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PC & Co. sicher für Groß und Klein

12.04.2011 | 11:35 Uhr |

Dem Nachwuchs PC und Smartphone zu verbieten, ist keine schlaue Lösung. Doch es gibt zahlreiche Schutzfunktionen, mit deren Hilfe Sie den jüngeren Familienmitgliedern sorgenfrei Ihre Geräte überlas-sen können.

"Darf ich mal schnell an deinen PC?" Diesen Satz haben Sie von Familienmitgliedern sicher schon oft gehört. Doch für jedes Familienmitglied einen eigenen Rechner und ein eigenes Smartphone anzuschaffen, ist nicht nur finanziell aufwendig, sondern auch eine technische Herausforderung. Als Kompromisslösung teilt man sich die im Haushalt verfügbaren Geräte. Dabei müssen Sie zuerst einmal darauf achten, dass Ihre Daten vor neugierigen Blicken geschützt bleiben, wenn Sie Ihrem Nachwuchs nicht permanent über die Schulter schauen wollen. Mit zunehmendem Alter wird das ohnehin schwieriger und später, wenn die Kinder eigene Geräte haben, sogar unmöglich. Dann wird es wichtiger, die Zeit einzugrenzen, die sie am PC verbringen und sie vor den Gefahren aus dem Internet zu schützen.

„Kinder müssen lernen, mit PC & Co. umzugehen. Das können Sie mit Schutzfunktionen unterstützen.“

Windows, Android und iOS bieten dafür Bordmittel, die unterschiedlich umfangreich ausfallen. Den Onlinezugang regeln Sie am besten mithilfe von Schutzfunktionen des Heimrouters. In diesem Artikel beleuchten wir die technischen Hilfsmittel, mit denen Sie Regeln etwa zur Bildschirmzeit oder Dauer der Onlinenutzung durchsetzen können. Absolute Kontrolle bieten diese nicht – und das ist auch gar nicht wünschenswert, denn Technik kann Medienkompetenz nur unterstützen, nicht ersetzen.

Windows-PC für die gemeinsame Nutzung einrichten

Damit mehrere Personen einen Windows-PC nutzen können, sollte jeder ein eigenes Benutzerkonto haben. Damit schränken Sie den gegenseitigen Zugriff auf Dateien ein. Zusätzliche Nutzer legen Sie unter „Einstellungen -> Konten -> Familie & weitere Kontakte“ an, indem Sie auf „Diesem PC eine andere Person hinzufügen“ klicken. Windows will eine E-Mail-Adresse mit dem Konto verknüpfen, um ein Microsoft-Konto zu erstellen. Sie können jedoch über die entsprechende Option einen Benut-zer ohne Microsoft-Konto hinzufügen, also ein lokales Konto einrichten. Auf jeden Fall sollte der Kontotyp „Standardbenutzer“ lauten, nicht Administrator. Den Kontotyp sehen Sie, indem Sie in den Einstellungen beim entsprechenden Benutzer auf „Kontotyp ändern“ gehen.

Einem Nutzer mit Standardkonto sind systemnahe Tätigkeiten untersagt, zum Beispiel Programme zu installieren oder Änderungen im Geräte-Manager vorzunehmen. Einen besseren Schutz bei der gemeinsamen PC-Nutzung ermöglicht unter Windows 10 ein Familienkonto. Damit können Sie die Onlinezeit kontrollieren sowie Programme und Medien sperren.

Sie müssen dafür mit einem Microsoft-Konto am Rechner angemeldet sein. Gehen Sie jetzt zu „Einstellungen -> Konten -> Familie & weitere Kontakte -> Familienmitglied hinzufügen“. Im Anschluss daran klicken Sie auf „Kind hinzufügen“ und geben dann die E-Mail-Adresse ein, an die Sie die Einladung für das Familienkonto senden möchten. Diese Adresse muss mit einem Microsoft-Konto verbunden sein. Alternativ klicken Sie auf „Die Person, die ich hinzufügen möchte, besitzt keine E-Mail-Adresse“. Nun können Sie eine neue Outlook.de-Adresse als Microsoft-Konto einrichten. Oder Sie wandeln ein lokales Konto, das auf dem Computer besteht, in ein Microsoft-Konto um, indem Sie es mit einer E-Mail-Adresse verknüpfen: Melden Sie sich hierzu mit dem lokalen Konto an und gehen Sie als Nächstes zu „Einstellungen -> Konten“. Dort klicken Sie auf „Stattdessen mit einem Microsoft-Konto anmelden“. Überdies geben Sie die Informationen für ein bestehendes Microsoft-Konto ein oder legen ein neues an. Die Anmeldung müssen Sie mit dem Kennwort für das lokale Konto bestätigen oder Sie klicken sofort auf „Weiter“, wenn das Konto kein Passwort besitzt. Nachdem Sie sich mit Ihrem Konto erneut angemeldet haben, fügen Sie das neue Microsoft-Konto des Familienmitglieds zur Familie hinzu.

