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Netbook- und Nettop-Modelle mit Nvidia ION

03.07.2009 | 15:15 Uhr | Michael Schmelzle

Hauptplatine Point of View ION 230
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Der Acer Aspire R3600 Revo war der erste Nettop mit dem ION-Chipsatz von Nvidia im Test. Unser Fazit: Der Revo ist schlank, leise, sparsam und für einen Nettop vergleichsweise rechenstark. Für PC-Spiele taugt der 300-Euro-PC nur, wenn Sie sich als Gelegenheitsspieler in der 1024er-Auflösung mit durchschnittlicher Bildqualität zufrieden geben. Und HD-Videos kann der Acer Aspire R3600 Revo auch nur in der 720i-Auflösung flüssig wiedergeben, zumal bei einigen Videoformaten hin und wieder Ruckler auftreten. Für den vollen HD-Genuss ist weitere Software nötig, für die Sie zusätzlich blechen dürfen - hier muss Acer nachbessern und in Zukunft zumindest Cyberlink Power DVD 9 beilegen.

Bisher einziges Netbook mit dem ION-Chipsatz von Nvidia: Lenovo Ideapad S12
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Bereits zum Test bestellt haben wir den Nettop Asrock ION S330 , der nicht ganz so kompakt ausfällt, dafür aber einen DVD-Brenner mitbringt. Wir sind schon gespannt, ob die Billig-Tochter des taiwanesischen Computer-Riesen Asus ein Software-Paket schnürt, das die Full-HD-Wiedergabe erlaubt und CUDA-Unterstützung mitbringt. Weitere ION-Nettops wie das Funtwist-Modell finden Sie in unserer Bildgalerie auf der ersten Seite dieses Beitrags.

Einsam: Lenovo-Netbook mit Nvidia ION

Als bisher einziger Hersteller ist Lenovo vorgeprescht und hat das erste ION-Netbook Ideapad S12 vorgestellt. Wie der Name andeutet handelt es sich um ein Netbook mit 12-Zoll-Display, das Lenovo optional auch mit der VIA-CPU Nano verkaufen will. Das Lenovo Ideapad S12 ist ab Juli 2009 laut Hersteller für 499 US-Dollar zu haben. Damit sollte das ION-Netbook in Deutschland zu einem Preis von unter 400 Euro in den Handel kommen - falls Lenovo das S12-Modell mit dem Nvidia-Chipsatz auch in Europa verkaufen will. Offiziell bestätigt ist bisher nur der Verkaufsstart in Asien. Auffällig ist auch, wie zurückhaltend Lenovo das Ideapad S12 anpreist. Zumindest auf der deutschen Website und der COM-Präsenz konnten wir bisher kein S12-Modell mit ION-Chipsatz aufstöbern. Gäbe es nicht die zahlreichen Youtube-Clips vom HD-fähigen Lenovo S12 , müsste man glatt an der Existenz des ION-Netbooks zweifeln.

Zotac-Hauptlatine ION ITX
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Warum derzeit kein anderer Netbook-Hersteller auf den ION-Zug aufspringt, ist schwer zu verstehen. Die Vorteile des Nvidia-Chipsatzes ION liegen klar auf der Hand und lassen das Intel-Pendant ziemlich alt aussehen. Mindestens ein Grund dafür könnte bei Intel selbst liegen: Nach Branchenangaben verkauft der Halbleiter-Gigant seine Atom-CPU nur gemeinsam mit dem 945G-Chipsatz an die Computerhersteller. Wollen Unternehmen den ION-Chipsatz von Nvidia einsetzen, zahlen Sie für zwei Chipsätze, können aber nur einen verbauen. Das treibt den Netbook-Preis künstlich in die Höhe. Und dass der Chip-Riese nicht zimperlich ist, wenn es darum geht, gefährliche Konkurrenten kalt zu stellen, hat ja erst kürzlich wieder die EU-Kommission mit dem Rekord-Bußgeld von über einer Milliarde Euro amtlich bestätigt.

Nvidia ION im Eigenbau: ITX-Hauptplatinen

Nettop Asrock ION S330
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Sie können sich mit dem Nvidia ION den derzeit sparsamsten PC mit Full-HD-Unterstützung auch selber bauen. Einige Hersteller bieten dafür Mini-ITX-Hauptplatinen mit dem ION-Chipsatz an. Die Zotac-Hauptlatine ION ITX besitzt drei SATA-Buchsen und neben dem HDMI- und DVI- auch noch einen VGA-Anschluss. Außerdem setzt Zotac auf den preisgünstigeren Speicher und verbaut zwei DDR2-Steckplätze. Für Erweiterungskarten im Mini-Card-Format steht ein 1x-PCI-Express-Steckplatz zur Verfügung. Die Zotac ION ITX ist in drei Varianten erhältlich: passiv gekühlt mit dem Atom 230 für 120 Euro oder mit dem Atom 330 (passiv oder aktiv) für rund 160 Euro.

Das Fliegengewicht: Acer Aspire R3600 Revo (oben) im Vergleich zu einem Desktop-PC
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Der Hersteller Point of View verkauft mit der ION 230 und ION 330 ebenfalls Mini-ITX-Hauptplatinen mit dem Nvidia-Chipsatz. Die Besonderheit bei den beiden ION-Platinen ist der 16x-PCI-Express-Speckplatz, der die Nvidia-Technik Hybrid SLI unterstützt. Dadurch kann der integrierte Grafikchip mit einer zusätzlich eingesteckten Grafikkarte im SLI-Modus arbeiten. Interessant ist zudem der serielle Anschluss, den Sie optional über eine Blende nutzen können. Die ION 230 mit Atom 230 ist ab 120 Euro zu haben, die ION 330 mit Atom 330 geht bereits für 130 Euro über die Ladentheke.

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