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Schärfen: Die größten Sünden

Mehr Schärfe kann Fotos verschlechtern, wenn Bildfehler deutlich sichtbar werden, die ohne Nachschärfen nicht so stark hervortreten. Die Grenze, ab der es zu einer wahrnehmbaren Verschlechterung der Bildqualität kommt, hängt dabei von den individuellen Bildmerkmalen ab.

Farbverschiebungen: Beim Schärfen kann es entlang der Motivkanten zu Farbverschiebungen kommen. Ursache dafür ist, dass Photoshop die drei Farbkanälen getrennt schärft. Die Resultate aus dem Rot-, Blau- und Grünkanal setzt es wieder zusammen. Abhängig vom Schwellenwert kann es passieren, dass eine Kante etwa im Rot- und Grünkanal nicht geschärft wird, wohl aber im Blaukanal.

Bildrauschen: Schärfen betont das Bildrauschen. Ursächlich ist das Hervorheben der Kanten der verrauschten Pixel. Je größer der beim Schärfen eingestellte Radius ist, desto mehr werden auch Bildfehler durch Rauschen betont. Verhindern können Sie negative Auswirkungen mit dem Schwellenwert des Schärfefilters, der kleine Helligkeitsunterschiede unter einem gewissen Wert ignoriert.

Lichtsaum (Halo): Durch Überschärfen können helle Lichtsäume um die Kanten herum entstehen, die sich nur schwer wegretuschieren lassen. Die Lichtsäume wirken für das menschliche Auge wie Umrandungen und ziehen den Blick des Betrachters magisch an. Treten Halos auf, reduzieren Sie den Radius und die Stärke.

Unscharf maskieren
Vergrößern Unscharf maskieren
© 2014

Grundschärfe herstellen
Wenn Sie RAW-Fotos angefertigt haben, legen Sie in Camera Raw zunächst die Grundschärfe der Aufnahme fest. Die Schärfungs-Funktionen des RAW-Moduls stellen eine gute Alternative zu Photoshops „Unscharf maskieren“ dar. Sie steuern die Bildschärfung über die Parameter „Betrag“ und „Radius“: Je schärfer die RAW-Aufnahme von Haus aus ist, umso kleiner kann der Radius ausfallen. Auf die normale Schärfung setzt der Regler „Detail“ auf, der Kontraste in den Bilddetails weiter anhebt. Sein Gegenregler trägt den Namen „Maskieren“ und schützt glattere Bildstellen vor der Detailschärfung. Richtig kombiniert, erzielen diese Regelungen eine sehr gute Bildschärfung ohne Überzeichnung und Artefaktbildung.

Grundschärfe herstellen
Vergrößern Grundschärfe herstellen
© 2014

Unscharf maskieren
Die besten Schärfungsresultate erzielen Sie in der Regel mit „Filter, Scharfzeichnungsfilter, Unscharf maskieren“. Ziehen Sie den Regler für „Stärke“ in Richtung Mitte. Die Einstellung legt fest, um welchen Tonwert die Kontrastkanten im Foto angehoben werden. Geben Sie zuerst einen niedrigen „Schwellenwert“ an. Damit steuern Sie, wie hoch der Kontrast zweier benachbarter Pixel sein muss, damit sie scharfgezeichnet werden. Bei einem kleinen Wert lösen bereits relativ kleine Kontrastunterschiede eine Scharfzeichnung aus. Falls dabei Bildstörungen verstärkt werden, heben Sie den Wert an. Mit einem höheren Wert schärft Photoshop nur relativ kontrastreiche Konturverläufe. Den „Radius“ setzen Sie zunächst auf einen niedrigen Wert und erhöhen ihn schrittweise. Der Radius legt fest, wie groß der Bereich ist, in dem Photoshop nach Kontrastabweichungen sucht.

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