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Schneller Windows-8-Start

11.10.2012 | 09:35 Uhr | Christian Löbering

Verglichen mit Windows 7 startet Windows 8 schneller. Windows 7 hat drei Startmodi integriert. Beim regulären Boot-Vorgang liest das Betriebssystem jedes Mal seine Systemkomponenten und Treiber ein und initialisiert Systemdienste. Nach der Benutzeranmeldung lädt Windows die benutzerspezifischen Einstellungen und Programme. Alternativ dazu gibt es den Standby-Modus, in dem Windows nicht heruntergefahren wird, sondern aktiv im Hauptspeicher verbleibt und beim nächsten Start lediglich „geweckt“ wird. Die dritte Möglichkeit, der Ruhezustand, besteht darin, den Betriebszustand nicht im Hauptspeicher zu hinterlegen, sondern ihn auf die Festplatte zu schreiben, von wo er beim nächsten Start wieder in den Hauptspeicher geladen wird.

Windows 8 kombiniert den klassischen Boot-Vorgang mit dem Ruhezustand. Beim Herunterfahren wird lediglich die Benutzersitzung geschlossen – den eigentlichen Betriebssystemzustand schreibt Windows auf die Festplatte. Dadurch, dass sich während der Nutzung von Windows meist der Zustand des Betriebssystems nicht ändert, ist ein vollständiges Herunterfahren oft nicht erforderlich. Windows spart beim nächsten Start viel Zeit, indem es den Grundzustand des Betriebssystems einfach von der Platte lädt.

In Windows XP, Vista oder 7 haben Sie diese Möglichkeit nicht. Wenn Sie Ihr Windows 7 aber schneller starten möchten, empfiehlt sich der Ruhezustand.

Storage Spaces: Laufwerke verbinden

Windows 8 kann über das Systemsteuerungselement „Speicherplätze“ Festplatten zusammenschließen.
Vergrößern Windows 8 kann über das Systemsteuerungselement „Speicherplätze“ Festplatten zusammenschließen.

Windows 8 geht auch bei der Verwaltung von Laufwerken neue Wege. Während bei Windows 7 die Größe der logischen Laufwerke auf die Größe der Festplatte beschränkt war, fällt diese Beschränkung nun weg. Sie können in Zukunft mehrere Festplatten und SSDs zu einem logischen Laufwerk zusammenschalten. Die Funktion, die im englischen Original „Storage Spaces“ und auf Deutsch einfach „Speicherplätze“ heißt, finden Sie in der Systemsteuerung – zu öffnen über die Tastenkombination Win-X und „Systemsteuerung“. Dort klicken Sie dann auf „System und Sicherheit, Speicherplätze verwalten“. Um einen neuen Laufwerkspool anzulegen, klicken Sie auf „Neuen Pool und Speicherplatz erstellen“. Nun können Sie mehrere Datenfestplatten (interne oder externe) – nicht aber die Systemfestplatte – auswählen und zu einem logischen Laufwerk zusammenführen.

Die Gesamtgröße des neuen Laufwerks sollten Sie dabei auf das Maximum an Speicher setzen, den Sie für die Zukunft schätzungsweise brauchen werden (also mehr als die Summe der Platten). So können Sie später immer noch weitere Festplatten hinzufügen.

Storage Spaces funktionieren dabei ähnlich wie ein RAID-System („Redundant Array of Independent Disks“), nur dass Windows selbst die Datenaufteilung übernimmt. Wenn etwa zwei gleich große Festplatten verbunden sind, dann werden die Daten gespiegelt, solange der gesamte Datenbestand nicht größer ist als eine der Festplatten (analog RAID 1). Danach reduzieren sich die gespiegelten Daten, je mehr neue dazukommen, bis beide Platten voll sind (analog RAID 0).

Alternative für XP, Vista, 7: Es gibt mit Liquesce eine ähnliche Lösung für ältere Windows-Versionen. Das Tool läuft aber weniger zuverlässig als das Windows-8-Original.

Firefox Metro Preview für Windows 8 erschienen

Refresh und Reset: Reparatur per Klick
Noch immer ist die Neuinstallation von Windows bei vielen Nutzern eine unbeliebte, aber gebräuchliche Methode, um dem zähen Ringen eines verkleisterten Systems zu entrinnen. Windows 8 bietet für diesen Zweck gleich zwei Funktionen an. Sie erreichen sie beide in den Einstellungen des App-Bereichs über die Tastenkombination Win-I und dann „PC-Einstellungen ändern, Allgemein“. Über den Assistenten „PC ohne Auswirkungen auf die Dateien auffrischen“ können Sie nur scheinbar sämtliche Systemeinstellungen zurücksetzen, ohne dass Software und Dateien Schaden nehmen. Vielmehr ist es so, dass dabei zwar alle Dateien und Apps erhalten bleiben, die gesamte installierte Windows-Software aber weg ist. Die Option „Alles entfernen und Windows neu installieren“ ist da schon deutlich klarer.

