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Perfekte Bilder mit jedem Smartphone - so geht’s

08.09.2020 | 08:02 Uhr |

Wir zeigen Ihnen 32 Foto- und Kamera-Tricks, mit denen Sie Ihre Motive optimal in Szene setzen.

1. Grundlagen

1.1 Der optimale Fotomodus

Motivprogramme in der Kamera-App auf Ihrem Smartphone sorgen im Nu für sehenswerte Aufnahmen. Durch das Auswählen eines Motiv- und Aufnahmeprogrammes nimmt die Kamera Einstellungen für die entsprechenden Situationen automatisch vor:

Im Porträt-Modus werden der Vorder- und der Hintergrund des Motivs deutlich voneinander getrennt. Die Kamera-App stellt dabei sicher, dass der Hintergrund verschwimmt, was den Blick des Betrachters auf die Person im Vordergrund lenkt.

Der Sport-Modus nimmt Fotos von bewegten Objekten dank kurzer Belichtungszeit scharf auf. 

Passend hierzu gibt es noch den Burst-Modus: Halten Sie den Auslöser gedrückt, nimmt die Kamera Serienbilder in schneller Folge auf.

Im Beauty-Modus nimmt Ihr Smartphone eine Verschönerung von Personen vor. Sie erhalten nachfolgend Bilder mit jünger und glatter aussehender Haut.

Dank Nacht-Modus mit langer Belichtungszeit schießen Sie auch in der Dämmerung und im Dunkeln ansehnliche Fotos. Ein Stativ ist meist Pflicht!

Im Food-Modus werden sowohl Farben als auch Kontrast intensiviert, wodurch das Motiv appetitlicher wirkt.

Der Landschafts-Modus ist aufgrund der hohen Farbsättigung geeignet für Landschafts- und Bergfotos.

1.2 Was ISO, AWB und EV bedeuten

Was ISO, AWB und EV bedeuten
Vergrößern Was ISO, AWB und EV bedeuten

Die Kamera Ihres Handys erlaubt manuelle Einstellungen, doch ISO & Co. sagen Ihnen nichts? Hier gibt’s in Kurzform alle Infos dazu.

Wenn Ihre Kamera-App über einen Profi-Modus verfügt, dürfen Sie einige Einstellungen selbst regeln.

Die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors, auch bekannt als ISO-Wert , wählen Sie abhängig von der Lichtsituation. Bedenken Sie jedoch, dass mit steigendem ISO-Wert auch das Bildrauschen stärker wird. Mit der Verschlusszeit (etwa 1/250 oder 1/60 Sekunde) regeln Sie, wie lange das Bild belichtet wird. Kürzeres Belichten friert Bewegungen ein, längeres Belichten macht Fotos bei wenig Licht heller, braucht aber eine ruhige Hand. Mit dem Weißabgleich stimmen Sie die Kamera auf die Lichtquelle (Tageslicht, Kunstlicht, Leuchtstoffröhren, AWB = Automatik) ab. Über die EV-Belichtungskorrektur machen Sie Fotos insgesamt heller oder dunkler. Der AF-Modus (Autofokus) beeinflusst, wie die Kamera scharf stellt: AF-S (Auto Focus Single) eignet sich für statische Motive, AF-C (Auto Focus Continuous) für Bewegungen, da der AF nachzieht, und MF (Manual Focus) für manuelles Scharfstellen. Den Messmodus für die Belichtungsmessung (die Rechtecke stehen für „Matrix“, „Mitte“ und „Spot“) passen Sie ans Motiv an.

1.3 Beste Bildqualität mit dem RAW-Format

Beste Bildqualität mit dem RAW-Format
Vergrößern Beste Bildqualität mit dem RAW-Format
© Lenovo

Indem Sie das RAW-Fotoformat verwenden, nimmt Ihr Smartphone Fotos in maximaler Bildqualität nahezu unverändert durch die Kamera-App auf.

Normalerweise speichern Smartphones aufgenommene Bilder im JPEG-Format. Vor dem Ablegen der Datei im Speicher durchlaufen die Sensordaten eine Reihe interner Optimierungen, die für eine ausgewogene Darstellung hinsichtlich Farben und Kontrast sorgen. Allerdings gehen beim Speichern im komprimierten JPEG-Format Bildinformationen verloren. Das hat zur Folge, dass beim Nachbearbeiten der Fotos am Rechner beispielsweise nicht mehr so viele Helligkeitsinformationen zur Verfügung stehen, wie theoretisch zum Anpassen der dunklen und hellen Bildareale möglich wären. An diesem Punkt kommt das RAW-Format ins Spiel: Wenn Smartphone und Kamera-App das Speichern im RAW-Fotoformat unterstützen, bleiben so gut wie alle Sensorinfos in der unkomprimierten Fotodatei erhalten. Deshalb sind RAW-Dateien auch größer als JPEG-Fotos. Mittels Konvertierungsprogrammen holen Sie dann bei der Nachbearbeitung aus RAW-Bildern wesentlich mehr heraus als aus einem konventionellen JPEG-Bild.

Wichtig: Während es im Play Store auch alternative Kamera-Apps gibt, die eine RAW-Option bieten, lässt sich diese Funktion hardwareseitig nicht nachrüsten.

Siehe auch: Die beste Handy-Kamera 2020 - Der große Vergleich

2. Foto-Techniken

2.1 Verwackelte Bilder mit dem Serienbildmodus vermeiden

Die Serienbildfunktion hilft Ihnen dabei, unverwackelte, schärfere und dadurch auch interessantere Bilder aufzunehmen. Probieren Sie es aus! 

Festival, Club oder Straßenumzug – geht es beim Fotografieren hektisch zu, dann hilft die Serien- oder Reihenaufnahmefunktion im Smartphone, das Geschehen einigermaßen scharf und wackelfrei einzufangen. Lassen Sie den Finger auf dem Auslöser liegen, machen moderne Handykameras je nach eingestellter Auflösung bis zu 120 Bilder pro Sekunde. Zwar wird der Autofokus nicht nachgeführt, doch aufgrund der hohen Aufnahmefrequenz steigt die Chance, ein paar gute Fotos zu erhalten.

2.2 Fotos knackig scharf aufnehmen

Fotos knackig scharf aufnehmen
Vergrößern Fotos knackig scharf aufnehmen
© Style-photographs / Bigstock.com

Ein Fingerzeig kann entscheidend sein, damit Ihr Foto gestochen scharf und wunderschön belichtet im Handyspeicher landet.

Ob Porträts, Kurztrip am Wochenende oder Fotosession am Strand: Viele Bilder sind zwar ganz nett, doch beim vergrößerten Betrachten fehlt es an Schärfe oder die Farben stimmen einfach nicht. Ums Scharfstellen und Belichten kümmert sich die Handykamera selbstständig, doch trifft die Automatik nicht immer ins Schwarze. Das nervt, denn Ihr Handy hat mehr drauf. Ein Tipper auf das Display im richtigen Moment macht oft den Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einem toll aufgenommenen Bild aus.

