2550313

Raspberry Pi: SATA ganz einfach nachrüsten

30.11.2020 | 13:05 Uhr | David Wolski

Die SD-Karte eines Raspberry Pi ist als Datenspeicher nicht ideal. Während SSDs mit einen USB-Adapter auf SATA zufrieden sind, reicht diese sparsame Lösung für mechanische Festplatten nicht aus. Wir haben verschiedene Möglichkeiten getestet.

Für kleinere oder temporäre Dateiablagen im Netzwerk ist ein älterer Raspberry Pi mit großzügiger SD-Karte oder besser noch mit USB-Stick ohne weiteres Zubehör völlig ausreichend. Raspberry-Pi-OS (vormals Raspbian) liefert in seinen Paketquellen zudem den Samba-Server für das CIFS/SMB-Protokoll mit, um Windows-Freigaben bereitzustellen. Die Einrichtung als Dateiserver ist damit nicht anders als mit einem regulären Debian. Ein zuverlässiges Linux-System macht aber allein noch keinen Dateiserver, geschweige denn ein großzügiges NAS. Mit dem Raspberry Pi 4 mit echtem Gigabit-Ethernet sowie schnelleren USB-3.0-Ports erscheint dieser Einsatzzweck attraktiver als mit den Vorgängermodellen. Aber was dem Raspberry Pi weiterhin fehlt, ist ein SATA-Anschluss zur Anbindung von SATA-Festplatten. Verschiedene hier getestete Ansätze können dieses Manko ausgleichen.

Einfache Adapter: USB auf SATA

Einfacher Adapter: Der Raspberry Pi 4 liefert maximal 1,2 A per USB. Es genügt für kleine Notebookfestplatten bis zwei TB und sparsame SSDs. Andere Laufwerke brauchen ein Netzteil.
Vergrößern Einfacher Adapter: Der Raspberry Pi 4 liefert maximal 1,2 A per USB. Es genügt für kleine Notebookfestplatten bis zwei TB und sparsame SSDs. Andere Laufwerke brauchen ein Netzteil.
© Sabrent

Die einfachste Lösung stellen passive Adapter dar, die alle SATA-Konnektoren inklusive der Stromversorgung für den externen Datenträger einfach an den USB-Port führen. Adapter dieser Art sind schon ab sieben Euro plus Versandkosten zu haben. Dieses Zubehör hat aber kein eigenes Netzteil – der USB-Port muss den benötigten Strom liefern. Dies funktioniert im Prinzip schon ab dem Raspberry Pi 2, denn ab diesem Modell liefern die USB-Ports bis zu 1,2 A. Das gilt für alle Ports zusammengenommen. Ein einzelner USB-Anschluss ist dabei nicht begrenzt, versorgt ein angeschlossenes Gerät aber maximal mit diesem Strom. Die Spezifikation ist in der Dokumentation der Raspberry Pi Foundation  dargelegt. In der Praxis reicht diese Stromversorgung allenfalls für eine einzelne SSD oder eine 2,5-Zoll-Festplatte bis zwei TB. Mehr als ein SATA-Laufwerk kann man via USB und USB-Stromversorgung aber nicht betreiben – selbst der Raspberry Pi 4 wird instabil, wenn er zwei USB-Laufwerke mit Strom versorgen soll.

Mit Stromversorgung: SATA-Docks

Mit eigenem Netzteil: 3,5-Zoll-Laufwerke und 2,5-Zoll-Festplatten ab zwei TB können per USB nicht mitversorgt werden und verlangen eine separate Stromversorgung.
Vergrößern Mit eigenem Netzteil: 3,5-Zoll-Laufwerke und 2,5-Zoll-Festplatten ab zwei TB können per USB nicht mitversorgt werden und verlangen eine separate Stromversorgung.
© Inateck

Soll der Raspberry 4 mehr als ein SATA-Laufwerk per USB ansprechen, so sind Dockingstationen für 2,5-Zoll- oder 3,5-Zoll-Festplatten mit USB-Anschluss eine Option. Entsprechende Geräte gibt es im Versandhandel ab 25 Euro  oder auch mit zwei Einschüben ab 30 Euro . Eine um wenige Euro günstigere Alternative sind kleine Ansteckadapter mit eigenem Netzteil , die besser in beengte Standorte und in Schubladen passen. Auf diese Weise können zwei SATA-Laufwerke über den schnellen USB-Port am Raspberry Pi 4 angeschlossen werden.

Achtung: Die beigelegten, oft sehr billig hergestellten Netzteile haben meist einen sehr schlechten Wirkungsgrad und erhöhen den Energiebedarf pro Festplatte um etwa vier bis sechs Watt.

Raspberry Pi 4 als Desktop: Alltagstauglich oder nicht?

SATA-Platinen: Fest montiert

Ein genereller Nachteil von Adaptern und Docks sind bei beengten Verhältnissen die rasch ausufernden Kabelknäuel. Diese sind auf Dauer immer auch eine nicht zu unterschätzende Fehlerquelle.

