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Noch mehr Technik-Flops

03.01.2012 | 09:45 Uhr |

Noch vor ein paar Jahren träumten Fernseh-Hersteller vom Durchbruch der 3D-Geräte. (Bild: PcWorld.com)
Vergrößern Noch vor ein paar Jahren träumten Fernseh-Hersteller vom Durchbruch der 3D-Geräte. (Bild: PcWorld.com)

3D-TVs

Noch vor ein paar Jahren träumten Fernseh-Hersteller vom Durchbruch der 3D-Geräte und davon, dass 3D-fähige Geräte endlich wieder mehr Profit einfahren würden als die bewährten LCD-TVs, deren Preise mittlerweile im Keller sind. Im Jahr 2011 waren 3D-Fernseher aber eher eine herbe Enttäuschung. Marktforschungsergebnisse der Firma SNL Kagan sehen die Verkäufe von 3D-TVs für 2012 sogar noch sinken, das Marktforschungsinstitut NPD Group erkennt nach Umfragen bei Konsumenten ein regelrechtes Desinteresse beziehungsweise Gleichgültigkeit gegenüber 3D. Allem Anschein nach wollen viele Leute eben keine klobigen 3D-Brillen tragen und dafür auch noch horrende Preise bezahlen, wenn sie einen der stark limitierten 3D-Filme schauen wollen. Wer hätte das gedacht!

Ratgeber Video: Raumerlebnis 3D-Fernsehen

Jegliche Hoffnung, einen Großteil der Wohnzimmer zu erobern, muss Google auf 2012 verschieben. (Bild: PcWorld.com)
Vergrößern Jegliche Hoffnung, einen Großteil der Wohnzimmer zu erobern, muss Google auf 2012 verschieben. (Bild: PcWorld.com)

Google TV

Obwohl Google TV schon seit 2010 existiert, wurde der größte Flop erst 2011 so richtig enthüllt, als Logitech knapp 80 Millionen Euro Verlust durch den schleppenden Verkauf seiner Revue Google TV Set-Top Box einfuhr. Um weiterhin einige Geräte zu verkaufen, senkte Logitech den Preis von knapp 230 auf nur noch 75 Euro. Im Oktober 2011 strukturierte Google sein Google TV nochmals um, um die einfache Handhabung und die Nutzung von Android Apps hervorzuheben. Jegliche Hoffnung darauf, einen Großteil der Wohnzimmer zu erobern, muss Google allerdings auf 2012 verschieben, wenn sich der Hersteller einen neuen Hardware-Produzenten als Partner gesucht hat.

Duke Nukem Forever war so schlecht, voll schlechtem Humor und durch und durch unlustig, so dass das Game besser eine nie erschienene Legende geblieben wäre. (Bild: PcWorld.com)
Vergrößern Duke Nukem Forever war so schlecht, voll schlechtem Humor und durch und durch unlustig, so dass das Game besser eine nie erschienene Legende geblieben wäre. (Bild: PcWorld.com)

Duke Nukem Forever

Nach fast 15 Jahren Entwicklungszeit erschien eines der am heißesten ersehnten Games einer ganzen Generation: der Ego-Shooter Duke Nukem Forever - und war prompt nicht in der Lage, den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Das fertige Produkt war so schlecht, voll schlechtem Humor und durch und durch unlustig, so dass das Game besser eine nie erschienene Legende geblieben wäre. Bei der Online-Wertungs-Plattform Metacritic räumte Duke Nukem Forever gerade mal 49 von 100 möglichen Punkten ab. Auch die Verkäufe fielen deutlich niedriger aus als erwartet - was aber nicht heißt, dass es nicht doch irgendwann noch einen Nachfolger geben könnte...

HP machte im August von sich reden, als die Firma bekannt gab, seine komplette PC-Sparte entweder ausgliedern oder verkaufen zu wollen. (Bild: PcWorld.com)
Vergrößern HP machte im August von sich reden, als die Firma bekannt gab, seine komplette PC-Sparte entweder ausgliedern oder verkaufen zu wollen. (Bild: PcWorld.com)

Leo Apotheker, ehemaliger CEO von HP

Nach der Misere mit dem Touchpad-Tablet machte HP im August von sich reden, als die Firma bekannt gab, seine komplette PC-Sparte entweder ausgliedern oder verkaufen zu wollen, um sich voll und ganz auf Unternehmenssoftware zu konzentrieren. Eine ganz schlechte Idee, denn HPs Firmenerfolg basiert darauf, dass der Konzern Unternehmen sowohl Hardware als auch Software anbieten kann. Die Aktienkurse sanken in den Keller. HP setzte daraufhin seinen CEO Leo Apotheker im September 2011 vor die Tür und plötzlich war vom Abschieben der Hardware-Sparte keine Rede mehr. Apotheker bekam allerdings eine saftige Abfindung von rund zehn Millionen Euro, während fast 500 Mitarbeiter der Web-OS-Sparte ihre Jobs verloren.

