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Smart Home: Marktentwicklung im Jahr 2020

03.02.2020 | 14:47 Uhr | Tillmann Braun

Smart-Home-Lösungen werden in Deutschland immer beliebter. Experten gehen davon aus, dass der Umsatz im Smart-Home-Markt 2020 auf über 4,2 Milliarden Euro wachsen wird.

Besonders gefragt dürften auch 2020 wieder Geräte sein, die sich per Sprache steuern und über Herstellergrenzen hinweg vernetzen lassen. Laut Statista wird die Anzahl der Smart Homes in Deutschland in diesem Jahr auf 7,8 Millionen steigen. Das entspräche einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von über 21 Prozent.

Für die Hersteller wird der Smart-Home-Markt also immer lukrativer. Insgesamt dürfen sich die Unternehmen über ein Umsatzwachstum von 17 Prozent freuen, wenn die Prognose zutrifft, dass der Markt in Deutschland im laufenden Jahr auf 4,27 Milliarden Euro steigen wird.

Die weitere Zukunft sieht sogar noch rosiger aus. So soll die Penetrationsrate, die 2020 bei 20 Prozent liegen wird, sich in den nächsten vier Jahren auf über 36 Prozent erhöhen.

KI dürfte bei Smart Speakern über Marktanteile entscheiden

Ein weltweiter Trend ist, dass sich die Smart Homes immer häufiger per Sprachbefehle steuern lassen, was auch an der steigenden Beliebtheit smarter Lautsprecher liegt. Allein im dritten Quartal des letzten Jahres verkaufte Amazon weltweit mehr als 10 Millionen seiner smarten Lautsprecher und steigerte den eigenen Marktanteil damit auf über 36 Prozent.

Eine Garantie für Erfolg gibt es aber auch bei smarten Lautsprechern nicht. Lag Google im Jahr 2018 mit Google Home nahezu auf Augenhöhe mit Amazons Echo, verkaufte Amazon im dritten Quartal bereits dreimal so viele Smart Speaker wie die Konkurrenz aus Mountain View.

Wer 2020 zu den Gewinnern gehört und wer Federn lassen wird, dürfte mit davon abhängen, wie stark sich die Sprachassistenten und die zugrundeliegende Technologie weiterentwickeln werden. Bislang sind die Endgeräte selbst nicht besonders smart. Vielmehr sind die sogenannten Smart Speaker auf eine Verbindung zur Cloud angewiesen, wo die Sprachbefehle mittels Künstlicher Intelligenz analysiert werden, bevor der Befehl zu einer sinnvollen (oder mitunter auch weniger sinnvollen) Reaktion bzw. Aktion gegeben wird. Der Lautsprecher ist also genau genommen bislang lediglich die Vermittlungsstelle.

2020 dürfte also zu einem Wettrennen zwischen den Herstellern werden, wer seine Lautsprecher unabhängiger von der Cloud machen kann. Womöglich hat Google hier gute Karten, da das Unternehmen bereits im Herbst einen neuen Google Nest Mini-Lautsprecher vorgestellt hat, in dem zum ersten Mal ein KI-Chip integriert ist. Zumindest Basisbefehle könnten also schon bald auch ohne eine Verbindung zum Internet umgesetzt werden.

Hersteller setzen zunehmend auf offene Systeme

Darüber hinaus wird sich 2020 der Trend fortsetzen, dass sich die einzelnen Smart-Home-Produkte unabhängig vom Hersteller ins heimische Smart Home integrieren lassen. Die meisten Anbieter von Smart-Home-Produkten haben offenbar eingesehen, dass sie bei den Kunden mit Insellösungen nicht mehr punkten können. Immer mehr Unternehmen stimmen deshalb ihre Geräte auf die Funktionen von Alexa, Google Assistant & Co ab – oder setzen auf offene Standards.

Noch im ersten Quartal will beispielsweise der Fritzbox-Hersteller AVM neue Smart-Home-Produkte auf den Markt bringen, die den ULE-Standard nutzen. Der Taster Fritz Dect 440 wird verschiedene Schaltmöglichkeiten bieten und kann zudem als externer Temperatursensor dienen. Beim Fritz Dect 500 handelt es sich um eine smarte LED-Lampe für weißes oder auch farbiges Licht. AVM bietet schon länger schaltbare Steckdosen sowie smarte Heizkörperregler an und deckt so mit Strom, Wärme und Licht die Kernfunktionen im Wohnbereich selbst ab.

Da AVM das Han-Fun-Protokoll des ULE-Funkstandards unterstützt, können beispielsweise auch ULE-basierte Smart-Home-Produkte der Deutschen Telekom wie Tür- und Fensterkontakte und Bewegungsmelder ins Fritz-Smart-Home integriert werden.

Neben AVM und der Deutschen Telekom bietet auch Panasonic ULE-basierte Smart-Home-Produkte an, die von der ULE Alliance zertifiziert wurden und somit über Herstellergrenzen hinweg eingesetzt werden können. Ein Vorteil von ULE-Funk ist dabei, dass Sprachbefehle bzw. -nachrichten prinzipiell auch ohne Verbindung zum Internet möglich sind. Schließlich nutzt ULE Dect-Frequenzen wie man sie von der Schnurlostelefonie kennt. Somit ist der Standard prädestiniert für die Nutzung von Sprache im Smart Home. Nicht zuletzt aufgrund seiner Eigenschaften sowie der Markteinführung der neuesten AVM-Produkte dürfte sich die Verbreitung des ULE-Funks in Deutschland 2020 also weiter fortsetzen.

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