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Raspberry 4 als „Windows“ und „Mac“ verkleiden

03.08.2020 | 08:03 Uhr |

Das Oberflächendesign von Windows hat viele Anwender geprägt. Ähnliches gilt auch für Mac-OS. Twister-OS imitiert die beiden Oberflächen für den Raspberry Pi 4. Aber bringt das tatsächlich mehr als eine optische Mimikry?

Mit seinem Dock und den grafischen Effekten macht Mac-OS auch noch nach Jahren einen frischen und modernen Eindruck. Gerade überzeugte Mac-Anwender versuchen, diese Optik auch auf anderen Systemen zu erreichen. Twister-OS verspricht, die Oberfläche des Mac (iRaspbian) und jene von Windows (Raspbian XP) nachzuahmen, so gut es auf der ARM-Architektur der kleinen Platine geht.

Ohne Raspberry 4 läuft nichts 

Egal ob Sie die Optik von Windows oder Mac-OS auf dem Raspberry nutzen wollen: Sie benötigen in jedem Fall ein neues Modell der vierten Generation. Es bietet als einzige Platine genügend Leistung, um mit dem System flüssig arbeiten zu können. Das liegt daran, dass als Unterbau das klassische Raspbian verwendet wird, die Anpassungen des Desktops aber zusätzliche Rechenpower benötigen. Um das System zu installieren, besuchen Sie die Projektseite und laden Sie sich die aktuelle Version auf Ihren Rechner (2,5 GB). Das Image enthält beides – die Windows- und Mac-Nachbildung, zwischen welchen Sie später im laufenden System wechseln können.

Das Image muss anschließend mit den üblichen Werkzeugen auf eine SD-Karte übertragen werden. Wenn Sie dazu Etcher oder den offiziellen Raspberry-Imager verwenden, sparen Sie sich das vorherige Auspacken des gepackten Archivs. Beide Programme lesen es ein und übertragen die notwendigen Programmdateien. Nach erfolgreichem Aufspielen der Dateien starten Sie den Raspberry 4 mit der SD-Karte. Direkt nach dem Bootvorgang befinden Sie sich an der Anmeldemaske, die jedem Windows-Nutzer vertraut vorkommen wird.

Raspberry Pi 4: Die neuen Features im Überblick

Raspbian XP: Verblüffende Windows-Optik 

Raspbian XP bringt Minecraft und Retropie unter der „Windows“-Oberfläche mit. Die Programmzusammenstellung setzt in erster Linie auf Spaß und Gaming.
Vergrößern Raspbian XP bringt Minecraft und Retropie unter der „Windows“-Oberfläche mit. Die Programmzusammenstellung setzt in erster Linie auf Spaß und Gaming.

Anders als bei einer klassischen Raspberry-Installation erwartet Sie kein Einrichtungsprogramm. Sie müssen sich also nur mit dem voreingestellten Benutzer „pi” und dem Passwort „raspberry” anmelden. Allerdings ist am System die amerikanische Tastaturbelegung eingestellt, das „y” liegt also auf der Taste mit dem „z”. Ist diese Hürde einmal genommen, startet der Desktop. Ursprünglich hatten die Entwickler von Pilab eine optisch wirklich beeindruckende Reminiszenz an Windows XP auf die Beine gestellt. Aus welchen Gründen auch immer weicht Twister-OS davon aber ab. Der Desktop greift die Elemente der Aqua-Oberfläche auf, ähnelt also eher einem Windows 7 oder 10. Als eigentliche Basis für diese Windows-Mimikry dient der altbewährte XFCE-Desktop.

Tastatur umstellen, Passwort ändern: Damit Sie vernünftig arbeiten können, sollten Sie im ersten Schritt die Tastatur auf deutsche Belegung umstellen. Klicken Sie dazu auf das Terminalsymbol in der Startleiste und rufen Sie das Programm „raspi-config” auf. Suchen Sie dort nach dem Eintrag „Localisation Options”. Hier wählen Sie dann „Change Keyboard Layout”. Anschließend wählen Sie ein Modell, das mit dem Raspberry verbunden ist, also beispielsweise das 104-Tasten-Layout. Gehen Sie danach die weiteren Fragen durch. Nach Auswahl der Sprache gehört dazu auch die Option des „Modifier-Keys”: Bei einer klassischen Windows-Tastatur spricht nichts dagegen, dafür die Windows-Taste zu verwenden. Sie befinden sich am Ende des Durchlaufs wieder auf der Startseite des Konfigurationsprogramms. Dann bietet sich an, auch gleich das Passwort für den Standardnutzer „pi” nach Ihren Wünschen zu verändern.

