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Ribbon – das Kernstück der neuen Office-Oberfläche

23.03.2009 | 08:40 Uhr | Markus Pilzweger

Bereits beim ersten Start fällt das neu gestaltete Interface auf. Die alte Menüstruktur und die Standard-Symbolleiste sind komplett verschwunden. An deren Stelle breiten sich neue Bedienelemente aus, die den alten nur auf den ersten Blick ähneln. Die Funktionen stehen nun über das kontextsensitive „Ribbon“ (englisch für Band, Streifen) zur Verfügung. Register und aufklappbare Dialoge sorgen für mehr Ordnung.

Für langjährige Office-Nutzer wirkt die neue Programmoberfläche zunächst etwas exotisch, das Prinzip ist aber recht einfach. Statt über einen Menüpunkt rufen Sie über eine Registerkarte, zum Beispiel „Start“, jeweils die komplette zugehörige Ribbon-Multifunktionsleiste auf. Auf dieser Leiste fasst Office 2007 in Form von Symbol- und Textschaltflächen passende Optionen zusammen. Beim Klicken auf einen Eintrag erscheint also kein Menü, sondern die Symbolleiste wechselt auf eine andere Kategorie von Funktionen. Sie bekommen praktisch nie Bedienelemente zu Gesicht, die nicht zum gerade bearbeiteten Objekt passen. Wer sich gut mit Office 2003 auskennt, muss sich also umstellen. Er hat keine Möglichkeit, auf so etwas wie eine klassische Ansicht zu wechseln: Das neue Design ist fest eingebaut und kann nicht abgewählt werden.

Im Fall von „Start“ legen Sie in Word und Excel zum Beispiel mit der Eingabe von Text- oder Tabelleninhalten los und stoßen im Ribbon gleich auf die passenden Funktionen, etwa zum Formatieren. Die rein kontextbezogenen Kommandos bringen Übersicht in den Formatierungs- und sonstigen Befehlswirrwarr. Ebenfalls hilfreich für Einsteiger sind die zugehörigen Tool-Tipps. Dasselbe gilt für die Live-Vorschau von Designs und Effekten, die Sie aktivieren, indem Sie den Mauszeiger darüberbewegen. Besonders bei Monitoren mit geringerer Auflösung (1024 x 768 Pixel) verschwindet die Vorschau jedoch bisweilen unter dem jeweiligen Auswahlmenü.

Alles neu: Das Herzstück der generalüberholten Oberfläche von Office 2007 ist die kontexintensive Menü- und Iconleiste namens Ribbon. Sie erspart den Weg durch lange Menüs, erfordert allerdings auch eine gewisse Umgewöhnungszeit
Vergrößern Alles neu: Das Herzstück der generalüberholten Oberfläche von Office 2007 ist die kontexintensive Menü- und Iconleiste namens Ribbon. Sie erspart den Weg durch lange Menüs, erfordert allerdings auch eine gewisse Umgewöhnungszeit
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Wenn Sie auf ein Objekt in Ihrem Dokument klicken, etwa eine Grafik, passt sich die Leiste automatisch an und zeigt entsprechende Befehle zur Grafikbearbeitung. Per Rechtsklick rufen Sie wie gewohnt das überarbeitete Kontextmenü auf. Schwachpunkt: Nicht alle Bezeichnungen für Ribbons assoziieren beim Benutzer die darin enthaltenen Optionen.

Menüzugriff über die Schaltfläche „Office“

Auf Anhieb nicht leicht zu finden: Links oben unter der Schaltfläche „Office“ verbirgt sich das Menü, das alle Funktionen zum Öffnen, Speichern, Drucken und Veröffentlichen eines Dokuments enthält. Dazu gehören auch Funktionen zum Senden der Datei oder zum „Vorbereiten“. Mit dieser Funktion können Sie nicht nur überprüfen, ob Sie in einem Dokument versteckte Informationen mitliefern. Sie können hier solche Infos auch bearbeiten oder das Dokument etwa verschlüsseln. Auch die Optionen zum Verändern der Standardeinstellungen des jeweiligen Programms haben die Entwickler in dieses Restmenü hineingestopft.

Manche Funktion mussten wir dennoch länger suchen: Makrofunktionen beispielsweise fanden wir schließlich unter „Office, Word-Optionen (oder Excel-Optionen), Häufig verwendet, Entwicklerregisterkarte in der Multifunktionsleiste anzeigen“. Möglicherweise wurden die entsprechenden Befehle absichtlich so gut versteckt, um ein Problem des neuen Konzepts zu verbergen: Zwar sollten die meisten Ihrer alten Makros in Office 2007 weiterhin lauffähig sein, doch die Zuordnung zu selbst erstellten Menü-Einträgen und Schaltflächen ist verloren – und damit auch ihr größter und eigentlicher Nutzen.

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