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Simulations-Papst Kazunori Yamauchi über die PS5 und Gran Turismo 7

03.03.2020 | 08:05 Uhr |

Star-Designer Kazunori Yamauchi ist heiß auf die Playstation 5: Auf bis zu 240 Bildern pro Sekunde soll der nächste Edel-Simulator von Polyphony Digital in nativem 4K laufen. Der Maestro verspricht die vollendete Form von Gran Turismo und teast schon mal neue Vision-Supercars und Virtual Reality an.

Kazunori Yamauchi ist eine lebende Legende: Ein Mann, der mehr über Autos vergessen hat, als wir je wissen werden. Ein Supercar-Visionär, der sich jetzt wieder für Gran Turismo 7 auf der Playstation 5 mit den besten Designern der Automobil-Branche zusammensetzt, um sie zu designen – die Vision Gran Turismos. Die Supercars der Zukunft, die häufig zuerst das Licht der Welt in Gran Turismo erblicken, bevor sie es auf die Straße schaffen. Supercars wie der Lamborghini Lambo V12 – er sieht mehr aus wie ein vergoldetes Raumschiff als ein Auto. Schon immer setzen die Italiener auf Cockpits, die F16-Kampfjets nachempfunden sind, doch das hier sprengt alle Vorstellungen. Die Motorhaube wird brutal verkürzt und geht direkt in das Renncockpit über, welches komplett im Fluss ist und damit perfekte Aerodynamik garantieren soll. Lamborghini experimentiert gerade mit einem neuartigen Nanomaterial, wodurch die Energie direkt im Karbonbody gespeichert werden kann. 

Auch experimentiert man gerade mit dem renommierten MIT an der nächsten Generation von Elektro-Motoren, die Superkondensatoren sollen die aktuelle Akkutechnologie ablösen, die in erster Linie von Tesla geprägt ist. Während der Lamborghini Lambo V12 auf einem V12-Hybrid-Motor basiert, soll die Generation danach – der Lamborghini Terzo Millenio – mit diesen Supercaps arbeiten, die nicht auf Reichweite getrimmt sind, sondern Speed. Dafür werden die E-Motoren direkt in die Reifen integriert und komplett vernetzt, um die Masse von der Mitte gleichmäßig auf die Außen zu verteilen. So wäre mehr Downforce und Drehmoment drin. Wir würden uns sehr wundern, wenn der Lamborghini Terzo Millenio nicht das Herz von Kazunori Yamauchi erfreuen und es in das nächste Gran Turismo schaffen sollte – ob das GT7 oder Gran Turismo Sport 2 wird, hat der Maestro noch nicht verraten. Ultraspannend ist dieses Supercar auch ob seiner revolutionären Karbon-Technologie: Lamborghini arbeitet aktuell an einer streng geheimen Substanz, die über Mikrokanäle Risse in der Außenhaut automatisch schließen soll. Werden diese Kapillaren verletzt, laufen mehrere Chemikalien zusammen, die ein Gel bilden, welches sich zu einem Polymer verhärtet. Klingt ziemlich nach K.I.T.T. und dem perfekten Lambo für das nächste Gran Turismo, über das Yamauchi kürzlich die ersten Details verriet: 

"Normalerweise spiele ich die alten Editionen von Gran Turismo nicht. Aber seit ich die World Tours mache, bringen die Spieler, oftmals junge Leute GT2 oder GT3 mit – ich meine, wie alt wart ihr denn, als die Spiele erschienen sind? Ich hatte also mehr Gelegenheit, sie zu spielen und war überrascht, wie viel ich vergessen hatte. Das nächste Gran Turismo soll die perfekte Kombination aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden – das vollendete Gran Turismo.“
- Kazunori Yamauchi, President Polyphony Digital 

Yamauchi mit Lamborghinis CEO: Lamborghini schickt seinen Lambo V12 zuerst in Gran Turismo auf die Piste, bevor er in den realen Verkauf geht.
Vergrößern Yamauchi mit Lamborghinis CEO: Lamborghini schickt seinen Lambo V12 zuerst in Gran Turismo auf die Piste, bevor er in den realen Verkauf geht.
© Polyphony Digital

Das klingt sehr nach einem erstarkten Singleplayer-Fokus, der die älteren Teile ausmachte, bevor man sich mit Gran Turismo Sport voll auf Multiplayer und eSports einschoss. Auch zur Technik, 8K und Bildwiederholrate hatte der Maestro einiges zu erzählen. 8K ist für ihn weniger Fokus als brutaler FPS-Speed:

Ich glaube, 4K als Auflösung ist genug. Statt sich nur auf die Schärfe der Auflösung zu konzentrieren, bin ich mehr an Bildgeschwindigkeit interessiert. Statt bei 60 Bildern pro Sekunde zu bleiben, bin ich fasziniert davon, auf 120 oder sogar 240 FPS zu gehen. Ich glaube, das wird die Erfahrung massiv verändern. Bei 60 FPS kann das Display einen gegnerischen Fahrer nur auf fünf Meter genau positionieren, weil die Bildwiederholrate zu gering ist.“