Helfen Sie der Kamera-App, indem Sie beim Fotografieren mit dem Finger auf den Punkt tippen, der zum Scharfstellen und für die Belichtungsmessung verwendet werden soll. Schon fokussiert das Objektiv den gewünschten Bereich und passt die Belichtung entsprechend an die Motivsituation an.

Bei kontrastreichen Szenen, schwierigen Lichtverhältnissen wie auch Motiven mit unterschiedlich weit entfernten Objekten kommen durch den selbst gesetzten Schärfepunkt häufig viel bessere Fotos als beim einfach Draufhalten heraus.

2.3 Mit HDR kontrastreiche Fotos machen

Mit HDR verstärken Sie Farben und Kontraste in Ihren Fotos. Das ist besonders bei Landschaftsaufnahmen wirkungsvoll.

Die Kamera-App in Ihrem Smartphone besitzt einen HDR-Button, Sie wissen jedoch nicht so recht, wofür Sie den HDR-Modus nutzen können? Dann finden Sie hier alle Infos kompakt zusammengefasst.

HDR steht für „High Dynamic Range“ und ist ein Verfahren, mit dem sich in schwierigen Lichtsituationen Farben und Kontraste optimal darstellen lassen – mit maximalem Tonwert- und Dynamikumfang sagen die Profis.

Ihr Handy nimmt für HDR mehrere Bilder auf: ein helles, ein dunkles und ein normales. Danach verschmilzt es die Aufnahmen, sodass kein Bereich zu dunkel oder zu hell erscheint.

Verbesserungen bringt HDR bei Gegenlicht, bei Landschaftsfotos und in Situationen mit starken Helligkeitsunterschieden, beispielsweise bei Dämmerung.

Wollen Sie ein kontrastreiches Bild machen , dann aktivieren Sie in der Kamera-App einfach den HDR-Modus. Mit der HDR-Automatik erlauben Sie Ihrem Smartphone, den HDR-Modus bei Bedarf einzuschalten.

Sie erkennen HDR-Fotos am HDR-Logo in der Galerie-App auf dem Smartphone – und häufig schon mit bloßem Auge am prächtigen Farbenspiel. Manchmal liefert HDR auch übertriebene Ergebnisse. Die Bilder wirken dann künstlich. In diesem Fall schalten Sie HDR einfach ab.

2.4 Mit Live-Filtern kunstvoll fotografieren

Mit Live-Filtern kunstvoll fotografieren
Vergrößern Mit Live-Filtern kunstvoll fotografieren
© Rgbspace / Bigstock.com

Effektfilter in der Kamera-App, deren Wirkung Sie bereits bei der Aufnahme beurteilen können, machen es leicht, kreative Fotos aufzunehmen.

Smartphone zücken, Kamera-App öffnen, Effekt einstellen, Auslöser drücken – fertig. Schneller und einfacher geht es kaum, eigene Fotokunstwerke mit besonderem Look anzufertigen.

Pro: Das spricht für Live-Filter

Durch Auswählen eines Filters in der Kamera-App vor dem Auslösen sparen Sie sich das Nachbearbeiten des Fotos. Sie beschleunigen damit vor allem den Arbeitsfluss bei Bildern, die Sie teilen möchten. Weiterer Vorteil: Sie dürfen den schicken Effekt bereits auf dem Display prüfen und das Motiv so anvisieren, dass es mit dem Effekt optimal zur Geltung kommt. Außerdem lässt sich anhand der Live-Vorschau auf dem Display beurteilen, ob der Effekt überhaupt zum Motiv passt.

Contra: Das spricht gegen Live-Filter

Live-Filter lassen sich nach dem Fotografieren nicht mehr entfernen. Sie verzichten damit auf die Chance, dem Foto durch Filtereffekte immer wieder neue Looks zu geben.

2.5 So gelingen Fotos mit Blitz

Den Blitz in der Kamera-App bei schlechtem Licht einzuschalten, ist kein Allheilmittel. Oft stört er, doch er kann Fotos auch verbessern.

Draußen ist es dunkel, und Sie möchten eine Landschaft, ein Gebäude oder einen Straßenzug fotografieren. Anstatt nun gewohnheitsmäßig den Blitz am Smartphone einzuschalten, lassen Sie ihn besser deaktiviert. Denn seine Reichweite ist viel zu kurz für entfernte Motive, und er verleitet die Automatik zu wenig vorteilhaften Belichtungseinstellungen.

Blitzen auf kurze Distanz

Bei Fotos auf kurze Entfernung, wie beispielsweise auf einer Party, können Sie den Blitz einschalten, wenn das Umgebungslicht nicht ausreicht. Er sorgt für eine kurze Belichtungszeit und erhellt Personen, Tiere oder Gegenstände im Vordergrund, die somit scharf aufgenommen werden. Den vom Handyblitz erzeugten unschönen Schlagschatten müssen Sie hinnehmen.

Kein Blitz bei Regen und Schnee

Bei Regen, Schneefall oder Aufnahmen in staubiger Umgebung wie auf einer Baustelle bleibt der Smartphone-Blitz aus. Andernfalls erhellt das helle LED-Licht umherfliegende Partikel, die hierdurch im Foto überproportional zu sehen sind.

Blitzen bei Porträts

Bei Gegenlicht gerät ein Foto am Handy schnell zu dunkel. Das passiert leicht in direktem Sonnenlicht, wenn die Sonne bei einem Porträt hinter der aufgenommenen Person oder leicht schräg von ihr steht. Dann ist der Porträtierte nur noch als dunkle Silhouette im Bild zu erkennen. Durch Zuschalten des Blitzes hellen Sie die Problemstellen im Vordergrund auf. Die Person wird durch den Aufhellblitz optimal ausgeleuchtet, und die Fotos zeichnen sich durch eine ausgeglichene Belichtung aus. Die Aufnahme wirkt dadurch homogen und vom Kontrast her ausgewogen.

Powertipp

Je näher sich das Motiv beim Blitzen vor dem Handy befindet, desto stärker entstehen harte Ränder und Schatten. Zum Abmildern können Sie das Motiv mit einem seitlich positionierten Reflektor aufhellen. Verwenden Sie dafür einfach eine weiße Styroporplatte aus dem Baumarkt oder einen günstigen Faltreflektor aus dem Fotozubehörhandel. Den Reflektor stellen oder halten Sie oder eine Hilfsperson so neben das Motiv, dass er einen Teil des Blitzlichts darauf lenkt. Sein diffuses Licht reduziert dann die Schatten.

2.6 Bildrauschen minimieren 

Bildrauschen minimieren
Vergrößern Bildrauschen minimieren
© Stanisic Vladimir / Fotolia.com, Dean Drobot / Bigstock.com

Je dunkler es ist, desto schlechter fallen die Handyfotos eigentlich aus. Vor allem Bildrauschen stört. Doch das können Sie leicht reduzieren.