Mit der Familienfunktion lassen sich die Aktivitäten von PC-Nutzern reglementieren.
Vergrößern Mit der Familienfunktion lassen sich die Aktivitäten von PC-Nutzern reglementieren.

In beiden Fällen bekommt das Familienmitglied eine Einladung an die E-Mail-Adresse, mit der Sie das Microsoft-Konto verknüpft haben. Wenn es die Einladung annimmt, fordert Microsoft noch Angaben zum Namen sowie zum Geburtsdatum. Daraufhin kann sich das Familienmitglied nur noch über das Microsoft-Konto anmelden, das Sie über die Familienfunktion einschränken können. Dabei muss der PC online sein, um die Familieneinstellungen zu übernehmen. Starten Sie ihn danach ebenfalls neu, ansonsten lässt sich der Kinderschutz aushebeln, indem das Familienmitglied auf ein lokales Konto wechselt, das sich nicht der Familie zuordnen lässt. Melden Sie sich mit Ihrem Hauptkonto an, lassen sich Berechtigungen für das Kinderkonto unter „Einstellungen -> Konten -> Familie & weitere Kontakte, Familieneinstellungen online verwalten“ einstellen. Das Browser-Menü für das Familienkonto erreichen Sie auch über die Webseite https://account.microsoft.com/family/ .

Lesetipp Windows 10: Die neuen Sicherheitsfeatures im Creators Update

Nun können Sie unter „Aktuelle Aktivität überprüfen“ sehen, welche Webseiten das Familienmitglied besucht hat und welche Apps es benutzt. Dort lässt sich auch ein wöchentlicher Aktivitätsbericht per E-Mail einrichten. Unter „Webbrowsen“ können Sie Webseiten für das Familienmitglied erlauben oder sperren. Wenn Sie die Option „Nur Websites auf der Liste zulässiger Websites anzeigen“ markieren, dann sind alle Webseiten außer den unter „Nur diese zulassen“ eingetragenen gesperrt. Ruft das Kind eine entsprechende Webseite auf, zeigt der Browser eine Meldung, dass das Familienmitglied per E-Mail eine Zustimmung bei Ihnen anfordern kann, diese Seite zu besuchen. Diese Sperre lässt sich nicht durch einen anderen Browser umgehen, da die Installation von Programmen bei einem Nutzerkonto mit Standardrechten ohnehin untersagt ist. Einen bereits installierten Browser – beispielsweise Chrome oder Firefox – blockieren die Familieneinstellungen, wie Sie unter „Apps, Spiele und Medien“ sehen können. Dort lässt sich darüber hinaus eine Alterssperre für Apps aus dem Windows Store einrichten. Auf Anwendungen, die auf dem Rechner vor dem Starten der Familienfunktion für sämtliche Benutzer installiert wurden, hat diese Maßnahme jedoch keinen Einfluss.

Die Einstellungen für Windows-Familienmitglieder können Sie über den Browser erledigen.
Vergrößern Die Einstellungen für Windows-Familienmitglieder können Sie über den Browser erledigen.

Mit „Computerzeit“ legen Sie die Bildschirmzeit für Xbox und Rechner fest, indem Sie den Schalter bei „Zeitlimits für die Gerätenutzung meines Kinds festlegen“ auf „Ein“ stellen und in der Tabelle die erlaubten Zeiten festlegen – entweder als Zeitguthaben oder als Zeitraum. Die Einstellungen gelten dabei jeweils für ein Gerät, das mit dem Kinderkonto verbunden ist – wenn Sie zwei Stunden Guthaben erlauben, hat das Kind jeweils zwei Stunden Bildschirmzeit pro Rechner. Ist die Zeit abgelaufen, erscheint auf dem PC eine entsprechende Meldung: Sie können dann dem Familienmitglied über Ihr Admin-Konto sofort mehr Zeit einräumen oder es sendet eine E-Mail-Anfrage, auf die Sie antworten und eine längere Zeitspanne einräumen können.

