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Prozessoren

23.12.2004 | 11:22 Uhr |

Performance-Rating von AMD-CPUs entschlüsselt

Problem : Sie haben einen PC mit einer AMD-Athlon-CPU gekauft. Die Bezeichnung „Athlon XP 2800+“ ist um die Angabe „256 KB“ ergänzt. Sie möchten wissen, welche Taktrate der Prozessor hat und wie leistungsfähig er ist.

Lösung : Die CPUs der Serien Athlon XP und Athlon 64 benennt AMD mit Hilfe des so genannten Performance Rating (PR). Damit will der Hersteller die Leistung seiner Prozessoren in Relation zum Konkurrenzprodukt Pentium 4 von Intel setzen. Die Angaben haben nichts mit der realen Taktrate des AMD-Prozessors zu tun. Vielmehr soll etwa „2800+“ aussagen: „mit einer Rechenleistung, die in etwa der eines Intel Pentium 4 mit 2,8 GHz entspricht“. Die Athlon-Prozessoren bieten nämlich bei geringerer Taktrate genauso viel Rechenleistung wie die CPUs der Pentium-4-Reihe.
Die Leistung und damit auch AMDs PR-Nummer hängen nicht nur vom internen CPU-Takt ab, sondern auch von der Größe des L2-Caches sowie vom Systemtakt (beim Athlon XP) beziehungsweise von der Anzahl der Speicher-Controller (beim Athlon 64). Je höher der Systemtakt, je größer der L2-Cache und je mehr Speicher-Controller, desto leistungsfähiger ist der Prozessor.
Die PR-Nummer wird nicht nach einer Formel berechnet, sondern nach Einschätzung der technischen Details willkürlich vergeben. Sie ermöglicht in den meisten Fällen einen direkten Vergleich mit den Intel-Prozessoren. Eine Ausnahme sind die Athlon-XP-CPUs mit 512 KB L2-Cache. Hier verspricht die PR-Nummer zu viel, sie ist höher als die Taktrate eines Pentium 4.
In Ihrem Fall ist die Rechenleistung des Athlon XP 2800+ also vergleichbar mit der des Pentium 4 HT mit 2,8 GHz. Es gibt zwei Varianten des XP 2800+, eine mit 256 und eine mit 512 KB L2-Cache. Darauf bezieht sich die Angabe „256 KB“ bei Ihrem PC-Händler. Die reale Taktrate beträgt in diesem Fall 2250 MHz. Eine Übersichtstabelle, die alle PR-Nummern der CPU-Serien Athlon XP und Athlon 64 aufschlüsselt, finden Sie im Anschluss.

CPU-Bezeichnung

realer Takt (MHz )

CPU-Bezeichnung

realer Takt (MHz)

Athlon 64 2800+

1800

Athlon XP 1700+

1467

Athlon 64 3000+

2000

Athlon XP 1800+

1533

Athlon 64 3200+

2000 1) / 2200 2)

Athlon XP 1900+

1600

Athlon 64 3400+

2200

Athlon XP 2000+

1667

Athlon 64 3500+

2200 3)

Athlon XP 2100+

1733

Athlon 64 3700+

2400

Athlon XP 2200+

1800

Athlon 64 3800+

2400 3)

Athlon XP 2400+

2000

Athlon 64 4000+

2600 3)

Athlon XP 2500+

1833

Athlon 64 FX-51

2200

Athlon XP 2600+

2133 4) / 2083 5)

Athlon 64 FX-53

2400

Athlon XP 2700+

2167 4) / 2173 5)

Athlon 64 FX-55

2600

Athlon XP 2800+

2250 6) / 2083 2)

Athlon XP 1500+

1333

Athlon XP 3000+

2167 5) / 2064 7)

Athlon XP 1600+

1400

Athlon XP 3200+

2163

AMD Athlon XP und Athlon 64: Die realen Taktraten


1) 1024 KB L2-Cache, 2) 512 KB L2-Cache, 3) zwei RAM-Controller, 4) 133 MHz Systemtakt,
5) 166 MHz Systemtakt, 6) 256 KB L2-Cache, 7) 200 MHz Systemtakt



Worauf Sie beim Übertakten Ihres Prozessors achten müssen

Problem : Sie wollen Ihre CPU übertakten, wissen aber nicht, was Sie dabei beachten müssen.

Lösung : Eine CPU zu übertakten ist nicht schwierig. Sie müssen nur wissen, dass der Systemtakt – auch FSB- oder Front-Side-Bus-Takt genannt –, multipliziert mit dem Taktvervielfältiger, den CPU-Arbeitstakt ergibt. Wenn Sie also den Systemtakt, den Taktvervielfältiger oder beides erhöhen, steigt der Arbeitstakt und somit die Rechenleistung. Allerdings liefern AMD und Intel seit rund vier Jahren ihre CPUs mit festem Taktvervielfältiger aus. Sie können daher offiziell nur am Systemtakt drehen. Doch Vorsicht: Oft ist der Systemtakt direkt an den Bustakt der Peripherie gekoppelt. Wenn Sie den Systemtakt steigern, erhöhen Sie unter Umständen auch den Takt der Peripherie-Datenleitungen. Sollten Sie den angeschlossenen Komponenten, etwa den RAMs und den PCI-Karten dabei zu viel zumuten, arbeiten sie fehlerhaft oder streiken. Mit diesem Problem müssen Sie sich allerdings nicht herumschlagen, wenn der Chipsatz es erlaubt, den Systemtakt von der Peripherie abzukoppeln. Das ist etwa bei Intels 865, Nvidias Nforce 3 Pro 250 und VIAs K8T800 Pro der Fall. Im Idealfall können Sie dann im Bios-Setup beispielsweise unter „Advanced, Frequency/ Voltage Control“ den Standardtakt für die Busse der Peripherie fest einstellen (Option „Auto“ oder „Default“). Den Systemtakt können Sie im Bios-Setup im (Unter-)Menü „Frequency/ Voltage Control“ erhöhen. Achtung: Sie übertakten auf eigenes Risiko.

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