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Tomtom Traffic: So funktionieren die Stauwarnungen von TomTom

07.06.2019 | 13:12 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Audi, BMW, Mercedes-Benz, VW, TomTom-Navigationsgeräte, TomTom-Apps für iPhone und Android, Apple Karten, Sygic - die Echtzeitverkehrsinformationen von TomTom finden Sie fast überall. Woher bekommt TomTom Traffic seine eigentlich seine Verkehrslage-Daten?

Stauwarn- und Verkehrslage-Informations-Dienste für Autofahrer gibt es in Hülle und Fülle:

  • Der klassische und relativ ungenaue Traffic Message Channel via Radio. TMC basiert auf Verkehrslage-Informationen beispielsweise von der Polizei und von den Verkehrsclubs.

  • Here (Navteq Traffic, früher als TMCPro bezeichnet, das nach der Übernahme durch Navteq als Marke vom Markt genommen wurde). Die Daten stammen von Datensensoren auf Autobahnbrücken, Sensorschleifen in der Fahrbahn und ausgewählten Fahrzeugen, in die GPS-Geräte eingebaut sind, die die Bewegungen der Fahrzeuge übermitteln. Here gehört vor allem Audi, BMW und Daimler sowie zu kleineren Teilen Intel, Bosch, Continental und chinesischen Investoren. Kurioserweise bevorzugen die deutschen Automobilhersteller, obwohl sie Haupteigentümer von Here sind, stattdessen die Echtzeitverkehrslagedaten von Konkurrent TomTom für Ihre festeingebauten Navigationssysteme.

  • Google Maps (basiert auf den Standortdaten von Android-Geräten)

  • Tomtom Traffic (ehemals TomTom HD Traffic - das HD stand für High Definition). Diesen Verkehrslagedienst stellen wir in diesem Artikel genauer vor, weil die Echtzeitverkehrslagedaten des niederländischen Unternehmens TomTom neben Google Maps von den meisten Verkehrsteilsnehmern in Deutschland genutzt werden dürften.

  • Inrix

Tipp: Alle oben genannten Verkehrslage-Dienste für Autofahrer erklären wir ausführlich in diesem Artikel

TomTom Traffic basiert auf verschiedenen Quellen. Insgesamt bezieht TomTom Traffic laut eigenen Angaben derzeit Verkehrslagedaten von rund 600 Millionen vernetzten GPS-Geräten. Laut TomTom fließen heute pro Tag mehr als fünf Milliarden Verkehrsflussmessungen in TomTom Traffic ein. TomTom Traffic wird derzeit in 78 Ländern weltweit angeboten. Allerdings nicht immer direkt für Endkunden, sondern teilweise nur für OEMs und Unternehmenspartner.

So können Sie als Endkunde TomTom Traffic nutzen

  • Gratis im Browser: Sie können TomTom Traffic jederzeit kostenlos im Browser nutzen und zwar unter dieser Adresse: mydrive.tomtom.com .

  • In vernetzten portablen Navigationsgeräten: Vor allem aber stehen die Echtzeitverkehrslagedaten von TomTom auf den PND-Navigationsgeräten von TomTom zur Verfügung.  

  • In TomTom Smartphone Apps für iOS und Android: Natürlich nutzen Sie TomTom Traffic auch in der TomTom-Navigations-App für iOS und Android, die TomTom Go Navigation App heißt.  

  • In den fest ab Werk eingebauten Navigationssystemen vieler Automobil-Hersteller wie beispielsweise Audi beziehungsweise die gesamte Volkswagen-Gruppe oder BMW (mit Mini) sowie Daimler/Mercedes-Benz.

  • In Apps von Drittanbietern: Darüber hinaus nutzen Sie TomTom-Verkehrslagedaten kostenlos in Apple Karten, sowohl als App auf dem iPhone oder iPad als auch via Carplay im PKW. Auch Sygic nutzt TomTom Traffic für seine Navigations-Apps.

TomTom Traffic wird aber auch von professionellen Anwendern verwendet, zum Beispiel:

  • Flottenmanagement-Lösungen (laut TomTom mehr als 800.000 Fahrzeuge)

  • Mobilitätsdienstleister (z.B. Uber)

Das sind die Datenquellen für Tom Tom Traffic

Je mehr Tomtom-Navigationsgeräte mit angeschlossenen Live-Services im Einsatz sind, desto besser werden die Traffic-Verkehrslagedaten. Denn TomTom Traffic funktioniert in beide Richtungen: Der Benutzer bekommt aktuelle Verkehrslagedaten, gleichzeitig trägt sein Gerät aber auch dazu bei, dass die TomTom Traffic-Informationen möglichst exakt sind.

