2569800

Preview: Total War Warhammer 3 - Götter des Chaos

03.03.2021 | 14:09 Uhr |

Der Hammer: In Total War Warhammer 3 spielen wir die vier Fraktionen des Chaos. Die Götter Khorne, Slaanesh, Tzeentch und Nurgle treten an, um die Völker der Kislev und Cathay zu vernichten. Die Story dürfte ziemlich Gas geben, denn das Chaos steht nicht nur für Tod und Vernichtung, sondern auch List, Intrigen und sehr smarte Züge, um ihre Ziele zu erreichen. Total War Warhammer 3 – Die Weltpremiere.

Weit jenseits der Welt der Menschen, liegt eine Dimension reiner, bösartiger Magie: Das Reich des Chaos. Es ist ein schrecklicher Ort, der für den sterblichen Geist unverständlich ist. Es flüstert von unendlicher Macht, nur all zu leicht ließen sich Herrscher davon verführen. An der Grenze zwischen den Welten stehen zwei mächtige Königreiche Wache: Die Krieger von Kislev und das riesige Reich von Grand Cathay. Die Kislev sind Männer wie Bären, mit Pelzmütze und majestätischen Bärten trotzen sie der eisigen Kälte der Tundra. Die Kislev sind die nördlichste Zivilisation der Alten Welt und sicherlich auch die, die am meisten einstecken müssen. Da ihre Lande direkt an das Reich des Chaos grenzen, sind sie ständigen Überfällen ausgesetzt – sie sind das Rohan des Warhammer-Universums. Harte Hunde, stoisch, aber entschlossen.

Ein Volk, dass mit Sichelschwertern kämpft, auf Eisbären in Stahlrüstungen in die Schlacht reitet und sich die Magie der Vereisung zu Nutze macht. Schließlich werden sie von der Königin des Eises Zarin Katarina Borkha angeführt. Im ersten Trailer sehen wir Korsare – Männer mit majestätischen Bärten, die nicht minder große Äxte schwingen. Leicht gepanzerte Infanterie, die sich durch Schnelligkeit und Wendigkeit auszeichnet. Es wird spannend sein, inwiefern Creative Assembly hier auch einige Charaktereigenschaften einbezieht, die wir von den Korsaren aus der Tabletop-Welt kennen. Denn die Kislev erlaubten auch Schwerverbrechern in die Armee einzutreten, all ihre Taten vor dem Militärdienst wurden ihnen vergeben – quasi die Warhammer-Variante der Fremdenlegion. Kossacken hingegen stellen eine der Eliteeinheiten, bewaffnet mit Musketen und Hellebarden. Streltsi sind Schützen mit Langwaffen, das einzige Schwarzpulver-Regiment der Kislev – zumindest im Tabletop, weil die Nation eher arm ist.

Die Kislev setzen auf Flügel-Husare mit langen Lanzen als Schock-Kavallerie. Dank ihrer Zarin können sie sich aber auch die zerstörerische Kraft von Eis zu Nutze machen.
Vergrößern Die Kislev setzen auf Flügel-Husare mit langen Lanzen als Schock-Kavallerie. Dank ihrer Zarin können sie sich aber auch die zerstörerische Kraft von Eis zu Nutze machen.
© Creative Assembly

Die „Winged Lancers“, Flügel Husaren und Gryphonische Legionen stellen schwere Kavallerie mit Lanzen. Die “Sons of Ursa“ sehen wir bereits im ersten Gameplay-Material – berittene Bären-Kavallerie, jeweils mit Doppeläxten und Speeren. Noch nicht gesehen haben wir Artillerie- Einheiten, von denen die Kislev im Tabletop zahlreiche haben – schwere Mörser, aber etwa auch die berühmten “War Wagons“ – rollende Festungen, mit zahlreichen Kanonen auf jeder Seite. Elitäre Eiswachen, die persönliche Garde der Zarin kanalisieren zudem Eis und machen es so zur Waffe. Die Zarin selbst führt ihr Eisschwert, entfacht aber auch Stürme aus rasiermesserscharfen Eispflöcken im Trailer.

Die Rückkehr der Alten Welt: Warhammer The Old World und ihre Chaosgötter

Nurgle ist ein schauriger Kerl, der lebende Maden auf seine Zunge tanzen lässt, bevor er sie als Snack verspeist. Er trachtet nach der Herrschaft in den Chaosreichen.
Vergrößern Nurgle ist ein schauriger Kerl, der lebende Maden auf seine Zunge tanzen lässt, bevor er sie als Snack verspeist. Er trachtet nach der Herrschaft in den Chaosreichen.
© Creative Assembly

Total War: Warhammer spielt ja eigentlich in einer Welt, die im Tabletop schon zerstört wurde und daraus folgte dann Age of Sigmar. Das war sowohl für Creative Assembly als auch Games Workshop immer schon etwas komisch, weil die größte Warhammer-Spieleserie in einer Welt spielt, die im Tabletop schon gar nicht mehr existent war. Mit Warhammer: Old World möchte man das jetzt wieder ausgleichen, entsprechend eng arbeiten die beiden britischen Unternehmen zusammen. Im ersten Trailer sehen wir wie Katarina Borkha, die Zarin der Kislev, von ihren Eiswachen flankiert in ihr Zelt geht und dort einen Brief liest, der wohl von ihrem Vater stammt. „Mein Kind, es scheint als wären meine Opfer nicht genug gewesen“, schreibt er – daher die Vermutung, dass es sich hier um Zar Boris handelt, der im Kampf gegen das Chaos sein Leben gegeben hat. Die Kislev waren ursprünglich ein Nomadenvolk, welches seine Festungen und Hauptstadt als Antwort auf die Bedrohungen errichtete, da sich eine Zeltstädte nun mal schwer schützen lässt.

