Litan plädiert klipp und klar für eine Zerschlagung des Microsoft-Konzern. Allein für die Betriebssysteme sollte es drei Unternehmen geben, die auch untereinander konkurrieren. Ein viertes Unternehmen kümmere sich um "Sonstiges": Anwendungen und Service.

Microsoft-Chef Bill Gates solle sich aussuchen, welches Unternehmen er leiten wolle. In die anderen Unternehmen werden die übrigen Microsoft-Manager verfrachtet - auf keinen Fall dürften sie mit Gates in einem Unternehmen arbeiten. Die 18-Milliarden-Dollar-Cash-Reserve von Microsoft sollten an alle vier Bereiche gleichmäßig verteilt werden.

Die Kritiker dieser Idee glauben bislang, daß die Anwender dann schon bald mit inkompatiblem Betriebssystemen konfrontiert würden. Dem widerspricht Litan: "Zumindest in unmittelbarer Zukunft wird dies nicht passieren, da alle Systeme auf der gleichen Code-Basis aufbauen". Und wenn es in Zukunft zu Inkompatibilitäten komme, könnten immer noch andere Firmen einspringen und "Brücken-Produkte" anbieten.

"Diese Lösung würde wirkliche Innovationen bringen, und das ist das Ziel. Der Preis, der dafür eventuell zu zahlen ist, heißt Inkompatibilität".

Seine Schlußfolgerung: "Vielleicht bricht der Markt für Betriebssysteme zusammen, und am Ende gibt es nur einen Gewinner. Aber wer das auch ist, dieser Prozeß wird ihm vor Augen sein."

Robert Litan ist Direktor Wirtschaftliche Studien an der Brookings Institution

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