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PC-WELT-Notfallsystem: Windows per DVD retten

09.09.2016 | 10:21 Uhr |

Windows startet nicht mehr? Dann sollte man zu Rettungstools greifen, die Windows nicht brauchen - etwa das PC-WELT-Notfallsystem.

Ein unabhängiges Zweitsystem ist nützlich bis notwendig. Sie können damit etwa Dateien auf eine externe Festplatte kopieren, wenn das installierte System nicht mehr startet. Eine defekte Festplatte kann den Windows-Start verhindern, und ein vergessenes Anmeldepasswort oder auch Schadsoftware machen die Windows-Nutzung unmöglich. Gegen die genannten Probleme und vieles mehr hilft das PC-WELT-Notfallsystem.

1. Startvarianten für das Notfallsystem

Eigene DVD erstellen: Das Notfallsystem finden Sie als ISO-Image in unserem Downloadbereich . Für eine eigene bootfähige DVD kopieren Sie dieses auf die Festplatte. Unter Linux wählen Sie danach im Kontextmenü der ISO-Datei „Auf CD/DVD schreiben“, Benutzer von Windows 7 oder 8 gehen im Kontextmenü auf „Datenträgerabbild brennen“. Die derart erstellte DVD ermöglicht auch den Start im Uefi-Modus.

Bootstick erstellen: Das System startet von einem USB-Stick schneller als von DVD. Außerdem speichert das System Dateien aus dem Home-Verzeichnis verschlüsselt auf dem Stick. Neu erstellte Dateien und die Konfiguration etwa von Firefox bleiben deshalb auch nach einem Neustart erhalten. Dies ermöglicht die Nutzung des Systems über Reparaturaufgaben hinaus als sichere Umgebung. Den USB-Stick erstellen Sie am einfachsten aus dem laufenden System. Gehen Sie im Menü auf „Zubehör -> Installation auf USB-Laufwerk“. Wählen Sie nun das Ziellaufwerk, legen Sie die Größe für das verschlüsselte Home-Verzeichnis fest und klicken Sie daraufhin auf „Installation starten“. Alternativ verwenden Sie unter Windows den Win 32 Disk Imager .

Der nicht benötigte Platz steht als FAT32-Partition für den Datenaustausch zur Verfügung. Hier liegt auch das Verzeichnis „scancl“ mit den Virensignaturen von Avira Free Antivirus . Unter Windows benutzen Sie „avupdate.bat“ zur Aktualisierung der Signaturen.

Tool

Funktion

Menü „Rettungswerkzeuge“

Avira / Clam AV

Nach Schadsoftware suche

Daten retten

Gelöschte Daten wiederherstellen

Festplatte nach VM Image

Image-Datei einer Festplatte für Virtualbox oder Vmware

Kennwort neu

Windows-Log-in-Passwort löschen oder neu setzen

Partition retten

Gelöschte Partitionen mit Testdisk wiederherstellen

Platte klonen

Komplette Festplatte auf neue Festplatte klonen

Platte testen

Diagnose der Festplattengesundheit

Qphotorec

Gelöschte Dateien wiederherstellen

Rettungs-Image erstellen

Image einer teilweise defekten Festplatte erstellen

Sicher löschen

Festplatte komplett löschen

Windows-Shell zurücksetzen

Stellt den Standard für die Windows-Shell wieder her

Menü „Weitere Wartungswerkzeuge”

Clonezilla

Images von Festplatten / Partitionen, Festplatte klonen

Dateimanager als Root

Dateien mit Root-Rechten kopieren / löschen

Fred Registry Editor

Windows-Registrierungsdatenbank bearbeiten

Gparted

Partitionen erstellen, löschen, ändern

Partimage

Partitionen sichern und zurücksichern

SSHD (Fernzugriff)

Fernzugriff über SSH auf das Notfallsystem

Root-Shell

Terminal-Fenster mit Root-Rechten

Tipp: So macht Ihr USB-Stick Jagd auf Viren

2. Suche nach Schadsoftware auf Ihrem Windows-PC

Das Notfallsystem ist mit zwei Virenscannern ausgestattet. Klicken Sie auf die Menüschaltfläche links oben und dann auf die Punkte „Rettungswerkzeuge“ und „Avira“ oder „ClamAV“.

Partitionen einbinden: Hinter „Zu scannendes Verzeichnis“ ist der Pfad „/media“ eingestellt. Hier müssen die Partitionen eingehängt sein, die Sie prüfen möchten. Dazu klicken Sie in der Symbolleiste auf das dritte Icon „Festplatten einbinden“. Sie sehen eine Liste mit den gefundenen Partitionen, in der Sie etwa auf „Partition 2 (sda2, ntfs) einbinden“ klicken. Die zweite Partition ist in der Regel die Windows-Systempartition, die erste die Bootpartition.

Virenscanner starten: Klicken Sie auf „Durchsuchen starten“. Meldet der Virenscanner infizierte Dateien, recherchieren Sie im Internet und finden heraus, um welchen Schädling es sich genau handelt. Abhängig von der Art des Befalls sind zum Teil komplizierte Maßnahmen erforderlich, und es nützt nichts, die gemeldeten Dateien einfach zu löschen. Sind viele Dateien betroffen, ist es ratsam, wichtige Dateien zu retten (siehe Punkt 3) und Windows neu zu installieren. Beide Virenscanner sind so eingestellt, dass sie Infektionen nur melden. Wenn Sie das ändern möchten, lösen Sie im Fenster „Laufwerke“ die Einbindung der Partition, setzen ein Häkchen vor „schreibbar?“ und binden die Partition wieder ein. Auf die Registerkarte „Expertenmodus“ setzen Sie ein Häkchen vor „Infizierte Dateien löschen“ (ClamAV) oder aktivieren die Option „löschen“ beziehungsweise „desinfizieren/umbenennen“ (Avira).

3. Dateien von der Festplatte auf externen Datenträger retten

Verbinden Sie ein USB-Laufwerk mit dem PC, etwa einen USB-Stick oder eine USB-Festplatte. Binden Sie dann die Windows-Partitionen ein, wie unter Punkt 2 beschrieben. Hierbei öffnet sich automatisch der Dateimanager „Thunar“. Gehen Sie in das Verzeichnis, aus dem Sie Daten kopieren und somit retten wollen. Markieren Sie die gewünschten Dateien oder Ordner und drücken Sie jetzt die Tastenkombination Strg-C. Wechseln Sie nun zum Fenster mit dem Ziellaufwerk und hier in den gewünschten Ordner. Mit den Tasten Strg-V fügen Sie die Dateien oder Ordner ein. Mithilfe von Shift-Strg-N lassen sich neue Ordner erstellen.

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