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VLC Media Player optimal ausreizen

20.03.2021 | 08:55 Uhr |

Mit weit über drei Milliarden Downloads alleine von der eigenen Webseite zählt VLC Media Player zur weltweit beliebtesten Software. Damit auch Sie alles aus dem Universalplayer herausholen, sollten Sie unsere Tipps und Tricks kennen.

Haben Sie VLC Media Player (kurz: VLC) bei der Installation die Kontrolle über von ihm unterstützte Video- und Audioformate erlaubt, so öffnet sich das Programm immer dann, wenn Sie im Windows-Explorer eine entsprechende Datei doppelklicken. Sollte dies nicht der Fall sein, öffnen Sie einfach mit der Tastenkombination Windows-I die Einstellungen-App und gehen dort zu „Apps –› Standard-Apps“. Unter „Musikplayer“ und „Videoplayer“ lässt sich „VLC media player“ nach einem Klick auf die aktuell verknüpfte Anwendung aus der Liste auswählen. Wollen Sie VLC hingegen nur für bestimmte Formate verwenden? Klicken Sie per rechter Maustaste im Explorer etwa auf eine MP4-Datei sowie auf „Eigenschaften“ im Kontextmenü. Im nachfolgenden Fenster drücken Sie nun den „Ändern“-Button im Register „Allgemein“ und wählen „VLC media player“ aus. Bestätigen Sie mit „OK“.

Universalplayer: VLC unterstützt unendlich viele Formate und Quellen

VLC Media Player kann alle populären Audio- und Videoformate abspielen. Passend dazu lassen sich detaillierte Infos zu einer geladenen Datei abrufen.
Vergrößern VLC Media Player kann alle populären Audio- und Videoformate abspielen. Passend dazu lassen sich detaillierte Infos zu einer geladenen Datei abrufen.

VLC Media Player spielt nahezu jedes Format und jede Datei ab, auch unvollständige oder bruchstückhafte Mediendateien, was unter anderem bei nicht vollständig heruntergeladenen Dateien zutreffen kann. Es müssen keine weiteren Video- und Audio-Codecs installiert werden, weil VLC bereits Codecs für alle populären Formate vollständig integriert hat. Unterstützt werden zum Beispiel APE, LAC, MID, MP3, OGG, WMA für Musik und bei Videos AVI, DivX, FLV, MKV, MP4, MPEG, VOB, WMV. Doch das ist noch lange nicht alles: VLC kann auch Musik-CDs, Film-DVDs und Blu-rays abspielen. Wird eine im Laufwerk eingelegte DVD erkannt, müssen Sie eventuell die „Medien- Auswahl“ ändern und anschließend die Wiedergabe über die gleichnamige Schaltfläche starten. Verweigert VLC die Wiedergabe von kopiergeschützten DVDs und Blurays, finden Sie auf der Seite https://vlc-bluray.whoknowsmy.name/ eine Lösung.

Sie wollen einen Livestream aus dem Internet abspielen? Auch dafür ist VLC das Programm der Wahl. Hier im Bild wird die Wiedergabe vom SWR3-Liveradio eingerichtet.
Vergrößern Sie wollen einen Livestream aus dem Internet abspielen? Auch dafür ist VLC das Programm der Wahl. Hier im Bild wird die Wiedergabe vom SWR3-Liveradio eingerichtet.

Zusätzlich unterstützt VLC auch das Internetstreaming. Für das Streamen eines Webvideos oder Webradiosenders genügt es, die entsprechende URL zu wissen. Drücken Sie Strg-N und tragen Sie etwa https://swrswr3-live.cast.addradio.de/swr/swr3/live/mp3/128/stream.mp3 in das Adressfeld ein. Nach einem Klick auf „Wiedergabe“ sollten Sie in unserem Beispiel das Live-Radio von SWR3 hören. Zuverlässige, aktuelle sowie umfassende Tabellen mit direkten Stream- URLs sind rar, recht brauchbar (für Radio) ist www.stream-urls.de/webradio . Ansonsten googeln Sie nach „[Namen des gewünschten Senders]“ und „Stream“. Bei SWR gibt es dazu diese Seite . Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf „128K MP3“ und „Adresse des Links kopieren“, um die Streamadresse in die Zwischenablage zu übernehmen und als Nächstes mittels Strg-V einzutragen.

Lesetipp: Power-Tipps für den VLC Media Player

Wiedergabeliste: Komfortable Verwaltung der Mediensammlung

Ist VLC Media Player als Standardanwendung unter Windows 10 eingerichtet, werden alle von der Software unterstützten Mediendateien automatisch mit dem Player abgespielt.
Vergrößern Ist VLC Media Player als Standardanwendung unter Windows 10 eingerichtet, werden alle von der Software unterstützten Mediendateien automatisch mit dem Player abgespielt.