Bei schlechtem Licht erhöhen Smartphone-Kameras meistens automatisch die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors (ISO). Auf diese Weise steigt allerdings auch das Bildrauschen. Damit die unschöne Körnung nicht so auffällt, bügelt die Software im Handy die falschfarbigen Pixel automatisch glatt, wodurch Motivdetails verloren gehen – das können Sie in der Vergrößerung gut erkennen. Dieser die Bildqualität beeinträchtigende Effekt lässt sich bereits bei der Aufnahme reduzieren.

Möglichst viel Licht: Nutzen Sie die Grundregel „Mehr Licht – weniger Bildrauschen“, indem Sie den Bildausschnitt so wählen, dass möglichst viele helle Bereiche aufgenommen werden.

Für helle Bildanteile sorgen: Platzieren Sie Ihr Motiv nach Möglichkeit vor hellen Flächen. Ideal sind hellere Outfits. Nutzen Sie Lichtquellen in der Umgebung, etwa Laternen, Scheinwerfer oder große Fenster, die das Motiv frontal und dadurch schattenarm beleuchten. Stativ und Selbstauslöser: Bietet Ihr Handy manuelle Kameraeinstellungen, machen Sie es den Profis nach: Wählen Sie als Erstes in den Einstellungen der Kamera-App einen niedrigen ISO-Wert. Die App passt die Belichtungszeit dann so an, dass die Aufnahmen trotzdem gelingen. Stellen Sie anschließend das Handy auf einem ebenen Untergrund ab, oder nutzen Sie ein Stativ, um die Fotos verwacklungsfrei mit dem Selbstauslöser aufzunehmen.

Powertipp

Setzen Sie Bildrauschen doch als Stilmittel für Fotos im Vintage-Stil ein. Mit der Gratis-App Snapseed können Sie Rauschen unter „Tools –› Körniger Film“ in Bilder zaubern.

2.7 Bei Nacht fotografieren

Bei Nacht fotografieren
Vergrößern Bei Nacht fotografieren
© Ryan Hutton / Unsplash

Wenn Sie wissen, wie es geht, sind auch scharfe Bilder bei Dunkelheit kein Problem mehr. So macht Ihr Smartphone bessere Fotos bei Nacht.

Auch wenn der ins Smartphone eingebaute Blitz zur nächtlichen Nutzung einlädt: Verzichten Sie darauf. Die Blitz-LED leuchtet nur die allernächste Umgebung aus und sorgt dafür, dass weit entfernte Bereiche am Ende zu dunkel sind.

Besonders für Fotos im Dunkeln haben viele Smartphones einen integrierten Nachtmodus. Dieser holt mit aufwendigen Berechnungen und langer Belichtungszeit mehr aus der schlechten Lichtsituation heraus. Ist das bei Ihrem Gerät der Fall, schalten Sie die Nightshot-Funktion ein.

Verfügt Ihr Smartphone nicht über einen Nachtmodus, aber über einen HDR-Modus, schalten Sie diesen ein. Die Funktion verleiht Ihrem Motiv stärkere Kontraste, wodurch sich helle und dunkle Bildbereiche optimal voneinander abheben.

Aus der Hand fotografierte Nachtaufnahmen sind oft verwischt und unscharf, da sich die langen Belichtungszeiten, die die Kamera bei wenig Licht einsetzt, nicht ohne Verwackeln aus der Hand halten lassen. Um diesem entgegenzusteuern, sollten Sie Ihr Phone irgendwo anlehnen oder abstützen.

Bietet Ihre Kamera-App manuelle Einstellungen, dann können Sie auch selbst mit den Belichtungsparametern herumspielen.

2.8 Hohe Gebäude als Panorama aufnehmen

Sie stehen vor einem hohen Gebäude und fragen sich, wie Sie das Bauwerk komplett auf das Bild bekommen sollen? Mit dem Panorama-Modus!

Gebäude wie der Kölner Dom, das Empire State Building oder das Burj al Arab sind so hoch, dass sie sich selbst mit einem aktuellen Ultraweitwinkel-Smartphone lediglich aus einiger Entfernung komplett aufnehmen lassen. Wenn Sie näher dranstehen oder direkt davor, bekommen Sie das Bauwerk allenfalls durch extremes Kippen des Handys auf ein Foto. In solchen Fotosituationen hilft Ihnen der Panorama-Modus in der Kamera-App weiter.

Die Panorama-Funktion wird meist nur für horizontale Rundumbilder eingesetzt. Sie schwenken Ihr Smartphone seitlich, um ein Rundumbild aufzunehmen. Durch das Umschalten in den vertikalen Modus dürfen Sie beim Aufnehmen von unten nach oben schwenken und so auch Gebäude in XXL-Dimensionen in einem Bild einfangen.

Die Kamera blendet beim Auslösen einen Pfeil ein. Bewegen Sie das Smartphone nun einfach langsam in diese Richtung bis zur vollen Höhe des Bauwerks, danach beenden Sie die Aufnahme.

Powertipp

Zum Umschalten der Schwenkrichtung von horizontal auf vertikal bietet die Kamera-App je nach Modell einen Schalter oder Menübefehl.

2.9 Kleine Dinge groß aufnehmen

Kleine Dinge groß aufnehmen
Vergrößern Kleine Dinge groß aufnehmen
© Leonid Ikan / Bigstock.com

Per Lupe erweitern Sie die Möglichkeiten Ihres Handys im Nahbereich. Je stärker die Lupe, desto größer können Sie das Motiv aufnehmen.

Viele Smartphones ermöglichen es, kleine Dinge auf Fotos groß abzubilden. Ganz so nah rangehen, wie Sie möchten, können Sie allerdings nicht. Da macht Ihnen die Naheinstellgrenze Ihres Handys einen Strich durch die Rechnung. Der notwendige Mindestabstand zum Motiv sorgt in vielen Fällen dafür, dass Sie zum Beispiel ein kleines Insekt nicht formatfüllend scharf aufnehmen können. Eine ganz einfache Möglichkeit, weiter in den Makrobereich vorzustoßen und Gegenstände größer aufzunehmen, bietet eine Lupe. Der Trick besteht darin, durch die Lupe hindurch zu fotografieren. Beginnen Sie mit kurzem Abstand zwischen Motiv und Lupe – das erleichtert das Scharfstellen. Experimentieren Sie dann mit größeren Abständen.

Siehe auch: Die wichtigsten Smartphone-Kamera-Features für 2020

2.10 Food-Fotos zum Anbeißen aufnehmen 

Food-Fotos zum Anbeißen aufnehmen
Vergrößern Food-Fotos zum Anbeißen aufnehmen
© Dean Drobot / Bigstock.com

Ob Schnitzel, Veggi-Bowl oder Panna Cotta – so gelingen Food-Fotos, die Ihnen garantiert das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

In sozialen Netzwerken gehören Food-Fotos zu den meistgesehenen und am häufigsten geteilten Aufnahmen. Wie gut, dass es einfache Tricks gibt, mit denen Sie Speisen – egal, ob selbst gekocht oder nicht – ansprechend in Szene setzen.

