Systematischer Check

Wenn die Verbindungsaufnahme scheitert, dann suchen Sie den Fehler systematisch:

1. Kontrollieren Sie Hardware-seitig, ob die notwendigen Voraussetzungen für WLAN existieren. Der Router oder Access Point muss aktiv sein und dort das WLAN aktiv, was in der Regel durch eine leuchtende oder blinkende WLAN-LED signalisiert wird. Auf Client-Seite muss ebenfalls klar sein, dass das zugreifende Gerät die Hardware dafür besitzt und diese aktiv ist. Insbesondere bei Notebooks lässt sich das WLAN-Modul durch einen oft übersehenen Schalter und oder eine Funktionstaste ein- und ausschalten.

Ob der Treiber für den Funknetzwerkadapter installiert ist, erfahren Sie im Gerätemanager – am schnellsten über die Tastenkombination Strg-Pause und „Geräte-Manager“. Kontrollieren Sie hier, ob die WLAN-Hardware unter „Netzwerkadapter“ auftaucht. Ist das nicht der Fall oder ist der Eintrag mit Ausrufezeichen markiert, fehlt der Treiber. Den gibt es entweder auf der mitgelieferten Original-CD/DVD oder auf der Website des betreffenden Herstellers zum Download.

2. Wird das gesuchte WLAN in der Funknetzliste des zugreifenden Geräts angezeigt? Falls nicht, gibt es dafür zwei Gründe: Entweder das Funknetz ist im Router noch gar nicht (nicht mehr?) eingerichtet oder es ist absichtlich „unsichtbar“ konfiguriert.

Beides können Sie in der Konfigurationsoberfläche des Routers ändern – etwa in der Fritzbox unter „WLAN -> Funknetz“. Ein unsichtbares WLAN wird zwar nicht angezeigt, Sie können sich aber leicht verbinden, wenn Sie dessen Namen kennen (SSID). Unter Windows tragen Sie das Netz via „Netzwerk- und Freigabecenter -> Drahtlosnetzwerke verwalten -> Hinzufügen“ einfach manuell ein.

3. In den meisten Fällen scheitert eine Anmeldung einfach dadurch, dass das WLAN-Passwort falsch eingegeben wurde. Ein unpassendes Tastaturlayout oder eine aktivierte Feststelltaste sind neben schlichtem Vertippen die häufigsten Gründe.

4. Enthält das Passwort Sonderzeichen? In seltenen Fällen kommt es vor, dass die Firmware eines Routers oder eines Geräts bestimmte Ascii-Zeichen nicht unterstützt. Wer sichergehen will, vermeidet bei der Einrichtung des WLANs im Router alle Formen von Klammern, das Dollar-, Prozent-, Ausrufezeichen sowie Schrägstriche.

5. Wenn ein PC, Notebook oder Smartphone nicht ins WLAN kommt, dann testen Sie den Zugang immer mit einem zweiten Gerät. Oft ist die WLAN-Konfiguration in Ordnung, aber die Signalstärke reicht bei dem problematischen Client nicht für die Anmeldung.

6. Um den Router und dessen Funksender als Fehlerquelle auszuschließen, hilft ein alternativer Hotspot. Ein Smartphone oder Tablet mit Android genügt, denn Hotspot-Fähigkeiten bietet Android bereits seit Version 2.2. Gehen Sie in Android auf „Einstellungen -> Drahtlos & Netzwerke“. Einer der Unterpunkte lautet „Tethering und mobiler Hotspot“. Auch bei Apple-Geräten können Sie einen „persönlichen Hotspot“ in den Netzwerkeinstellungen konfigurieren. Wichtig ist, WPA2- Verschlüsselung (WPA2 Personal) für realistische Testbedingungen zu wählen.

7. Unterstützt der Client-PC den gewählten Funkstandard? Bei Routern mit Dual-Band (fünf GHz und 2,4 GHz) sollten Sie im Einstellungsmenü überprüfen, dass dort 2,4 GHz nicht versehentlich abgeschaltet wurde.

8. Verhindert ein MAC-Filter auf dem Router den Zugang für neue Geräte? Sehen Sie in den WLAN-Sicherheitseinstellungen des Konfigurationsmenüs nach, ob eine Liste für erlaubte MAC-Adressen neue Clients ausschließt.

