Channel Header
2067245

Zeit für eine neue Grafikkarte: Das gibt es beim Tausch zu beachten

22.08.2020 | 13:00 Uhr | Sebastian Schenzinger

Die Bildrate in Spielen sinkt immer weiter oder das Bearbeiten von Videos dauert zu lange. Unser Ratgeber hilft Ihnen bei der Auswahl und dem Einbau einer neuen Grafikkarte.

Die Anforderungen an eine Grafikkarte sind ganz verschieden und hängen vom Einsatzgebiet ab: Office, Videoschnitt, 3D-Rendering oder Gaming. Sie arbeiten viel mit Microsoft Office und surfen im Internet? Dann sind Prozessoren mit integrierten Grafikchips für Sie vollkommen ausreichend. Wenn Sie auf dem Computer Videos bearbeiten oder aktuelle Spiele genießen wollen, sind folgende drei Punkte zu beachten: Systemanforderungen des Programmherstellers, verwendete Monitorauflösung und persönliche Ansprüche an die Grafikqualität bei Spielen.

Was macht eigentlich eine Grafikkarte genau?

Die Grafikkarte ist für die Bildausgabe eines Computers zuständig. Die wichtigsten Leistungsmerkmale setzen sich aus dem verbauten Grafikchip sowie der Größe und der Geschwindigkeit des Grafikspeichers zusammen. Der Vollausbau eines Grafikchips - das Flaggschiff der aktuellen Generation - verfügt dabei über die maximale Anzahl an Recheneinheiten und Grafikspeicher. Die günstigeren Ableger sind meistens nur beschnittene Versionen dieses Chips oder basieren sogar noch auf der Vorgängerversion. Beim Gaming sind für eine Full-HD-Auflösung mindestens 4 GB (besser 6 GB) Videospeicher empfehlenswert, für QHD mindestens 6 (besser 8 GB), wohingegen für UHD mindestens 8 GB (besser 11+ GB) von Nöten sind.
Wichtiger Hinweis: Die Größe des VRAMs ist kein eindeutiges Indiz zur Leistungsfähigkeit einer Grafikkarte und oftmals locken PC-Hersteller mit Slogans wie "XY GB Videospeicher".

Empfehlungen für PC-Gamer

Wenn Sie auf der Suche nach einer neuen Grafikkarte sind, dann können wir Ihnen den folgenden Artikel empfehlen:
Grafikkarten-Vergleich 2020: Die besten Gamer-GPUs im Test - mit Rangliste
Unsere Empfehlungen finden Sie kurz zusammengefasst auch nochmal in der folgenden Tabelle:

Im Bereich der integrierten Grafikchips gibt es zwei große Hersteller: Intel und AMD. Die Produkte von Letzterem, wie der Ryzen 3 3200G oder der Ryzen 5 3400G , liefern mittlerweile sogar genug Leistung für den Gelegenheitsspieler. Nicht so anspruchsvolle Spieltitel sind selbst in einer Full-HD-Auflösung bei niedrigen Details flüssig spielbar. Im Bereich der dedizierten Grafikkarten kämpfen Nvidia und AMD um die Marktanteile, wobei Nvidia im High-End-Bereich derzeit unangefochten ist. Die wichtigsten Merkmale einer Grafikkarte sind neben der Leistungsfähigkeit außerdem ihre Lautstärke und die Stromaufnahme.

Günstigen Gaming-PC zusammenstellen: Die besten Hardware-Konfigurationen

Voraussetzungen überprüfen

Bevor Sie sich an die Auswahl einer neuen Grafikkarte machen, sollten Sie zunächst überprüfen, ob es sich hierbei wirklich um die Schwachstelle Ihres aktuellen PCs handelt. Im Task-Manager von Windows 10 können Sie im Reiter Leistung unter anderem die Beanspruchung von CPU, RAM und GPU beobachten. Führen Sie nun Ihre bevorzugten Programme aus, um herauszufinden, ob Ihre verbaute CPU bzw. GPU zu schwach ist - oder ob schlichtweg zu wenig RAM vorhanden ist. Erkennbar ist das an der Auslastung der jeweiligen Komponente, wenn sich diese nahe der 100-Prozent-Marke bewegt.

