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Diese Portable-Tools gehören auf jeden USB-Stick

16.04.2019 | 08:05 Uhr | Arne Arnold, Thorsten Eggeling,

Portable Tools sind ohne Installation vom USB-Stick aus direkt einsatzbereit. Sie belasten das Windows-System nicht und sind genauso leistungsfähig wie ihre installierten Gegenstücke. Hier finden Sie die besten Tools und Suiten.

Eine gute Sammlung portabler Programme gehört in die Hand eines jeden fortgeschrittenen PC-Nutzers. Sie können die Programme auf einen USB-Stick packen und an jedem PC einsetzen oder auf Ihre Datenpartition speichern und so unabhängig von Ihrem System nutzen.

Zu den Vorteilen der portablen Tools zählen, dass sie keine Änderungen an Ihrem Windows-System vornehmen. Sie hinterlassen weder Spuren im Startmenü noch in der Registry. Sie können also vollkommen sicher sein, dass die Programme Ihr System nicht belasten. Lediglich etwas Speicherplatz ist für die Tools nötig.

Obwohl die Programme sich nicht in der Windows-Registry mit Konfigurationseinstellungen verewigen, merken sie sich neue Einstellungen. Dazu legen die meisten Tools eine einfache Konfigurationsdatei im Textformat in ihrem eigenen Programmverzeichnis an.

Das geht allerdings nur, wenn die Tools auf einem beschreibbaren Datenträger gespeichert sind. Haben Sie einen USB-Stick mit aktiviertem Schreibschutz, scheitert das Erstellen der Konfigurationsdatei.

Sicherheit: Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings bei den portablen Tools. Programm-Updates gibt es unter Umständen nur mit Verzögerung. Damit bleiben Sicherheitslücken in den portablen Versionen möglicherweise länger ohne Update. Immerhin bieten viele der portablen Tools eine interne Update-Funktion, die die verfügbaren Patches lädt.

FAQ: 10 Fragen und Antworten zu USB-C

Portable Tools

Aus der riesigen Menge an portablen Tools haben wir zehn Top-Programme herausgesucht, die in keiner Tool-Sammlung fehlen sollten.

1. Eset Online Scan: Gutes Antivirentool

Das Tool durchsucht den Rechner nach PC-Viren. Es nennt sich zwar Onlinescanner, doch dahinter steckt ein portables Tool . Nach dem Start lädt es erstmal aktuelle Virensignaturen herunter, was einige Zeit beansprucht. Danach startet der Scan des PCs automatisch, was wiederum einige Zeit, sogar mehrere Stunden, dauern kann. Hat das Tool einen Schädling gefunden, hilft es bei der Beseitigung.

2. Wise Data Recovery Portable: Datenrettung

Das Datenrettungstool Wise Data Recovery Portable starten Sie einfach vom USB-Stick – so besteht keine Gefahr, gelöschte Dateien durch eine Installation zu überschreiben. Nach dem Suchlauf zeigt das Tool nicht nur alle gefundenen gelöschten Dateien an, sondern auch, wie gut die Wiederherstellungschancen sind.

3. Process Explorer Portable: Systemüberwachung

Wenn sich ein Windows-Rechner merkwürdig verhält, ist ein Blick auf die laufenden Prozesse immer eine gute Idee. Damit Sie nicht auf die wenigen Infos aus dem Windows-Taskmanager beschränkt bleiben müssen, gibt es das portable Tool Process Explorer . Es bietet einige nützliche Funktionen, die das Windows-Bordmittel nicht hat. Tipps zum Einsatz des kostenlosen Process Explorer finden Sie hier .

4. Teamviewer Portable: Fernwartung von PC zu PC

Das kostenlose Programm Wise Data Recovrey findet versehentlich gelöschte Dateien.
Vergrößern Das kostenlose Programm Wise Data Recovrey findet versehentlich gelöschte Dateien.