So arrangieren Sie Ihre Gerichte

Man muss kein Food-Blogger sein, um sein Essen zu fotografieren. Auch ein besonders gut gelungenes Gericht zu Hause oder einen erinnerungswürdigen Restaurantbesuch hält man gern fotografisch fest. Manche Phones bieten dafür sogar ein extra Motivprogramm.

Um Selbstgekochtes zu Hause zu fotografischen Meisterwerken zu machen, arrangieren Sie die Speisen am besten auf weißen Tellern. Auf weißem Geschirr wirken die Farben intensiver. Holz, eine Schieferplatte oder ein Tischset bilden einen schönen Untergrund. Arrangieren Sie die Gerichte nach dem Grundsatz „weniger ist mehr“, und achten Sie auf eine ruhige Anordnung.

Bei der Aufnahme – auch im Restaurant – sollte es ausreichend hell sein. Blitzen Sie jedoch nicht, sondern verwenden Sie, falls möglich, Tageslicht oder behelfen Sie sich mit einer zweiten Lichtquelle.Denken Sie dabei jedoch an den Weißabgleich! Gehen Sie nah an das Motiv heran und fotografieren Sie anschließend schräg von oben im 45-Grad-Winkel, damit die Oberflächen der Speisen das Licht reflektieren. Nehmen Sie mehrere Fotos auf. Schneiden Sie den Teller für mehr Dynamik auch mal an.

So wirken die Leckereien

Food-Fotos benötigen stärkere Farben und Kontraste über eine App wie Snapseed. Oder Sie schießen die Bilder direkt mit einer auf Essensfotos spezialisierten Kamera-App wie Foodie. Diese optimiert Farben und Tiefenschärfe durch Filter.

2.11 So gelingen gute Fotos bei wenig Licht 

Bei schlechten Lichtverhältnissen liefert Ihr Smartphone oft unscharfe oder zu dunkle Bilder. Mit einfachen Mitteln werden die Fotos besser.

Fürs Fotografieren ist Licht wichtig. Doch in der Abenddämmerung, bei Kerzenschein oder in dunklen Räumen ist die Lichtmenge begrenzt. So machen Sie trotzdem brauchbare Bilder:

  1. Handyfotos mit Blitz wirken oft wenig schmeichelhaft, da die Blitz-LED das Motiv hart frontal beleuchtet. Probieren Sie aus, ob die Bilder mittels zusätzlicher Lichtquelle besser gelingen.

  2. Der Nacht- oder Nightshot-Modus in der Kamera-App ist auf Aufnahmen mit langer Belichtungszeit spezialisiert. Aktivieren Sie diesen Modus bitte, damit das Handy bei schlechter Beleuchtung mehr Licht einsammelt, eventuell auch mit Stativ.

  3. Halten Sie das Smartphone ruhig. Freihandaufnahmen bei wenig Licht sind meist problematisch. Suchen Sie sich eine Auflage, wie etwa einen Baumstamm oder eine Mauer, an die Sie sich anlehnen können.

  4. Erlaubt die Kamera-App Ihres Telefons manuelle Aufnahmeparameter, so können Sie mithilfe eines höheren ISO-Werts das Verwacklungsrisiko verringern. Allerdings erhöht sich dadurch das Bildrauschen. Alternativ dazu stellen Sie eine längere Belichtungszeit oder eine offenere Blende ein (kleinerer Wert).

  5. Nehmen Sie zur Sicherheit bei schlechten Lichtverhältnissen am besten immer mehrere Fotos auf.

2.12 Porträtaufnahmen wie im Fotostudio

Porträtaufnahmen wie im Fotostudio
Vergrößern Porträtaufnahmen wie im Fotostudio
© Opolja / Bigstock.com

Mit dem Smartphone nehmen Sie tolle Porträts auf. Die Technik ist so weit, dass sie Gesichter automatisch erkennt und gut in Szene setzt.

Die Mehrfachkameras auf der Rückseite neuerer Handymodelle können im Aufnahmemodus „Porträt“ die Umrisse von Personen und teilweise sogar von Hunden und Katzen erkennen. Hierdurch lassen sich Porträts mit ansprechendem Unschärfeeffekt erzeugen, wie er sonst rein optisch hochwertigen Objektiven vorbehalten ist. Der Hintergrund des Fotos wird damit unscharf, das Gesicht selbst erscheint umso klarer.

Porträt aufnehmen: Verwenden Sie für die bestmögliche Bildqualität die Hauptkamera hinten am Smartphone. Aktivieren Sie nunmehr in Ihrer Kamera-App den Modus „Porträt“. Wird dieser Modus nicht angezeigt, versuchen Sie eine andere App oder spielen Sie mit der Blende für mehr Unschärfe.

Optionen einstellen: Über das Bildschirmmenü oder Symbole stellen Sie je nach App und Handy Optionen ein. Zur Auswahl stehen dann etwa Verschönerungsmöglichkeiten sowie Modi für natürliches Licht, Studiolicht oder Schwarzweiß-Porträts. Die Modi unterscheiden sich in der Art und Weise, wie der Vordergrund aufgehellt und der Hintergrund in Unschärfe gesetzt wird.

Richtig auslösen: Zielen Sie auf die Person. Falls der Fokus nicht automatisch auf das Gesicht gestellt wird, tippen Sie auf dem Display darauf. Berühren Sie zum Fotografieren den Auslöse-Button.
Porträt verbessern: Die Tiefenschärfe von Porträts lässt sich in manchen Kamera-Apps nach der Aufnahme noch nach Ihren Wünschen anpassen.

3. Bildbearbeitung

3.1 Flaue Farben knackig machen

Flaue Farben knackig machen
Vergrößern Flaue Farben knackig machen

Gute Bilder sind Abbilder der Wirklichkeit, doch was die Farben betrifft, darf es gern mehr sein. So kommen Sie im Nu zu leuchtenden Farben.

Wir zeigen Ihnen nachfolgend zwei Wege, wie Sie Farbstiche beseitigen und den Farben mehr Power verleihen können.

Schnelles Farb-Tuning: Öffnen Sie Snapseed, laden Sie Ihr Bild und tippen Sie daraufhin zwei Mal hintereinander unten auf das „Bearbeiten“-Icon. Tippen Sie rechts hinter „Farbe“ auf den Pfeil nach unten. Nun erscheinen fünf Regler, mit denen Sie die Farben nach Ihrem Geschmack abstimmen.

Gründliches Farb-Tuning: Laden Sie das Foto in die App Photo Director. Tippen Sie auf „Temperatur“ und gleichen Sie danach einen eventuellen Farbstich per Schieber aus. Gelingt das nicht oder möchten Sie die Balance einzelner Farbbereiche anpassen, wählen Sie unten „HSL“. Markieren Sie über die Rechtecke das gewünschte Farbspektrum. Als Nächstes nutzen Sie die Schieber für das Anpassen von „Farbton“, „Helligkeit“ und „Sättigung“. Mit dem Zurückpfeil oben lassen sich Änderungen schrittweise widerrufen. Um die Farbsättigung insgesamt zu optimieren, tippen Sie einfach unten auf „Sättigung“ und bewegen den Schieber. Mit „Tönung“ färben Sie das Bild ein.

