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Nach Windows-Update: Fehlendes zurückholen

26.02.2019 | 08:05 Uhr | Thorsten Eggeling

Windows 10 bringt inzwischen von Haus aus mehr Tools und Programme mit als jede Version zuvor. Beim Windows-Upgrade fallen aber auch Funktionen weg. Wie sich Lücken mit Tools oder einer anderen Einstellung schließen lassen, finden Sie hier.

Microsoft liefert zweimal im Jahr ein Funktionsupdate für Windows 10. Dabei stehen die jeweils neuen Funktionen im Vordergrund. Bei Version 1809 (Herbst 2018) sind beispielsweise die erweiterte Zwischenablage und der verbesserte Datenaustausch mit dem Smartphone hinzugekommen. Mit jedem Funktionsupdate sind aber auch Funktionsänderungen verbunden. Konfigurationsoptionen wandern von der Systemsteuerung in die Einstellungen oder verschwinden ganz, einige Tools sind gar nicht mehr zu finden; sie heißen oder arbeiten jetzt anders. Außerdem gibt es Programme oder Werkzeuge, die zwar noch vorhanden sind, die Microsoft aber nicht mehr aktualisiert. Die Verwendung ist dann nur noch in Ausnahmefällen zu empfehlen, weil die korrekte Funktion nicht gewährleistet ist und wahrscheinlich beim nächsten Windows-Update ohnehin wegfällt.

In diesem Artikel tragen wir einiges davon zusammen, was in Windows 10, Version 1809, im Vergleich zu den Vorgängern fehlt oder anders funktioniert. Einiges lässt sich über kostenlose Tools nachrüsten oder verbessern.

Windows 10 Oktober-Update: Diese Funktionen fallen weg

1. Wegfall der Heimnetzgruppe erschwert Netzwerkfreigaben

Mit Windows 7 hat Microsoft die Heimnetzgruppe eingeführt. Deren Ziel ist es, auf einfache Weise den Austausch von Fotos, Musik, Videos und Dokumenten zwischen den PCs im Netzwerk zu ermöglichen und Drucker gemeinsam zu nutzen. Ab Version 1803 steht die Heimnetzgruppe in Windows 10 nicht mehr zur Verfügung.

Wer bisher unter Windows 7/8.1 auf die Heimnetzgruppe gesetzt hat, muss wegen eines Windows-10-PCs die Freigabeeinstellungen bei allen anderen Geräten ändern. Wer zuvor mit einem Windows-10-PC einer Heimnetzgruppe beigetreten ist, erhält nach dem Upgrade auf Windows 10 Version 1803/1809 die Meldung „Heimnetzgruppe wurde aus Windows entfernt“. Die vorhandenen Freigaben für Drucker und Ordner bleiben zwar erhalten, lassen sich aber über die bisherigen Werkzeuge für Heimnetzgruppen nicht ändern. Auf anderen PCs im Netzwerk ist der aktualisierte Windows-10-Rechner im Windows-Explorer nicht mehr unter „Heimnetzgruppe“ zu finden, sondern nur noch unter „Netzwerk“. Wie Sie Benutzerkonten erstellen, neue Freigaben anlegen oder vorhandene ändern, lesen Sie in den Punkten 2 bis 5.

So sollte es nicht sein: Der Windows-Explorer zeigt die Optionen für die Heimnetzgruppe weiterhin an.
Vergrößern So sollte es nicht sein: Der Windows-Explorer zeigt die Optionen für die Heimnetzgruppe weiterhin an.

Besonders verwirrend: Im Windows-Explorer von Windows 10 1803/1809 sehen Sie nach einem Rechtsklick auf einen Ordner unter „Zugriff gewähren auf“ weiterhin die Menüpunkte „Heimnetzgruppe (anzeigen)“ und „Heimnetzgruppe (anzeigen und bearbeiten)“. Beide sind jedoch ohne Funktion, eine Fehlermeldung erscheint nicht. Der Eintrag „Heimnetzgruppe“ im Navigationsbereich des Windows-Explorers ist jedoch nicht mehr vorhanden.

Microsoft begründet den Wegfall der Heimnetzgruppe damit, dass die Funktion nicht mehr zeitgemäß sei. Wer Dateien austauschen will, soll dafür bitte Onedrive nutzen. Das mag für kleine Datenmengen praktikabel sein. Aber auch große Dateien müssen dann erst einmal in den Cloudspeicher und wieder zurück ins heimische Netzwerk wandern. Was eigentlich „nur“ Minuten dauert, erfordert bei den in Deutschland oft langsamen Internetverbindungen eine deutlich längere Wartezeit.