Zur Fernsteuerung eines PCs über das Netzwerk oder Internet halten Sie Teamviewer auf dem USB-Stick bereit. Das für Privatnutzer kostenlose Remotetool ist praktisch zum Lösen von PC-Problemen und für die Nutzung von Anwendungen, die auf einem anderen PC laufen. Während des Fernzugriffs in einem skalierbaren Fenster lassen sich bei Bedarf auch Dateien in beide Richtungen übertragen. Die Darstellung des entfernten Desktops erfolgt über eine mit AES und 256 Bit verschlüsselte Verbindung.

5. Xnview MP: Portabler und schneller Bildbetrachter

Das vielseitige Fototool Xnview MP beherrscht eine schnelle Fotoanzeige im Fenster oder Vollbild für so gut wie jedes populäre Grafikdateiformat. Neben Basiswerkzeugen wie Beschneiden und Verändern von Bildgröße und Farben sind auch eine Diashowfunktion zur Fotopräsentation sowie eine Bildkonvertierung in das Wunschformat enthalten. Die für private Benutzer kostenlose Software zeigt Meta-Aufnahmedaten an, kann sie bearbeiten und Wasserzeichen in Bilder einbetten.

6. VLC: Video- und Musikplayer für fast jedes Format

Sollen Musik, Filme und Streams unterwegs abgespielt werden, genügt hierfür ein einziges Gratis-Tool: Der VLC Media Player Portable beherrscht die Wiedergabe von Video- und Audiodateien, DVDs und auch Internetstreams. Passende Codec-Module bringt VLC mit, deshalb ist der Player nicht auf die am jeweiligen Gast- PC installierten Codecs angewiesen. Informationen zu den wiedergegebenen Inhalten werden lediglich auf dem USB-Stick, nicht aber auf dem Rechner abgelegt, auf dem die Wiedergabe erfolgt.

7. Sumatra PDF Portable: PDF-Betrachter

PDF-Dateien zeigt Sumatra PDF Portable unter einer auf das Wesentliche reduzierten Bedienerführung an. Der direkt ausführbare Viewer verfügt über alle wichtigen Funktionen wie Vor- und Zurückblättern, Zoomen, Drehen, Drucken und Inhaltsverzeichnisdarstellung. Für das PDFRendering nutzt Sumatra interne Funktionen und setzt nicht einfach auf den Adobe Reader auf. Dadurch laufen Angriffe durch möglicherweise verseuchte Dokumente, die auf Sicherheitslücken im Adobe Reader zielen, ins Leere.

8. Thunderbird Portable: Bewährtes Mailprogramm

Seit Jahren leistet das Mailprogramm Thunderbird gute Dienste. Der große Vorteil der portablen Version : Backups und Umzüge des gesamten Mailprogramms inklusive Nachrichten auf einen anderen PC sind dank der portablen Version kinderleicht. Die vielen praktischen Erweiterungen für Thunderbird funktionieren auch in der portablen Version.

9. Firefox Portable: Beliebter Internetbrowser

Der Browser Firefox hatte Ende 2017 die Version Quantum veröffentlicht. Diese war deutlich schneller als die Vorgängerversionen. Und mit den folgenden Updates bietet der Browser heute mehr Funktionen und einen guten Datenschutz. Das sind gute Gründe, bei Firefox zu bleiben oder zu dem Browser zurückzukehren. Auf jeden Fall gehört er in unsere Toolsammlung portabler Programme.

10. Libre Office Portable: Umfassendes Büropaket

Eine Office-Suite mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und Zeichenprogramm holen Sie sich mit dem freien Libre Office Portable auf den USB-Stick. Der Pluspunkt dieser Weiterentwicklung von Open Office ist die Unterstützung der gängigen Microsoft-Dateiformate wie doc und docx sowie die zuverlässige PDF-Ausgabe. Wie man es von MS Office kennt, bringt die Suite Assistenten und Vorlagen mit, sodass sich relativ einfach Standarddokumente erstellen lassen. Ausgepackt auf dem Stick belegt die Suite rund 430 MB.

Weitere hilfreiche Tools:

  • AS SSD Benchmark misst die Transferraten von SSDs und Festplatten. Das kann dabei helfen.