3.2 Aus Fotos coole Miniaturen machen

Aus Fotos coole Miniaturen machen
Vergrößern Aus Fotos coole Miniaturen machen
© Bonzodog / Bigstock.com

Mit dem Tilt-Shift-Effekt scheinen Ihre Bilder einer Modelllandschaft zu entstammen.

Beim Tilt-Shift-Effekt wird die Tiefenschärfe in Fotos verlagert, um hierdurch eine geringe räumliche Schärfe zu erhalten. Auf diese Weise wird das Auge des Betrachters in die Irre geleitet, und es entsteht somit der Eindruck von Miniaturen. Der gezielte Bruch zwischen einem scharfen Zentrum und den weichen Randregionen lenkt den Blick des Betrachters geradewegs auf die scharfe Zone. In der Gratis-App Snapseed für Android und iOS wenden Sie den Effekt einfach an: Öffnen Sie ein Foto, tippen Sie auf „Tools –› Fokuseffekt“. Mit den Fingern legen Sie den Schärfebereich fest. Über das zweite Symbol von links wechseln Sie zwischen balken- oder kreisförmiger Unschärfe. Testen Sie, welche Variante bei Ihrem Foto die bessere Wirkung erzielt. Durch vertikales und horizontales Wischen über das Bild variieren Sie die Weichzeichnung und die Größe des Übergangs.

3.3 Kontrast steigern, Belichtung verbessern

Kontrast steigern, Belichtung verbessern
Vergrößern Kontrast steigern, Belichtung verbessern
© Gar1984 / Bigstock.com

Bei Fotos, die ein wenig mehr Kontrast benötigen, leistet die automatische Bildkorrektur gute Dienste. Einzustellen brauchen Sie nichts – Ihr Smartphone versucht, das Bild vollautomatisch zu verschönern.

So einfach kann es sein: Foto öffnen, einen Button berühren, und schon erstrahlen vormals kontrastarme Bilder in neuem Glanz. Dahinter steckt die Ein-Klick-Optimierung, die es in Google Fotos ebenso wie in den Fotogalerie-Apps von Herstellern wie Huawei, LG, Samsung oder Sony und in der Fotos-App auf dem iPhone gibt.

Das kann die Belichtungskorrektur

Der in der Regel mit einem Zauberstab oder mit Sternen gekennzeichnete Button verbessert in einem Rutsch die Belichtung und damit auch die Helligkeit, die Farben und die Kontraste. Anders als bei einer manuellen Feinabstimmung ist hierfür weder Zeit erforderlich noch Gefühl gefragt – die automatische Belichtungsoptimierung erledigt alles von allein.

Es gibt eine Reihe von typischen Belichtungsproblemen, bei denen Sie über eine Automatikkorrektur mit ordentlichen bis guten Resultaten rechnen dürfen. Dazu gehören Fotos mit ungenügender Brillanz, Kontrastarmut, Grauschleier, leicht zu dunkel geratene Bilder und farbstichige Fotos.

Hier greift die Automatik nicht

Wenig aussichtsreich sind dagegen Ein-Klick-Korrekturen bei stark über- oder unterbelichteten Fotos, Motive mit Gegenlicht, verwackelte oder insgesamt unscharfe Bilder und Fotos, bei denen ein Finger vor dem Objektiv ist.

Probieren Sie es dennoch aus – alle Anpassungen lassen sich ja wieder rückgängig machen.

3.4 Fotos begradigen, Motivausschnitt wählen 

Wohl jeder hat schon mal ein Motiv schief oder mit zu viel Drumherum aufgenommen. So begradigen und beschneiden Sie die Bilder.

Beim Knipsen passiert es leicht, dass Sie Ihr Handy schräg halten oder zu weit weg sind. Hierdurch nehmen Sie das Motiv zu klein und/oder schief auf – Mauern und andere horizontale Linien im Bild verlaufen nicht gerade, sondern schräg.

Schiefes Foto gerade rücken: Das Begradigen von Bildern ist in Google Fotos rasch erledigt. Mithilfe der Funktion „Beschneiden und drehen“ können Sie jedes schiefe Bild wieder ins Lot bringen. Das Werkzeug dafür öffnen Sie in der Foto-Vollbildansicht über das Bearbeiten-Symbol mit den drei Reglern. Tipp: Hier kann unter Umständen auch die Filteroption „Automatisch“ Fotos bereits korrekt ausrichten.

Für das manuelle Anpassen tippen Sie auf das Crop-Symbol in der Mitte. Bewegen Sie den Finger über die Winkelskala unter dem Bild. In 90-Grad-Schritten drehen Sie das Bild mit dem Button ganz rechts. Bestätigen Sie den Vorgang mit „Fertig“.

Foto beschneiden: Ein spannender Motivausschnitt macht das Foto interessant. Dazu skalieren und bewegen Sie den Bildausschnitt im eingeblendeten Vorschaurahmen mit den Fingern. Tippen Sie auf das Icon links, um das Rahmen- beziehungsweise das Bildformat zu ändern. Bestätigen Sie Ihre Änderungen zum Schluss mit „Fertig“ und speichern Sie diese ab.

3.5 Störende Teile eines Bildes entfernen 

Störende Teile eines Bildes entfernen
Vergrößern Störende Teile eines Bildes entfernen

Sie haben ein tolles Motiv gefunden, doch Passanten, vorbeifahrende Autos oder störende Gegenstände gelangen immer wieder ins Bild.

Nur selten bekommen Sie bei gut besuchten Locations ein ansprechendes Motiv ohne störende Elemente vor das Smartphone. Da hat sich der Rest der Familie endlich vor der Sehenswürdigkeit in Pose gebracht und das geschossene Bild ist an sich gut gelungen – wenn da nicht die unerwünschten Motivteile wären.

Apps wie Pics Art Photo Editor für Android sowie Snapseed für Android und iOS bieten eine einfache Möglichkeit, ins Bild laufende Touristen beziehungsweise Laternen, Stromleitungen & Co. aus Fotos zu tilgen. So finden Sie beim Pics Art Photo Editor unter „Werkzeuge –› Klonen“ beispielsweise einen Klonenstempel, und Snapseed stellt unter „Tools –› Reparieren“ eine Funktion bereit, die störende Elemente durch ähnliche Bildteile ersetzt.

Mit Spezial-Apps wie Touchretouch (2,29 Euro) für Android und iOS und Remove Unwanted Object (gratis) für Android übermalen Sie mittels Finger die störenden Motivteile. Die Apps reparieren die fehlenden Motivteile auf Basis von Bild- und Farbinformationen der benachbarten Pixel.