Alternative für XP, Vista, 7: Für einen kompletten System-Reset bietet Windows 7 eine verborgene Option. Klicken Sie dazu in der Systemsteuerung auf „Sichern und Wiederherstellen, Systemeinstellungen auf dem Computer wiederherstellen, Erweiterte Wiederherstellungsmethoden, Windows neu installieren“. Dafür ist eine Windows-DVD erforderlich. Bei älteren Windows-Versionen müssen Sie den PC für eine Neuinstallation immer mit der Windows-CD/DVD starten und ein Setup durchführen.

Um nur eine Auffrischung der Systemeinstellungen durchzuführen, können Sie bei Windows XP eine Reparaturinstallation durchführen. Dazu brauchen Sie eine Windows-CD, die auf demselben Service-Pack-Level ist wie Ihre Installation. Davon starten Sie nun den PC. Im Setup-Programm drücken Sie zunächst Enter, dann findet es Ihre Windows-XP-Installation. Drücken Sie jetzt die Taste R, um die Reparatur zu starten.

Unter Windows 7 gibt es keine Reparaturinstallation. Mit einem Trick klappt jedoch auch hier der Refresh: Voraussetzung ist, dass Windows noch startet und dass Sie eine Installations-DVD besitzen, die auf demselben Service-Pack-Level ist wie Ihr installiertes Windows. Starten Sie danach die Datei Setup.exe von der Installations-DVD und wählen Sie „Upgrade“ als Installationsmodus. Nun folgen Sie dem Assistenten. Durch das Upgrade auf dieselbe Version werden alle Einstellungen zurückgesetzt, ohne dass dabei Dateien oder Programme verloren gehen.

Windows 8 - Modern Apps: Medien und Zubehör

Windows jetzt mit Cloud-Anbindung
Windows 8 ist auch ein Cloud-System, und das in vielerlei Hinsicht. Wesentliche Bestandteile sind die Cloud-Angebote von Microsoft wie Windows Live und Skydrive. Für beides benötigen Sie ein Microsoft-Konto, wie die ehemalige Live-ID jetzt heißt. Dieses Konto können Sie auch anstelle Ihres lokalen Benutzernamens, den Sie von Windows 7 her kennen, nutzen. Wenn Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto anmelden, bindet Windows 8 Ihren Skydrive-Speicher wie ein Laufwerk ein. Zudem sehen Sie in der Windows-8-App „Kontakte“ Ihr synchronisiertes Adressbuch sowie – wenn Sie Ihr Microsoft-Konto mit Facebook verknüpft haben – Neuigkeiten aus Ihrem sozialen Netzwerk. Das Live-Portal dient hier als zentraler Knotenpunkt, in dem Sie Ihre Cloud-Dienste wie Linkedin, natürlich Facebook oder auch den Fernzugriff auf Ihre anderen Rechner verwalten können. Mussten Sie, wenn Sie mehrere Rechner haben, unter Windows 7 noch jeden Rechner von Hand anpassen, geht auch das bei Windows 8 automatisch vonstatten. Das neue Betriebssystem synchronisiert neben Mails, Kontakten und Kalender ebenfalls die Einstellungen der Windows-8-Apps und sorgt auf diese Weise für den gleichen Datenbestand auf jedem Ihrer Rechner.

Für Skydrive gibt es ein Tool, das auch die lokale Synchronisation auf die Festplatte des eigenen PCs übernimmt.
Vergrößern Für Skydrive gibt es ein Tool, das auch die lokale Synchronisation auf die Festplatte des eigenen PCs übernimmt.

Alternative für XP, Vista, 7: Sie können mit einzelnen Cloud-Diensten einzelne Funktionen nachbilden. So gibt es für Skydrive ein Tool, das im Gegensatz zur mitgelieferten Skydrive-Funktion in Windows 8 auch die lokale Synchronisation auf die Festplatte Ihres PCs übernimmt. Zum Speichern von Bildern in der Cloud können Sie auf Picasa von Google zurückgreifen. Ihre Mails und Kalender lassen sich auch unter XP, Vista oder 7 synchronisieren, indem Sie Live beziehungsweise Outlook.com nutzen und Ihre Benutzerkennung auf einem lokal installierten Outlook als Kontenart „Exchange ActiveSync“ einbinden.

Bei Windows 8 identifizieren Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto automatisch gegenüber den Cloud-Diensten des Herstellers. Aber auch in Windows 7 können Sie diese Funktion bequem nachrüsten, indem Sie den „ Windows Live ID “-Anmelde-Assistenten von Microsoft nutzen.

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Was ist Windows 8?

Das neue Microsoft-Betriebssystem ist der Nachfolger von Windows 7 und erschien am 26. Oktober 2012. Windows 8 baut auf seinen sehr erfolgreichen Vorgänger auf und enthält den neuen Kachel-Startbildschirm, der sich an der Oberfläche mit rechteckigen Kästen orientiert, die Microsoft mit Windows Phone 7 eingeführt und später auch bei der Xbox 360 integriert hat. Der zunächst eingeführte Begriff der "Metro-Oberfläche" wurde kurz vor dem Start aus rechtlichen Gründen zurückgezogen. Inzwischen spricht Microsoft von "Windows-Live-Tiles".

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