  • Avira PC Cleaner ist ein portabler Virenscanner, der zwar nicht viele Optionen bietet, aber für einen Schnelltest ausreicht.

  • CPU-Z , CW-Sysinfo , GPU-Z und Hwinfo liefern auch portabel detaillierte Information zur Hardware im PC.

  • Notepad++ ist ein gut ausgestatteter Texteditor, der auch mehrere Dateien in Tabs darstellen kann.

  • W10 Privacy hilft Ihnen dabei, unter Windows zahlreiche Einstellungen für mehr Datenschutz vornehmen.

Lesetipp: Die besten USB-Tipps und -Tools

Portable Suiten

Natürlich gibt es mehr wichtige portable Tools als die zehn hier vorgestellten. Für eine größere Sammlung bieten sich fertige Suiten mit einer umfangreichen Auswahl portabler Tools an. Wir stellen hier drei Suiten mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

Portable Apps Platform: Umfangreiche Suite

Die Suite Portable Apps Platform bietet eine umfangreiche Sammlung aktueller portabler Programme.
Vergrößern Die Suite Portable Apps Platform bietet eine umfangreiche Sammlung aktueller portabler Programme.

Die Toolsammlung Portable Apps Platform von www.portableapps.com zählt zu den ältesten Programmsammlungen dieser Art. Sie entstand im März 2004 aus einem Projekt, das den Browser Mozilla Firefox portabel gemacht hat. In den folgenden gut 14 Jahren ist Portableapps.com zu einer stattlichen Sammlung mit zuverlässigen Tools angewachsen. Viele der Programme lassen sich in aktuellen Versionen und mit deutschsprachiger Bedienerführung herunterladen. Die Suite bietet zudem eine gute automatische Update-Funktion für die enthaltenen Tools, und sie hat ein Backup-Tool („Portableapps.com Backup“) integriert, mit dem sich die erstellten Daten der Suite sichern lassen.

Wer die Suite braucht: Die Portable Apps Platform versammelt rund 390 Programme. Wer alle lädt, schaufelt sich über 20 GB Programmcode auf die Festplatte. Damit ist die Suite für alle interessant, die eine möglichst umfassende Sammlung wünschen.

So geht’s: Der Installationsassistent von Portable Apps Platform bietet verschiedene Modi an. Am einfachsten wählen Sie „Anderes Verzeichnis wählen“ und speichern die Suite so in einen Ordner auf einem Datenlaufwerk oder auf einem USB-Stick. Alternativ können Sie die Suite auch unter Windows „installieren“ („Neue Installation“). So wird das Startmenü der Suite für die einzelnen Programme in Windows integriert. Die Tools arbeiten weiterhin portabel. Weitere Infos zur Installation finden Sie unten bei „Nachteile“.

An der Zusammenstellung der Programme gibt es nichts auszusetzen. Neben populären Tools wie Notepad++, Xnview Portable und Skype Portable sind auch Exoten wie Q-Eye Portable, Laz Paint Portable und Grindy Portable vertreten. Die rund 350 Apps und Spiele gliedern sich in zehn Rubriken, darunter „Grafik und Bildbearbeitung“, „Internet“ und „Sicherheit“.

Die Oberfläche orientiert sich am gewohnten Windows-Startmenü: Im Hauptfenster werden Rubriken, Unterrubriken und Apps dargestellt; auf die Standardordner, die Backup-Funktionen und die Optionen greift man über die Icons in der rechten Spalte zu. Und auch eine Suchfunktion ist integriert. Start: Haben Sie die Suite beendet, starten Sie sie erneut über die Datei „Portableappsplatform.exe“, die Sie im Unterordner Portableapps.com finden.

Nachteil: Welche Programme in der Suite enthalten seien sollen, müssen Sie bei der „Installation“ selber festlegen. Dafür präsentiert die Portable Apps Platform eine Liste mit knapp 400 Programmen, die Sie per Check-Box zum Kopieren auf den Datenträger auswählen können. Wer alle Tools haben möchte, kann das per rechter Maustaste veranlassen. Die Auswahl lädt das Programm dann erst aus dem Internet. Beim anschließenden Kopieren der Tools auf die Festplatte müssen einige Lizenzbestimmungen per Klick bestätigt werden. Insgesamt dauert das Aufspielen der kompletten Suite so bis zu mehreren Stunden.