2. Benutzerkonten für Netzwerkfreigaben einrichten

Benutzerkonten erstellen.
Vergrößern Benutzerkonten erstellen.

Windows 10 1803 und 1809 enthält die gleichen Freigabefunktionen wie jeder seiner Vorgänger. Die Verwendung erfordert einige Vorüberlegungen. Standardmäßig ist jedem Benutzer, der über ein Konto auf einem PC verfügt, die lokale Anmeldung und der Zugriff über das Netzwerk erlaubt. Es ist daher am einfachsten, auf allen PCs im Netzwerk Konten mit den gleichen Benutzernamen und Passwörtern zu erstellen. Das ermöglicht außerdem, individuelle Zugriffsrechte festzulegen.

Soll nur ein einzelner PC als Dateiserver für den Datenaustausch dienen, lässt sich der Aufwand reduzieren. Es genügt auf diesem PC ein gemeinsam genutztes lokales Konto mit beliebigem Benutzernamen und Passwort, das jedoch allen Benutzern bekannt sein muss, die auf Freigaben zugreifen wollen. Da nur ein Konto verwendet wird, gelten die Zugriffsrechte dann für alle Personen. Alternativ können Sie das Standardkonto „Gast“ verwenden (Punkt 5).

Um ein Benutzerkonto zu erstellen, rufen Sie die Einstellungen beispielsweise über die Tastenkombination Win-I auf. Gehen Sie auf „Konten –› Familie und andere Benutzer“, und klicken Sie auf „Diesem PC eine andere Person hinzufügen“. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten, wenn Sie ein individuelles Microsoft-Konto (Online-Konto) für einen anderen Benutzer erstellen möchten. Die Anmeldedaten müssen Ihnen bekannt sein.

Andernfalls klicken Sie auf „Ich kenne die Anmeldeinformationen für diese Person nicht“ und dann auf „Benutzer ohne Microsoft-Konto hinzufügen“ (lokales Konto). Tragen Sie die angeforderten Daten für das Konto ein und folgen Sie den weiteren Anweisungen des Assistenten. Sollten individuelle Zugriffsrechte keine Rolle spielen, genügt ein einzelnes lokales Konto. Sie können aber auch mehrere Konten erstellen, für die sich später die Zugriffsrechte einschränken oder erweitern lassen.

3. Neue Datei- und Druckerfreigaben erstellen

Privat oder öffentlich: Freigaben funktionieren nur mit dem Netzwerkprofil „Privat“.
Vergrößern Privat oder öffentlich: Freigaben funktionieren nur mit dem Netzwerkprofil „Privat“.

Damit Freigaben funktionierten, muss der Rechner für ein privates Netzwerk konfiguriert sein. Öffnen Sie die Einstellungen (Win-I) und gehen Sie auf „Netzwerk und Internet“. Klicken Sie auf „Ethernet“ oder „WLAN“ – je nach Verbindungstyp – und dann auf die Schaltfläche für das Netzwerk. Unter „Netzwerkprofil“ wählen Sie die Option „Privat“. Kehren Sie über den Pfeil links oben zur vorherigen Einstellungsseite zurück und klicken Sie auf „Erweiterte Freigabeoptionen ändern“. Unter „Privat (aktuelles Profil)“ müssen die Optionen „Netzwerkerkennung einschalten“ und „Datei- und Druckerfreigabe aktivieren“ ausgewählt sein.

Klicken Sie den Ordner, den Sie freigeben möchten, mit der rechten Maustaste an, wählen Sie im Kontextmenü „Eigenschaften“ und gehen Sie auf die Registerkarte „Freigabe“. Nach einem Klick auf „Freigabe“ öffnet sich der Freigabe-Assistent mit dem Fenster „Personen für die Freigabe auswählen“. Der Besitzer eines Ordners, also in der Regel das von Ihnen verwendete Benutzerkonto, ist bereits in der Liste der berechtigten Personen eingetragen. Per Klick auf den Pfeil rechts neben dem Eingabefeld, wählen Sie ein weiteres Konto aus, das Zugang erhalten soll, und klicken auf „Hinzufügen“. Mit „Jeder“ erlauben Sie allen Konten den Zugriff. In der Spalte „Berechtigungsebene“ legen Sie die Rechte für jeden einzelnen Benutzer mit „Lesen“ oder „Lesen/Schreiben“ fest. Klicken Sie auf „Freigabe“, um die Änderungen zu speichern.