VLC hat mehr zu bieten, als es das Playerfenster auf den ersten Blick offenbart. Öffnen Sie nunmehr mit „Ansicht –› Wiedergabeliste“ einen zusätzlichen Fensterbereich. Falls Sie die Wiedergabeliste und das Playerfenster lieber trennen möchten, entfernen Sie bitte das Häkchen vor „Ansicht –› Angedockte Wiedergabeliste“. Vor allem für Serien mit zig Staffeln und Episoden eignet sich die Wiedergabeliste gut. Sie können eine Dateiauswahl oder Ordner per Maus in das Fenster ziehen. Im Menü „Ansicht“ ist es zudem möglich, die Darstellung der Wiedergabeliste zwischen Icons, Liste, detaillierter Liste und Vorschaubildern umzuschalten. Die Größe lässt sich gleichfalls mit Strg-Mausrad verändern. Überflüssige Medien können Sie durch einen Rechtsklick darauf und „Ausgewählte entfernen“ wieder aus der Bibliothek löschen. Die Dateien selber bleiben dabei an ihrem Speicherort erhalten. Klicken Sie eine Datei rechts im Fenster einfach an, wird links im Fenster die Wiedergabe in einer kleinen Ansicht gestartet. Ein Doppelklick darauf wechselt in den Vollbildmodus, den Sie mithilfe der Esc-Taste wieder verlassen.

Über das standardmäßig links an den Player angedockte Fenster greifen Sie unter anderem auf UPnP-Server im Netzwerk zu und legen Wiedergabelisten an.
Vergrößern Über das standardmäßig links an den Player angedockte Fenster greifen Sie unter anderem auf UPnP-Server im Netzwerk zu und legen Wiedergabelisten an.

Tipp: Über das angedockte Fenster erreichen Sie darüber hinaus das lokale Netzwerk und vorhandene UPnP-Server. Das kann eine entsprechend als NAS konfigurierte Fritzbox sein, allerdings auch ein NAS-Gerät von Synology, Qnap, Western Digital oder einem anderen Anbieter.

Effekte und Filter: Wiedergabe von Audio und Video optimieren

Das Untermenü „Werkzeuge –› Effekte und Filter“ mit seinen Optimierungsfunktionen werden Sie wahrscheinlich nicht oft benötigen. Aber es ist natürlich gut zu wissen, welche Möglichkeiten hier verborgen sind. Vielleicht haben Sie schon einmal ein Video abgespielt, bei dem die Tonspur nicht zur Videospur gepasst hat, was besonders bei den Dialogen der Schauspieler unerträglich war. Anstatt das Video jedoch gleich vorschnell zu löschen, sollten Sie VLC mit der Korrektur beauftragen. Das geht zwar nicht automatisch, wohl aber mit wenigen Mausklicks. Über „Werkzeuge –› Effekte und Filter –› Synchronisierung“ gleichen Sie aus, wenn Bild und Ton asynchron laufen, also der Ton vorauseilt oder hinterherhinkt. Den Wert müssen Sie bei „Audiospur-Synchronisation“ in Sekunden eingeben. Beispiel: Um den Ton um eine Sekunde nach vorne zu verschieben, wählen Sie den Wert „-1,000“, während „1,000“ den Ton um eine Sekunde verzögert. Experimentieren Sie so lange mit den Werten, bis die Wiedergabe passt.

Mit dem 10-Band-Grafik-Equalizer von VLC steuern Sie den Ausgangspegel der eingestellten Frequenzbänder, die zwischen 60 Hertz und 16 Kilohertz liegen.
Vergrößern Mit dem 10-Band-Grafik-Equalizer von VLC steuern Sie den Ausgangspegel der eingestellten Frequenzbänder, die zwischen 60 Hertz und 16 Kilohertz liegen.

Videos, die mit dem Smartphone aufgenommen wurden, sind häufig bei der Wiedergabe in VLC um 90 Grad gedreht. Sie brauchen jetzt nicht den Monitor zu drehen – denn das kann VLC mühelos korrigieren: Das entsprechende Werkzeug dazu finden Sie unter „Werkzeuge –› Effekte und Filter“ auf der Registerkarte „Videoeffekte“ auf der Unterregisterkarte „Geometrie“. Aktivieren Sie zunächst die Option „Transformieren“. Anschließend lässt sich das Video mit Vorgabeoptionen um 90, 180 oder 270 Grad im Uhrzeigersinn drehen.

