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Kompatibilität und Hausautomation

23.01.2013 | 12:32 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Aus Kompatibilitätsgründen: Entscheidung für ein System
Was in der Theorie einfach klingt, gestaltet sich in der Praxis weit schwieriger. So lässt die universelle Lösung für alle Smart-Home-Aufgaben weiter auf sich warten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Industrie sich bis heute nicht auf einen Standard einigen konnte: X10, CEBus und Insteon heißen allein bisherige Protokolle. Mittlerweile läuft zwar manches über den Netzwerkstandard TCP/IP, es könnte aber noch viel mehr sein.

Für den Verbraucher bedeutet dies vor allem, dass die Heimautomatisierungssysteme verschiedener Hersteller untereinander in aller Regel nicht kompatibel sind. Entscheidet man sich für einen Anbieter, muss man bei diesem bleiben, andere Komponenten bleiben außen vor. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Kauf den primären Einsatzzweck klar zu machen und Erweiterungsmöglichkeiten zu vergleichen. Das betrifft insbesondere die Bedienung, Steuerung und Überwachung per App und Internet-Browser. Denn nicht alles, was sich intelligent nennt, ist auch durchdacht. Einige Hersteller beschränken sich bei ihrer Hausautomation auf eine Funkfernbedienung.

Die Steuerzentrale des Smarthome-Systems von RWE ist ins Internet eingebunden, die Module im Haus kommunizieren per Funk mit der zentralen Einheit.
Vergrößern Die Steuerzentrale des Smarthome-Systems von RWE ist ins Internet eingebunden, die Module im Haus kommunizieren per Funk mit der zentralen Einheit.
© RWE

Vergleichsweise umfassende Lösungen sind die „SmartHome“-Welt des Energieversorgers RWE und das „HomeMatic“-Pendant von eQ-3 . Beide Systeme bestehen aus einer Steuerzentrale, die über den Router ins Heimnetz eingebunden wird und sich per Browser oder App mit dem Smartphone und Tablet-PC (jeweils iOS und Android) einrichten und steuern lässt. Mit der Steuerzentrale kommunizieren die einzelnen Module, also Bewegungsmelder, Fensterantriebe und viele weitere Komponenten per Funk. So kann man via Handy, Tablet oder Browser auf das gesamte System zugreifen.

Doch gerade die Funkstrecke daheim steht auch in der Kritik, weil sie – systembedingt – anfälliger für Störungen ist als ein BUS-System per Kabel. Pauschale Wertungen sind allerdings wenig aussagekräftig, weil es wie bei WLAN stark auf die konkreten baulichen Verhältnisse vor Ort ankommt. Das kabelgebundene KNX-System ist gegen solche Störungen immun, spielt aber auch preislich in einer anderen Liga als die Startersets von RWE oder eQ-3 für 300 bis 400 Euro und muss in aller Regel von einer Fachfirma installiert werden.

Dafür sind die KNX-Komponenten verschiedener Hersteller anders als die übrigen Systeme untereinander kompatibel. Mehr Informationen inklusive Begriffslexikon finden Sie im deutschen User-Forum . Preislich und funktionell deutlich unter „SmartHome“ und „HomeMatic“ liegen andere Produktlinien, die Elektronikanbieter wie Conrad, ELV und Reichelt im Programm haben, beispielsweise Home Easy, RSL, Free Control oder FS 20.

Die TV-Technik der Zukunft

Hausautomation: Mehr Komfort, mehr Sicherheit
Der Begriff Smart Home sagt es schon: Home Automation soll auch smart sein, also pfiffig und schick. Doch längst nicht alle Einsatzszenarien sind wirklich sinnvoll: So mag es noch nett sein zu erfahren, dass die Pullis in der Waschmaschine gerade bei 42 Grad gewaschen werden oder dass das Restprogramm noch 37 Minuten läuft. Doch mal ehrlich: Es geht auch ohne diese Infos!
Sinnvoller sind andere Einsatzzwecke: So lässt sich der Heizkörperthermostat gezielt eine halbe Stunde vor dem Heimkommen aufdrehen. Damit hat man es gleich warm, ohne dafür den ganzen Tag heizen zu müssen. Auch das automatisches Lüften oder Schließen gekippter Fenster bei aufziehendem Gewitter ist praktisch.

Zum Fernsteuern von Fenstern sind teilweise Aktoren erforderlich. Im Bild das Fensterschließsystem Winmatic aus der Homematic-Serie von eQ-3.
Vergrößern Zum Fernsteuern von Fenstern sind teilweise Aktoren erforderlich. Im Bild das Fensterschließsystem Winmatic aus der Homematic-Serie von eQ-3.
© eQ-3

In Sachen Sicherheit sind Rauchmelder oder der bereits erwähnte Einbruchschutz bedeutsam, die per IP oder Telefon/SMS über Notfälle informieren. Die automatische Aufzeichnung per IP-Kamera ist da schon die Luxuslösung, und wer ganz sicher gehen will, kombiniert sie mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV), damit Einbrecher kein zu leichtes Spiel haben. Einfacher sind Systeme mit schlichtem Alarm per Mail oder auf dem Handy. Vor allem um Komfort geht es beim automatischen Schließen und Öffnen der Jalousien oder beim Licht-Management. Das ist wie bei der Zentralverriegelung beim Auto: Ist es einmal da, möchte man die Bequemlichkeit nicht mehr missen.

PC-WELT Marktplatz

Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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