Die Schaltfläche „Erweiterte Freigabe“ auf der Registerkarte „Freigabe“ führt zu einem anderen Dialog. Setzen Sie ein Häkchen vor „Diesen Ordner freigeben“. Bei Bedarf tragen Sie eine abweichende Bezeichnung unter „Freigabename“ ein. Klicken Sie auf „Berechtigungen“. Standardmäßig ist für die Gruppe „Jeder“ (alle Benutzerkonten) das Recht „Lesen“ vergeben. Setzen Sie in der Spalte „Zulassen“ ein Häkchen bei „Ändern“, um den Schreibzugriff zu erlauben (für die weitere Konfiguration und Besonderheiten –› Punkt 4). Nach einem Klick auf „Hinzufügen“ können Sie weitere Benutzer oder Gruppen auswählen, für die Sie die gewünschten Rechte festlegen.

Drucker freigeben: Die Freigabe von Druckern nehmen Sie über „Einstellungen –› Geräte –› Drucker & Scanner“ vor. Klicken Sie den Drucker an, dann auf „Verwalten“ und danach auf „Druckereigenschaften“. Gehen Sie auf die Registerkarte „Freigabe“, setzen Sie ein Häkchen vor „Drucker freigeben“ und klicken Sie auf „Übernehmen“. Auf der Registerkarte „Sicherheit“ legen Sie die Zugriffsrechte für den Drucker fest.

Freigaben kontrollieren und entfernen: Was freigegeben ist, ermitteln Sie direkt über die „Computerverwaltung“ (Tastenkombination Win-R und Eingabe von compmgmt.msc). Gehen Sie auf „Freigegebene Ordner –› Freigaben“. Sie sehen hier auch die Ordner, die Sie eventuell vor dem Windows-10-Upgrade für die Heimnetzgruppe freigegeben haben. Über den Kontextmenüpunkt „Freigabe aufheben“ lässt sich eine Freigabe beenden. Gehen Sie bei einer Freigabe im Kontextmenü auf „Eigenschaften“, um die Konfiguration zu ändern. Über „Freigabeberechtigungen“ und „Sicherheit“ legen Sie die Berechtigungen wie bei „Erweiterte Freigabe“ fest (Punkt 4).

Windows 10: Die besten Funktionen für alle

4. Kleine Unterschiede bei den Freigabemethoden

Vereinfachte Freigabe: Im Freigabe-Assistenten fügen Sie das Konto hinzu, dass die Freigabe nutzen darf.
Vergrößern Vereinfachte Freigabe: Im Freigabe-Assistenten fügen Sie das Konto hinzu, dass die Freigabe nutzen darf.

Über die Schaltflächen „Freigabe“ und „Erweiterte Freigabe“ erreichen Sie letztlich dasselbe. Es gibt jedoch Unterschiede. Sie wollen beispielsweise den Ordner „C:\Benutzer\[ Benutzername]\Dokumente“ im Netzwerk freigeben (der tatsächliche Pfad auf der Festplatte lautet „C:\Users\[Benutzername]\ Documents“). Beim Weg über „Freigabe“ gibt Windows nicht den ausgewählten Ordner „Dokumente“ frei, sondern das übergeordnete Verzeichnis „C:\Users“. „Erweiterte Freigabe“ funktioniert dagegen wie erwartet. Dieses Verhalten zeigt sich jedoch nur bei Ordnern in einem Benutzerprofil, nicht aber bei Ordnern, die anderswo auf der Festplatte liegen.

Ein weiterer Unterschied ist die Vergabe von Berechtigungen auf der Ebene des Dateisystems. Bei der einfachen „Freigabe“ erhalten Benutzer diese automatisch, entsprechend den unter „Berechtigungsebene“ gewählten Einstellungen. „Erweiterte Freigabe“ arbeitet anders. Über die Schaltfläche „Berechtigungen“ legen Sie nur die Zugriffsrechte auf Netzwerkebene fest („Freigabeberechtigungen“). Auch wenn Sie für die Gruppe „Jeder“ das Recht „Lesen“ eingestellt haben, wird der Zugriff über das Netzwerk verweigert. Um das zu ändern, gehen Sie in den „Eigenschaften“ des freigegebenen Ordners auf „Sicherheit“. Über „Bearbeiten“ und „Hinzufügen“ geben Sie die Gruppe „Jeder“ an, der Sie dann beispielsweise Vollzugriff gewähren. Der Schreibzugriff über das Netzwerk ist jedoch trotzdem nur möglich, wenn Sie bei den „Freigabeberechtigungen“ ein Häkchen bei „Ändern“ setzen.