Erstmals in der Reihe sind die vier Armeen des Chaos selbst spielbar. Hier sehen wir bereitene Khorne-Truppen, die auf metallischen Wesen unterwegs sind, halb Tier, halb Maschine.
Vergrößern Erstmals in der Reihe sind die vier Armeen des Chaos selbst spielbar. Hier sehen wir bereitene Khorne-Truppen, die auf metallischen Wesen unterwegs sind, halb Tier, halb Maschine.
© Creative Assembly

Die Chaosgötter schälen sich ins Bild in einer Vision, die Katarina hat: Väterchen Nurgle ist zu sehen, ein grusliges Monster mit Reißzähnen wie ein Weißer Hai. Mit Pest- und Eiterbeulen all überall – eine Kreatur, die mit Vorliebe Krankheit und Säuchen auf seine Feinde herniederregnen lässt. Auch Slaanesh zeigt sich, Gott von Lust und Exzess – klingt nach einer guten Sache, nur haben Chaosgötter eher andere Dinge im Sinn, als wenn wir über Lust reden. Eine fiese Gottheit, denn immer wenn man ihn anschaut, sieht man das Schönste, was man sich vorstellen kann – eine Femme Fatale des Todes, könnte man sagen. Tzeentch ist der Chaosgott der Veränderung, Evolution, Intrige und Zauberei. Tzeentch wird besonders durch den Ehrgeiz nach Fortschritt unter den Sterblichen gestärkt. Er ist es, der die Fäden in den Händen hält und mit subtilen Intrigen Kriege heraufbeschwört. Am Ende jedes dieser Fäden liegt die gefangene Seele einer menschlichen Marionette; diejenigen seiner sterblichen Diener und Agenten, die glauben, dem Herrn der Zauberei in für beide Seiten vorteilhaften Pakten zu dienen. Letztlich benutzt er sie aber nur, um sie nach getaner Arbeit zu entsorgen.

Und schließlich Khorne, der Chaosgott des Blutes, des Krieges und des Mordes. Seine Domäne sind Hass und Wut, die zu Krieg, Tod und Verderben führen. Jeder Akt des Tötens oder Mordes im materiellen Universum nährt und befähigt Khorne; Je sinnloser und destruktiver, desto besser. Obwohl Khorne der Gott des blutigen Gemetzels ist, ist er auch der Gott des kriegerischen Stolzes und der Ehre derer, die sich gegen die gefährlichsten Feinde stellen und den Sieg gegen die Widrigkeiten erringen. Ein Anhänger von Khorne ist wahrscheinlich ein ehrenwerter Champion im Kampf wie ein blutverrückter Schlachter. Khornates, seine Chaos-Truppen, gehen nicht kunstvoll mit dem Töten um und versuchen nur zu töten, anstatt Schmerzen zuzufügen, denn während das Blut und der Tod ihrer Opfer Khorne stärken, stärkt ihr Leiden tatsächlich seinen Erzfeind Slaanesh. Und genau hier wird’s spannend, denn die Chaosgötter sind nicht etwa Verbündete, sondern bekriegen sich auch untereinander. Jeder dieser Chaosgötter bekommt seine eigene Fraktion in Total War Warhammer 3.

Spielen wir auch im Reich des Chaos selbst? Vier Fraktionen des Chaos bestätigt

Es wird super spanned, wie Creative Assembly das Reich des Chaos spielerisch umsetzt. Denn das ist keine physische Welt nach Vorbild der Erde, sondern eine Paralleldimension, mit ihren ganz eigenen Regeln.
Vergrößern Es wird super spanned, wie Creative Assembly das Reich des Chaos spielerisch umsetzt. Denn das ist keine physische Welt nach Vorbild der Erde, sondern eine Paralleldimension, mit ihren ganz eigenen Regeln.
© Creative Assembly

Die Chaosgötter sind deshalb so enorm spannend, weil sie durchaus Aspekte der Sterblichen verkörpern und sich deren Wünsche zu Nutze machen. Etwa den Wunsch nach technischer Evolution, nach Fortschritt. Und das natürlich ins Extrem treiben, um ihre niederen Ziele zu verfolgen. Das macht es so schwer, ihnen beizukommen. Wenn kein Mensch mehr nach Veränderung streben würde, dann könnte sich Kislev ja auch nicht militärisch weiterentwickeln, was sie im Krieg ziemlich schwächen würde. Faszinierend ist dieses Reich des Chaos auch deshalb, weil es keine klassische, will heißen physische, Dimension ist. Es ist eher eine Art magisches Reich, in der es keine Naturgesetze gibt, sondern Ängste, Träume und Hoffnungen. Eine Parallel-Welt. Wäre mega spannend, wenn wir hier Teile der Kampagne erleben könnten, weil dieses Reich natürlich große Heerführer täuschen und verwirren könnte. Noch hat Creative Assembly nicht verraten, wie sie das Ganze umsetzen – gibt es vielleicht eine eigene Karte für das Chaos? Weil das Böse startetet zwar seine Invasionen immer aus dem Norden, aber über eine Art Portal.

