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Netbook oder Tablet: Das bessere Multimedia-Gerät

04.10.2011 | 09:45 Uhr |

Neben dem Surfen eignen sich Tablets und Netbooks vor allem zur Unterhaltung – für Filme, Fotos und Spiele. Das Netbook ist dabei erste Wahl, wenn es ums Fernsehschauen geht. Mit einem DVB-T-USB-Stick verwandeln Sie das Netbook problemlos in einen TV. Bei den Tablets gibt es entsprechende Zusatz-Hardware nur für das Apple iPad, zum Beispiel die TV-Box Tivizen oder der DVB-T-Stick EyeTV Mobile von Elgato.

Ohne zusätzliche Hardware empfangen Sie Fernsehen per TV-Streams aus dem Internet. Die können Sie mit Android-Tablets meist direkt abrufen, für das iPad gibt es entsprechende Apps. Internet-TV-Streams funktionieren aber auch problemlos am Netbook: Ein Netbook mit AMD-Prozessor wie das Toshiba NB550D-10H kann auch HD-Streams wiedergeben.

Asus EeePC 1015PN: Netbook mit hellem Bildschirm - fast so wie gut wie bei einem Top-Tablet
Vergrößern Asus EeePC 1015PN: Netbook mit hellem Bildschirm - fast so wie gut wie bei einem Top-Tablet

Tablets haben den besseren Bildschirm

Filme und Fotos sehen auf einem Tablet besser aus: Denn das Display beim Apple iPad 2, Motorola Xoom oder Samsung Galaxy Tab 10.1 leuchtet heller, ist kontraststärker und blickwinkelstabiler als bei den meisten Netbooks - von Ausnahmen wie dem Asus EeePC 1015PN   abgesehen. Die Bilder wirken auch schärfer, da die meisten Tablets eine höhere Punktedichte als ein Netbook besitzen: Sie bringen also mehr oder den gleichen Bildinhalt auf einer kleineren Displayfläche unter.

Acer Aspire One 522: Das Netbook mit HDMI-Ausgang lässt sich an einen Fernseher anschließen
Vergrößern Acer Aspire One 522: Das Netbook mit HDMI-Ausgang lässt sich an einen Fernseher anschließen

Auf welchem Device läuft HD besser?

Auch für HD-Filme kommen sowohl Tablet wie Netbook in Frage: Filme in 720p-Auflösung spielen sie meist problemlos ab, viele allerdings nicht in der Originalgröße – das iPad beispielsweise besitzt dafür ebenso wie die meisten Netbooks eine zu geringe Bildschirm-Auflösung. Netbooks mit Intel-Atom-Prozessor sind zu schwach für die Wiedergabe von Full-HD-Filmen, einem AMD-Netbook wie dem Toshiba NB550D-10H oder dem Acer Aspire One 522 bereitet dies dagegen keine Schwierigkeiten.

Diese Netbooks sind auch empfehlenswert, wenn Sie HD-Filme in voller Qualität am Fernseher betrachten möchten: Sie haben einen HDMI-Ausgang, über den Sie das Netbook mit dem Fernseher verbinden. Den finden Sie auch an den meisten Android-Tablets, wie zum Beispiel dem Asus EeePad Transformer oder dem Acer Iconia A500: Allerdings hat die HDMI-Buchse an den Tablets ein Micro-Format für das Sie ein spezielles Kabel benötigen. Das iPad 2 lässt sich auch per HDMI an den Fernseher anschließen - der notwendige Apple Digital AV Adapter kostet 39 Euro.

Multimedia: Netbooks bieten mehr Möglichkeiten - und mehr Speicherplatz

Zwei große Vorteile hat das Netbook gegenüber dem Tablet als Multimedia-Maschine: Es versteht sich mit vielen Dateiformaten - und wenn sich ein Film nicht abspielen lässt, brauchen Sie nur eine passende Software oder den richtigen Codec zu installieren, schon klappt's. Tablets wie das Apple iPad beharren dagegen darauf, dass Filme und Musik in einem Dateiformat vorliegen, das sie verstehen: Statt sofort abspielen zu können müssen Sie also meist zunächst umwandeln.

