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Shell-Kosmetik und Festplatten

03.10.2012 | 07:26 Uhr | David Wolski

Shell-Kosmetik: Prompt in Farbe: Rot für root
Wenn Sie mehrere Terminal-Fenster geöffnet haben und darin mal als root, mal als normaler Benutzer angemeldet sind, geht die Übersicht schnell verloren. Sie möchten deshalb eine spezielle Optik für Root-Terminals, um diese sofort zu erkennen.

Farbwechsel: Die Eingabeaufforderung signalisiert den Benutzer root mit auffälligem Rot. Die Farbe legen Sie in der Datei /root/.bashrc mit der Umgebungsvariable PS1 fest.
Vergrößern Farbwechsel: Die Eingabeaufforderung signalisiert den Benutzer root mit auffälligem Rot. Die Farbe legen Sie in der Datei /root/.bashrc mit der Umgebungsvariable PS1 fest.

TIPP: In der weit verbreiteten BASH (Bourne Again Shell) können Sie die Benutzerangaben des Eingabe-Prompts einfärben. Die Umgebungsvariable „PS1“ steuert die Optik der Eingabeaufforderung und sorgt am Prompt für Farbe. Das lässt sich dazu nutzen, um in der Konsole verschiedenen Benutzern andere Farben zu geben und die Eingabeaufforderung für root beispielsweise rot einzufärben. Öffnen Sie dazu mit Root-Rechten die Datei /root/.bashrc mit einem Text-Editor, und fügen Sie dort ans Ende die Zeile
PS1="\[\033[1;31m\]\u[\033[0m\]@\h\W]\\$ "
ein.

Farben für den Prompt
Vergrößern Farben für den Prompt

Sobald Sie sich ab jetzt als root anmelden, erscheint der Benutzername am Prompt in schön auffälligem Rot –gut für den Benutzer root. Der Farbcode für den roten Text steckt in der Angabe „1;31“. Falls Sie eine andere Farbe bevorzugen, hilft die nebenstehende Tabelle „Prompt-Farbcodes“ weiter. Sie können den Trick auch bei anderen Benutzer-Accounts verwenden, indem Sie einfach in die Datei .bashrc des entsprechenden Users die Variable PS1 mit dem gewünschten Farbcode einfügen.

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Festplatten: Robuste Einhängepunkte mit UUID Die klassische Methode, Mount-Punkte in der Konfigurationsdatei fstab anzugeben, erfolgt über den Gerätenamen einer Partition. Beispielsweise ist /dev/sda4 der absolute Gerätename der vierten Partition auf der ersten Festplatte. Gerätenamen sind allerdings immer von der Hardware-Adresse abhängig. Wenn Sie interne Festplatten nach einem Umbau an andere SATA-Ports auf der Hauptplatine anschließen, ändert sich der Gerätename, und der Eintrag in der fstab funktioniert nicht mehr. Das Gleiche passiert, wenn Sie externe Medien in anderer Reihenfolge an USB oder eSATA anstecken.

Eindeutige Namen für Partitionen: Unter Linux bekommt jede Partition beim Formatieren eine UUID. Der Befehl blkid zeigt sämtliche UUIDs an.
Vergrößern Eindeutige Namen für Partitionen: Unter Linux bekommt jede Partition beim Formatieren eine UUID. Der Befehl blkid zeigt sämtliche UUIDs an.

TIPP: Gegen das Problem wechselnder Gerätenamen bietet Linux eine einfache Methode, um Partitionen stattdessen mit einmaligen und permanenten Datenträgerbezeichnungen einzubinden – die UUIDs. Die Abkürzung steht für „Universally Unique Identifier“ und ist eine standardisierte, hexadezimale Zeichenkette, die für jede Partition einmalig ist. Diese UUID ist wie eine Seriennummer nach dem Schema xxxxxxxx-xxxx-xxxx-xxxx-xxxxxxxxxxxx (8+4+4+4+12) aufgebaut und gibt der Partition eine eindeutige Kennung. Linux generiert die UUID nach dem Formatieren jeder Partition automatisch.

Mit UUID einbinden: Nutzen Sie für eigene Mount-Punkte in der fstab die Partitions-UUID. Anders als Gerätenamen bleibt diese auch gültig, wenn Sie Festplatten anders anschließen.
Vergrößern Mit UUID einbinden: Nutzen Sie für eigene Mount-Punkte in der fstab die Partitions-UUID. Anders als Gerätenamen bleibt diese auch gültig, wenn Sie Festplatten anders anschließen.

Das bringt es: Um UUIDs bei selbst definierten Einhängepunkten in der Konfigurationsdatei /etc/fstab zu nutzen, müssen Sie zunächst die Datenträgerbezeichnungen herausfinden. Dies gelingt in der Kommandozeile mit dem simplen Kommando blkid , das Sie mit Root-Rechten oder mit vorangestelltem sudo ausführen. Eine Liste zeigt die UUIDs der Partitionen aller angesteckten Datenträger an. Links in der Liste sehen Sie die aktuelle Geräteadresse, beispielsweise /dev/sdc1, und rechts daneben die eindeutige UUID. Die Angabe „TYPE“ verrät zudem, um welches Dateisystem es sich hier handelt.

Die UUID verwenden Sie nun anstatt der herkömmlichen Geräteadresse in der /etc/fstab, um dort einen Einhängepunkt zu definieren. Beispielsweise hängt dieser Eintrag die Partition 349abf88-4727-4211-8754-e34f71fdf796 ins Verzeichnis /mnt/daten ein:
UUID=349abf88-4727-4211-8754-e34f71fdf796 /mnt/daten ext4 defaults 0 0
Testen Sie anschließend die Konfiguration mit dem Kommando mount -avf , das Sie mit Root-Rechten ausführen. Der Befehl überprüft die Datei /etc/fstab und gibt eine Fehlermeldung aus, wenn eine Zeile nicht stimmen sollte. Der Check ist wichtig, da Linux die Mount-Befehle beim Systemstart ausführt und ein Fehler in der /etc/fstab den Startvorgang unterbricht.

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