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Nachteil: die Kosten

22.08.2008 | 09:02 Uhr |

Hersteller von drahtloser Hardware werden jedoch trotz der SDR-Technik noch auf die herkömmliche Technik setzen. Der Grund: Für manche Geräte, wie etwa Billig-Handys, ist ein SDR-Chip zu teuer. Hier kommt es billiger, einen alten Chip einzubauen und bei Neuerungen ein neues Gerät zu liefern oder anzubieten. Andererseits ist die Entwicklung von Software wesentlich billiger, als eine komplett neue Hardware zu entwickeln. Dies fängt bei der Entwicklung an, da Teile der alten Software wieder verwendet werden können und geht beim Testen in virtuellen Testumgebungen weiter. Schließlich ist auch das Ausliefern der Updates oder der neuen Software, etwa über Funk, viel einfacher, als Hardware-Komponenten auszutauschen.

Anwendungsbereich Multimedia
Eine Anwendung für SDR-Prozessoren könnte im Multimedia-Bereich liegen. Es wäre zum Beispiel möglich einen Empfänger im Wohnzimmer für Radio, Fernsehen, DVB und Internet-Radio mit nur einem SDR-Chip ausstatten. Ändert sich der WLAN-Standard, reicht ein Software-Update aus und alles läuft wie gewohnt. Auch Handys oder andere Mobilfunkgeräte werden früher oder später mit SDR-Technik ausgestattet sein. So könnte es möglich sein, mit einem Gerät UMTS-, DECT-, GMS- oder Voice-over-IP-Netze zu nutzen. Der Anwender selbst merkt im günstigsten Fall gar nicht mehr über welches Netz er kommuniziert.

Der X-Gold SDR 20 von Infineon kann über ein Software-Update den Funkstandard anpassen. Foto: Infineon
Vergrößern Der X-Gold SDR 20 von Infineon kann über ein Software-Update den Funkstandard anpassen. Foto: Infineon
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Experten zufolge werden SDR-Mobiltelefone allerdings nicht vor 2010 in hohen Stückzahlen produziert werden. Die ersten SDR-Systeme werden deshalb eher in Systemen eingesetzt werden, die nicht wie PDAs oder Notebooks von Energieeffizienz abhängig sind. Kommen werden solche Systeme aber mit hoher Wahrscheinlichkeit. Nach Ansicht von Klaus Hueske wird die Anzahl der Funkstandards in Zukunft eher zunehmen. „Mit einem SDR-Prozessor besteht die Möglichkeit, viele dieser Standards verhältnismäßig einfach in einem Endgerät zu implementieren“, sagt der Forscher. (jp)

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