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Reich durch E-Sport?

17.05.2011 | 12:00 Uhr |

Bleibt noch, Profispieler zu werden, was nur die größten Talente schaffen. Jene tummeln sich vor allem in der Bundesliga des E-Sports, der Electronic Pro Series. Veranstalter ist die Firma Turtle Entertainment aus Köln. Tobias Merklinghaus, bis vor kurzem noch Pressesprecher, nennt uns Zahlen: "Die besten deutschen Spieler verdienen bis zu 5.000 Euro pro Monat, wobei sich das Festgehalt zwischen 1.000 und 1.500 Euro bewegt." Den Löwenanteil machen Prämien aus. In Europa ist nach wie vor "Counterstrike 1.6" am einträglichsten.

Test: Ego-Shooter Homefront

Die bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Akteure aber, Daniel "Hero" und Dennis "Styla" Schellhase, spielen Fußball und haben sich in "Fifa" mehrfach zum Weltmeistertitel geschossen. Über Geld sprechen sie nicht, da sie sich an Verträge halten müssen. "Wenn man extrem erfolgreich ist, kann man einiges verdienen, so viel sei verraten", munkeln sie. Aktiv sind die Kicker für den Clan Sk-Gaming. Der ist kein popeliger Verein, sondern ein mittelständisches Kölner Unternehmen, das als Real Madrid des E-Sports gilt. Manager Alexander Tobias Müller gibt uns einen weiteren Hinweis, was Profispieler verdienen: Der Koreaner June "Lyn" Park habe im Turnierjahr 2008 bei "Warcraft 3" umgerechnet fast 95.000 Euro an Preisgeldern geholt. Dazu kam ein "guter fünfstelliger Betrag als Bonus und zur Kostendeckung" von Sk-Gaming.

Angespielt: Metro 2033 - düsterer Ego-Shooter

Stephan Gabler aus Leipzig, bis 2008 selbst Profispieler in der "Call of Duty"-Reihe, macht klar, wie Clans ihre Akteure hofieren: "Sie werden keineswegs mit den billigsten Flügen oder Hotels abgespeist." Doch obwohl sich der Jahresumsatz von ESL-Betreiber Turtle nach Eigenangaben auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag beläuft, gilt die Bundesrepublik im E-Sport als Entwicklungsland. "Im asiatischen Raum feiert man Spieler wie Hollywoodstars. Da darf’s schon mal eine Fünf-Sterne-Unterkunft sein", sagt Gabler. Der 22-Jährige würde künftig auch gern seinen Lebensunterhalt mit Spielen bestreiten. Deshalb starten er und der noch aktive Profispieler Mario Wollenburg aus Tribsees (Mecklenburg-Vorpommern) im kommenden Jahr eine eigene Liga, die Allstars Gaming League.

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