Anzahl der Programme: rund 390.
Größe: ca. 21 GB
Sprache: teilweise deutsch-, teilweise englischsprachig

Lupo Pen Suite: Beliebte Programmsammlung

Die Lupo Pen Suite gehört zu den beliebtesten Portable-Apps-Sammlungen.
Vergrößern Die Lupo Pen Suite gehört zu den beliebtesten Portable-Apps-Sammlungen.

Die Lupo Pen Suite gehört zu den beliebtesten Portable- Apps-Sammlungen für USB-Sticks.

Wer die Suite braucht: Wenn Sie ein fertiges, gut ausgestattetes, überwiegend deutschsprachiges, portables Softwarepaket suchen, ist die Lupo Pen Suite genau richtig. Allerdings ist das Paket nicht gerade aktuell (siehe unten bei „Nachteile“).

So geht’s: Die Sammlung steht in drei unterschiedlichen Varianten zur Auswahl: Lupo Pen Suite Full, Lupo Pen Suite Lite und Lupo Pen Suite Zero. Bei der letztgenannten Version wird lediglich der Launcher, also die Oberfläche, auf dem USB-Stick installiert. Zur Installation starten Sie die EXE-Datei und folgen den Anweisungen des englischsprachigen Installationsassistenten. Im Schritt „Suite Language“ aktivieren Sie die Option „Download language pack during the extraction process (online mode)“, wählen „Deutsch“ aus und fahren mit „Next“ fort, um das deutsche Sprachpaket herunterzuladen. Wählen Sie dann Ihren USB-Stick oder einen Ordner als Ziellaufwerk aus und bestätigen Sie mit „Continue“. Das Extrahieren der Programme kann durchaus zehn Minuten und länger dauern. Klicken Sie zum Abschluss auf „Finish“ und „Start“, um den Assistenten zu schließen und den Launcher zu starten. Sollte die deutschsprachige Bedienoberfläche nicht automatisch geladen werden, klicken Sie auf „Options“, wählen im Register „General“ unter „Language“ den Eintrag „german.xml“ aus und bestätigen mit „OK“. Und über „ASuite“ öffnen Sie den Lupo-Starter.

Im Startmenü der Lupo Pen Suite doppelklicken Sie auf „Suite Manager“, wählen „Options“ und klicken in der Liste bei „Select language for updates“ auf „Deutsch“. Anschließend klicken Sie auf „Manage Apps“, warten, bis die Liste aller Programme geladen wurde, und starten mit einem Klick auf „Check“ die Suche nach Aktualisierungen. Nach einem Klick auf „Update“ werden die Aktualisierungen geladen und eingespielt.

Start: Haben Sie die Suite beendet, starten Sie sie über die Datei „Lupo_PenSuite.exe“ erneut.
Nachteil: Da das letzte Update der Lupo Pen Suite bereits im Dezember 216 erfolgte, sind die enthaltenen Programme nicht mehr aktuell. Jedes Tool muss einzeln aktualisiert werden.
Anzahl der Programme: rund 170.
Größe: Lupo Pen Suite Full umfasst rund 990 MB Speicherplatz, Lupo Pen Suite Lite rund 350 MB und Lupo Pen Suite Zero knapp 5 MB.
Sprache: teilweise deutsch-, teilweise englischsprachig.

Gegeek Tech Toolkit: Profi-Tools für die Systemwartung

Die Suite Gegeek Tech Toolkit bietet sehr nützliche Systemtools. Updaten lässt sie sich ebenfalls.
Vergrößern Die Suite Gegeek Tech Toolkit bietet sehr nützliche Systemtools. Updaten lässt sie sich ebenfalls.

Gegeek Tech Toolkit bietet einen gut gefüllten Werkzeugkasten für Reparaturen und Wartungsaufgaben aller Art.

