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SOA-Know-how ist Voraussetzung

29.04.2008 | 10:57 Uhr | Christian Löbering

Ullmann erwartet sich von zukünftigen Mitarbeitern ein möglichst breites Know-how: "Auf .NET-Seite zählen für uns vor allem Fähigkeiten in C# und ASP.NET, aber auch Kenntnisse in den klassischen Disziplinen Visual Basic, ASP und Javascript." Darüber hinaus rechnet er SOA zu den vorrangigen Einstellungskriterien, weil das Autoportal zukünftig auf wiederverwendbaren Dienstkomponenten basieren wird. Im .NET-Umfeld sind hierfür entsprechende Kenntnisse des Service-Frameworks Windows Communication Foundation (WCF) erforderlich.

Doch Fachwissen allein macht noch keinen idealen Mitarbeiter, wie Ullmann weiß, und daher achtet er bei Personalgesprächen auch auf die menschlichen und sozialen Qualitäten der Bewerber: "Teamfähigkeit ist in diesem Job natürlich wichtig, wobei es aus meiner Sicht auch auf eine gesunde Balance ankommt zwischen der Fähigkeit, sich einzuordnen und der Freude an der Diskussion." Disziplin sei ebenfalls eine wichtige Eigenschaft, über die ein Entwickler verfügen müsse. Die Qualität seiner Arbeit hänge nicht zuletzt von der Einhaltung von "Coding Guidelines" und dem Erstellen von Dokumentationen ab.

Dass .NET mittlerweile in großen Konzernen angekommen ist, bestätigt Frank Blankertz von der West LB. Der Chief System Engineer des Finanzkonzerns schildert, wie Microsofts Unternehmensplattform in seinem Umfeld allmählich an Bedeutung gewann: "Wie bei vielen Großbanken dominierte auch bei uns eine J2EE-Landschaft, .NET spielte anfänglich nur eine Nebenrolle. Seit etwa zwei Jahren jedoch setzen wir auch größere Projekte auf .NET-Basis im Handel und der Depotbankkontrolle auf." Vor allem die Web-Service-Integration hat die Experten der West LB dazu motiviert, bei Architekturentscheidungen .NET zukünftig gleichwertig mit J2EE zu behandeln.

Das Know-how der Mitarbeiter sollte sich dabei aber keinesfalls auf .NET- oder Microsoft-Technologie beschränken, so Blankertz: "Entwickler und IT-Profis müssen auf jeden Fall mit der heterogenen Welt großer IT-Organisationen vertraut sein, damit sie in diesem Umfeld Software erstellen und integrieren können." Der IT-Manager unterstreicht am Beispiel der West LB, was Plattformvielfalt bedeutet. So reiche die Bandbreite der Betriebssysteme im Unternehmen vom Mainframe über Unix und Linux bis zu Windows; die Datenbanken kommen von Oracle, Microsoft, IBM und Sybase, und die Applikations-Server repräsentieren die beiden Säulen J2EE und .NET.

Blankertz skizziert die erwarteten Voraussetzungen für Mitarbeiter folgendermaßen: "Sie müssen vor allem Softwarearchitekturen, Implementierungs- und Betriebskonzepte kennen. Wichtig sind aber auch Erfahrungen mit Software- Lifecycle-Management und in der Qualitätssicherung, weil hierin unsere zentralen Differenzierungskriterien gegenüber dem Wettbewerb liegen."

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