Überblick über die Verkehrslage auf dem TomTom GO 6000.
Vergrößern Überblick über die Verkehrslage auf dem TomTom GO 6000.
© TomTom

TomTom bezieht Verkehrslagedaten also von den fest verbauten Navigationsgeräten der Automobilhersteller, beispielsweise von der Audi/VW-Konzerngruppe, von BMW und Daimler sowie von Alfa Romeo, Renault, Daimler, Lexus, Fiat, Lancia, Mazda, Abarth und Toyota. Außerdem fließen die Daten der TomTom-Smartphone-Apps sowie von Apple Karten und Sygic ein. Wichtig ist auch der Beitrag der PNDs, also der Stand-Alone-Navigationsgeräte. Und schließlich gibt es noch den Input von Fleet-Management-Geräten (einschließlich dem zu Bridgestone gehörendem TomTom Telematics). Dazu kommen noch Störungsinformationen von Straßensensoren. Klassische TMC-Daten von den Verkehrsclubs und der Polizei fließen ebenfalls mit ein. Wo erforderlich, kauft TomTom auch Verkehrsflussdaten zu, zum Beispiel in Südafrika Daten von Autoverleihern.

TomTom sagt, dass in Europa bis zu 15 Prozent aller Fahrzeuge und in den USA, wo Konkurrrent Inrix stark ist, bis zu 20  Prozent aller Fahrzeuge Daten zu TomTom Traffic beisteuern. Wichtig dabei ist, dass die Daten von TomTom Traffic sowohl für Ballungsräume, Autobahnen und Hauptstraßen, aber auch für Nebenstraßen vorliegen (können). Sie kommen eben von überall dort, wo ein Gerät unterwegs ist, das Daten zu TomTom Traffic beisteuert. Darauf basierend erfolgen auf dem TomTom-Traffic-Server Updates im 30-Sekunden-Rhythmus. Die TomTom-Traffic-Daten werden Tomtom zufolge dann alle zwei Minuten auf den Empfangsgeräten aktualisiert.

Stauwarnung auf dem TomTom GO 6000
Vergrößern Stauwarnung auf dem TomTom GO 6000
© TomTom

Sonderfall iPhone: Ein iPhone, auf dem Sie Apple Karten zur Navigation verwenden, dürfte also mit zu den exaktesten Navigationsmöglichkeiten gehören. Wobei zu Apple Karten allerdings einschränkend gesagt werden muss, dass es sich dabei um eine reine Online-Navigation handelt. Die App lädt also das Kartenmaterial fortlaufend während der Verwendung herunter. Das verursacht nicht nur erhebliches Datenvolumen, das auf Kosten Ihres Mobilfunkvertrags geht, sondern es kann in Gebieten mit schlechter Mobilfunkabdeckung auch zu Unterbrechungen bei der Navigation kommen.

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Keine Floating-Phone-Daten mehr für TomTom Traffic : In Deutschland nutzt TomTom übrigens schon seit einigen Jahren keine Floating-Phone-Daten mehr für TomTom Traffic, weil laut TomTom mittlerweile mehr als genug GPS-Daten von fest eingebauten und mobilen Navigationsgeräten in den Fahrzeugen sowie von Apps, von Datensensoren auf Autobahnbrücken und von Sensorschleifen in der Fahrbahn vorliegen.

Das sind Floating-Phone-Daten : Aus den GPS-basierten Bewegungen der Handys wird ermittelt, ob sich der Verkehr zügig fortbewegt, zäh fließt oder sogar steht. Diese Bewegungsdaten von den Handys werden laut den beteiligten Unternehmen anonymisiert übertragen, um zu verhindern, dass daraus das Bewegungsprofil eines konkreten Handy-Besitzers ermittelt werden kann. Die Mobilfunkprovider wie beispielsweise Vodafone wiederum verdienen an der Bereitstellung dieser Daten.

Bestes Beispiel für die Nutzung von Floating-Phone-Daten ist Google mit seinen Android-Smartphones, deren Bewegungsdaten die Basis für die Online-Echtzeitverkehrsinformationen von Google Maps bilden. Und die Echtzeitverkehrslagedaten von Google Mals sind beeindruckend genau. Nach unserer Erfahrung liefern TomTom Traffic und Google Maps derzeit in Mitteleuropa die exaktesten Verkehrslagedaten.

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