3.6 Künstlichen Nebel oder Regen einbauen

Künstlichen Nebel oder Regen einbauen
Vergrößern Künstlichen Nebel oder Regen einbauen

Draußen scheint die Sonne – trotzdem können Sie Ihren Fotos die besondere Stimmung von Herbst, Winter, Nebel oder Regen einhauchen.

Den Charme kühler Herbsttage inklusive allem Drum und Dran hauchen Sie Ihren Bildern mit Photoshop Express ein. Öffnen Sie in der Gratis-App für Android und iOS ein Foto Ihrer Wahl – gut geeignet sind Landschaftsaufnahmen.

Als Nächstes dürfen Sie über die Vorschaurechtecke unten oder seitlich am Display eine Lichtstimmung auswählen, neben „Frühling“ und „Sommer“ auch „Herbst“, „Winter“, „Nebel“, „Dämmerung“ und „Gebräu“. Steht die Grundstimmung, tippen Sie unten auf „Beta“ und dann auf „Regentropfen“. Insgesamt zehn mit „R1“ bis „R10“ beschriftete Regensimulationen stehen zur Auswahl.

Ausprobieren sollten Sie auch unter „Beta“ die Effekte der Serie „Kosmos“ und „Aquarell“. Letzterer macht kein Aquarell aus Ihrem Foto, sondern überlagert das Originalbild mit Aquarellfarben.

Powertipp

Photoshop Express erlaubt es nicht, Änderungen zu speichern und dann weitere Anpassungen vorzunehmen. Erst beim Schließen des Fotos bietet die App das Speichern an. Gehen Sie daher während der Bearbeitung immer mal wieder zurück, um den Zwischenstand zu sichern.

3.7 Langweilige Fotos aufpeppen

Möchten Sie Ihren Fotos ohne großen Aufwand einen neuen Look verleihen, greifen Sie zu den Bildeffekten in der Foto-App von VSCO.

Aus der Masse realitätsnaher Fotofilter stechen die Effekte der VSCO-App für Android und iOS heraus. Nach einmaliger Anmeldung und dem Wegklicken von allerlei Angeboten kann es losgehen: Tippen Sie unten auf „Studio“ und laden Sie per Pluszeichen und „Importieren“ ein Foto. Tippen Sie auf das Bild und den „Bearbeiten“-Button. Gehen Sie unten zweimal auf einen Effekt und passen Sie seine Stärke an. Nun dürfen Sie die Auswirkungen über den „Bearbeiten“-Button noch anpassen. An die mit einem Schloss gekennzeichneten Filter kommen Sie aber nur durch ein Upgrade auf die Pro-Version für knapp zwei Euro pro Monat heran.

3.8 Lichtspuren wie bei analogen Fotos simulieren

Lichtspuren wie bei analogen Fotos simulieren
Vergrößern Lichtspuren wie bei analogen Fotos simulieren

In das Kameragehäuse eindringendes Licht war in Zeiten analoger Fotos ein kreativer Aufnahmefehler. Durch Lidow Photo Editor – Effect & Snappy Camera No Ad (2,99 Euro) verleihen Sie Ihren Bildern mit einer Reihe kreativer Bearbeitungsmöglichkeiten mehr Ausdruck. Das „Flare”-Werkzeug simuliert Linsenreflexe, und mit dem „Leaky”-Tool erzeugen Sie Lichtspuren, wie sie eigentlich nur bei der analogen Fotografie entstehen, wenn das Kameragehäuse nicht ganz lichtdicht ist.

Die App bietet Ihnen den Effekt in mehreren Varianten an.

3.9 Märchenhafte HDR-Stimmungen erzeugen

Der nachträgliche HDR-Effekt poliert Ihre nicht unter optimalen Bedingungen geschossenen Ausgangsfotos märchenhaft auf.

Googles modular aufgebaute Bildbearbeitungs-App Snapseed kostet nichts und beherrscht auch komplexere Funktionen. Damit feilen Sie an der Bildwirkung von Urlaubsfotos, Porträts und Landschaftspanoramen: Märchenhafte HDR-Stimmungen erzeugen Sie in der Kategorie „Filter“ und „HDR Scape“. Anders als beim HDR-Aufnahmemodus vieler Smartphones dürfen Sie den automatischen Effekt auf schon aufgenommene Bilder anwenden. Den speziellen HDR-Look stellt die App in vier Profilen zur Verfügung. Wie in Snapseed üblich, lässt sich HDR Scape durch Wischbewegungen anpassen. Wählen Sie mit senkrechten Gesten die Filterstärke, Helligkeit oder Sättigung. Mit waagerechten Kommandos justieren Sie anschließend die Intensität.

3.10 Aufnahmen perfekt schärfen 

Aufnahmen perfekt schärfen
Vergrößern Aufnahmen perfekt schärfen

Verleihen Sie Bildern durch nachträgliche Schärfung am Handy den notwendigen Biss. Der Trick besteht im Erhöhen des lokalen Kantenkontrasts.

Beim Zoomen merken Sie es: Ihr Foto ist unscharf. Mit etwas Glück lässt sich die Aufnahme durch nachträgliches Schärfen mithilfe der Snapseed -App retten. Zahlreiche Bilder profitieren von einer akkuraten Nachschärfung. Diese hebt die Kanten entlang der Motivkonturen hervor, wodurch das Foto für den Betrachter dann insgesamt schärfer wirkt.

Starten Sie zunächst Snapseed und öffnen Sie das Ausgangsfoto. Tippen Sie als Nächstes auf „Tools –› Details“. Danach aktivieren Sie durch vertikales Wischen das „Schärfen“ und steuern nunmehr die Stärke der Schärfung durch seitliches Wischen. Überprüfen Sie die Vorher-Nachher-Wirkung mit dem Button oben rechts. Wenn Sie anstatt „Schärfen“ die Funktion „Struktur“ wählen, dürfen Sie zudem noch Bilddetails betonen.

Bei richtig unscharfen Bildern hilft Ihnen dieser Trick weiter: Verkleinern Sie das Foto auf dem Display und machen Sie dann einen Screenshot durch längeres gleichzeitiges Drücken der Power- und Leiser-Taste. In der Verkleinerung verliert sich die Unschärfe zum Teil. Das resultierende Bild ist für Facebook, Whatsapp und Mails immer noch groß genug.

3.11 Stürzende Linien in Fotos begradigen

Stürzende Linien in Fotos begradigen
Vergrößern Stürzende Linien in Fotos begradigen

Überlassen Sie die Korrektur stürzender Linien und störender Verzerrungen in Landschafts- und Gebäudeaufnahmen doch Ihrem Handy. Endlich ist der Eiffelturm in Sicht. Doch auf den Fotos Ihres Paris-Trips scheint das berühmte Bauwerk zur Seite hin zu kippen. Das Phänomen der „stürzenden Linien“ tritt in Fotos auf, wenn Sie vor Gebäuden und Sehenswürdigkeiten nicht weit genug zurückgehen können, um sie frontal aufzunehmen, und daher das Smartphone nach oben kippen müssen. Dann kommt es zu perspektivischen Verzerrungen. Auch für Handyfotos mit (Ultra-)Weitwinkelobjektiv sind solche Schräglagen typisch. Das Mittel der Wahl zur Blitzkorrektur der Perspektive ist Snapseed .