Wer die Suite braucht: Viele der enthaltenen Tools greifen tief in das System ein, sodass die Nutzung ausschließlich erfahrenen Anwendern empfohlen wird. Diese aber erhalten eine Top-Sammlung an Profi-Tools für die Systemwartung. Das Komplettpaket von Gegeek Tech Toolkit umfasst mehr als 850 Tools aus vielen Bereichen, darunter alle Anwendungen von Nirsoft und Sysinternals. Der Großteil der Anwendungen läuft direkt vom USB-Stick, einige Programme, etwa Comodo Firewall 10, müssen erst installiert werden. Das Toolkit bringt eine Update-Funktion mit, über die Sie die Programme aktuell halten.

So geht’s: Bevor Sie das Toolkit auf einem USB-Stick verwenden können, sind einige Vorbereitungen nötig. Entpacken Sie das als ZIP-Datei heruntergeladene Toolkit zunächst auf die Festplatte. Die Dateien müssen zwingend im Hauptverzeichnis liegen, etwa unter „C:\Gegeek_Toolkit“. Sonst klappt das Update nicht. Der Programmstarter „SyMenu.exe“ läuft ohne besondere Voraussetzungen. Das Update-Tool Ketarin setzt jedoch die .Net-Laufzeitumgebung in der Version 3.5 voraus. Klicken Sie die Datei „SyMenu.exe“ mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Senden an –› Desktop (Verknüpfung erstellen)“. Den Namen der Verknüpfung können Sie ändern, etwa zu „Gegeek Toolkit“. Per Doppelklick auf die Verknüpfung starten Sie den Launcher, der sowohl auf dem Desktop als auch im Systray angezeigt wird. Doppelklicken Sie auf das Desktopsymbol, um das Gegeek-Menü zu öffnen, und wählen Sie erst „Gegeek –› Run Ketarin Update“. Nun startet Ketarin, die Komponente, die für das Update der Anwendungen zuständig ist. Klicken Sie ganz unten auf „Update all“, um rund 820 der insgesamt rund 850 portablen Programme zu aktualisieren.

Start: Haben Sie die Suite beendet, starten Sie sie über die Datei „Gegeek Toolkit.exe“ erneut.
Nachteil: Die meisten Virenscanner melden die Suite als gefährlich und blockieren den Download oder Start der Suite. Der Installer der Suite versucht Adware aufzuspielen. Um alle Funktionen des Gegeek Tech Toolkit nutzen zu können, muss man die kostenpflichtige Vollversion erwerben.
Anzahl der Programme: rund 300, nach einem Update rund 850.
Größe: 1,4 GB.
Sprache: überwiegend englischsprachig.

Gratis-Systemtools von Microsoft und Nirsoft

Die Sysinternals-Tools von Microsoft nehmen bereits seit vielen Jahren eine Sonderstellung bei den kostenlosen Windows-Werkzeugen ein. Die Tools sind teilweise für sehr spezielle Aufgaben gedacht, viele Programme sind aber für jeden Windows-Nutzer geeignet. Sie können damit Windows analysieren und Probleme beseitigen. Alle Tools lassen sich unter Windows Vista bis Windows 10 einsetzen.

Eine weitere bekannte Toolsammlung liefert Nirsoft . Der Entwickler Nir Sofer bietet zahlreiche systemnahe Tools an, etwa aus den Bereichen Windows, Netzwerk, Internet und Office. Auch diese Tools sind teilweise auf eine relativ kleine Nutzergruppe zugeschnitten oder dienen der Lösung eher seltener Probleme. Es sind aber auch viele Programme für die alltägliche Nutzung dabei.

Sysinternals- und Nirsoft-Tools über WSCC installieren

Die Tools aus den in Punkt 1 genannten Sammlungen können Sie zwar einzeln herunterladen, deutlich komfortabler geht das jedoch über das Windows System Control Center (WSCC). Die für die private Nutzung kostenlose Software hilft Ihnen bei der Zusammenstellung der für Sie interessanten Sysinternals- und Nirsoft-Tools. Die Oberfläche zeigt Ihnen eine Liste der Tools mit kurzen Beschreibungen an, teilweise mit der Schaltfläche „?“, die zu weiteren Informationen oder Anleitungen führt.

