Channel Header
857562

Diebstahl-Schutz für Laptops, Handys & Co.

20.03.2019 | 08:05 Uhr | Arne Arnold

Dinge wie Smartphone, Notebook und USB-Stick gehen schnell verloren oder werden gar geklaut. Mit speziellen Diensten, Einstellungen und Tools schützen Sie Daten und Geräte vor Diebstahl oder machen sie nach einem Verlust wieder auffindbar.

Wer sein Notebook, Smartphone oder mobile Datenträger verloren hat, der bangt meist gleichermaßen um die teure Hardware wie auch seine kostbaren Daten. Damit Sie Ihre Geräte bei einem Verlust im besten Falle einfach wiederfinden, lohnt es sich vorweg, die hier vorgestellten Tools zu aktivieren. Damit Ihre Daten während des Verlusts nicht in falsche Hände gelangt, zeigen wir zudem, wie Sie diese zuverlässig verschlüsseln. Zu Beginn steht allerdings immer eine gute und kontinuierliche Sicherung Ihrer persönlichen Daten. Damit Sie für den Fall, dass Sie Ihr Gerät doch nicht oder nur beschädigt wiedererhalten, zumindest Ihre Daten noch unversehrt in einer Sicherungsdatei vorhanden sind.

Tipp: 9 Apps, die bei Handy-Diebstahl helfen

Unverzichtbares Backup

Unter Windows lassen sich Daten sowie das komplette System auch ohne Zusatzsoftware sichern. Eine ausführliche Schritt-für- Schritt-Anleitung dafür finden Sie hier .

Wer lieber auf eine spezielle Software setzt, sollte sich Acronis True Image ansehen. Das Tool sichert das komplette System in eine Image-Datei oder kopiert nur ausgewählte Ordner in einen Sicherungscontainer. Dabei arbeitet es seit Jahren sehr zuverlässig und auf den meisten Systemen zudem flott.

Ebenso verdienen die Daten Ihres Android-Smartphones ein Backup. Eine ausführliche Anleitung dazu finden Sie hier .

Notebook

www.zentralesfundbuero.com hat zwar nichts mit den städtischen Fundbüros zu tun, kennt aber dennoch rund 100 Millionen verlorene Dinge.
Vergrößern www.zentralesfundbuero.com hat zwar nichts mit den städtischen Fundbüros zu tun, kennt aber dennoch rund 100 Millionen verlorene Dinge.

Einen mobilen Rechner verliert man wegen seiner Größe vielleicht nicht so schnell wie ein Smartphone, dennoch bleiben die Geräte zu Tausenden liegen. Alleine der Webdienst www.zentralesfundbuero.com meldete Anfang Januar 2019 über 311.000 verlorene Laptops. Das Notebook landet übrigens auf Platz 9 der am häufigsten verlorenen Dinge. Auf Platz 1 findet sich das Mobiltelefon. Eine gute Diebstahlsicherung kann sich also lohnen.

Anschließen: Die meisten Notebooks bieten am Gehäuserand eine Schlosshalterung, ein kleines Loch, in das sich ein kompatibles Schloss mit Drahtkabel stecken lässt. Meist wird von Kensington-Schlössern gesprochen. Es gibt aber auch zahlreiche andere Hersteller, die passende Schlösser bieten. Die Preise beginnen bei 5 Euro und gehen bis etwa 80 Euro. Gelegenheitsdiebe kann so ein Schloss allemal abhalten, einen engagierten Räuber stoppt es freilich nicht. Ein guter Seitenschneider trennt das Stahlkabel ohne Probleme durch. Bei vielen Notebooks mit Plastikgehäuse genügt zudem ein beherzter Ruck am Schloss, um es zusammen mit der Schlosshalterung aus dem Notebook zu reißen.

Alternativ gibt es auch mit Draht verstärkte Taschen für Notebooks, die sich per drahtverstärkter Schlinge an einen Tisch oder Stuhl anschließen lassen. So bietet etwa die Firma Pacsafe Notebook-Taschen ab 80 Euro an.

USB-Ports: Wer sein Notebook oder auch den PC öfter unbeobachtet zurücklassen muss und kein Uefi-/Bios-Passwort setzen möchte, der kann über den Schutz der USBPorts nachdenken. Diese lassen sich mit sogenannten Portschlössern abdichten. Das geht zum Beispiel mit „ Lindy USB Port Schloss “; vier Stück gibt es ab 18 Euro.

Geräte per Drahtschlinge und Kensington-Schloss absichern.
Vergrößern Geräte per Drahtschlinge und Kensington-Schloss absichern.

Zugangsschutz: Meist bieten hochwertige Notebooks für Business-Anwender bereits einen sehr guten Zusatzschutz über das im Uefi/Bios einzustellenden Zugangspasswort. Denn daran schließt sich eine Komplettverschlüsselung des gesamten Systems an, die über einen Kryptochip gut abgesichert wird.

