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PC-Kauf: Software, Stromverbrauch und Betriebsgeräusch

04.12.2009 | 16:36 Uhr | Michael Schmelzle,

Passive Kühlung ohne Lüfter für lautlosen Betrieb
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Software: PCs von bekannten Herstellern werden in der Regel mit vorinstalliertem Windows-Betriebssystem ausgeliefert. Bei Online-Händler, die ihre PCs selbst konfigurieren, ist dies allerdings nicht immer der Fall. Schauen Sie also die Produktbeschreibung genau an und bestellen Sie gegebenenfalls das Betriebssystem gleich mit. Ärgerlich ist es, wenn der Händler das System nur auf DVD beilegt und Ihnen die Installationsarbeit überlässt oder für die Vorinstallation ab Werk extra kassiert. Bestehen Sie darauf, dass dem PC ein Datenträger mit Hardware-Treibern beiliegt. Bei großen PC-Herstellern hat sich in der letzten Zeit die Unsitte eingebürgert, Windows nicht mehr auf einer DVD beizulegen, sondern dem Käufer das Erstellen einer Recovery-DVD selbst zu überlassen. Dies sollten Sie möglichst bald nach dem Kauf erledigen, damit Sie ein bootfähiges Notfallmedium zur Hand haben, falls der PC nicht mehr hochfährt.

Obwohl die aktuellen Windows-Versionen mehr Funktionen vorweisen als früher, legen einige Händler ihren PCs OEM-Versionen von Brennprogrammen oder DVD-Abspielsoftware bei. Dies ist aber ebenso wenig selbstverständlich wie die Beigabe eines uneingeschränkt nutzbaren Office-Pakets wie beispielsweise Microsoft Works. Fehlen diese Programme, können Sie gegebenenfalls auf Freeware-Alternativen oder Open-Source-Software ausweichen. Ein Ärgernis bei Discounter-PCs ist mitunter, dass die Hersteller auf der Festplatte unzählige Tools für Windows-Live- und/oder Google-Dienste installieren. Die daraus resultierenden Werbeeinahmen mögen zwar den Verkaufspreis des PCs senken, für den Anwender ist es allerdings lästig, wenn diese Tools unnötig Festplattenspeicherplatz verschwenden oder den PC ausbremsen. Dies geschieht zum Beispiel durch ständige Anfragen zur Bestätigung von Lizenzverträgen und durch automatische Online-Updates.

Stromverbrauch über 800 Watt bei einem Spiele-PC unter Volllast
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Stromverbrauch: Je mehr Leistung der PC bringen soll, desto mehr Energie wird er verbrauchen. Insbesondere bei Spiele-PCs mit einem Verbrauch von über 800 Watt unter Volllast werden Sie das Ergebnis nach einiger Zeit auf der Stromrechnung sehen. Es macht also keinen Sinn, einen völlig überdimensionierten Spiele-PC ausschließlich für Büroarbeiten zu erwerben. Achten Sie aber darauf, dass das Netzteil auch noch dann genügend Leistung bringt, wenn Sie den PC aufrüsten. Für Einsteiger-PCs reicht ein Netzteil mit 350-400 Watt, ein Multimedia-PC sollte mindestens über ein 500-Watt-Netzteil verfügen. Bei Spiele-PCs kommt es auf die Ausstattung an: Für günstige Spiele-Rechner bis 1000 Euro mit nur einer Grafikkarte reicht ein 600-Watt-Netzteil. Bei Gaming-Maschinen mit übertakteter Quadcore-CPU sowie mehreren Grafikkarten und Festplatten muss es mindestens ein 1000-Watt-Netzteil sein. Einige Netzteil-Hersteller halten sich bereits an die Spezifikation "80 plus", die einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent für das Netzteil vorschreibt. Ärgerlich ist es, wenn der PC bei ausgeschaltetem Netzteil immer noch Strom aus der Steckdose zieht oder das Netzteil gar keinen eigenen Schalter hat. Den Aufpreis für ein etwas besseres Netzteil haben Sie nach einigen Monaten durch die Ersparnisse beim Stromverbrauch wieder wettgemacht.

Handbuch und Treiber zu einer Grafikkarte
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Betriebsgeräusch: Hochleistungs-Komponenten wie CPU und Grafikchip werden im Betrieb heiß und müssen gekühlt werden. Die Qualität dieser Lüftungskomponente entscheidet über den Geräuschpegel des PCs. Gerade bei Billig-PCs unter 700 Euro können Sie kein ausgefeiltes Kühlkonzept und damit auch keinen flüsterleisen Betrieb erwarten. Erst bei Multimedia-PCs verbauen die PC-Hersteller Lüftungskomponenten, die leiser arbeiten. Spiele-PCs über 2000 Euro rauschen mit 8-10 Lüftern mitunter unerträglich laut, weshalb einige Hersteller gleich auf eine hochwertige, lautlose Wasserkühlung setzen. Spezialfirmen bieten so genannte „Silent-PCs“ an, die ganz ohne Lüfter auskommen und nur passiv mit Heatpipes (Kühlkörpern) gekühlt sind. Diese PCs kosten aber deutlich mehr als ihre Konkurrenten mit Lüftern. Im übrigen sind nicht nur die Kühlungskomponenten für den Geräuschpegel verantwortlich: An zweiter Stelle ist hier die Festplatte und ein eventueller Summton des Netzteils zu nennen. Beim Rattern der Festplatte schaffen einige Hersteller mit speziellen Gummilagern Abhilfe, oder sie verbauen - wie in manchen Spiele-PCs – gleich ein Solid State Drive (SSD) ohne bewegliche Teile.

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