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Schnelles WLAN über 5 GHz-Frequenzband

27.04.2010 | 13:04 Uhr |

5-GHz-Router D-Link DIR-855
Vergrößern 5-GHz-Router D-Link DIR-855
© 2014

Die Lösung für langsame WLAN-Datenraten und Verbindungsabbrüche ist erstaunlich einfach, aber trotzdem weitgehend unbekannt. Sie lautet: Das Frequenzband wechseln. Ein paar Dinge müssen Sie zwar schon beachten - und eventuell ist neue Hardware nötig. Aber das ist auch schon alles. Im Folgenden erfahren Sie alle Hintergründe.

Das 5-GHz-Band: Viele Vorteile

WLAN-Router werden normalerweise im Standard 802.11b oder 802.11g betrieben. Diese erlauben nur den Betrieb im Frequenzband 2,4 GHz. Wie auf der ersten Seite beschrieben, gibt es hier nur drei Kanäle, die sich störungsfrei parallel für WLAN nutzen lassen. Was viele nicht wissen: Auch im 5-GHz-Band sind Frequenzen für den WLAN-Betrieb zugelassen sind. Die weitgehende Unbekanntheit hat den positiven Effekt, dass bislang nur wenige die Frequenzen nutzen. Da das zur Verfügung stehende Frequenzband außerdem in 19 überlappungsfreien Kanälen organisiert ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie - zumindest momentan - einen Kanal ganz für sich allein haben.

802.11a war der 5-GHz-Anfang

Die erste Spezifikation, die das 5-GHz-Band nutzte, war 802.11a. Obwohl es schon seit 2001 Geräte mit 802.11a-Unterstützung gibt, haben sie sich nicht gegen 802.11b und g durchsetzen können, insbesondere wegen der höheren Produktionskosten. Inzwischen hat sich aber einiges getan. Grund dafür ist der neue Standard 802.11n, der nicht nur Übertragungsraten von theoretisch 300 MBit/s ermöglicht, sondern sowohl auf dem 2,4 GHz- als auch auf dem 5-GHz-Band betrieben werden kann. Aber aufgepasst: Zwar unterstützt fast jeder WLAN-Router, der seit 2009 auf dem Markt ist, den n-Standard. Allerdings kann nicht jeder auch auf 5 GHz funken. Und wenn er es kann, heißt das noch nicht, dass er das 2,4-GHz- und 5-GHz-Band gleichzeitig bedienen kann.

Um die Sache für Sie zu vereinfachen, haben wir eine Bildergalerie mit WLAN-Routern erstellt, die das 5-GHz-Band unterstützen. Sie finden dort jeweils einen Hinweis, ob das Gerät gleichzeitig auch auf 2,4 GHz funken kann. Vielleicht ist Ihr vorhandener Router ja dabei. Wenn nicht: Das günstigste Gerät ist schon für rund 70 Euro zu haben.

Beste Lösung: Parallel-Band-Router

Bei Routern, die beide Frequenzbänder gleichzeitig unterstützen (Parallel-Band), ist keine weitere Konfiguration nötig. Bei Geräten, die nur Entweder-Oder können, ist in der Regel 2,4 GHz werksseitig eingestellt. In dem Fall konsultieren Sie die Bedienungsanleitung, um herauszufinden, wie die Frequenz-Umstellung funktioniert. Beachten Sie, dass nach der Änderung Geräte, die nur den 802.11b- und g-Standard unterstützen, keine Verbindung mehr zum WLAN aufnehmen können. Dies betrifft zum Beispiel viele WLAN-taugliche Smartphones, Internet-Radio-Empfänger und ähnliche Geräte. Falls Sie davon betroffen sind, sollten Sie in Erwägung ziehen, einen Router zu kaufen, der beide Frequenzbänder gleichzeitig unterstützt. Ihre WLAN-Gadgets laufen dann zwar weiterhin über das überfüllte 2,4-GHz-Band. Mit dem Notebook surfen Sie aber störungsfrei und mit Höchstgeschwindigkeit über 5 GHz.

Alternative: Neuen Router hinter vorhandenen hängen

Es gibt leider so gut wie keine Parallel-Band-Router mit integriertem DSL-Modem. Sie können aber den neuen Router über ein Netzwerkkabel hinter den vorhandenen hängen. Dazu verbinden Sie den LAN-Anschluss des alten mit dem WAN-Anschluss des neuen Geräts. Sollte es Probleme geben, empfiehlt es sich, die automatische IP-Adresszuteilung "DHCP" im neuen Gerät auszuschalten und diese Aufgabe dem alten Router zu überlassen.

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