Geräte für den Hausgebrauch sind meist weniger gut ausgestattet. Dennoch empfiehlt es sich, ein Uefi-/Bios-Passwort fürs Booten des Notebooks einzurichten. So kann ein Datendieb das Gerät nicht von seinem USB-Stick starten und Ihre Daten kopieren. Zusätzlich sollte Ihr Windows-Konto mit einem Passwort versehen sein. Das Passwort vergeben Sie bei Windows 10 unter „Windows-Symbol –› Einstellungen –› Konten –› Anmeldeoptionen –› Passwort“ oder über die Benutzerkontenverwaltung.

Verschlüsselung: Mobile Rechner sollten nicht nur eine einfache Datenverschlüsselung erhalten, sondern gleich eine Komplettverschlüsselung auch für das System. Wer Windows Professional oder höher verwendet, der kann auf des Bordmittel Bitlocker setzen. Hat es das System erst mal verschlüsselt, arbeitet es schnell und unkompliziert. Sie müssen sich nur das Passwort zuverlässig merken oder eine Kopie des Schlüssels anlegen, denn sollten Sie beides nicht mehr haben, können Sie Ihre Daten nicht mehr entschlüsseln.

Sie aktivieren den Bitlocker für einzelne Laufwerke über die klassische Systemsteuerung: „Windows-Logo –› Windows System –› Windows Systemsteuerung –› System und Sicherheit –› Bitlocker verwalten“. Einen ausführlichen Ratgeber zu Bitlocker finden Sie hier . Wer die Home-Version von Windows nutzt, kann Bitlocker nicht für die Systemverschlüsselung nutzen. Als Alternative empfiehlt sich das Tool Veracrypt , das sowohl verschlüsselte Datencontainer erstellt, als auch die Systempartition schützen kann. Ein ausführliche Schritt-für-Schrittanleitung dazu finden Sie hier . Die aktuelle Version von Veracrypt unterstützt auch Uefi-Systeme und GBT-Festplatten. Bevor Sie aber Ihr Windows-System verschlüsseln, sollten Sie dringend ein Backup anlegen. Danach führt Veracrypt Sie durch die Verschlüsselung. Die angebotene Rescue Disk sollten Sie erstellen. Sie hilft bei Beschädigungen des Bootloaders oder des Master Keys von Veracrypt und erlaubt die Entschlüsselung der Partition ohne Windows-Start. Ein vergessenes Passwort kann sie aber nicht ersetzen.

Siehe auch: Tipps und Tools gegen Notebook-Diebstahl

Wiederfinden: Windows 10 sowie einige Zusatztools machen es möglich, ein verlorenes Notebook zu orten. Damit das funktioniert, muss aber der unehrliche Finder Ihr Windows-System weiterhin nutzen, was allerdings öfter vorkommt, als man denkt. Idealerweise hat Ihr Notebook zudem einen GPS-Chip eingebaut, da die Lokalisierung per WLAN oder IP-Adresse nicht immer gut funktioniert.

Windows 10: Aktivieren Sie die Windows-Funktion „Mein Gerät suchen“ über „Windows-Logo –› Einstellungen –› Update und Sicherheit –› Mein Gerät suchen“. Voraussetzung ist, dass Sie sich mit einem Microsoft-Konto (Online-Konto) in Windows anmelden. Um Ihr Gerät zu lokalisieren, gehen Sie auf https://account.microsoft.com/devices und melden sich mit Ihrem Microsoft-Konto an.

Zusatz-Software: Eine kostenlose Zusatz-Software ist Prey . Sie versucht ein verlorenes Gerät ebenfalls via GPS-Chip, IP-Adresse oder WLAN-Router zu lokalisieren. Zudem kann Prey ein Foto des aktuellen Nutzers über eine vorhandene Webcam machen. Kostenpflichtig ist das Internet-Security-Programm Eset Smart Security Premium . Es schützt nicht nur vor Viren und Hackern, sondern lokalisiert auch ein verlorenes Notebooks. Jedes Mal, wenn sich das vermisste Gerät mit dem Internet verbindet, sendet die Software aktualisierte Screenshots, Webcam-Bilder und GPS-Koordinaten an das Nutzerkonto bei https://my.eset.com .

Smartphone

Smartphones nehmen den traurigen ersten Platz auf der Top-Liste der verlorenen Gegenstände ein, noch vor Schlüsseln – zumindest beim www.zentralesfundbuero.com , das aber 100 Millionen verlorene Dinge für Deutschland verzeichnet.

