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PC-WELT testete den Dialer

07.03.2002 | 12:08 Uhr | Hans-Christian Dirscherl, Thorsten Eggeling

PC-WELT hat den 900-Euro-Dialer, den sich flinke Surfer für kurze Zeit von der "Fake-Seite" per Download besorgen konnten, untersucht. Dazu starteten wir den Dialer auf einem Rechner, der über einen ISDN-Anschluss und eine DFÜ-Verbindung verfügt (das Telefonkabel haben wir natürlich vorher abgezogen). "Whirlpool.exe" ist in Visual Basic 6 programmiert. Somit muss auf einem Rechner, die Visual Basic Runtime vorhanden sein, damit sich die .EXE-Datei starten lässt. Der uns vorliegende Dialer besitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Routine, um sich in die DFÜ-Software einzutragen. Er ersetzt also anscheinend nicht die bestehende Verbindung und baut auch keine eigene auf. Außerdem ruft er keine .DLL-Dateien auf, die für sein Funktionieren erforderlich wären und er trägt sich auch nicht in die Windows-Registry ein.

Der Dialer im "Einsatz"

Klickt der Benutzer auf "whirlpool.exe", so zeigt das Programm zunächst ein Popup mit einer nackten Frau und den Informationen zur Einwahl. Klicken Sie jetzt auf "Verbinden", so erscheint ein zweites kleineres Warnfenster mit einer Fehlermeldung. Dabei handelt es sich um zwei getrennte Formulare. Sie können also das erste Fenster (mit der Frau) schließen und das Warnfenster bleibt trotzdem erhalten. Nicht gerade eine programmiertechnische Meisterleistung, denn eigentlich müsste die Fehlermeldung Mausklicks auf das Fenster im Hintergrund blockieren. Alles andere macht sonst keinen Sinn.

Typische Eigenschaften eines Dialers fehlen. "TSKS" ersetzt keine bestehende DFÜ-Verbindung, trägt sich nirgends erkennbar ein und startet auch nicht automatisch beim Öffnen des Browsers. Somit scheint es sich bei dieser Datei tatsächlich nur um einen Pseudo-Dialer zu handeln.

Leider besitzt PC-WELT den "Original"-900-Euro-Dialer nicht. Somit können wir nicht sagen, ob die "Fake"-Datei identisch mit dem Dialer vom 28. Februar ist. Es ist durchaus möglich, dass jemand den Fake-Dialer im Design des ursprünglichen 900-Euro-Dialers neu programmiert hat, nur ohne funktionierende Einwahlroutine. Somit liefert die "Fake"-Website keinen Beweis dafür, dass der ursprügliche Dialer tatsächlich auch harmlos war.

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