Mit dem kostenlosen Tool CapFrameX lassen sich während dem Zocken ganz einfach Werte wie die erreichten FPS oder die Frametimes aufzeichnen und vergleichen.
Vergrößern Mit dem kostenlosen Tool CapFrameX lassen sich während dem Zocken ganz einfach Werte wie die erreichten FPS oder die Frametimes aufzeichnen und vergleichen.
© CapFrameX

Noch besser ist es, einen FPS-Vergleich durchzuführen. Starten Sie hierzu das Spiel, in dem Sie zu wenig FPS erhalten. Stellen Sie im Spiel die native Monitorauflösung ein und alle Grafikeinstellungen auf die höchste Stufe. Spielen Sie anschließend für etwa zehn Minuten beziehungsweise führen Sie - sofern verfügbar - den integrierten Spiel-Benchmark aus und loggen Sie die erreichten FPS mit einem kostenlosen Tool wie CapFrameX mit. Stellen Sie anschließend im Spiel die Monitorauflösung auf HD (1280 x 720 Bildpunkte) und spielen Sie dieselbe Spielszene noch einmal respektive führen Sie den integrierten Benchmark noch einmal aus. Im Hintergrund protokollieren Sie die erzielten Bilder pro Sekunde wieder mit. Vergleichen Sie anschließend die beiden Werte. Wenn die FPS in HD deutlich höher lagen, dann ist die Grafikkarte der limitierende Faktor, erzielt Ihr PC stattdessen in beiden Szenarien in etwa die gleichen Bilder pro Sekunde, dann ist der Prozessor zu langsam.

Wenn die obigen Tests ergeben hat, dass der Prozessor zu langsam beziehungsweise der verbaute RAM zu gering ist, dann macht der Einbau einer neuen Grafikkarte nur wenig Sinn. Aktuell lässt sich sagen, dass derzeitige Prozessoren deutlich langlebiger sind als Grafikkarten und nicht so schnell erneuert werden müssen. Meistens reicht die Leistung der CPU für die Verwendung von zwei bis drei Grafikkartengenerationen aus. Wird ein neuer PC angeschafft, dient als guter Anhaltspunkt für die Aufteilung des vorhandenen Budgets ein Verhältnis von 2:1 zwischen Grafikkarte und Prozessor.  

CPU-Benchmark 2020: Prozessoren im Vergleich-Test - mit Rangliste

Haben Sie die Grafikkarte als Problem lokalisiert, gilt es noch drei weitere Punkte zu beachten: verfügbarer Platz im PC-Gehäuse, vorhandene Stromanschlüsse für die Grafikkarte, sowie die Leistungsfähigkeit des Netzteils. Die meisten Hersteller von PC-Gehäusen liefern in Ihren Datenblättern genaue Informationen darüber, wie groß eine kompatible Grafikkarte sein darf. Sollten Sie sich nicht sicher sein, über welches Gehäuse Sie verfügen, dann messen Sie am besten den verfügbaren Platz sorgfältig selbst nach. Auch die benötigten Stromanschlüsse, sowie eine empfohlene Wattleistung des Netzteils, lassen sich auf der Seite des Grafikkartenherstellers herausfinden. Gleichen Sie diese Daten mit den Werten Ihres verbauten Netzteils ab. Die meisten Online-Preisvergleiche listen die benötigten Informationen mittlerweile direkt bei den Produkten.