Anschließen: Die Pacsafe-Taschen mit eingebauten Diebstahlschutz eignen sich natürlich nicht nur für Notebooks (siehe oben), sondern bewahren auch Smartphones oder Tablets sicherer auf. Allerdings mit der bereits erwähnten Einschränkung, dass ein guter Seitenschneider die Taschen knacken kann.

Zugangsschutz: Ein Zugangsschutz fürs Smartphone sollte selbstverständlich sein. Smartphones mit Fingerabdrucksensor lassen sich sehr bequem mit dem Fingerabdruck schützen. Alternativ stehen Mustersperre, PIN oder Passwort bereit. Die Gesichtserkennung als Zugangsschutz hat nur beim iPhone einen guten Ruf. Bei anderen Smartphones gilt sie als leicht umgehbar.

Verschlüsselung: Seit Android 5 hat Google eine „Full Disk Encryption“ eingebaut. Trotzdem kommen die meisten Smartphones ohne Disk-Vollverschlüsselung. Denn Ver- und Entschlüsselung benötigt Rechenpower und die wird bei den meisten Smartphones auch heute noch von der CPU abgezogen. Die Folge: Ihr verschlüsseltes Smartphone wird spürbar langsamer. Ausnahmen bilden Smartphones mit eingebautem Verschlüsselungschip und entsprechend angepasstem Android, etwa das Google Pixel 2 XL. Entsprechende Smartphones sind allerdings auch in 2019 noch selten. Somit wiegen die Nachteile der Komplettverschlüsselung am Smartphone schwer, denn neben dem Verlust an Speed lässt sich die Verschlüsselung meist nicht so einfach rückgängig machen.

Unter Umständen genügt Ihnen deshalb ein guter Zugangsschutz (langes Passwort oder lange PIN). Außerdem die Verschlüsselung allein der Dateien auf dem Smartphone. Das geht etwa mit der App Boxcryptor. Wie Sie zusätzlich zum Zugangsschutz die Sicherheit Ihres Android-Smartphones verbessern können, verrät dieser Ratgeber .

Möchten Sie dennoch die Verschlüsselung einschalten, geht das in der Einstellungs-App unter „Sicherheit“. Ist kein Eintrag vorhanden, hat der Smartphone-Hersteller die Funktion herausgenommen.

Mehr Glück haben iPhone-Nutzer. Deren Geräte sind schon seit Langem komplett verschlüsselt, sobald eine PIN gesetzt wird. Dank eines eigenen Crypto-Chips geht das auch nicht zulasten der Geschwindigkeit.

Der Android-Dienst „Mein Gerät suchen“ funktioniert gut, wenn das Geräte noch Akkupower hat.
Vergrößern Der Android-Dienst „Mein Gerät suchen“ funktioniert gut, wenn das Geräte noch Akkupower hat.

Wiederfinden, sperren, löschen: Seit Android 4.1 können Sie im Falle eines Handy-Verlusts das Gerät über einen Google-Dienst sowohl orten als auch sperren oder löschen lassen. Zusatz-Apps wie Avira Antivirus Security 2019 Antivirus & Applock erledigen dies ebenfalls. Über den Avira-Dienst lassen sich im Falle eines Verlusts Nachrichten auf den Sperrbildschirm senden. Dort steht dann etwa: „Ich habe dieses Handy verloren. Bitte melden Sie sich unter xxx – Finderlohn gibt es auch.“ Ein ehrlicher Finder hat es so leicht, Ihnen das Gerät zurückzugeben.

Checkliste: So handeln Sie bei Verlust Ihres Smartphones

Bevor es losgeht – also jetzt, wo Sie Ihr Handy noch nicht verloren haben –, installieren Sie eine Lokalisierungs-App oder aktivieren Sie den bereits eingebauten Service . Notieren Sie sich zudem die eindeutige IMEI-Nummer Ihres Android-Geräts. Dazu starten Sie die Telefon-App und geben *#06# ein.

Schritt für Schritt bei einem Verlust

1. Ändern Sie die Passwörter, die Sie auf dem Gerät genutzt haben – allen voran das E-Mail-Passwort und im Fall von Android den Google-Account des Handys.

2. Lokalisieren Sie Ihr Gerät mit dem Denst der Ortungs-App (www.pcwelt.de/locate).

3. Wenn möglich, senden Sie über die Ortungs-App eine Nachricht an das Gerät. So kann Sie ein ehrlicher Finder kontaktieren. Eventuell genügt auch ein Anruf auf dem Smartphone, um den ehrlichen Finder zu erreichen.

4. Im Zweifelsfall löschen Sie die Daten darauf (www.pcwelt.de/locate).

5. Sollte die Ortung nicht erfolgreich gewesen sein, dann lassen Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter die SIM-Karte sperren.