Final Cut Pro X, im Juni 2011 erschienen, ist ein günstigeres, simpleres Programm, das auf einige der essentiellsten Tools für Editierer verzichtet. (Bild: PcWorld.com)
Vergrößern Final Cut Pro X, im Juni 2011 erschienen, ist ein günstigeres, simpleres Programm, das auf einige der essentiellsten Tools für Editierer verzichtet. (Bild: PcWorld.com)

Final Cut Pro X

Apples neu entdeckte Reichtümer im Consumer-Bereich wurden für viele Nutzer im kreativ-professionellen Bereich zum Desaster. Und das, obwohl eben diese Kreativen den Konzern bis vor kurzem noch auf Händen trugen. Final Cut Pro X, die neueste Version von Apples Video-Editier-Software, im Juni 2011 erschienen, ist nunmehr ein günstigeres, simpleres Programm, das auf einige der essentiellsten Tools für Editierer verzichtet. Apple musste daraufhin herbe Rückschläge und Kritik von eben diesen Nutzern einstecken, sah aber bislang keinen Grund, seine neuen Politik bei Final Cut wieder zu ändern.

Um den neugeborenen Handheld vor einem schnellen Ende zu bewahren, senkte Nintendo knapp vier Monate nach Erscheinen den Preis. (Bild: PcWorld.com)
Vergrößern Um den neugeborenen Handheld vor einem schnellen Ende zu bewahren, senkte Nintendo knapp vier Monate nach Erscheinen den Preis. (Bild: PcWorld.com)

Nintendo 3DS

Obwohl Nintendos 3D-Handheld 3DS mit brillenfreiem 3D begeistert, schreckten der hohe Startpreis von 250 Euro im März 2011 und das Fehlen guter Spieltitel die Käufer ab. Um den neugeborenen Handheld vor dem schnellen Ende zu bewahren, senkte Nintendo knapp vier Monate später den Preis auf 150 Euro ab. Das neue Preisschild hilft beim Absatz und auch die kürzliche Veröffentlichung des Spiels Super Mario 3D Land verschaffte dem Handheld einen ordentlichen Verkaufs-Schub. Nichtsdestotrotz war und bleibt der anfängliche Verkaufspreis eine gravierende Fehlkalkulation, die bei Nintendo zum ersten Minus seit drei Jahrzehnten Firmengeschichte führte.

Im November 2011 fällt Firefox bei einer Umfrage zum beliebtesten Browser deutlich hinter Chrome zurück - nur noch Platz 3. (Bild: PcWorld.com)
Vergrößern Im November 2011 fällt Firefox bei einer Umfrage zum beliebtesten Browser deutlich hinter Chrome zurück - nur noch Platz 3. (Bild: PcWorld.com)

Mozilla Firefox

Getrieben von dem Wunsch nach neuen Funktionen und danach, mit Googles Web-Browser Chrome mitzuhalten, brachte Mozilla im Juni 2011 mehrere neue Versionen seines Firefox-Browsers auf den Markt - im Abstand von jeweils nur sechs Wochen! Das führte zu unangenehmen Nebenwirkungen: fehlerhafte Browser-Erweiterungen und befremdete Unternehmens-Nutzer, die mit den Neuerungen nicht mehr Schritt halten konnten, sind nur wenige davon. Das alles konnte Mozillas Wahn nach Neuem trotzdem nicht aufhalten. Die Konsequenz: im November 2011 fällt Firefox bei einer Umfrage zum beliebtesten Browser deutlich hinter Chrome zurück - nur noch Platz 3.

Im April 2011 schickte Cisco nach einer großen Umstrukturierungsmaßnahme die Flip kurzerhand komplett ins Jenseits - ein trauriger Abgang für ein einst stolzes Produkt. (Bild: PcWorld.com)
Vergrößern Im April 2011 schickte Cisco nach einer großen Umstrukturierungsmaßnahme die Flip kurzerhand komplett ins Jenseits - ein trauriger Abgang für ein einst stolzes Produkt. (Bild: PcWorld.com)

Cisco Flip Videokamera

Die Flip-Camcorder der Firma Pure Digital gehörten zu den beliebtesten Kamera-Produkten, bis Cisco den Hersteller und seine Produkte 2009 aufkaufte. Damaliger Börsenwert des Konzerns: umgerechnet 450 Millionen Euro. Seitdem ließ Cisco die beliebte Produktserie vor sich hin dümpeln, während Smartphones mit eingebauter Videokamera an Beliebtheit zulegten. Im April 2011 schickte Cisco nach einer großen Umstrukturierungsmaßnahme die Flip kurzerhand komplett ins Jenseits - ein trauriger Abgang für ein einst stolzes Produkt.

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