Ein Desktop für Spieler: Nachdem diese grundlegenden Arbeiten abgeschlossen sind, ist es an der Zeit, sich mit dem Desktop zu beschäftigen. Da Microsoft keine Version seines Office-Pakets für den Raspberry entwickelt hat, ist klar, dass sich hinter den Programmicons andere Anwendungen verbergen. Die Aufgaben von Word, Excel und Powerpoint übernimmt Libre Office. Hinter dem Symbol von Outlook steckt Evolution, als Adressbuch und Kalender dienen Standard-Apps von XFCE. Damit ist der Desktop mehr Schein als Sein, was aber den Spaß nicht trübt. Für Office-Anwender bleibt freilich nur der optische Reiz. Das gilt auch für klassische Anwendungen. Denn eine Windows-Emulation ist Twister-OS eben gerade nicht.

Raspbian XP: Damit Sie vernünftig arbeiten können, stellen Sie mit dem bekannten raspi-config die Tastaturbelegung auf Deutsch und ändern das Passwort für den Standardbenutzer.
Vergrößern Raspbian XP: Damit Sie vernünftig arbeiten können, stellen Sie mit dem bekannten raspi-config die Tastaturbelegung auf Deutsch und ändern das Passwort für den Standardbenutzer.

Die Softwareauswahl zeigt aber auch deutlich, dass es eher um Spaß als ums Arbeiten geht. Prominent auf dem Desktop sind die Icons von Steam und Retropie platziert. Ebenfalls mit an Bord ist eine Pi-Version von Minecraft und schließlich darf auch die DOS-Box nicht vergessen werden. Mit ihr lassen sich Klassiker vergangener Zeiten (etwa Spiele von Lucas Arts) zum Leben erwecken. Retro-Zocker kommen daher mit Twister-OS auf ihre Kosten, was freilich auch ohne Windows-Mimikry zu realisieren wäre.

Direkt auf dem Desktop ist auch der Link „Mac-System“ platziert, um zum „iRaspbian”- Outfit zu wechseln. Es öffnet sich ein Terminal, um Sie über den Wechsel zu informieren und den Neustart des Systems anzukündigen. Wenn Sie mit der Eingabetaste zugestimmt haben, geht es auch schon los … 

Raspberry Pi 4 als Desktop: Alltagstauglich oder nicht?

iRaspbian: Perfekte Täuschung

Apples Betriebssystem läuft nicht auf der Hardware eines Standard-PCs. Das gilt erst recht für die Architektur des Raspberry Pi. Somit steht bereits vor dem Wechsel zu „iRaspbian“ fest, dass sich das System auf die optische Illusion des Mac-OS beschränken muss. Software aus der Apple-Welt können Sie auf dem System nicht starten. Nach Neustart und Anmeldung blicken Sie auf eine Arbeitsfläche, die einem aktuellen Mac-OS tatsächlich verblüffend ähnlich sieht. Die Menüleiste am oberen Bildschirmrand und das typische Dock sind vorhanden. Das Dock ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und greift sogar die typischen Icons der Apple-Welt auf. Die Detailverliebtheit geht sogar so weit, dass es ein Icon für den Programmstarter Launchpad gibt, der auf dem Mac alle installierten Anwendungen bildschirmfüllend als Icons darstellt. Und tatsächlich ist es den Entwicklern gelungen, diese Funktion nachzubauen. Das ist Mimikry auf hohem Niveau. Bei der Softwareauswahl unterscheiden sich die Windows- und Mac-Variante nicht voneinander, schließlich arbeitet im Hintergrund das gleiche System. Statt Pages und anderen Apple-Anwendungen erhält der Anwender das bekannte Libre Office.

Ohne Zweifel haben sich die Entwickler von Twister-OS für die Mühe Fleißkärtchen oder andere Belobigungen verdient. Optisch reichen beide Varianten verblüffend an ihre Vorbilder heran. Das erstaunt und kann Spaß machen. Aber Twister-OS macht nichts besser oder schlechter als Raspbian selbst. Die Distribution eignet sich am ehesten, um Freunde und Bekannte zu verwirren. Die genutzten Anwendungen wie Retropie lassen sich aber auch auf jedem anderen System einfach aus den Paketquellen installieren.

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