In den nächsten Punkten 3 bis 5 beleuchten wir einige der Sysinternals-Tools genauer. Die Nirsoft-Tools bedürfen meist keiner genaueren Beschreibung. Es handelt sich in der Regel um selbsterklärende Anzeigeprogramme, die Informationen zu bestimmten Bereichen liefern.

WSCC einrichten: Bei der portablen Version startet ein Assistent, der das Programm in den gewünschten Ordner entpackt. Beim ersten Start öffnet sich automatisch das Fenster „Options“. Unter „General“ sollten Sie für ein 64-Bit-Windows ein Häkchen vor „Launch the 64- Bit version if available“ setzen. Klicken Sie auf „OK“, um die Änderungen zu speichern. Danach öffnet sich das Fenster „Software Sources“. Entfernen Sie das Häkchen vor den Sammlungen, die Sie nicht verwenden wollen, und klicken Sie auf „OK“. Bestätigen Sie Auswahl der Software jeweils mit „Yes“ und danach mit „OK“. In den Dialogen für „NirSoft Utilities“ und „Other Utilies“ setzen Sie jeweils ein Häkchen vor „Look in Subfolders“ und wählen die Option „Install both 32 and 64-bit versions“. Anschließend erscheint eine Softwareliste mit allen verfügbaren Programmen. Entfernen Sie das Häkchen bei den Tools, die Sie nicht benötigen. Klicken Sie auf „Install“ und bestätigen Sie mit „Yes“.

Für Sie wichtige Tools nehmen Sie in die Favoriten auf. Klicken Sie neben dem gewünschten Tool mit der rechten Maustaste auf die Schaltfläche und wählen im Kontextmenü den Eintrag „Add to Favorites“.

So setzen Sie die portablen Tools ein

Autoruns: Automatische Programmstarts kontrollieren

Windows führt einige Programme automatisch beim Systemstart aus. Dabei handelt es sich teilweise um notwendige Dienste, die im Hintergrund laufen. Einige Anwendungen richten bei der Installation zusätzliche Autostartprogramme ein. Wenn es zu viele werden, kann das den Systemstart verzögern und wertvolle Systemressourcen verbrauchen. Im Autostart können sich außerdem unerwünschte Programme und Schadsoftware einnisten.

Sysinternals-Autoruns kennt alle Autostartrampen und kann zusätzlich auch Erweiterungen für den Windows-Explorer, Internet Explorer und Microsoft Office anzeigen und verwalten. Nach dem Start des Tools können Sie sich durch mehrere Registerkarten klicken und die unterschiedlichen Autostart-Einträge prüfen. Alles zusammen sehen Sie auf der Registerkarte „Everything“. Gehen Sie auf „Options –› Hide Microsoft Entries“, um Programme von Microsoft auszublenden. Die Liste wird dann übersichtlicher.

Entfernen Sie die Häkchen bei allen Einträgen, die Sie nicht benötigen. Gelöscht wird dadurch nichts. Sollte sich später herausstellen, dass Sie ein Programm doch benötigen, setzen Sie das Häkchen wieder. Handelt es sich dagegen um eine unerwünschte Software, sollten Sie das Programm deinstallieren.

Nicht immer ist klar, zu welchem Programm ein Autostart-Eintrag gehört und was seine Funktion ist. Über einen rechten Mausklick und „Search Online“ starten Sie im Browser eine Internetsuche, die Ihnen weitere Informationen liefert.

Eine Sicherheitsprüfung führen Sie über den Kontextmenüpunkt „Check VirusTotal“ durchführen. Beim ersten Aufruf öffnet sich die Webseite von www.virustotal.com mit den Nutzungsbedingungen, die Sie bestätigen müssen. Um alle Programme zu testen, gehen Sie auf „Options –› Scan Options“ und setzen ein Häkchen vor „Check VirusTotal.com“.