Bildschirmzeit durch E-Mail-Anfrage zustimmen oder per Admin-Passwort verlängern.
Vergrößern Bildschirmzeit durch E-Mail-Anfrage zustimmen oder per Admin-Passwort verlängern.

Kinderschutz fürs Smartphone: Diese Funktionen bietet Android

Unter Android lassen sich mehrere Benutzerkonten ab Version 4.3 auf Tablets und ab Version 5 auf Smartphones einrichten – sofern der Hersteller diese Funktion des Betriebssystems unterstützt. Hierdurch lässt sich der gegenseitige Zugriff auf Apps, Dateien und Inhalte wie Nachrichten, E-Mails und Fotos unterbinden. Doch anders als beim Windows-Standardkonto haben unter Android auch andere Benutzer weitgehende Rechte, so können sie beispielsweise ein eigenes Google-Konto anlegen, um Apps herunterzuladen und zu installieren. Das Gleiche gilt für das Benutzerkonto „Gast“, das meistens schon ab Werk angelegt ist. Sie können allerdings einen Jugendfilter im Play Store aktivieren, sodass nur Apps angezeigt und installiert werden können, die eine entsprechende Altersfreigabe haben. Tippen Sie dafür im Play Store auf „Einstellungen -> Jugendschutzeinstellungen“. Um die Funktion zu aktivieren, müssen Sie eine PIN vergeben, die Sie für alle Änderungen benötigen. Anschließend können Sie überdies eine Altersgrenze für Apps, Filme, Serien und Musik eingeben.

Wenn Sie ein Android-Gerät sorgenfrei weitergeben können, dann sollten Sie unbedingt ein eingeschränktes Profil aktivieren. Dies ist jedoch lediglich auf Tablets mit Android 4.3 oder höher verfügbar. Hier können Sie für jede Applikation einzeln den Zugriff erlauben und auf diese Weise zum Beispiel auch die Installation über den Play Store unterbinden. Bereits installierte Apps kann allerdings auch ein Benutzer mit einem eingeschränkten Profil löschen.

Mit der Bildschirmfixierung können Sie dem Nachwuchs Ihr Android-Smartphone überlassen.
Vergrößern Mit der Bildschirmfixierung können Sie dem Nachwuchs Ihr Android-Smartphone überlassen.

Wollen Sie Ihr Android-Gerät nur kurz weitergeben, sichern Sie es am besten mit der Bildschirmfixierung: Der andere Nutzer sieht dann nur die gerade aktive App und kann keine anderen Einstellungen erreichen. Sie finden diese Funktion in den Android-Einstellungen unter Sicherheit: Aktivieren Sie einfach die Funktion und starten Sie anschließend die App, die Sie fixieren möchten. Rufen Sie danach die zuletzt geöffneten Apps über das Quadratsymbol auf. Bei der App im Vordergrund erscheint daraufhin unten rechts ein kleines Pin-Symbol. Wenn Sie dieses berühren, ist die App fixiert. Wollen Sie die Bildschirmfixierung aufheben, drücken Sie gleichzeitig das Pfeil-und das Quadratsymbol und kommen Sie zum Startbildschirm zurück. Weil dieser Hinweis auch für den anderen Benutzer eingeblendet wird, wenn er eines der Steuersymbole berührt und sich die Bildschirmfixierung ebenfalls durch einen Neustart aufheben lässt, sollte der Zugriff auf das Smartphone unbedingt per PIN geschützt sein.

Möchten Sie jüngere Familienmitglieder das Smartphone oder Tablet unbeaufsichtigt benutzen lassen, empfehlen sich unter Android besondere Apps: Diese verbinden Filter-so-wie Schutzfunktionen mit einer kindgerechten Oberfläche. So können Sie zugelassene Apps auswählen und jede Funktion des Mobilgeräts sperren. Außerdem lassen sich erlaubte Webseiten und Bildschirmzeiten definieren. Die Einstellungen der App sperren Sie mithilfe einer vierstelligen PIN. Empfehlenswert sind beispielsweise Kids Place und der Samsung-Kindermodus, der jedoch nur auf den Geräten des Herstellers verfügbar ist.

