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Nachrichtendienst

07.12.2003 | 13:55 Uhr | Arne Arnold

Während Sie online sind, schicken Ihnen Spammer eine Nachricht, die in einem Pop-up-Fenster erscheint. Das Problem dabei: Das Pop-up ist mit den Fenstern identisch, die Windows für Systemnachrichten nutzt. Sie sehen also einer Meldung des Betriebssystems zum Verwechseln ähnlich.

Gefahr: Gefälschte Hinweise

Der Inhalt der Nachrichten variiert. Häufig geht es um angebliche Sicherheitslücken im System. Sie beginnen etwa mit dem Satz: "Windows hat auf Ihrem System eine schwerwiegende Sicherheitslücke entdeckt." Es folgt eine Internet-Adresse, auf der Sie ein Update herunterladen sollen. Auf der angegebenen Website wartet aber statt eines Sicherheits-Updates ein teurer 0190-Dialer, der Ihre Telefonrechnung in die Höhe treibt.

Die Pop-ups an sich sind nicht gefährlich, sondern lediglich lästig. Sie können keine Änderungen am System vornehmen oder Software installieren. Gefährlich wird es nur, wenn Sie den Nachrichten Glauben schenken und die genannten Web-Seiten aufrufen.

So funktionieren die Pop-ups: Die Spammer nutzen für den Versand der Textbotschaften eine Systemkomponente von Windows. In Windows NT 4, 2000 und XP ist ein Service namens Nachrichtendienst integriert. Er dient in lokalen Netzwerken zum schnellen Versenden und Empfangen von Nachrichten und Kurzinfos. Einfacher Text lässt sich über den Kommandozeilenbefehl "net send <IP-Adresse><Nachricht>" verschicken. Der Befehl funktioniert aber nicht nur in lokalen Netzwerken, sondern auch über das Internet. Windows 95/ 98/ME sind in der Standardinstallation nicht von dem Problem betroffen. Bei diesen Versionen fehlt der Befehl "net send". Ob Sie Opfer einer solchen Nachricht werden können, prüfen Sie auf der englischsprachigen Website www.mynetwatchman.com/winpopuptester.asp .

Abwehr: Dienst deaktivieren

Sie schützen sich vor den lästigen Pop-ups, indem Sie den Windows-Nachrichtendienst deaktivieren. Unter Windows 2000 und XP geht das über den Dienste-Manager. Melden Sie sich zunächst mit Administratorrechten an. Geben Sie "services.msc" unter "Start, Ausführen" ein. Das Windows- Tool listet Ihnen alle verfügbaren Dienste auf. Suchen Sie den Nachrichtendienst, und öffnen Sie dessen Eigenschaften mit einem Doppelklick. Wechseln Sie unter "Systemstart" die Einstellung von "Automatisch" auf "Deaktiviert". Nach einem Neustart ist Ihr Rechner gegen die nervigen Spam-Attacken gesichert. Um den Dienst sofort zu stoppen, wählen Sie im Dienste- Manager "Aktion, Beenden".

Für die selten betroffenen Anwender von Windows 95/98/ME gibt's eine Anleitung fürs Deaktivieren unter www.trojanerinfo.de/nachrichtendienst .

Übrigens: Wenn Sie das Tool Sygate Personal Firewall nutzen, sind Sie automatisch vor diesen Pop-ups geschützt. Und das schaffen längst nicht alle Firewalls.

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