Verfälschte, zu helle oder zu dunkle Farben lassen sich ebenso wie die Helligkeit auch unter „Werkzeuge –› Effekte und Filter“ korrigieren. Gehen Sie dafür zu „Videoeffekte“: Im Register „Genauigkeit“ schalten Sie nun „Bildjustierung“ an. Daraufhin stehen unter anderem Schieberegler zum Anpassen von Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Gamma-Wert zur Verfügung. Im rechten Fensterbereich setzen Sie ein Häkchen vor „Schärfen“ und verwenden den Schieberegler hinter „Sigma“. Auch die Optionen „Bänderung entfernen“ und „Filmkörnung“ laden zum Experimentieren ein. Noch mehr Optimierungsfunktionen gibt es im Register „Erweitert“: Hier können Sie mit einem Weichzeichner störendes Flimmern reduzieren, eine räumliche Unschärfe beseitigen sowie für eine Entrauschung sorgen.

Tipp: Benutzen Sie VLC auch als Player für Ihre Musik, sollten Sie unbedingt den Equalizer kennen. Er lässt sich über „Werkzeuge –› Effekte und Filter“ im Register „Audioeffekte“ in dem Unterregister „Equalizer“ einschalten. Über die insgesamt elf Regler stellen Sie die Frequenzbereiche so ein, dass diese für Sie passend sind. Oder Sie klicken rechts oben in das Feld hinter „Voreinstellung“ und wählen ein Profil aus. Angeboten werden hier zum Beispiel „Klassik“, „Club“, „Dance“, „Große Halle“, „Party“, „Pop“, „Rock“ und viele mehr. Bestätigen Sie Ihre Auswahl mit einem Klick auf „Speichern“.

Ganz individuell: VLC-Oberfläche und Werkzeugleisten anpassen

Standardmäßig blendet das VLC-Fenster am unteren Rand eine schmale Leiste mit wenigen Icons ein. Über diese pausieren und stoppen Sie die Wiedergabe, springen vor und zurück, schalten in den Vollbildmodus und greifen auf die erweiterten Funktionen zu. Ebenfalls im „Ansicht“-Menü blenden Sie am unteren Bildschirmrand eine Statuszeile ein. Hier werden der Name der aktuell geladenen Datei, die Wiedergabegeschwindigkeit und fortlaufend die Zeit (aktuell / von insgesamt) angezeigt. „Minimale Ansicht“ zeigt den Fensterrahmen ohne die Menü- und Werkzeugleiste. Per Kontextmenü der rechten Maustaste gelangen Siein der Folge zu den Menüs und Befehlen – und schalten die kompakte Ansicht wieder aus. Hinter dem Befehl „Erweiterte Steuerung“ verbirgt sich eine weitere Werkzeugleiste mit zusätzlichen Funktionen. Mithilfe von „Werkzeuge –› Interface anpassen“ öffnen Sie den „Werkzeugleisteneditor“. Hier können Sie aus dem Aufklappfeld hinter „Profil auswählen“ einen Style für VLC auswählen – darunter auch den von älteren Versionen.

Mit der Maus klicken Sie sich die beiden Werkzeugleisten individuell zusammen und stellen ein, wie die Elemente erscheinen sollen. Wollen Sie die Werkzeugleisten über dem Video platzieren? Dann setzen Sie ein Häkchen bei der entsprechenden Option. Haben Sie Ihre Änderungen erledigt, klicken Sie auf das Icon oben rechts neben dem Aufklappfeld. Geben Sie dem neuen Profil bitte einen Namen und bestätigen Sie durch einen Klick auf „OK“. 

Kostenlose Skins: Ein neues Oberflächendesign für VLC

Ergänzend zum Hauptprogramm dazu gibt es hier  ein regelmäßig aktualisierte Archiv als Zip-Datei. Entpacken Sie die VLT-Dateien des Archivs in das Verzeichnis „C:\Programme\VideoLAN\VLC\skins“. Öffnen Sie VLC und gehen Sie zu den Einstellungen. Im Register „Interface“ aktivieren Sie „Benutzerdefinierte Oberfläche verwenden“ und klicken auf „Auswählen“. Im folgenden Dialog gehen Sie zu dem Verzeichnis „Skins-Verzeichnis“ und wählen eine VLT-Datei aus. Mittels Klick auf „Speichern“ und einem Neustart von VLC ist der neue Skin aktiv. Zurück zum Original-Skin kommen Sie in den VLC-Einstellungen nach einem Klick auf „Nativen Style benutzen“.

Tipp: Da es bei der Auswahl der VLT-Datei keine Vorschau gibt, bewegen Sie sich quasi im Blindflug. Besuchen Sie aus diesem Grund besser die erwähnte Skin-Seite im Internet und schauen Sie sich dort die Skins an. Merken Sie sich den Namen und wählen Sie in den VLC-Einstellungen die korrespondierende VLT-Datei aus. 

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