Mehr Kinderschutzfunktionen als Android bieten Apps wie Kids Place.
Vergrößern Mehr Kinderschutzfunktionen als Android bieten Apps wie Kids Place.

So geht’s: iPhone und iPad für Kinder absichern

Mehr Möglichkeiten zum Schutz eines gemeinsam genutzten Mobilgerätes bieten die Bordmittel von iOS. Damit können Sie zum Beispiel untersagen, dass Apps gestartet oder Einstellungen geändert werden dürfen. Und Sie können auch bestimmen, dass nur eine bestimmte App genutzt werden kann, wenn Sie das iPad oder iPhone nur kurz aus der Hand geben.

Die Zugriffsrechte legen Sie unter „Allgemein -> Einschränkungen -> Einschränkungen aktivieren“ fest. Im nächsten Schritt müssen Sie einen Code festlegen, um die Einstellungen zu sichern. In diesem Menü können Sie bestimmte Apple-Apps wie Safari, Kamera, Siri, Facetime oder Airdrop sperren. Andere Apps untersagen Sie im Abschnitt „Zulässiger Inhalt“ – ganz oder abhängig vom Alter des Benutzers. Die gesperrten Apps erscheinen sodann auch nicht mehr auf dem Bildschirm. Des Weiteren können Sie den Zugang zum App Store sowie zum iTunes Store und zu Apple Music sperren. Auch Medien wie etwa Filme, Sendungen und Musik lassen sich komplett oder abhängig von einer Altersgrenze sperren. Bei Websites können Sie außerdem unter „Nur bestimmte Websites“ eigene URLs hinzufügen, die erlaubt sein sollten. Umständlich: Wenn Sie die Einschränkungen aufgehoben haben, da Sie das iOS-Gerät wieder selbst benutzen wollen, müssen Sie sie beim nächsten Mal erneut einrichten – die Einstellungen werden nicht gespeichert.

Über „Einschränkungen“ können Sie bei einem iOS-Gerät Apps und Zugriff auf Systemfunktionen sperren.
Vergrößern Über „Einschränkungen“ können Sie bei einem iOS-Gerät Apps und Zugriff auf Systemfunktionen sperren.

Soll der zwischenzeitliche iPad-oder iPhone-Benutzer lediglich eine App zu Gesicht bekommen, dann schalten Sie einfach den „Geführten Zugriff“ ein. Sie finden diese Funktion in den Einstellungen unter „Allgemein -> Bedienungshilfen“. Legen Sie im ersten Schritt einen sechsstelligen Code fest und starten Sie nun die App. Daraufhin drücken Sie dreimal auf den Home-Knopf, um die App zu fixieren: Anschließend können Sie noch die Tasten und die Touchbedienung deaktivieren sowie eine Zeitdauer für den geführten Zugriff festlegen, bevor Sie diesen mithilfe von „Starten“ oben rechts beginnen lassen. Mit einem dreimaligen Klick auf den Home-Knopf der Eingabe des Codes heben Sie die Zugriffsbeschränkung wieder auf.

Lesetipp Kindersicherung für Tablet und Smartphone einrichten

Kinderschutz im Router: Webfilter und Onlinezeit

Wenn Sie Schutzfunktionen im Router aktivieren, erfassen Sie damit alle Geräte im Heimnetz. So sperren Sie den Zugang zu bestimmten Webseiten und limitieren die Onlinezeit. Dies ist effektiv, weil nur die wenigsten Rechner im Offlinemodus wirklich Spaß machen.

Wie Sie den Internetzugriff steuern können, hängt vom jeweiligen Router ab. Wir zeigen die Schutzfunktionen am Beispiel der Fritzbox.

Im Menü der Fritzbox gehen Sie zu „Internet -> Filter -> Kindersicherung“. Hier sehen Sie alle Geräte, die bislang mit dem Router verbunden waren. Jedem Gerät lässt sich ein bestimmtes Zugangsprofil zuweisen. Darin legen Sie die Zeit fest, in welcher der Internetzugang erlaubt ist, und gestatten den Zugriff auf bestimmte Webseiten und Netzwerkdienste wie etwa Onlinespiele oder Peer-to-Peer-Netzwerke. Haben Sie ein passendes Profil erstellt, so können Sie es auch mehreren Geräten zuordnen, damit die Kindersicherung zum Beispiel nicht nur auf dem Windows-PC, sondern auch auf einem Android-Smartphone funktioniert.

