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Bordcomputer, HUD, Navigation mit Echtzeitverkehrsinformationen

14.11.2018 | 15:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Scangauge: Bordcomputer zum Nachrüsten

Mit dem Scangauge II lesen Sie wichtige Fahrzeugdaten direkt aus dessen Steuergerät aus.
Vergrößern Mit dem Scangauge II lesen Sie wichtige Fahrzeugdaten direkt aus dessen Steuergerät aus.

Alle wichtigen Fahrzeugdaten immer im Blick. Das ermöglicht das Scangauge II , ein portabler Bord-Computer, den Sie in jedem modernen PKW ohne Basteln und Tüftelei nachrüsten können (mit dem Scangauge Eco gibt es auch eine leicht abgespeckte preiswertere Alternative zum Highend-Gerät - sie zeigt neben zwei Echtzeitwerten zusätzlich in einem Balkendiagramm fortlaufend an, ob man eher sparsam oder verschwenderisch fährt). Einfach an die OBD-Steckdose (die sich meist unter dem Armaturenbrett im Bereich des Fahrers befindet) anschließen und die Erkennung starten. In der Regel meldet sich das Scangauge nach einige Sekunden einsatzbereit. Sie müssen dann nur noch über das Auswahlmenü des Scangauge II die Werte auswählen, die Sie angezeigt bekommen möchten. Sie haben die Auswahl unter folgenden Optionen (vier verschiedene Werte lassen sich zeitgleich darstellen, zudem können die Werte auch aufgezeichnet werden):

Durchschnittsverbrauch
Momentan-Verbrauch
Voltmeter
Kühlwasser-Temperatur
Ansaugluft-Temperatur
Drehzahlmesser
Geschwindigkeit
Ansaug-Unterdruck (nicht bei allen Fahrzeugen)
Motorlast
Gaspedalstellung
Zündungseinstellung
Offener/Geschlossener Regelkreislauf Lambdasonde

Mit der Voltmeteranzeige erkennen Sie beispielsweise sofort, wenn die Lichtmaschine nicht mehr lädt. Sie können rechtzeitig eine Werkstatt ansteuern und den Schaden beheben lassen, bevor Sie mit einer leeren Batterie liegen bleiben. Besonders bei beruflich genutzten Fahrzeugen ist das wichtig, um teure Ausfallzeiten so gering wie möglich zu halten. Die Kühlwasser-Temperaturanzeige des Scangauge wiederum ist nicht nur exakter als die gemittelte Standardanzeige vieler PKWs (wie es zum Beispiel bei VW/Audi der Fall ist). Sie ist mitunter sogar die einzige Anzeige überhaupt, weil einige Hersteller aus Kostengründen auf eine Kühlwasser-Temperaturanzeige verzichten (bei Überhitzung soll bei diesen Fahrzeugen stattdessen eine Warnlampe aufleuchten). Gerade Kleinst- und Kleinwagen wie die in Tschechien gebauten Drillinge Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citroen C1 sind von diesem ärgerlichen Manko betroffen.

Mit dem Ansaug-Unterdruck überwachen Sie wiederum die Funktion des Turbo-Laders. Liegt der Druck unter den Sollwerten, deutet das auf Probleme mit einem der Sensoren, den Turboschläuchen oder dem Turbolader hin.

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Außerdem können Sie mit dem Scangauge Fehlercodes aus dem Steuergerät lesen und die Fehlereinträge auch gezielt löschen (Sie können das Steuergerät aber nicht beschreiben). Damit können Sie sich beispielsweise vor einer Inspektion vergewissern, ob außergewöhnliche Reparaturen auf Sie zukommen. Durch das Löschen eines Fehlercodes beenden Sie unter Umständen den Notlauf und beenden das Aufleuchten oder Blinken der entsprechenden Warnlampe. Damit können Sie Ihre Fahrt unter Umständen mit voller Leistung fortsetzen. Doch aufgepasst: Tritt eine Fehlermeldung wiederholt auf und geht Ihr Fahrzeug mehrmals in den Notlauf, dann sollten Sie unbedingt eine Werkstatt aufsuchen und den Fehler analysieren lassen. Um ein Liegenbleiben oder ernste Schäden zu vermeiden.

In dieser Ausgabe von Doppelklick zeigt PC-WELT-Redakteur Hans-Christian Dirscherl, mit welchem technischen Zubehör Sie Ihr Auto sinnvoll aufrüsten können - vom Luxus-Navi, über einen nachrüstbaren Bordcomputer, bis hin zur Spionage-Kamera fürs Armaturenbrett. Viel Spaß beim Anschauen.

Tipp: Falls es Ihnen vor allem um das Auslesen des Fehlerspeichers Ihres Autos geht, können Sie sich auch ein separates OBD-2-Lesegerät anschaffen. Solche OBD-2-Geräte gibt es in verschiedenen Ausführungen (einfache Handgeräte, die nur den kryptischen Fehlercode anzeigen, dessen Bedeutung Sie dann ergoogeln müssen und komfortable Anzeigegeräte mit Klartext, sowie Notebook-basierte Lösungen), in unterschiedlichen Preislagen (von wenigen Euro bis zu vielen Hundert Euro) und mit deutlich unterschiedlichem Funktionsumfang (die meisten Geräte können nur lesen, hochpreisige, Fahrzeughersteller-abhängige Geräte dagegen bieten auch die Möglichkeit, Einstellungen am Steuergerät zu ändern und beispielsweise neues Zubehör am Steuergerät anzumelden; das VCDS/VAG-COM Diagnose-System für Volkswagen-Audi-Skoda-Seat ist hierfür ein Beispiel).

