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Zeit für eine neue Grafikkarte: Das gibt es beim Tausch zu beachten

06.06.2019 | 13:35 Uhr | Sebastian Schenzinger

Die Bildrate in Spielen sinkt immer weiter oder das Bearbeiten von Videos dauert zu lange. Unser Ratgeber hilft Ihnen bei der Auswahl und dem Einbau einer neuen Grafikkarte.

Die Anforderungen an eine Grafikkarte sind ganz verschieben und hängen vom Einsatzgebiet ab: Office, Videoschnitt oder Gaming. Sie arbeiten viel mit Microsoft Office und surfen im Internet? Dann sind Prozessoren mit integrierten Grafikchips für Sie vollkommen ausreichend. Wenn Sie auf dem Computer Videos bearbeiten oder aktuelle Spiele genießen wollen, sind folgende drei Punkte zu beachten: Systemanforderungen des Programmherstellers, verwendete Monitorauflösung und persönliche Ansprüche an die Grafikqualität bei Spielen.

Was macht eigentlich eine Grafikkarte genau?

Die Grafikkarte ist für die Bildausgabe eines Computers zuständig. Die wichtigsten Leistungsmerkmale setzen sich aus dem verbauten Grafikchip sowie der Größe und der Geschwindigkeit des Grafikspeichers zusammen. Der Vollausbau eines Grafikchips - das Flaggschiff der aktuellen Generation - verfügt dabei über die maximale Anzahl an Recheneinheiten und Grafikspeicher. Die günstigeren Ableger sind meistens nur beschnittene Versionen dieses Chips oder basieren sogar noch auf der Vorgängerversion. Für eine Full-HD-Auflösung sind mindestens 4 GB (besser 6 GB) Videospeicher empfehlenswert, für WQHD mindestens 6 (besser 8 GB), wohingegen für UHD mindestens 8 GB (besser 11+ GB) von Nöten sind.

Empfehlungen für PC-Gamer

 
Im Bereich der integrierten Grafikchips gibt es zwei große Hersteller: Intel und AMD. Die Produkte von Letzterem liefern mittlerweile sogar genug Leistung für den Gelegenheitsspieler, aktuelle Spieltitel sind in einer Full-HD-Auflösung bei mittleren Details meist flüssig spielbar. Im Bereich der dedizierten Grafikkarten kämpfen Nvidia und AMD um die Marktanteile, wobei Nvidia im High-End-Bereich derzeit unangefochten ist. Die wichtigsten Merkmale einer Grafikkarte sind neben der Leistungsfähigkeit außerdem ihre Lautstärke und die Stromaufnahme.

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Voraussetzungen überprüfen

Bevor Sie sich an die Auswahl einer neuen Grafikkarte machen, sollten Sie zunächst überprüfen, ob es sich hierbei wirklich um die Schwachstelle Ihres aktuellen PCs handelt. Im Task-Manager von Windows 10 können Sie im Reiter Leistung unter anderem die Beanspruchung von CPU, RAM und GPU beobachten. Führen Sie nun Ihre bevorzugten Programme aus, um herauszufinden, ob Ihre verbaute CPU bzw. GPU zu schwach ist - oder ob schlichtweg zu wenig RAM vorhanden ist. Erkennbar ist das an der Auslastung der jeweiligen Komponente, wenn sich diese nahe der 100-Prozentmarke bewegt.

Wenn der obige Test ergeben hat, dass der Prozessor zu langsam beziehungsweise der verbaute RAM zu gering ist, dann macht der Einbau einer neuen Grafikkarte nur wenig Sinn. Aktuell lässt sich sagen, dass derzeitige Prozessoren deutlich langlebiger sind als Grafikkarten und nicht so schnell erneuert werden müssen. Meistens reicht die Leistung der CPU für die Verwendung von zwei bis drei Grafikkartengenerationen aus. Wird ein neuer PC angeschafft, dient als guter Anhaltspunkt für die Aufteilung des vorhandenen Budgets ein Verhältnis von 2:1 zwischen Grafikkarte und Prozessor.  

