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PDFs auf dem Amazon Kindle lesen

24.05.2019 | 14:41 Uhr |

Amazons Kindle kann zwar PDFs anzeigen, doch sind Nutzer mit der Darstellung nicht immer zufrieden. Zudem fehlen praktische Funktionen wie Anmerkungen oder Lesezeichen. Wir zeigen, wie PDFs dank des richtigen Formats auf dem Kindle mehr Spaß machen.

Viele E-Books gibt es heute als Gratis-PDF im Netz. Kindle-Besitzer, die jetzt vorschnell das nächste Lesevergnügen To-go wittern, haben sich womöglich zu früh gefreut. Denn: Das Kopieren von PDFs auf Amazons mobiles Lesegerät bringt einige Hürden mit. Der Sachverhalt ist schnell erklärt: Der Kindle kann zwar PDFs lesen, doch die Darstellung der auf DIN A4 optimierten PDF-Dokumente überzeugt auf einem 6-Zoll-Reader nicht immer; vor allem nicht bei komplexen PDFs.

Um PDFs auf dem Kindle besser darzustellen und gewohnte Funktionen wie Anmerkungen und Lesezeichen nutzen zu können, sollten PDFs in Kindle-fähige Formate wie AZW oder Mobi konvertiert werden.

Hinweis: Die Kindle Fire-HD-Serie betrifft das nicht. Sie stellt PDFs in gewohnter Tablet-Manier dar.

1. PDFs konvertieren

Für Ihren Kindle konvertieren Sie PDFs entweder mit einem Konverter wie Calibre oder mit dem Amazon-Dokumenten-Service. Wir erklären Ihnen beide Wege.

Konvertieren mit Calibre

Calibre ist ein kostenloses Tool zur Verwaltung von E-Books, das nahezu alle E-Book-Formate und die gängigen Betriebssysteme (Windows, macOS, Linux) unterstützt.

Die Handhabung ist einfach. Nachdem Sie Calibre auf Ihrem Rechner installiert haben, laden Sie das gewünschte PDF in das Programm. Anschließend können Sie es mit einem Klick auf die Schaltfläche "Bücher konvertieren" in ein Kindle-gerechtes Format (AZW oder Mobi) umwandeln.

Tipp: Neben Calibre gibt es auch Online-Konverter im Netz. Ein bekanntes Beispiel ist online-convert.com .

Wie Sie den Amazon-Dokumenten-Service nutzen, lesen Sie weiter unten.

Calibre: Das Verwaltungs-Tool unterstützt viele Formate (AZW, Mobi, Epub, FB2, HTMLZ, LIT, LRF und PDB) und bietet eine umfangreiche E-Book-Bibliothek
Vergrößern Calibre: Das Verwaltungs-Tool unterstützt viele Formate (AZW, Mobi, Epub, FB2, HTMLZ, LIT, LRF und PDB) und bietet eine umfangreiche E-Book-Bibliothek
© Calibre

2. Dateien auf den Kindle übertragen

Nachdem Sie Ihr PDF in das richtige Format konvertiert haben, können Sie es wie gewohnt auf Ihren Kindle übertragen.

Mit Calibre können Sie das konvertierte PDF über die "Teilen"-Schaltfläche direkt aus dem Programm heraus an den E-Reader schicken.

Drei weitere gängige Wege:

  • Übertragung via USB: Verbinden Sie den Kindle mit Ihrem PC oder Mac per USB-Kabel. Anschließend sollte in Ihrem Explorer bzw. Finder ein Ordner namens „documents“ erscheinen. In diesem können Sie die zu kopierende Datei ablegen.

  • Via E-Mail: Jeder Kindle besitzt eine eigene E-Mail-Adresse. Wie Sie Dateien an diese schicken, erklären wir gleich.

  • Send to Kindle: Mit dem Service von Amazon schicken Sie Dateien direkt vom Computer oder Smartphone auf den Kindle. Es stehen Erweiterungen und Apps für die Browser Chrome und Firefox sowie die Betriebssysteme Windows, macOS und Android bereit.

