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Powerline Adapter einrichten: 6 Schritte für den perfekten Start

04.03.2017 | 09:33 Uhr |

Eine Taste hier, eine dort - die Einrichtung des Steckdosen-Netzwerks könnte nicht einfacher sein. PC-WELT verrät, wie Sie Ihre Powerline-Adapter verbinden und das Netzwerk feintunen.

Wenn das Netflix-Video immer wieder Aussetzer hat, weil WLAN es nicht durch die Stahlbetonwand schafft, ist Powerline eine gefragte Alternative. Kein Wunder: Die Einrichtung ist denkbar einfach und das Steckdosennetzwerk läuft in der Regel stabil. Wir erklären in sechs Schritten, wie Sie das Netzwerk über die Stromleitung zum Laufen bekommen - und darüber hinaus noch ein bisschen Performance herausholen.

1. Status quo ermitteln

AVM, TP-Link oder Devolo - Starter-Sets haben die meisten Powerline-Anbieter im Portfolio. In der Regel befinden sich im Karton zwei Adapter, Netzwerkkabel und eine Schnellstart-Anleitung. Doch wie immer hängt die Wahl der Geräte vom eigenen Bedarf ab. Die meist teureren Adapter haben bereits eine WLAN-Funktion integriert und erweitern so im Nu Ihr WLAN-Netz - beispielsweise bis in den Garten. Ist Ihr Router bereits powerline-fähig? Dann können Sie sich den Sendeadapter sparen, und womöglich reicht nur ein Gerät für das Heimnetzwerk aus.

2.  Unboxen

Für unseren Installations-Guide haben wir uns das Fritz Powerline 1260E genauer angesehen. Das aktuelle Flaggschiff von AVM hat das schnelle WLAN-AC an Bord und unterscheidet sich in Sachen Einrichtung und Ausstattung nicht allzu sehr von beliebten Sets wie dem Devolo dLAN 1200+ .

Soweit so gut: Die zwei Adapter im Karton des AVM-Sets sollen das Netzwerksignal über das Stromnetz von A nach B mit bis zu 1200 Mbit/s im Haus befördern und via LAN und WLAN verschlüsselt verteilen. Das Adapternetz lässt sich um weitere Adapter - auch von Fremdherstellern - erweitern. Hier ist jedoch der Übertragungsstandard zu beachten und dass unter Umständen die mitgelieferte Einrichtungssoftware die Hardware von Fremdherstellern nicht vollständig unterstützt.

Tipp: Die vom Hersteller angegebenen Übertragungsraten sind Bruttowerte. Bis zu zwei Drittel können Protokoll- und Steuerungsdaten beanspruchen. Lassen Sie sich also nicht täuschen.

Die mit WLAN-AC möglichen 866 MBit/s beim Fritz Powerline-1260E-WLAN-Set dürften in der Praxis wohl die wenigsten Nutzer erreichen, da das Stromleitungsnetzwerk als Flaschenhals agiert.
Vergrößern Die mit WLAN-AC möglichen 866 MBit/s beim Fritz Powerline-1260E-WLAN-Set dürften in der Praxis wohl die wenigsten Nutzer erreichen, da das Stromleitungsnetzwerk als Flaschenhals agiert.
© AVM

3. Standort suchen

Nachdem die Adapter auf dem Tisch liegen, müssen sie die richtigen Steckdosen finden. Wichtig: Stecken Sie die Geräte nicht in eine Steckdosenleiste, da es zu Übertragungsproblemen kommen kann. Idealerweise haben Sie für den Sender neben dem Router noch eine freie Wandsteckdose. In vielen Adaptern ist bereits eine Stromsteckdose mit Filter integriert, in die Sie auch einen Mehrfachstecker oder powerline-beeinflussende Geräte wie Billignetzteile oder Energiesparlampen einstecken können.

4. Geräte koppeln

Bei neueren Geräten ist es kinderleicht, die Powerline-Adapter zu verbinden. Stecken Sender und Empfänger in der Steckdose, geht es ans Koppeln. Bei AVM, Devolo und Co. finden Sie hierzu spezielle Paaring-Tasten auf den Adaptern. Drücken Sie erst die Taste des einen Adapters (meist informiert eine blinkende LED über die Kopplungsbereitschaft) und dann die gleiche Taste am zweiten Gerät. Die Adapter übertragen darauf das Netzwerk-Kennwort und stellen automatisch eine sichere Verbindung her. Sobald die Verbindung steht (Paaring-Tasten leuchten), muss der Adapter neben dem Router nur noch via LAN verbunden werden.

Tipp: Gelegentlich kommt es bei zu langen Distanzen zu Verbindungsproblemen. Alternativ koppeln Sie die Adapter erst an zwei benachbarten Steckdosen (für diesen Fall können Sie auch eine Steckdosenleiste verwenden), testen die Verbindung und tasten sich dann in Ihren vier Wänden vor.

5. Dasselbe WLAN überall

Sind beide Adapter in Betrieb, wird Ihr Smartphone im WLAN-Menü als erstes anzeigen, dass ein neues schnurloses Netzwerk bereitsteht. Für die meisten Nutzer ist es bequemer, wenn sie nicht erneut ihre Schnurlos-Flotte verbinden müssen. AVM und Devolo haben dafür eine einfache Lösung, die sozusagen die neu erzeugte SSID der Powerline-Adapter durch ihren gewohnten Netzwerknamen ersetzt. Dafür müssen am Adapter die Verschlüsselungstaste und am Router die WPS-Taste gedrückt werden - schon sollte überall dieselbe SSID verfügbar sein.

Wichtig: Damit diese Technik funktioniert, muss der WLAN-fähige Powerline-Adapter in Reichweite Ihres WLAN-Netzes sein. Ist das nicht der Fall, dann können Sie den Adapter für diesen Vorgang einfach in der Nähe des Routers in eine Wandsteckdose stecken.

Die Powerline-Software von AVM gibt einen Überblick über die installierten Adapter.
Vergrößern Die Powerline-Software von AVM gibt einen Überblick über die installierten Adapter.
© AVM

6. Feintuning

Die Hersteller bieten browserbasierte Lösungen, Apps oder Installationssoftware für die Konfiguration an - Hersteller wie AVM auch alle drei Varianten. Mit diesen Tools können Sie Ihr Netzwerk unter die Lupe nehmen und nochmal feintunen.

Darüber hinaus lassen sich nachträglich die Namen von SSIDs ändern, Adapter updaten und hinzufügen oder Netzwerkkomponenten umbenennen. Gerade bei größeren Netzwerken können Benennungen wie „Wohnzimmer“ oder „Dachboden“ Übersicht schaffen - vor allem, wenn man mit den mitgelieferten Hersteller-Tools die Performance ermitteln möchte. Die AVM-Software visualisiert beispielsweise die Übertragungsrate rückwirkend. So sehen Sie unter Umständen, ob die Waschmaschine im ersten Stock wirklich das Streaming-Vergnügen im Wohnzimmer schmälert.

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