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WLAN-Adapter: Windows will nicht

Ist der WLAN-Adapter unter Windows nicht auffindbar oder zeigt keine Reaktion, dann überprüfen Sie, ob das Funkmodul überhaupt eingeschaltet ist. Insbesondere bei Notebooks lässt sich das WLAN-Modul durch einen oft übersehenen Schalter und oder eine Funktionstaste ein-und ausschalten. Ob der Treiber für den Netzwerkadapter richtig installiert ist, erfahren Sie im Gerätemanager – am schnellsten über Strg-Pause und den Link „Geräte-Manager“. Kontrollieren Sie hier, ob die Hardware unter „Netzwerkadapter“ auftaucht. Tut sie das nicht oder ist der Eintrag mit Ausrufezeichen markiert, müssen Sie den Treiber installieren – entweder von der Original-DVD oder nach dem Download von der Hersteller-Website.

Knappe Kanalauswahl: 2,4 GHz richtig nutzen

Im urbanen Umfeld sind freie Kanäle im 2,4-GHz-Band für 802.11b/g/n knapp. Die Faustregel ist, zu fremden WLANs mindestens fünf Kanäle Abstand zu halten. Funkt also beispielsweise ein WLAN auf Kanal 1, sollte Ihr Router Kanal 6 benutzen – falls dieser belegt ist, Kanal 11. In Europa sind auch die Kanäle 1, 7 und 13 möglich, wobei aber auch in Deutschland vereinzelt WLAN-fähige Geräte verkauft werden, die über Kanal 11 nicht hinauskommen. In Mehrfamilienhäusern drängeln sich oft so viele WLANs auf den Kanälen, dass ein idealer Frequenzabstand nicht möglich ist. Dann sollten Sie das eigene WLAN auf den gleichen Kanal legen wie das nächste, fremde WLAN mit dem stärksten Signal. Denn hier greift die Koordinationsfunktion „Distributed Coordination Function“ (DCF) moderner Router immer noch besser als bei überlappenden, interferierenden Kanälen. Einen guten Überblick über alle Netzwerke in Reichweite bietet die Freeware Wireless Netview .

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Funkkanal: Vorsicht im 5-GHz-WLAN

Damit Sie über 5 Ghz ein WLAN-Netzwerk aufbauen können, müssen alle Geräte, die an dieser Verbindung teilnehmen sollen, diese Frequenz beherrschen – also Router und WLAN-Adapter. Auch wenn das zutrifft, kann keine Verbindung zwischen Router und Client zustandekommen, falls der Router DFS (Dynamic Frequency Selection) beherrscht wie die Fritzbox 7390 oder 7490. Denn diese Router können über 5 GHz alle 19 möglichen Übertragungskanäle nutzen – von 36 bis 140. Sie wählt automatisch den am wenigsten belasteten Kanal für die Übertragung aus. Allerdings muss auch die Gegenstelle auf diesem Kanal funken können – und das ist bei wenigen WLAN-Geräten der Fall.

Viele Router und Adapter unterstützen nur die vier Kanäle 36, 40, 44, 48. Bekommen Sie also in einem 5-GHz-WLAN keine Verbindung zur Fritzbox, sollten Sie im Router-Menü prüfen, auf welchem Kanal sie funkt. Das sehen Sie in einem Diagramm, das Sie unter WLAN -> Funkkanal -> WLAN-Umgebung finden, wenn Sie den Reiter „5-GHz-Band“ wählen. Ist es ein höherer Kanal als 48, findet der Adapter den Router nicht, weil er über diesen Kanal nicht funken kann. Sie müssen also die Fritzbox dazu zwingen, auf einem Kanal zwischen 36 und 48 zu senden – auch wenn das geringeres Tempo aufgrund höherer Störsignale bedeuten kann. Dazu markieren Sie bei WLAN -> Funkkanal den Eintrag „Funkkanal-Einstellungen anpassen“. Anschließend können Sie im Dropdown-Menü bei „5-GHz-Frequenzband -> Funkkanal“ einen passenden Kanal fest einstellen.