Ein neues Profil können Sie unter „Internet -> Filter -> Zugangsprofile, Neues Zugangsprofil“ anlegen. Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen. Anschließend können Sie die mögliche Onlinezeit beschränken: Hierzu legen Sie entweder die Tage und die Uhrzeit fest, zu denen der Internetzugang erlaubt beziehungsweise gesperrt sein soll. Oder Sie gewähren ein tägliches Zeit-Budget für die Onlinenutzung. Wenn Sie „gemeinsames Budget“ markieren, gilt die erlaubte Onlinezeit für alle Geräte mit diesem Profil. Ist die vereinbarte Zeit abgelaufen, sieht der Nutzer des Geräts statt der Webseite einen Hinweis, dass das Online-Budget ausgeschöpft ist. Über eine Ticketnummer, die sich im Hinweisfenster eingeben lässt, können Sie nun 45 weitere Minuten gewähren. Die Ticketnummer finden Sie im Fritzbox-Menü unter „Internet -> Filter -> Zugangsprofile“ ganz unten.

Über den Kinderschutz der Fritzbox weisen Sie Geräten im Heimnetz Profile zu.
Vergrößern Über den Kinderschutz der Fritzbox weisen Sie Geräten im Heimnetz Profile zu.

Wollen Sie, dass das Gerät nur auf bestimmte Webseiten zugreifen darf, oder wollen Sie ihm Webseiten untersagen, markieren Sie „Internetseiten filtern“. Die entsprechenden erlaubten oder verbotenen Seiten tragen Sie unter „Internet -> Filter -> Listen“ ein, indem Sie hinter „Erlaubte Internetseiten (Whitelist)“ oder „Gesperrte Internetseiten (Blacklist)“ auf „Bearbeiten“ klicken. Jede Liste fasst maximal 500 Einträge, die Sie mittels Leertaste trennen. Standardmäßig ist auch das BPjM-Modul aktiviert: Damit sperrt die Fritzbox Webseiten, welche die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert hat. Schließlich ermöglicht die Fritzbox es Ihnen auch, bestimmte Netzdienste zu sperren. Vorkonfigurierte Dienste lassen sich im Drop-down-Menü neben „Netzwerkanwendung sperren“ auswählen. Wenn Sie eine nicht aufgeführte wählen wollen, wechseln Sie zu „Listen“ und klicken auf „Netzwerkanwendung hinzufügen“. Vergeben Sie einen Namen für die Sperre, als Nächstes müssen Sie das Protokoll sowie die Quell-und Zielports eingeben, die der Dienst nutzt. Wenn Sie das Profil nach Ihren Wünschen eingerichtet haben, weisen Sie es dem Gerät oder den Geräten zu, für die es gelten soll: Klicken Sie in der Liste unter „Internet -> Filter -> Kindersicherung“ in der Zeile des entsprechenden Geräts auf das Drop-down-Menü in der Spalte „Zugangsprofil“.

Je nachdem, wie rigoros Sie den Internetzugang sichern wollen, sollten Sie des Weiteren Hintertüren schließen: Denn Suchbegriffe wie „Fritzbox Kindersicherung umgehen“ sind bei Google sehr beliebt.

Die Fritzbox kann auch den Onlinezugriff aus dem Heimnetz auf festgelegte Zeiten beschränken.
Vergrößern Die Fritzbox kann auch den Onlinezugriff aus dem Heimnetz auf festgelegte Zeiten beschränken.

Grundsätzlich empfiehlt es sich – nicht bloß zum Zweck der Kindersicherung – auf allen Windows-PCs nur Benutzerkonten mit Standardrechten zu nutzen. Bei der Fritzbox legen Sie ein individuelles Passwort für den Menüzugang fest, denn bei neueren Modellen ist das werkseitig vergebene Passwort unten auf dem Gehäuse aufgedruckt. Ein neues Passwort erstellen Sie im Menü bei „System -> FRITZ!Box-Benutzer -> Anmeldung im Heimnetz, Anmel dung mit einem FRITZ!Box-Kennwort“.

