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Neues Organisationstalent

Wer mit seinem PC Termine und Kontakte verwalten möchte, konnte das bisher mit Windows-Bordmitteln nur sehr eingeschränkt tun. Microsoft Outlook ist nur als teure Stand-alone-Software oder als Teil des Microsoft-Office-Paketes zu haben, die abgespeckte Variante Outlook Express ist kaum mehr als ein einfacher Mail-Client. In Windows Vista sind jetzt mehr Bestandteile eines Personal Information Managers integriert. Die Rolle von Outlook Express übernimmt das Programm mit dem nahe liegenden Namen Windows Mail. Es passt sich ins Design der neuen Aero-Applikationen ein, ist aber funktionell seinem Vorgänger sehr ähnlich. Wichtigstes neues Feature ist der Spam- und Phishing-Filter, der unliebsame Mails abwehren soll.

Der Spamfilter, der in der deutschen Version „Junk-E-Mail-Schutz" heißt, kennt vier Sicherheitsstufen. In der sichersten Stufe werden nur Mails von Absendern angenommen, die Sie per Whitelist als sicher qualifiziert haben. Die unsicherste Stufe blockiert ausschließlich Absender einer allgemeinen Blacklist. Dazwischen gibt es zwei Stufen, bei denen Mails analysiert und dann als Spam markiert werden, wenn sie nach ungewollter Werbung aussehen. Leider gibt es kaum Möglichkeiten, den Spamfilter zu konfigurieren. Er lernt nicht aus falschen Entscheidungen, wie es bei vielen Filtern heute üblich ist, und verdächtige Zeichenketten in Titel oder E-Mail-Text können auch nicht gesondert blockiert werden. Hier wäre durchaus etwas mehr Kontrolle und Einflussnahme wünschenswert.

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Ein zweiter Filter versucht, Sie vor Phishing-E-Mails zu schützen. Ist er eingeschaltet, blockiert er in verdächtigen E-Mails Links und Bilder und verschiebt alles auf Wunsch in den Spamordner.

Ein weiteres Feature, das Outlook Express bisher nicht ohne Weiteres beherrschte, ist die eingebaute Rechtschreibkorrektur. Die kann so manchen orthografischen Fauxpas verhindern, ist aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Probleme hat Windows Mail nicht nur mit Fremdwörtern wie „Casting-show" und „Darkroom", auch von „Einwahlpunkt" und „HDTV" hat der Korrekturfilter noch nichts gehört. Die nicht mehr geltende alte Rechtschreibung („daß") wird dagegen als korrekt durchgewunken.

Zwei Erweiterungen lassen sich aus der Menüleiste von Windows Mail aus erreichen. Hinter „Windows-Kontakte" verbirgt sich nicht mehr, als das Outlook-Express-Adressbuch auch schon zu bieten hatte. Neu ist dagegen der Windows-Kalender, der grundlegende Funktionen eines Terminkalenders zur Verfügung stellt. Er beherrscht die üblichen Ansichten wie Tag, Arbeitswoche, Woche und Monat. Mehrere Kalender, beispielsweise für privat und beruflich, lassen sich zusammen verwalten und auch gleichzeitig einblenden. Den Terminen lassen sich Details wie Ort, WebAdressen und Teilnehmer zuordnen. Per WebDAV (Web-based Distributed Authoring and Versioning) können Sie einzelne Kalender auch im Internet publizieren und mit anderen Personen gemeinsam nutzen. Leider fehlen aber so grundlegende Funktionen wie Ausnahmen bei periodischen Terminen. Schade, denn damit ist der Kalender für gehobene Ansprüche nicht wirklich ausgelegt oder geeignet.

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