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Neuer Kompatibilitätsbegriff lizenzrechtlich geschützt

12.02.2008 | 08:35 Uhr |

Auch das Programmiermodell wurde in diesem Zusammenhang konsequenterweise ausgetauscht. Das mit Ofice 97 eingeführte Command-Bar-Objektmodell weicht nun dem RibbonX-Modell, welches mit dem neuen Oberflächendesign korrespondiert. Auf dieser Basis können Office-Entwickler nun eigene Erweiterungen wie etwa Addins für Office 2007 und die Folgeversionen schreiben.

Abgesehen von den praktischen Konsequenzen, die eine veränderte Bedienerführung im Büroalltag bedeutet, scheinen auch die strategisch-politischen Zielsetzungen des neuen Ansatzes interessant. Die Tatsache, dass Microsoft das neue User Interface einerseits lizenzrechtlich schützt, andererseits aber mit wenigen bemerkenswerten Ausnahmen eine kostenlose Nutzung des Designs auch auf Fremdsystemen wie Linux und Mac OS einräumt, gibt Anlass zu Spekulationen. Ganz offensichtlich möchte Microsoft hier einen neuen Bedienstandard setzen, der mit Konventionen aus den 70er Jahren bricht. Die offene Lizenz soll dabei möglichst viele Entwickler von allen erdenklichen Plattformen anlocken, gleichzeitig aber die direkte Office-Konkurrenz fernhalten. Falls den Redmondern diese Strategie gelingen sollte, hätten sie damit auch einen neuen Kompatibilitätsbegriff eingeführt.

Im Gegensatz zu den alten IT-Geschäftsmodellen der 80er und 90er Jahre, die auf Hardwarekompatibilität, Plattformkompatibilität und Dateiformatkompatibilität basierten, würde man hier mit UI-Kompatibilität ein Konsistenzmodell auf Basis eines Softwarebedienkonzepts einführen. Ob eine Anwendung dann unter Windows oder Linux läuft, könnte Microsoft egal sein, da sie in jedem Fall der Lizenzgeber wären und damit über wie auch immer geartete Einflussmöglichkeiten verfügten.

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