Mit ‚Send to Kindle‘ schicken Sie mit einem Rechtsklick direkt aus Ihrem Explorer Dokumente an Ihren E-Reader
Vergrößern Mit ‚Send to Kindle‘ schicken Sie mit einem Rechtsklick direkt aus Ihrem Explorer Dokumente an Ihren E-Reader
© Amazon

Konvertieren via E-Mail

Am einfachsten klappt die Übertragung von PDFs via E-Mail - und dank Amazons Dokumenten-Service sogar im richtigen Format. Bis zu 25 Anhänge sind pro E-Mail möglich, sofern diese die 50-Megabyte-Marke nicht übersteigen.

So gehen Sie vor:

Zunächst müssen Sie Ihre Kindle-E-Mail-Adresse parat haben. Diese lautet gewöhnlich "Name"@kindle.com. Sie finden die E-Mail-Adresse entweder in Ihrem E-Reader unter "Einstellungen" oder in Ihrem Amazon-Konto unter "Meine Inhalte und Geräte - Einstellungen - Persönliche Dokumente-Einstellungen - Kindle Email-Adresse(n)".

Damit Ihre Dokumente auch ankommen, fehlt noch ein wichtiger Schritt: Sie müssen die E-Mail-Adresse, von der Sie Dokumente an Ihren E-Reader senden, genehmigen. Das erledigen Sie im Menüpunkt „ Mein Kindle “.

Um Spam zu verhindern, müssen Sie festlegen, welche E-Mail-Adressen Dokumente an Ihren Kindle senden dürfen
Vergrößern Um Spam zu verhindern, müssen Sie festlegen, welche E-Mail-Adressen Dokumente an Ihren Kindle senden dürfen
© Amazon

Konvertieren mit dem Amazon-Service

So weit so gut. Wie Sie Dateien via E-Mail auf Ihren Kindle bekommen, ist nun bekannt - und sofern diese bereits in einem Kindle-freundlichen Format vorliegen, auch kein Problem.

Sollten Sie Ihre PDFs noch nicht konvertiert haben, bietet Amazon einen praktischen Service an, der PDFs automatisch konvertiert: Schicken Sie das PDF per Mail an Ihre Kindle-E-Mail-Adresse und schreiben Sie in die Betreffzeile das Wort "convert".

Amazon erkennt nun Ihren Auftrag und konvertiert das PDF in das kompatible AZW-Format, das mehr Funktionen und Bedienfreundlichkeit wie variable Schriftgrößen, Anmerkungen oder den Synchronisationsdienst Whispersync mitbringt.

Schicken Sie PDFs an Ihre Kindle-E-Mail-Adresse und geben Sie für ein automatisches Konvertieren den Betreff ‚convert‘ ein
Vergrößern Schicken Sie PDFs an Ihre Kindle-E-Mail-Adresse und geben Sie für ein automatisches Konvertieren den Betreff ‚convert‘ ein

Vergessen Sie bei all dem Konvertierungswahn nicht, dass Ihr Kindle mit dem Internet verbunden sein muss, damit die Dokumente auf dem E-Reader landen. Für die Synchronisation drücken Sie abschließend auf Ihrem Kindle im Menü "Einstellungen" den Sync-Button. 

Hinweis: Amazon gibt zu bedenken, dass der Kindle-Service für persönliche Dokumente „sehr umfangreiche oder komplexe PDF-Dateien (beispielsweise PDF-Dateien mit vielen hochauflösenden Bildern) unter Umständen nicht einwandfrei ins Kindle-Format konvertiert“. In diesem Fall sollten Sie eines der eingangs empfohlenen Tools probieren.

Fazit

Die nutzerfreundliche Darstellung von PDFs auf dem Kindle ist dank praktischer Konvertierungsmöglichkeiten einfach. Gerade bei umfangreicheren Dokumenten lohnt sich der minimale Mehraufwand. Falls das direkte Konvertieren per E-Mail nicht funktioniert, ist der Griff zu Calibre oder einem Online-Konverter ratsam.  

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