6. Einen Diebstahl melden Sie mit der Gerätenummer der Polizei. Bei Geräteverlust besuchen Sie das Fundbüro.

7. Prüfen Sie Ihre Kreditkartenabrechnungen und lassen Sie gegebenenfalls auch diese Karte sperren.

iOS hat eine Lokalisierungsfunktion seit iOS 6 eingebaut.

Aktivieren Sie die Lokalisierungsfunktion in Android 4.1 oder höher. In iOS wählen Sie „Einstellungen –› iCloud –› Mein iPad suchen“.

Schwachstellen der Lokalisierung: Von den Lokalisierungs-Apps sollte man keine Wunder erwarten. Wenn das Handy nach dem Verlust keine GPS- und Datenverbindung hat, wird es nichts mit dem Aufspüren. Ebenso wenn der Akku schlapp macht. Damit das Lokalisieren klappt, muss man schon etwas Glück haben. Im Falle eines unehrlichen Finders stehen die Chancen eher schlecht. Denn hat dieser das Handy bereits auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, lässt sich das Gerät nicht mehr orten. Anders als viele glauben, kann man ein Android-Smartphone auch ohne seine PIN zurücksetzen. Dafür muss das Gerät lediglich direkt nach dem Einschalten per Tastenkombination (meist die Leiser- und die Home-Taste) in den Recovery-Modus gebootet werden.

Eine Ausnahme ist hier das iPhone. Dieses lässt sich auch nach dem Zurücksetzen auf die Werkseinstellung noch von seinem Eigentümer lokalisieren.

USB-Sticks & Co.

Mobile Speicher wie USB-Sticks und externe Festplatten sind für den unkomplizierten Datentransfer ungemein praktisch, neigen aber auch dazu, vergessen, verloren oder gar gestohlen zu werden.

Verschlüsselung und Zugangsschutz: Wie für die Datenpartitionen von Notebooks (siehe oben) können Sie Ihre mobilen Datenspeicher entweder mit Bitlocker oder mit Veracrypt verschlüsseln. Der Zugangsschutz ergibt sich in beiden Fällen durch die Eingabe des Passworts. Bitlocker gibt es in der Variante Bitlocker to go auch für Nutzer von Windows Home. Die Entschlüsselung funktioniert allerdings nur an Windows-PCs. Veracrypt-Container lassen sich dagegen auch an Linux- und Mac-Rechnern nutzen, wenn dort ebenfalls Veracrypt installiert ist.

Wiederfinden: Für kleine Geräte wie externe Festplatten und USB-Sticks sind sogenannt Schlüsselfinder oder -Tracker gute Hilfsmittel . Es gibt sie ab 20 Euro aufwärts. Statt an Ihrem Schlüsselbund befestigen Sie die Geräte an Ihrer Festplatte oder Ihrem USB-Stick.

Es gibt zwei Arten von Schlüsselfindern. Die einen funktionieren nur per Bluetooth und Smartphone-App. Die Reichweite ist im Freien auf 30 bis 90 Meter begrenzt, je nach Modell. Innerhalb von Gebäuden ist die Reichweite deutlich geringer. Sie funktionieren meist per Batterie, die mehrere Monate durchhält. Einige Modell pfeifen, sobald sie sich zu weit vom gekoppelten Smartphone entfernen. Das macht sofort auf einen Diebstahl oder ein versehentliches Liegenlassen aufmerksam. Allerdings kommt es dabei auch immer wieder zu Fehlalarmen. Andere Modelle pfeifen erst, wenn man per Smartphone-App dazu den Befehl gibt.

Tile Pro ist zwar kein echter Diebstahlschutz, doch er hilft beim Wiederfinden von Geräten oder Taschen.
Vergrößern Tile Pro ist zwar kein echter Diebstahlschutz, doch er hilft beim Wiederfinden von Geräten oder Taschen.

Unser Tipp: Wir finden die Leistung von Tile Pro interessant. Er ist gegen Spritzwasser geschützt, seine Reichweite im Freien beträgt 90 Meter und die Batterie lässt sich tauschen (rund 35 Euro). Allerdings warnt er nicht beim Entfernen eines Geräts vom Smartphone, sondern hilft nur beim Wiederfinden. Wer ein Gerät mit Entfernungsalarm möchte, kann auf Keeper von Gigaset setzen (etwa 20 Euro).

Andere Geräte funktionieren mit einem GPS-Empfänger und einer eigenen SIM-Karte. Sie sind meist teurer, funktionieren in Gebäuden oft gar nicht, dafür ist ihre Reichweite im Freien theoretisch unbegrenzt. Als Stromquelle dienst meist ein Akku, der bei solchen Geräten schnell leer ist. Eine Ladung reicht für einige Stunden bis Tage. Eine ausführliche Bastelanleitung für einen preisgünstigen GPS-Tracker finden Sie etwa hier .

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
857562