Router oder Access Point: Idealen Aufstellort finden

Wände, Türen und Möbel beeinträchtigen das elektrische Feld von Funknetzen. Es lohnt sich, Router und Access Points versuchsweise anders auszurichten und zu verschieben, da oft auch kleine Änderungen große Wirkung zeigen. Messen Sie währenddessen auf einem mobilen Notebook die Signalstärke. Dazu eignet sich das bereits genannte Wireless Netview . Das Tool zeigt neben der durchschnittlichen Signalstärke immer auch die momentane Signalstärke. Somit ist es gut geeignet, um mit dem Notebook durch Büro oder Wohnung zu wandern.

Die Stabantennen an WLAN-Routern arbeiten als omnidirektionale Antennen. Es handelt sich um Rundstrahler, die auf den horizontalen Achsen in alle Richtungen die gleiche Sendeleistung abgeben. Weniger gut „ausgeleuchtet“ bleibt bei dieser Antennenform die vertikale Achse. Diese Antennen versorgen daher ein ebenes Stockwerk ganz gut, aber nicht Keller oder ein Obergeschoss in Einfamilienhäusern. Die Neigung einer der Antennen kann daher große Auswirkungen auf die Signalqualität haben, und es lohnt sich der Versuch mit unterschiedlichen Winkeln der verstellbaren Antennen, wenn ein erster oder zweiter Stock abgedeckt werden sollen.

Einige WLAN-Router können die Sendeleistung in Prozentschritten oder in Milliwatt (mW) anpassen. Wenn Clients in einer Ecke der Wohnung keine Verbindung bekommen, dann ist eventuell gerade eine zu große Sendeleistung das Problem.

Ein hoher Pegel bedeutet nicht automatisch besseren Empfang – im Gegenteil: Die Interferenzen verstärken sich ebenfalls und die Signalqualität kann dann sogar schlechter sein als bei geringerer Sendeleistung. Überprüfen Sie, falls vorhanden, die Router-Einstellungen zur Sendeleistung und regeln Sie diese testweise herunter.

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Router: Admin-Zugriff im Notfall

Wie lautete das Passwort für die Administrationsoberfläche des WLAN-Routers? Damit wieder das Standardpasswort des Herstellers funktioniert, ist ein vollständiges Zurücksetzen der Router-Konfiguration nötig. Dazu müssen Sie bei den meisten Routern, ausgenommen der Fritzbox, den im Szene-Jargon „30/30/30-Reset“ genannten Kaltstart durchführen:

1. Sie schalten den Router ein und drücken 30 Sekunden lang die Reset-Taste auf der Rückseite. Bei vielen Geräten ist ein spitzer Gegenstand nötig, da der Schalter im Gehäuse versenkt ist.

2. Bei gedrückter Reset-Taste trennt man das Gerät vom Strom und hält die Reset-Taste für weitere 30 Sekunden.

3. Bei weiter gedrückter Reset-Taste stecken Sie das Gerät wieder an das Stromnetz. Nach weiteren 30 Sekunden lassen Sie die Reset-Taste schließlich los.

Router von Asus schalten nach diesem Reset erst in einen Recovery-Modus. Nach Schritt 3 trennen Sie Asus-Router deshalb nochmals von der Stromversorgung und schließen sie erst nach einigen Sekunden wieder an.

Die AVM Fritzbox kann Ihnen einen Zugangs-Link zusenden, falls Ihre Mailadresse in der Router-Konfiguration hinterlegt ist. Klicken Sie dazu auf der Weboberfläche auf „Kennwort vergessen?“ unterhalb der Kennwortabfrage und dann auf „Push Service Mail senden“. Ist keine Mailadresse hinterlegt, müssen Sie auch hier alles zurücksetzen. Das gelingt innerhalb der ersten zehn Minuten nach dem Start der Fritzbox auf der Weboberfläche über „Kennwort vergessen? -> „Werkseinstellungen wiederherstellen“.

Nach einem Router-Reset müssen Sie einen PC per Ethernet-Kabel mit dem Router verbinden, damit der PC per DCHP eine IP-Adresse bekommt. Danach erreichen Sie im Browser mit der IP-Adresse die Router-Konfiguration.

Die IP-Adresse des Routers wiederum erhalten Sie mit der Eingabecmd /k ipconfig im Ausführen-Dialog (Tastenkombination Win-R). Ipconfig meldet die Router-IP neben „Standardgateway“. Die bekannten Log-ins der werksseitigen Standardzugänge von Routern sind auf der Webseite www.routerpasswords.com zusammengetragen.

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