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die nächsten Gran Turismos die Möglichkeit bieten, zwischen einem High-Performance-Modus und 8K zu wechseln, denn Gran Turismo Sport wurde bereits in 8K präsentiert und Mutterfirma Sony dürfte großes Interesse haben, die Flaggschiffe der Playstation-Familie für die Vermarktung seiner neuen 8K-TVs zu nutzen. Samsung, Sony, LG & Co. haben nämlich gerade das Problem, dass Hollywood noch keine Lösung für 8K-Blu-rays gefunden hat. Ein 90-minütiger Film müsste in nativem 8K bei 33 Millionen Pixeln auf einer Zwei-Terrabyte-Festplatte ausgeliefert werden. 5G soll zwar unser Internet bis zu 100 Mal schneller machen, es ist allerdings fraglich, ob wir mit einer Mischung aus Cloud und klassischer SSD wirklich derartige Mengen an Daten speichern können. 

Auf satten 240 FPS bei nativem 4K soll Gran Turismo auf der Playstation 5 laut Yamauchi laufen. 8K findet er interessant, aber nicht zwingend notwendig.
Vergrößern Auf satten 240 FPS bei nativem 4K soll Gran Turismo auf der Playstation 5 laut Yamauchi laufen. 8K findet er interessant, aber nicht zwingend notwendig.
© Polyphony Digital

Gran Turismo Sport können wir bereits voll in Playstation VR genießen, die nächste Gran-Turismo-Generation soll laut Yamauchi deutlich von der enormen Power der Playstation 5 profitieren. Wir hatten bereits enthüllt, dass in der PS5 eine AMD-Ryzen-Zen-2-CPU mit 8-Kernen werkelt, die von einer AMD-Grafikkarte der Navi-Generation befeuert wird. Laut Digital Foundry, den Tech-Kollegen von Eurogamer, soll diese 9,2 Terraflops Leistung liefern, also die doppelte Power der PS4 Pro.

Relevant:  Die Power der Playstation 5 im Detail

Das ist in der Tat spannend für VR, weil Virtual Reality brutal Rechenpower braucht – die Playstation VR ist deshalb rein von der Auflösung und Texturqualität deutlich unter einer Oculus Rift S angesiedelt, was sich mit der Playstation 5 ändern dürfte:

Ich mag Virtual Reality sehr. Ich habe früh an die Technologie und ihre Möglichkeiten geglaubt, und sie ist perfekt für Renn-Spiele geeignet. Der massive Anstieg an Grafikpower erlaubt uns hier ganz neue Möglichkeiten, und ich kann es kaum erwarten, diese zu präsentieren.“

Gran Turismo 7 dürfte der Showcase für den DualShock 5 werden

WIRED-Redakteur Peter Rubin durfte bereits mit dem DualShock5 Gran Turismo spielen und war beeindruckt, wie dieser die Oberflächenbeschaffenheit der Strecke auf die Hände überträgt.
Vergrößern WIRED-Redakteur Peter Rubin durfte bereits mit dem DualShock5 Gran Turismo spielen und war beeindruckt, wie dieser die Oberflächenbeschaffenheit der Strecke auf die Hände überträgt.
© Computer Bild Spiele

Eines der spannendsten Features des neuen Controllers, der wohl DualShock 5 heißen wird, sind adaptive Trigger, die unterschiedliche Widerstandsstufen bieten, damit sich das Schießen mit Pfeil und Bogen etwa echter anfühlt. Sie sollen eine gewisse Spannung spüren, wenn Sie den Pfeil zurückziehen, und ein Sturmgewehr soll sich stark von einer Schrotflinte unterscheiden. Die haptische Rückmeldung ist weitaus leistungsfähiger als die von Spielern gewohnten Rumble-Motoren, die bisher in Gamepads verbaut wurden. Die hoch programmierbaren Schwingspulen-Aktuatoren befinden sich im linken und rechten Griff des Controllers und sollen sich für alle möglichen Arten von Spielen anbieten, optimiert werden sie aber gerade auch für Gran Turismo:

"Das Rennspiel Gran Turismo Sport mit einem PS5-Controller zu spielen, ist ein v ö llig anderes Erlebnis. "Es funktioniert zwar gut mit dem vorherigen Controller, aber es gibt kein Zurück mehr, nachdem du den detaillierten Straßenbelag durch die haptische Steuerung der adaptiven Trigger spürst.“
- Jim Ryan, CEO Sony Interactive Entertainment

So erzählte es Jim Ryan, CEO von Sony Playstation im Gespräch mit Business Insider Japan. Das könnte natürlich PR-Sprech sein, in der Tat bestätigt der WIRED-Redakteur Peter Rubin aber dieses völlig neue Spielgefühl. Er habe deutlich gespürt, wenn er auf Schlamm unterwegs war oder auf Sand. Eis fühlte sich so an, als würden seine Reifen schlittern, und er konnte klar den Unterschied spüren, als er vom Asphalt eines Rundkurses auf dem Grasbett landete.

Bleibt eigentlich nur noch zu sagen: Hey Sony, wollt ihr nicht langsam mal die Playstation 5 in voller Pracht enthüllen?

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