Öffnen Sie zuerst einmal Snapseed, laden Sie Ihr Foto und wählen Sie anschließend „Tools –› Perspektive“. Gehen Sie danach auf den Zauberstab, beseitigt die App die stürzenden Linien vollautomatisch. Die am Bildrand entstehenden Lücken füllt Snapseed passend zum Motiv. Durch Wischen dürfen Sie die Perspektive noch korrigieren. Speichern Sie das fertige Bild.

3.12 Fotos zu Schwarzweiß-Bildern machen

Fotos zu Schwarzweiß- Bildern machen
Vergrößern Fotos zu Schwarzweiß- Bildern machen
© Lindasj2 / Bigstock.com

Schwarzweiß-Bilder haben bunten Fotos in Sachen Ästhetik häufig einiges voraus – und Snapseed kann Sie auf den Geschmack bringen.

Schwarzweiß-Aufnahmen haben einen ganz besonderen Reiz – das wussten schon Helmut Newton oder Robert Mapplethorpe. Mit Snapseed treten Sie in die Fußstapfen dieser großen Fotografen. Snapseed verspricht gute Schwarzweiß-Fotos ohne überflüssigen Firlefanz. Die kostenfreie App wandelt Bilder in kontraststarke Schwarzweiß-Motive um, wobei Sie die Kontrolle über das Spiel von Licht und Schatten behalten. Neben den guten Ergebnissen punktet Snapseed bei der Bedienung: Öffnen Sie das Ausgangsbild. Das Entziehen der Farbinformationen geschieht mittels „Tools –› Schwarz-Weiß“. Entscheiden Sie sich für eine der unten angebotenen Vorlagen. Obwohl Sie Ihr Foto jetzt schon in Schwarzweiß sehen, werden Sie die typische Ästhetik professioneller Monochrombilder vermissen – das Foto wirkt flach. Diesem Umstand wirken Sie durch den Wechsel des Farbbereichs entgegen. Tippen Sie unten auf den runden Button und probieren Sie aus, welche Farbe die schönste Umsetzung liefert. Die Ergebnisse sehen teilweise komplett anders aus. Passen Sie zum Schluss noch Helligkeit und Kontrast durch horizontales und vertikales Wischen an.

3.13 Schwarzweiß-Fotos mit Farbklecks erzeugen

Schwarzweiß-Fotos mit Farbklecks erzeugen
Vergrößern Schwarzweiß-Fotos mit Farbklecks erzeugen
© Luckybusiness / Bigstock.com

Das ganze Bild ist schwarzweiß, lediglich ein Element sticht farblich hervor: Der Colorkey-Effekt macht Ihre Fotos zum Blickfang.

Der von der Werbeindustrie oftmals verwendete Colorkey-Effekt wandelt Fotos in Schwarzweiß um, belässt dabei allerdings ein Element in Farbe. Das setzt Akzente und hebt das farbige Objekt vom Rest ab. Der Klassiker ist ein Porträt, bei dem die Lippen in kräftigem Rot erstrahlen. Den Colorkey-Effekt erzeugen Sie mit der Gratis-App Pixlr für Android und iOS.

Als Ausgangsbasis sind Fotos geeignet, in denen der Teil, der farbig bleiben soll, möglichst schon deutlich vom Rest der Aufnahme abgegrenzt ist.

Öffnen Sie Ihr Foto in Pixlr, tippen Sie auf den Werkzeugkoffer und auf „Kolorieren“. Ziehen Sie die Spitze des Rechtecks auf den Bereich, der farbig erscheinen soll. Über „Toleranz“ steuern Sie, welche ähnlichen Bereiche die App in Farbe setzt. Meist ist die Fläche zu groß. Tippen Sie ganz einfach auf den Radierer und übermalen Sie alles, was Sie zusätzlich entfärben wollen. Wenn das Ergebnis passt, speichern Sie abschließend das Bild.

4. Extras

4.1 Alte Papierfotos einscannen

Alte Papierfotos einscannen
Vergrößern Alte Papierfotos einscannen
© Zoomteam, Soupstock / Bigstock.com

Lassen Sie alte Fotos nicht im Schuhkarton verstauben. Mit dem Smartphone und der Google-App Fotoscanner digitalisieren Sie Ihre Bilder.

Im Handyzeitalter haben klassische Fotos ausgedient: Wer sowieso alle Bilder auf dem Mobiltelefon in der Tasche hat, der will kaum noch Fotoalben wälzen. Mit der Gratis-App Fotoscanner von Google Fotos für Android und iOS verwandeln Sie auch Ihre analogen Bilder in digitale Kopien.

Starten Sie die App, legen Sie ein Papierfoto auf eine ebene Unterlage und drücken Sie als Nächstes in der App den Auslöser. Führen Sie dann die Smartphone-Kamera mit der App einfach entlang der Bild: Zoomteam, Soupstock / Bigstock.com vier Ecken Ihres Fotos. So werden insgesamt fünf Aufnahmen der Vorlage aus unterschiedlichen Blickwinkeln gemacht.

Die App beseitigt reflektierende Lichtpunkte oder perspektivische Verzerrungen automatisch. Ränder erkennt die Software ebenfalls zuverlässig, der Zuschnitt erfolgt auch im Automodus.

Gut: Die Ausrichtung Ihrer Scans erkennt die App von selbst, Bilder werden so automatisch richtig gedreht, selbst wenn Sie diese vorher etwa kopfüber abgelichtet hatten.

Siehe auch: Digitalisieren Sie Ihre alten Fotos mit Hilfe von Google Foto

4.2 Schnelle Foto-Collage erstellen

Schnelle Foto-Collage erstellen
Vergrößern Schnelle Foto-Collage erstellen

Keine Zeit, um ein paar Fotos zu verschönern? Dann kombinieren Sie die Bilder mit einer Foto-Collage zu einem sehenswerten Gesamtkunstwerk.

Die Feier ging bis in die Nacht – und am nächsten Morgen warten Ihre Gäste schon auf ein paar Fotoeindrücke des Events. Doch Sie können sich nicht entscheiden, welche Schnappschüsse Sie zeigen wollen – und Zeit fürs schnelle Aufhübschen der Aufnahmen fehlt gerade auch. Die Lösung ist eine Bild-Collage mit Google Fotos. Mithilfe der sekundenschnell erstellten Collage bringen Sie mehrere Aufnahmen zur Geltung. Dank der Fotoeffekte sehen darin auch nicht optimal aufgenommene Bilder hübsch aus, und Sie sparen sich die Nachbearbeitung. Tippen Sie in Google Fotos unten auf „Für mich“ und auf „Collage“. Wählen Sie bis zu neun Bilder durch Berühren aus. Gehen Sie dann rechts oben auf „Erstellen“.