Die Rechte für den Netzwerkzugriff und im Dateisystem müssen also zusammenpassen. Fehlen etwa Schreibrechte im Dateisystem, bleiben die „Freigabeberechtigungen“ wirkungslos. Umgekehrt nützen die maximalen lokalen Rechte im Dateisystem nichts, wenn auf Netzwerkebene der Schreibzugriff untersagt ist.

5. Zugriff auf Freigaben über das Gastkonto

Windows 10 bietet die Möglichkeit, auf eine Freigabe auch ohne Anmeldung zuzugreifen. Das ist zwar praktisch, jedoch nicht ganz ungefährlich, weil dann das Risiko einer Infektion mit Schadsoftware über das lokale Netzwerk steigt. Sie sollten den Gastzugriff daher nur für schreibgeschützte Freigaben verwenden.

Öffnen Sie die Einstellungen, gehen Sie auf „Netzwerk und Internet“, klicken Sie auf „Netzwerk- und Freigabecenter“ und dann auf „Erweiterte Freigabeeinstellungen ändern“. Klicken Sie auf „Alle Netzwerke“, aktivieren Sie die Option „Kennwortgeschütztes Freigeben ausschalten“ und klicken Sie auf „Änderungen speichern“. Windows aktiviert jetzt automatisch das Konto „Gast“, das zwar standardmäßig vorhanden, aber deaktiviert ist.

Erstellen Sie eine Freigabe wie in Punkt 3 beschrieben und fügen Sie den Benutzer „Gast“ hinzu. Unter „Berechtigungsebene“ stellen Sie „Lesen“ ein und klicken auf „Freigabe“. Von einem anderen PC im Netzwerk aus können Sie jetzt auf die Freigabe zugreifen. Die Anmeldung erfolgt ohne Kennwortabfrage über das Konto „Gast“, das auf anderen PCs aber nicht aktiviert sein muss.

Weitere Gestrichene oder veraltete Funktionen

Microsoft hat in Windows 10 deutlich mehr Funktionen gestrichen oder auf die Abschussliste gesetzt, als wir in diesem Artikel ausführlich beschreiben können. Wer sich über die Änderungen seit Version 1703 (Creators Update) informieren möchte, findet hier eine Liste . Viele der Funktionen sind jedoch sehr speziell oder nur im Unternehmenseinsatz zu finden. Die meisten privaten Windows-Nutzer werden nichts davon vermissen. Nachfolgend eine Auswahl:

Begleiter-App: Die App „ Begleiter für Telefon “ war bisher ein Hilfsmittel, um die passenden Apps für den Datenaustausch mit Windows 10 auf dem Smartphone zu installieren. Die gleichen Funktionen erreichen Sie jetzt über „Einstellungen –› Telefon“.

Hologram-App: Die App wurde durch ein Mixed-Reality-Portal ersetzt.

Groove Music Pass: Microsoft hat 2017 den Streaming-Dienst und den Verkauf von Musik-Titeln über Groove eingestellt. Groove lässt sich weiter als Abspielprogramm nutzen, die Verkaufsfunktionen wurden aber entfernt. Microsoft empfiehlt Spotify als Alternative.

XPS-Viewer: Der Viewer bleibt bei einem Windows-Upgrade erhalten, fehlt aber nach einer Neuinstallation von Version 1803/1809. Wer das Programm verwenden möchte, kann es über „Einstellungen –› Apps –› Optionale Features verwalten –› Feature hinzufügen“ nachinstallieren.

Windows Help Viewer: Hilfe zu Programmen im Winhelp-Format gibt es nur noch bei sehr alten Programmen. Wer das Anzeigeprogramm benötigt, kann es hier herunterladen.

Resilient File System (ReFS): Das Dateisystem wurde vor allem für Dateiserver entwickelt. ReFS-Partitionen lassen sich jetzt nur noch in den Editionen Enterprise und Pro for Workstations erstellen. Ab Version 1709 können andere Windows-Editionen ReFS-Partitionen nur lesen, aber nicht erstellen.