Multimedia-Dateien brauchen viel Speicherplatz – und den kriegen Sie nur im Netbook: Die meisten Mini-Notebooks besitzen eine Festplatte mit 250 GB, während der interne Speicher bei Tablets nur zwischen 8 und 64 GB groß ist. Und wenn’s auf der Notebook-Festplatte zu voll wird, schließen Sie einfach eine externe Festplatte für mehr Platz an. Bei den Tablets funktioniert das nicht: Sie nehmen als zusätzlichen Speicher meist nur eine Micro-SD-Speicherkarte mit maximal 32 GB an - beim Apple iPad 2 und dem Samsung Galaxy Tab 10.1 müssen Sie dafür vorher sogar noch einen Anschluss-Adapter kaufen.

Samsung Galaxy Tab 10.1: Um eine Speicherkarte anzuschließen, benötigen Sie einen zusätzlichen Adapter
Vergrößern Samsung Galaxy Tab 10.1: Um eine Speicherkarte anzuschließen, benötigen Sie einen zusätzlichen Adapter

Mit einem Tablet finden Sie kaum Anschluss

Was das Übertragen von Daten oder den Anschluss von externen Geräten angeht, sind Netbooks sowieso nicht zu schlagen: Die meisten bieten drei USB-Anschlüsse für Drucker, Digitalkamera oder Festplatte sowie einen VGA-Ausgang für einen externen Monitor. Das Überspielen von Daten auf das Netbook oder von ihm runter funktioniert so einfach wie bei einem PC oder Notebook.
Um Dateien vom PC aufs Tablet zu bekommen, müssen Sie beim Apple iPad 2 den Umweg über die Software iTunes nehmen. Sie gleicht aber immerhin den Datenbestand zwischen PC und iPad ab. Android-Tablets werden beim Anschluss per USB vom PC wie ein weiteres Laufwerk erkannt und lassen sich auf diese Weise über den Windows-Explorer befüllen.


Per Tablet zu drucken ist dagegen schon herausfordernder: Direkt lässt sich kein Drucker anschließen, nur das Drucken per WLAN funktioniert - also muss der Drucker im kabellosen Netzwerk sein. Außerdem lassen sich nur bestimmte Dateiformate - etwa PDF - problemlos ausdrucken.
Ähnlich umständlich oder mit Zusatzkosten verbunden ist es, wenn Sie Fotos von einer Digitalkamera direkt aufs Tablet übertragen wollen. Beim iPad 2 benötigen Sie dafür das Camera Connection Kit für 29 Euro. Ein Android-Tablet musszum Kameraanschluss einen USB-Host-Anschluss haben - wie ihn beispielsweise das Acer Iconia A500 besitzt: Dann erkennt sie das Tablet wie an einem PC als externen Speicher.

Spiele: Auf einem Tablets macht's mehr Spaß


Spielen macht auf einem Tablet mehr Spaß als auf einem Netbook: Das liegt vor allem daran, dass die Grafikeffekte und Spielinhalte der Tablet-Games sehr gut auf ihre Bildschirm und die Rechenleistung angepasst sind. Außerdem steuern Sie die Spiele auf dem Tablet per Finger oder durch Bewegen des Bildschirms, was sehr viel mehr Freude bereitet als auf einem Netbook mit Tastatur und Maus zu werkeln. Viele Tablet-Spiele zeigen aber deutlich schlichtere Grafikeffekte als Konsolen- oder PC-Spiele.
Spiele, die Sie vom PC kennen, können Sie auch auf dem Netbook vergessen: Dafür ist die Grafikkarte in den meisten Netbooks viel zu schwach. Höchstens auf Netbooks mit AMD-Grafik wie das Toshiba NB550D-10H oder das Acer Aspire One 522  laufen halbwegs aktuelle Spiele - aber auch bei diesen Netbooks begrenzt der vergleichsweise lahme Prozessor den Spielespaß.

E-Books lesen: Das geht nur auf dem Tablet

Auch wer sich mehr für Bücher als für Spiele begeistert, sollte zum Tablet greifen. Zwar sind die spiegelnden Bildschirme der Tablets nicht so ideal fürs Lesen elektronischer Bücher wie echte E-Book-Reader: Aber sie lassen sich angenehm wie ein Buch oder eine Zeitschrift halten, weil sie den Bildschirminhalt ins Hochformat drehen können. Per Finger blättern Sie die Seiten um oder markieren wichtige Stellen. Ein Netbook lässt sich als E-Book-Leser dagegen nicht sinnvoll verwenden.

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