Powertipp

Die fertige Collage wird automatisch in der Fotosammlung gespeichert und angezeigt. Über die Bearbeitungsleiste am unteren Fensterrand peppen Sie Ihr Werk noch mit Effekten auf.

4.3 Fotomontagen aus Einzelbildern erzeugen 

Fotos montieren bedeutet, Ausschnitte Ihrer Aufnahmen zu einfallsreichen Kunstwerken zusammenzustellen – am Handy echt easy!

Aus zwei mach eins – ohne Vorkenntnisse gelingen faszinierende Fotomontagen, bei denen Objekte aus verschiedenen Bildern zu einer Komposition verschmelzen. Ein einfach verwendbares Montagewerkzeug steckt in Adobe Photoshop Mix . Die Gratis-App für Android und iOS setzt eine kostenlose Registrierung voraus. Zwar wurde das Programm länger nicht mehr aktualisiert, die guten Ergebnisse sprechen allerdings für sich. Auf das einfache Erstellen von Fotomontagen haben die Entwickler besonderen Fokus gelegt. Sie wählen dazu zwei Fotos aus, von denen eines als Hintergrund dient. Aus dem anderen Foto schneiden Sie die zu montierenden Bildpassagen aus. Den Ausschnitt positionieren Sie danach frei auf dem Hintergrund. Durch die Abmischung des eingefügten Fotoschnipsels mit dem Hintergrund verfeinern Sie die Montage dann noch.

Um eine Person, ein Tier oder ein anderes Objekt auszuschneiden, genügt es, das „Ausschneiden“-Werkzeug auszuwählen und das Objekt zu übermalen. Die App erkennt sodann automatisch die Konturen und macht den Hintergrund transparent. Über den „+/-“-Button fügen Sie versehentlich zu viel Weggeschnittenes wieder hinzu.

4.4 Fotos vom Handy auf den PC übertragen

Fotozugriff in Windows: In den USB-Modi „Fotos übertragen“ und „Dateien übertragen“ können Sie im Explorer auf Ihre Bilder zugreifen.
Vergrößern Fotozugriff in Windows: In den USB-Modi „Fotos übertragen“ und „Dateien übertragen“ können Sie im Explorer auf Ihre Bilder zugreifen.

Über ein USB-Kabel übertragen und sichern Sie Bilder und Videos vom Smartphone auf Ihren PC. Alternativen nutzen das WLAN oder Bluetooth.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Fotos vom Smartphone auf den Computer zu übertragen: Eine davon ist „Google Fotos“. Die App sichert sowohl Bilder als auch Videos in die Google Cloud, am Rechner greifen Sie mithilfe von „ Google Fotos für Windows “ darauf zu.

USB-Kabel: Für den komfortablen Datenaustausch mit dem Windows-PC lässt sich Ihr Android-Gerät leicht als Laufwerk in den Explorer einbinden. Entsperren Sie dazu das Smartphone, und schließen Sie es mit einem USB-Kabel an Ihren Computer an. Windows installiert nun eventuell benötigte Treiber. Bestätigen Sie die möglicherweise angezeigte Zugriffsanfrage. Android zeigt eine Benachrichtigung wie „USB-Nutzung“, „USB zum Aufladen …“ oder „USB für …“ am Display. Tippen Sie auf die Meldung oder ziehen Sie sie nach unten. Legen Sie dann die gewünschte Datenübertragungsart fest: Aktivieren Sie „Dateiübertragung“, „Dateien übertragen“, „Fotos übertragen“ oder ähnlich lautend.

Windows öffnet daraufhin den Explorer und zeigt Ihr Mobilgerät an. Gehen Sie zum Ordner „DCIM“ mit Fotos und Videos auf dem internen Speicher oder der Micro-SD-Karte. Durch Ziehen mit der Maus übertragen Sie die Dateien auf den PC.

WLAN-Übertragung: Im WLAN lassen sich Bilder auch kabellos vom Smartphone zum PC übertragen. Sie benötigen dazu eine Android-App wie Airmore, Airdroid, Photosync oder Pushbullet, das den Fernzugriff auf die Fotos erlaubt – die Handhabung ist vergleichsweise umständlich.

Über Bluetooth teilen: Einzelne Fotos lassen sich über Bluetooth auf den PC übertragen. Aktivieren Sie Bluetooth am Handy und stellen Sie sicher, dass Ihr Telefon sichtbar ist. Wählen Sie am PC Ihr Android-Gerät aus und geben Sie den angezeigten Sicherheitscode ein. Bestätigen Sie, falls notwendig, den Empfang von Dateien auf dem Computer. Nun können Sie Bilder mit der Teilen-Funktion in Android an den PC senden.

Samsung hat das neue Galaxy Note 20 und Galaxy Note 20 Ultra vorgestellt - doch damit hätten wir nicht gerechnet: Beide Geräte haben jede Menge tolle Features an Board und trotzdem sind wir auch ein bisschen enttäuscht. Was wir an den neuen Flaggschiffen von Samsung zu kritisieren haben, erklärt euch Dennis in diesem Video.  ► Technikliebe HIER ABONNIEREN: www.youtube.com/technikliebe?sub_confirmation=1 ► Alle Infos zum Nachlesen: www.pcwelt.de/2525398 ► Zum PC-WELT T-Shirt-Shop: www.pcwelt.de/fan ► Unterstützt uns, werdet Kanalmitglied für nur 99 Cent im Monat und erhaltet exklusive Vorteile (jederzeit kündbar): www.youtube.com/pcwelt/join  ► Windows-10-Key günstig & legal von Lizengo.de: tidd.ly/2e760c56 ► News, Tests und Tipps zum Thema Gaming & eSports: www.pcwelt.de/gaming ► PC-WELT auf Instagram: instagram.com/pcwelt/ ► PC-WELT auf Facebook: www.facebook.com/pcwelt/ ► PC-WELT auf Twitter: twitter.com/pcwelt -------- Unser Equipment (Affiliate-Links): 🎥Kameras: amzn.to/2SjTm72 amzn.to/2IuqA3T amzn.to/2IvFtmk 🔭Objektive: amzn.to/2E0wofO amzn.to/2NkGoFd ➡️ Stative: teuer: amzn.to/2DIlCeV günstig: amzn.to/2IHm026 Einbein: amzn.to/2T0WbPG 📺Field Monitore: teuer: amzn.to/2UnVbWk günstig: amzn.to/2IKAbUv 🎤Mikros: Lavalier: amzn.to/2IxIlzm Headset: de-de.sennheiser.com/hsp-essential-omni Hand: amzn.to/2HdVKIT Shotgun: amzn.to/2tA6ZoE ➡️ Kamera-Cages & Zubehör: amzn.to/2Estthx amzn.to/2XY5M7N Damit habt Ihr alles im Griff: amzn.to/2SmfptN ➡️ Schulter-Rigs: teuer: bit.ly/2V08tny günstig: amzn.to/2PJrr0z 💻 Schnitt-Notebooks: Apple: amzn.to/2JuPgYY Nicht-Apple: amzn.to/2E3vsHI

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