Eine etwas teurere, aber aufgeräumtere dritte Möglichkeit, dem Raspberry Pi 4 einen SATA-Anschluss zu verpassen, sind kompakte Zusatzplatinen. Diese bringen als Sandwich die Adapterschaltung, ein 2,5-Zoll-Laufwerk sowie den eigentlichen Platinenrechner zusammen. Auch diese SATA-Platinen verbinden sich schließlich mit einer Steckbrücke zu einem der USB- 3.0-Ports für den Datentransfer, denn die GPIO-Pins sind generell nicht für hohe Bandbreiten geeignet.

Die im Aufmacherbild dieses Beitrags abgebildete Platine Geekworm X825 (40 Euro) kann auf diese platzsparende Weise ein 2,5-Zoll-Laufwerk über den USB-Port des Raspberry Pi 4 verfügbar machen. Für einen stabileren Betrieb oder eine stromhungrige Festplatte mit mehr als zwei TB muss diese Platine mit einem zusätzlichen Netzteil zu 5V/4A (DC) betrieben werden, das nicht im Lieferumfang enthalten ist und separat bestellt werden muss. Der Clou dabei ist jedoch, dass auch der Raspberry Pi mit an diesem Netzteil hängt und über die entsprechenden GPIO-Pins mitversorgt wird.

In den letzten Monaten hatten Onlineshops für den Raspberry Aufsteckplatinen der Firma Radxa Limited aus Schenzhen, China, angepriesen. Die Produkte mit dem Namen Dual-SATA-HAT sowie Quad-SATA-HAT sollen einem Raspberry Pi 4 zwei, respektive sogar vier SATA-Anschlüsse bescheren. Eine offenkundig baugleiche Platine ist auch als Seeed Studio Dual SATA HAT in Onlineshops vertreten. Allerdings ließ sich in Deutschland und einschlägigen Onlineshops keine einzige dieser Platinen auftreiben. Andere Onlinehändler in Europa stornierten die Bestellung nach einigen Wochen ohne weiteren Kommentar. Es ist nach unseren Recherchen davon auszugehen, dass diese HATs nur in kleinen Stückzahlen gefertigt wurden, die erst gar nicht auf den hiesigen Markt gelangten.

Raspberry Pi bleibt cool: Tipps zur Kühlung des Mini-PCs

Raid: Nur Level 1 ist sinnvoll

Ein Raid-1-Verbund, also eine Spiegelung geschriebener Daten auf zwei Datenträgern, war auf den bisherigen Raspberry Pis in der Praxis nicht gut zu machen, denn die Platine lieferte nicht genug Leistung. Unsere Versuche mit einem Raspberry Pi 3 B und zwei 3,5-Zoll-Festplatten in einem Raid- 0-Verbund mit jeweils eigener Stromversorgung zeigen nach etwa einem Tag Betriebszeit schon die ersten Fehler im Kernel-Protokoll. Mit dem Raspberry Pi 4, USB 3.0 und mehr Rechenpower wird der Betrieb zweier Festplatten als Raid 1 realistisch (Mirroring). Bei einem Raid-Wiederaufbau ist die Platine allerdings über Stunden ausgelastet und sollte über eine gute Kühlung verfügen. Raid 5 (Parität) verlangt der kleinen Platine zu viel Rechenleistung ab, Raid 0 (Striping) bringt am USB-Port keine messbaren Vorteile bei den Zugriffsgeschwindigkeiten.

Alle Infos zum kommenden Samsung Galaxy S21 wurden geleakt, Oppo stellt mit dem "Oppo X 2021" ein Smartphone mit ausrollbarem Display vor, Huawei verkauft seine Tochterfirma Honor und Amazon-Mitarbeiter haben iPhones im Wert von rund 500.000 Euro gestohlen. In diesem Video stellt euch Dennis die spannendsten Tech-News der Woche vor. Viel Spaß :)  ► Zum Technikliebe T-Shirt-Shop: 3dsupply.de/de/technikliebe/ ► ALLE INFOS ZUM NACHLESEN NEWS DER WOCHE ► Alle Details zu Galaxy S21, S21+ und S21 Ultra geleakt www.pcwelt.de/news/Alle-Details-zu-Galaxy-S21-S21-S21-Ultra-geleakt-10922668.html ► Oppo X 2021: Smartphone mit ausrollbarem Display www.pcwelt.de/news/Oppo-X-2021-Smartphone-mit-ausrollbarem-Display-10923640.html ► Huawei verkauft Honor www.pcwelt.de/news/Offiziell-Huawei-verkauft-Honor-der-Grund-10919022.html FAIL DER WOCHE  ► Amazon-Mitarbeiter stehlen iPhone im Wert von 500.000 Euro www.pcwelt.de/news/Amazon-Mitarbeiter-stehlen-iPhones-im-Wert-von-500-000-Euro-10923740.html TIME STAMPS 00:00 Alle Themen im Überblick  00:37 Samsung Galaxy S21 GELEAKT 02:04 Oppo X 2021 mit ausrollbarem Display  03:03 Huawei verkauft Honor 04:00 Fail der Woche

PC-WELT Marktplatz

2550313