Man könnte dort nicht einfach mit menschlichen Armeen hin marschieren und angreifen. Die Warhammer-Welt ist hier sehr viel komplexer in ihrer Struktur als etwa ein Der Herr der Ringe, wo König Aragorn mit seinen Truppen Gondors und Rohans einfach vor das Schwarze Tor von Mordor ziehen und Sauron herausfordern konnte.

Hier könnten uns einige richtige Innovationen erwarten in Total War Warhammer 3, weil das Reich des Chaos nach seinen eigenen Regeln funktioniert und wie gesagt dort die Chaosgötter selbst mit ihren Fraktionen Kriege um die Vorherrschaft führen. Der Fokus des Chaos liegt also gar nicht nur auf der Vernichtung der Menschen, sondern durchaus auch auf sich selbst. Spannend gerade deswegen, weil dort alles ein bisschen anders läuft – die Armeen speisen sich aus den Chaosdimensionen, sie erhalten ihre Waffen, Rüstungen etc. also nicht klassisch aus einer Schmiede, wie das ja zum Beispiel in Der Herr der Ringe der Fall ist. Die Uruk-Hai sind zwar mythische Monster, die aber recht klassische Waffen benutzen. Das Chaos hingegen reitet etwa auf Molochen, einer Art Synthese aus Tier und Maschine, die dezent an die Panzerhunde aus Wolfenstein vom Design her erinnert – zumindest in den ersten Szenen, die wir hier aus Total War Warhammer 3 bestaunen dürfen.

Über das Große Kaiserreich der Cathay wissen wir noch fast nichts. Es deuten sich aber hochprofessionelle Streitkräfte in goldener Rüstung, goldene Drachen und ziemlich viel Magie an, die auch gerne mal Terrakotta-Armeen zum Leben erweckt.
Vergrößern Über das Große Kaiserreich der Cathay wissen wir noch fast nichts. Es deuten sich aber hochprofessionelle Streitkräfte in goldener Rüstung, goldene Drachen und ziemlich viel Magie an, die auch gerne mal Terrakotta-Armeen zum Leben erweckt.
© Fan-Art, artstation.com

Erstes Fazit: Nie zuvor konnten wir alle Fraktionen des Chaos spielen, die wohl die grausigsten Kreaturen mit sich bringen dürften, die man sich vorstellen kann: Biester, die an Balrog aus Der Herr der Ringe erinnern. Riesige Maschinen, die ihre Feinde zermalmen und Monstren, die mit einem Schlag eine Infanteriereihe schlachten können. Spannend wird zu sehen sein, was für kreative Ideen sich Creative Assembly einfallen lässt, um die Chaos-Lande zu inszenieren und spielbar zu machen – denn das ist kein physischer Ort, sondern eine Paralleldimension. In der es keine klassischen Ressourcen gibt und sich Armeen aus den Chaosdimensionen speisen. Interessant auch die Wahl der ersten enthüllten Fraktionen – die Kislev sind eine Mischung aus klassischer Armee, die vor allem auf Infanterie und Kavallerie, sowohl auf Pferden als auch Eisbären setzt. Sowie Eis-Magie. Creative Assembly und Games Workshop entwerfen zusammen das neue Volk der Grand Cathay – das China der Warhammer-Welt. Zwar war von dieser faszinierenden Fraktion bereits einiges zu lesen in alten Schriften, es gibt sie aber aktuell noch nicht – weder in den Spielen, noch als Figuren fürs Tabletop. Creative Assembly hat mit diesem Setting viel Erfahrung, schließlich spielte gerade erst Total War: Three Kingdoms im asiatischen Raum. Die Cathay werden wohl Schießpulver nutzen, erste Raketenwerfer, Drachen in goldenen Rüstungen. Selbst von Oger-Söldnern ist in Fan-Foren die Rede, deren Lande interessanterweise auf einer Karte verzeichnet sind, die im Trailer bewusst gezeigt wird – das Ogre Kingdom. Oger reiten auf Mammuts und Säbelzahntigern, sie bilden also auch eine enorm starke Kavallerie-Fraktion. Und sie dienen unter anderem zum Schutz der Großen Mauer, worum sich sicherlich spannende Belagerungsschlachten umspinnen werden.
Total War Warhammer 3 erscheint noch 2021 für den PC, wir dürften also schon sehr bald das erste Hands-On zu Warhammer 3 präsentieren dürfen.

Lesetipp: King Arthur Knight’s Tale gespielt: Age of Empires 4 als RPG

PC-WELT Marktplatz

2569800