Process Explorer: Laufende Prozesse ermitteln

Das Sysinternals-Tool Process Explorer bietet mehr Funktionen als der standardmäßige Task-Manager in Windows. Durch farbige Unterlegungen zeigt Ihnen das Programm, was gerade auf dem Computer vor sich geht. Gerade erst gestartete Prozesse werden grün hinterlegt, solche, die beendet werden, erscheinen in Rot.

Gehen Sie im Kontextmenü eines Prozesses, den Sie näher untersuchen wollen, auf „Properties“. Auf den Registerkarten „Performance“ und „Performance Graph“ erhalten Sie eine Übersicht mit den CPU- und Speicheraktivitäten. Die Registerkarte „TCP/ IP“ zeigt Ihnen, auf welche Netzwerkressourcen eine Anwendung zugreift.

Unbekannte Prozesse: Wenn Ihnen bestimmte Prozesse verdächtig vorkommen, gehen Sie im Kontextmenü auf „Search Online“. Wie bei Autoruns (Punkt 3) suchen Sie damit nach dem Namen der ausführbaren Datei und holen weitere Informationen ein. Besteht ein Verdacht, dass es sich um eine Schadsoftware handelt, gehen Sie im Kontextmenü auf „Check Virustotal“.

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Process Monitor: Programmzugriffe analysieren

Ob Fehlfunktionen oder Sicherheitsbedenken, manchmal ist es wichtig zu erfahren, was ein Programm eigentlich auf dem PC anstellt. Über den Process Monitor von Sysinternals ermitteln Sie, welche Dateien und Registry-Schlüssel ein Programm liest oder schreibt und welche Internet- oder Netzwerkadressen es abruft.

Wenn Sie Process Monitor starten, erscheint das Fenster „Process Monitor Filter“. Wählen Sie beispielsweise „Process Name“ und dahinter „is“. In das Eingabefeld tippen Sie den Namen des Prozesses ein, den Sie untersuchen möchten. Hinter „then“ wählen Sie „include“ aus der Liste. Klicken Sie auf „Add“ und dann auf „OK“.

Die Überwachung des Systems beginnt sofort. Beenden Sie die Aufzeichnung nach einiger Zeit über die Tastenkombination Strg-E. Sie sehen im Programmfenster eine chronologische Liste der Zugriffe des im Filter festgelegten Programms. Unter „Operation“ sehen Sie, welche Aktion ein Programm ausgeführt hat. „RegQueryValue“ beispielsweise bedeutet, dass das Programm einen Wert aus der Registry abgefragt hat, während „CreateFile“ den Versuch zeigt, eine Datei anzulegen. Der Inhalt der Zugriffsliste lässt sich über die fünf Schalter im rechten Bereich der Symbolleiste einschränken, etwa auf Registry- und/ oder Netzwerkzugriffe.

Shellexview: Absturzursachen beim Windows-Explorers beseitigen

Der Dateimanager Windows-Explorer lässt sich mit verschiedenen Methoden erweitern. Fehler verursachen meist Programme, die eine DLL im Windows-Explorer registrieren, etwa für die Anzeige von Vorschaubildern und Zusatzinformationen.

Mit dem Nirsoft-Tool Shellexview untersuchen Sie die registrierten Erweiterungen. Nach dem Start des Tools sehen Sie eine Liste mit allen Erweiterungen, die das Programm gefunden hat. Mit „Options –› Hide All Microsoft Extensions“ blenden Sie die Microsoft-Erweiterungen aus (meist nicht die Quelle bei Problemen). Was als deutlich reduzierter Rest bleibt, können Sie – einzeln oder alle – testweise markieren und mit der Taste F7 deaktivieren. Danach nutzen Sie den Explorer und beobachten Erfolg oder Misserfolg der Aktion. Mit F8 lassen sich die Shell-Erweiterungen wieder aktivieren.

Ist der Schuldige gefunden, deinstallieren Sie die zugehörige Software. Alternativ können Sie über F2 direkt in die Registry springen, um den Eintrag dort zu beseitigen.

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