Haben Sie die Grafikkarte als Problem lokalisiert, gilt es noch drei weitere Punkte zu beachten: verfügbarer Platz im PC-Gehäuse, vorhandene Stromanschlüsse für die Grafikkarte, sowie die Leistungsfähigkeit des Netzteils. Die meisten Hersteller von PC-Gehäusen liefern in Ihren Datenblättern genaue Informationen darüber, wie groß eine kompatible Grafikkarte sein darf. Sollten Sie sich nicht sicher sein, über welches Gehäuse Sie verfügen, dann messen Sie am besten den verfügbaren Platz sorgfältig selbst nach. Auch die benötigten Stromanschlüsse, sowie eine empfohlene Wattleistung des Netzteils, lassen sich auf der Seite des Grafikkartenherstellers herausfinden. Gleichen Sie diese Daten mit den Werten Ihres verbauten Netzteils ab. Die meisten Online-Preisvergleiche listen die benötigten Informationen mittlerweile direkt bei den Produkten.

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Custom Layout und Referenzdesign

Wer viel Wert auf leise und gleichzeitig gut gekühlte PC-Hardware legt, sollte zu einem Custom Design greifen. Die beiden Grafikchiphersteller Nvidia und AMD liefern ihre Produkte an viele verschiedene Hersteller, die mit alternativen Platinen- und Kühlerdesigns das Beste aus der GPU herauszuholen versuchen. Die Wahl der Bauteile bleibt dabei größtenteils den Herstellern überlassen. Dadurch entsteht ein sehr breit gefächertes Angebot an Grafikkarten, die sich vor allem durch ihre Kühlleistung, ihren Preis und die Möglichkeit zur Übertaktung unterscheiden. Je mehr Wert Sie auf diese einzelnen Faktoren setzen, desto teurer ist das Wunschprodukt im Regelfall auch.

Das Custom Design der RTX 2080 Ti Lightning Z
Vergrößern Das Custom Design der RTX 2080 Ti Lightning Z
© MSI

Der richtige Anschluss

Bevor Sie sich endgültig für eine neue Grafikkarte entscheiden, sollten Sie noch die verfügbaren Anschlüsse an Ihrem Monitor überprüfen. Die heutzutage gängigen Standards sind der HDMI und der DisplayPort-Anschluss. Diese unterstützen alle gängigen Auflösungen und Bildwiederholungsraten. Bei älteren Monitoren sind noch die Anschlüsse DVI und VGA anzutreffen, welche sich notfalls auch per Adapter ansteuern lassen.

Bei HDMI und DisplayPort können Ton und Bild mit einem Kabel übertragen werden. Dazu haben viele aktuelle Grafikkarten heute zusätzlich einen Soundchip integriert, der für die Tonausgabe sorgt. Dies funktioniert in der Regel ohne Probleme, liefert allerdings nicht die gleiche Klangqualität wie eine dezidierte Soundkarte. Durch die digitale Übertragung der Signale sind HDMI und DVI vom Ausgabeergebnis her vergleichbar. Verwenden Sie jedoch beispielsweise einen AV-Receiver an Ihrem Fernsehgerät, dann wäre das ein klarer Pluspunkt für einen HDMI-Anschluss.

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Einbau der Grafikkarte und Treiberinstallation

Bevor Sie mit dem Einbau der neuen Grafikkarte beginnen, sollten Sie zuerst alle Treiber des alten Vertreters restlos entfernen, da es sonst zu Problemen kommen kann. Fahren Sie anschließend den Computer herunter und nehmen ihn vom Strom. Nachdem Sie sich geerdet haben, entfernen Sie alle eventuell angesteckten Stromkabel der GPU und öffnen die Schrauben, welche die Grafikkarte im Slot festhalten. Betätigen Sie vorsichtig den Hebel des Slots, in welchem die Grafikkarte steckt und heben Sie diese heraus. In umgekehrter Reihenfolge geht es wieder an den Einbau: Die neue Karte in denselben Slot stecken, Schrauben zum Halt befestigen und anschließend die PCIe Stromkabel wieder anstecken.

Beim Neustart des PCs installiert Windows 10 im Regelfall automatisch einen passenden Treiber. Sofern keine Internetverbindung besteht handelt es sich hierbei um einen Standard-VGA-Treiber, welcher nicht alle Auflösungen unterstützt. Sie bekommen aber auf jeden Fall ein Bild. Um die maximale Leistung abzurufen, laden Sie am besten manuell den aktuellsten Treiber von der Seite des Herstellers herunter und installieren diesen anschließend.

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