50% schneller: Alle Infos zu Nvidia Geforce RTX 3000 - Leistung, Release, Preise

Custom-Layout und Referenz-Design

Wer viel Wert auf leise und gleichzeitig gut gekühlte PC-Hardware legt, sollte zu einem Custom-Design greifen. Die beiden Grafikchiphersteller Nvidia und AMD liefern ihre Produkte an viele verschiedene Board-Partner, die mit alternativen Platinen- und Kühler-Designs das Beste aus der GPU herauszuholen versuchen. Die Wahl der Bauteile bleibt dabei größtenteils den Herstellern überlassen. Dadurch entsteht ein sehr breit gefächertes Angebot an Grafikkarten, die sich vor allem durch ihre Kühlleistung, ihren Preis und die Möglichkeit zur Übertaktung unterscheiden. Je mehr Wert Sie auf diese einzelnen Faktoren setzen, desto teurer ist das Wunschprodukt im Regelfall auch.

Das Custom Design der RTX 2080 Ti Lightning Z zählt zu den Besten auf dem Markt, das Modell kostet aber auch einen dementsprechenden Aufpreis.
Vergrößern Das Custom Design der RTX 2080 Ti Lightning Z zählt zu den Besten auf dem Markt, das Modell kostet aber auch einen dementsprechenden Aufpreis.
© MSI

Der richtige Anschluss

Bevor Sie sich endgültig für eine neue Grafikkarte entscheiden, sollten Sie noch die verfügbaren Anschlüsse an Ihrem Monitor überprüfen. Die heutzutage gängigen Standards sind der HDMI- und der DisplayPort-Anschluss. Diese unterstützen alle gängigen Auflösungen und Bildwiederholungsraten. Bei älteren Monitoren sind noch die Anschlüsse DVI und VGA anzutreffen, welche sich notfalls auch per Adapter ansteuern lassen.

Beste Full-HD-Grafikkarte 2020: Gamer-GPUs für 1080p bis 300 Euro im Vergleichs-Test

Bei HDMI und DisplayPort können Ton und Bild mit einem Kabel übertragen werden. Dazu haben viele aktuelle Grafikkarten heute zusätzlich einen Soundchip integriert, der für die Tonausgabe sorgt. Dies funktioniert in der Regel ohne Probleme, liefert allerdings nicht die gleiche Klangqualität wie eine dezidierte Soundkarte. Durch die digitale Übertragung der Signale sind HDMI und DVI vom Ausgabeergebnis her vergleichbar. Verwenden Sie jedoch beispielsweise einen AV-Receiver an Ihrem Fernsehgerät, dann wäre das ein klarer Pluspunkt für einen HDMI-Anschluss.

Einbau der Grafikkarte und Treiberinstallation

Bevor Sie mit dem Einbau der neuen Grafikkarte beginnen, sollten Sie zuerst alle Treiber des alten Vertreters restlos entfernen, da es sonst zu Problemen kommen kann. Hierbei ist das kostenlose Tool Display Driver Uninstaller ungemein hilfreich. Fahren Sie anschließend den Computer herunter und nehmen ihn vom Strom. Nachdem Sie sich geerdet haben, entfernen Sie alle eventuell angesteckten Stromkabel der GPU und öffnen die Schrauben, welche die Grafikkarte im Slot festhalten. Betätigen Sie vorsichtig den Hebel des Slots am Mainboard, in welchem die Grafikkarte steckt und heben Sie diese heraus. In umgekehrter Reihenfolge geht es wieder an den Einbau: Die neue Karte in denselben Slot stecken, Schrauben zum Halt befestigen und anschließend die PCIe-Stromkabel wieder anstecken.

Beste QHD-Grafikkarte 2020: Gamer-GPUs für 1440p ab 250 Euro im Vergleichs-Test

Beim Neustart des PCs installiert Windows 10 im Regelfall automatisch einen passenden Treiber. Sofern keine Internetverbindung besteht handelt es sich hierbei um einen Standard-VGA-Treiber, welcher nicht alle Auflösungen unterstützt. Sie bekommen aber auf jeden Fall ein Bild. Um die maximale Leistung abzurufen, laden Sie am besten manuell den aktuellsten Treiber von der Seite des Herstellers, also AMD oder Nvidia , herunter und installieren diesen anschließend.

PC-WELT Marktplatz

2067245