Weitere Gegenmaßnahmen, welche das Aushebeln der Kindersicherung erschweren, sind beispielsweise das Zuweisen derselben IP-Adresse durch die Fritzbox an das Gerät im Heimnetz. Klicken Sie hierfür in der Heimnetzübersicht beim betreffenden Gerät auf „Details“ und markieren Sie „Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen“. Haben Sie ein Gast-WLAN, kann ein Gerät trotz Kindersicherung auch darüber online gehen. Das unterbinden Sie, indem Sie im zugeordneten Profil die Option „Nutzung des Gastzugangs gesperrt“ markieren. Da Sie das angepasste Profil lediglich auf Geräte anwenden können, die der Fritzbox bekannt sind, lässt sich die Kindersicherung mit einem anderen Gerät oder einer anderen Zugangsart aushebeln – beispielsweise wenn anstatt des WLANs ein LAN-Kabel oder anstatt des eingebauten Funkmodules ein zusätzlicher WLAN-Stick verwendet wird. Dem schieben Sie einen Riegel vor, indem Sie beim Zugangsprofil „Standard“ die Internetnutzung sperren.

Damit die Kinder nicht alles sehen: Filter für Youtube

Mit den Kinderschutzfunktionen der Betriebssysteme können Sie einen Rahmen bestimmen, indem Sie vereinbarte Onlinezeiten festlegen oder nur ganz bestimmte Programme erlauben. Was der Nachwuchs dann innerhalb der erlaubten Zeit und mit den freigegebenen Programmen anstellt, lässt sich so nicht regeln. Deshalb sollten Sie den Kindern bei den ersten Schritten im Internet unbedingt zur Seite stehen und wichtige Verhaltensregeln vereinbaren. Darüber hinaus gibt es bei beliebten Apps einige Möglichkeiten, um bestimmte Grenzen zu definieren und um sicherzugehen, dass sie nur kindgerechte Inhalte anzeigen – wie beispielsweise bei der Videoplattform Youtube. Diese ist häufig eine wichtige Anlaufstelle bei den ersten Ausflügen ins Internet.

Jugendgefährdende Inhalte auf Youtube lassen sich über den eingeschränkten Modus aussperren.
Vergrößern Jugendgefährdende Inhalte auf Youtube lassen sich über den eingeschränkten Modus aussperren.

Wenn Sie die Youtube-Webseite am PC aufrufen, finden Sie ganz unten die Funktion „Eingeschränkter Modus“. Aktivieren Sie diesen und klicken Sie daraufhin auf „Speichern“, schaltet Youtube einen Filter ein, der nicht jugendfreie Inhalte anhand von Videobeschreibungen, Meta-Daten oder Hinweisen aus der Community sperrt. Bei der Android-App gehen Sie rechts auf das Symbol für Ihr Google-Konto und danach auf „Einstellungen -> Allgemein -> Eingeschränkter Modus“. Schieben Sie den Schalter sodann nach rechts. Bei iOS heißt die Funktion „Filter Eingeschränkter Modus“, den Sie auf die Einstellungen „Strikt“ setzen.

PC-WELT Download Jugendschutz-Tool: Kindersicherung 2017

Kommentar: Auch Eltern müssen lernen

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser: Wenn Kinder den Umgang mit PC und Smartphone lernen, bieten technische Schutzfunktionen wie Webseitenfilter oder Zeitbeschränkungen nur einen Rahmen. Damit ermöglichen Sie den jüngeren Familienmitgliedern einen ersten Schritt in die digitale Selbstständigkeit, ohne ständig kontrollieren zu müssen. Denn schließlich soll das Ziel sein, dass der Nachwuchs bald selbst richtige Entscheidungen treffen kann. Und auf diesem Weg haben auch viele Eltern einen Lernprozess vor sich: Denn sie müssen vor allem für die jüngeren Kinder im Alltag Medienkompetenz und Medienverzicht vorleben – also nicht ständig auf das Smartphone schielen oder am Rechner sitzen. Noch mehr gilt das für Facebook & Co.: Denn wir Älteren sind nicht mit den sozialen Medien groß geworden und verstehen oft nicht, dass sie für den Nachwuchs viel mehr sind als ein Zeitvertreib oder Kontaktwerkzeug, sondern ein entscheidender Bestandteil ihres Lebens.

Thomas Rau
Stellv. Chefredakteur
PC-WELT

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