So lesen Sie den Computer von Autos aus

OBD-Dongle mit Smartphone-App

Als preiswerte Alternative zu den preiswerteren OBD-Geräten können Sie sich auch einen OBD-Bluetooth-Dongle samt der dazu passenden Smartphone-App besorgen. Die OBD-Daten überträgt der an die OBD-Dose angeschlossene Bluetooth-Dongle an die App auf Ihrem Smartphone. Ein Beispiel hierfür ist Torque Pro . Die App-Lösung hat aber einen Nachteil: Sie belastet den Akku Ihres Smartphones. Und falls Sie das Smartphone als Navigationsgerät verwenden, können Sie nicht zeitgleich die Daten des Bordcomputers auf dem Smartphone ablesen. Für den Dauereinsatz ist ein separates Gerät wie das Scangauge sicherlich die bessere Lösung.

Auch Pace Link One ist eine App für den OBD-Dongle samt angeschlossenem Server. Mit Pace Link One für 119 Euro rüsten Sie Ihren PKW mit einem Bord-Computer nach, führen in Echtzeit ein Fahrtenbuch und lesen Fehlercodes aus. Bei einem Unfall kann Pace einen automatischen Notruf auslösen – vergleichbar mit dem E-Call. Wir haben Pace getestet und erklären Vorteile und Nachteile.

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Improvisierte Head-Up-Displays

Ein Head-Up-Display blendet wichtige Informationen wie Route, Abbiegehinweise, Tempolimits, gefahrene Geschwindigkeit und Auffahrwarnungen auf die Windschutzscheibe vor dem Fahrer ein. BMW war einer der ersten Hersteller, der Head-Up-Displays (HUDs) in seinen Fahrzeugen als kostspieliges Extra anbot, mittlerweile ziehen auch andere Hersteller wie Mercedes-Benz und Mazda nach. Für vergleichsweise wenig Geld kann man so ein HUD etwas improvisieren - allerdings mit deutlichen Funktions- und Komforteinschränkungen gegenüber den ab Werk eingebauten HUDs. Beispielsweise bot Garmin so eine Nachrüstlösung an. Ja, es gibt sogar reine Smartphone-Lösungen, die allerdings nur nachts ein HUD simulieren können. Wer also unbedingt mal so ein HUD ausprobieren möchte, kann das mit den geeigneten Apps oder der Garminlösung machen. Doch wirklich wichtige Features wie die Auffahrwarnung gibt es bei diesen Billiglösungen nicht, ebenso fehlt die perfekte Ablesbarkeit bei jeder Tageszeit und bei allen Lichtverhältnissen und man muss zudem wieder mal den Akku seines Smartphones belasten. Und das Smartphone bei der App-Lösung zudem hinter der Windschutzscheibe ablegen. Alles in allem sind das reine Notlösungen.

Navigationsgeräte mit Echtzeitverkehrs-Informationen

Ein Navigationsgerät alias PND lockt heute niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Um sich gegen die immer stärker werdende Konkurrenz durch Smartphones mit Navigationslösungen wie Google Maps Navigation oder Here We Go behaupten zu können, müssen sich die Hersteller von Navigationsgeräten schon etwas einfallen lassen. Nämlich möglichst gute und brandaktuelle Verkehrslageinformationen, die es dem Benutzer ermöglichen, Staus frühzeitig zu umfahren und die Verweildauer auf der Straße so gering wie möglich zu halten. Beispiele hierfür sind Navigationsgeräte mit TomTom HD Live Traffic oder Garmin Navteq Traffic-Modelle. Oder aber Navigationsgeräte, die die speziellen Abmessungen von Gespannen mit Wohnanhängern oder von Wohnmobilen bei der Routenplanung berücksichtigen. So ein spezialisiertes PND ist das TomTom Go Camper, das wir genau getestet haben.

Sie versprechen dem Benutzer alle paar Minuten aktuelle Verkehrslageinformationen abzurufen und diese bei der Routenplanung zu berücksichtigen. Automatisch ändern derartige Navigationsgeräte die Route, wenn sich das Verkehrsgeschehen ändert und ermitteln eine Alternativroute. Für Auto-Fahrer, die aus beruflichen Gründen jedes Jahr mehrere zehntausend Kilometer fahren, sind solche Echtzeitverkehrsinformationen unverzichtbar.

Oder aber die Hersteller integrieren Zusatzfunktionen wie Kollisionswarner und Spurverlassenswarner sowie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung in das Navigationsgerät. Das ist bei der Garmin Nüvicam der Fall .

So werden aus Smartphones Navigationsgeräte

In der neuen Folge von Doppelklick erklärt PC-WELT-Experte Hans-Christian Dirscherl, wie sich Smartphones als Navigationsgeräte einsetzen lassen und wo die Unterschiede zu herkömmlichen Navis liegen.

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