6. Einfacher Zugriff auf die Systemsteuerung

Schneller in die Systemsteuerung.
Vergrößern Schneller in die Systemsteuerung.

Microsoft verlagert mit jeder neuen Windows-10-Version mehr Optionen von der Systemsteuerung in die Einstellungen. Wo genau man nach einem Klick auf einen der Links landet ,etwa unter „Erweiterte Einstellungen“, ist vorab nicht erkennbar. Manchmal gibt es den Zusatz „Systemsteuerung“, oft fehlt der aber. An sich stellt das kein Problem dar, allerdings lässt sich mancher Weg abkürzen, wenn man weiß, wo die jeweilige Einstellung zu finden ist. Einen klaren Plan, bis wann die Systemsteuerung komplett aus Windows verschwindet – wenn überhaupt –, scheint es nicht zu geben. Bis dahin gibt es einige Funktionen doppelt, andere nur in der Systemsteuerung und manche nur in den Einstellungen.

Zu den doppelten Funktionen gehört in der Version 1809 beispielsweise die Deinstallation von Desktop-Anwendungen. Die ist über „Einstellungen –› Apps“ möglich und wie bisher in der Systemsteuerung über „Programme und Features“. Unter „Apps & Features“ sehen Sie allerdings Desktop-Programme und Apps, in der Systemsteuerung nur Programme für den Desktop. Per Klick auf „Programme und Features“ unter „Verwandte Einstellungen“ gelangen Sie zur Systemsteuerung. Wer hauptsächlich Desktop-Programme verwendet, sucht vielleicht lieber gleich die Systemsteuerung auf, weil hier die Programmliste deutlich schneller lädt als in den Einstellungen.

Tipp: Das Programm Advanced Uninstaller Pro zeigt die Liste der installierten Programme sehnr schnell an und bietet auch einen Registry-Cleaner.

Ähnliches gilt für den Aufruf von „Netzwerk- und Interneteinstellungen“ über das Netzwerksymbol im Infobereich rechts unten auf dem Bildschirm. Hier gab es in früheren Versionen den Menüeintrag „Netzwerk- und Freigabecenter öffnen“, der zur Systemsteuerung führte. Von da aus ging es dann schnell weiter – beispielsweise zu „Adaptereinstellungen ändern“, etwa um einen Netzwerkadapter vorübergehend zu deaktivieren.

Das Genannte sind zumeist Funktionen, die nicht jeder regelmäßig aufruft. Wenn doch, führt der Weg über die Einstellungen zu vermehrter Klickarbeit.

Ein schnellerer Weg in die Systemsteuerung steht Ihnen aber auch in Windows 1809 zur Verfügung. Öffnen Sie den Windows-Explorer, gehen Sie auf „Ansicht“, klicken Sie auf „Navigationsbereich“ und aktivieren Sie „Alle Ordner anzeigen“. Im Navigationsbereich auf der linken Seite taucht dann „Systemsteuerung“ auf, und Sie können die gewünschten Einstellungen ansteuern.

Wenn es Ihnen gezielt um eine bestimmte Einstellung geht, gehen Sie so vor: Öffnen Sie den gewünschten Bereich in der Systemsteuerung, etwa „Netzwerk- und Freigabecenter“. Klicken Sie auf das Symbol an der linken Seite der Adressleiste und ziehen Sie es bei gedrückter linker Maustaste auf den Desktop. Der Bereich lässt sich dann per Doppelklick schnell wieder öffnen. Wenn Sie mit der gleichen Methode eine Verknüpfung von der Startseite der Systemsteuerung aus erstellen, können Sie darüber auf alle Elemente zugreifen.

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7. Die Datenträgerbereinigung wird abgeschafft

Windows aufräumen.
Vergrößern Windows aufräumen.

Damit der Platz auf der Festplatte nicht knapp wird, sollte man überflüssige Dateien ab und zu löschen. Das dafür bisher zuständige Tool heißt Datenträgerbereinigung und lässt sich über die Tastenkombination Win-R und Eingabe von Cleanmgr.exe starten. Die Datenträgerbereinigung ist in Windows 10, Version 1809, noch enthalten, gilt aber laut Microsoft als „deprecated“ (veraltet) und soll in Zukunft wegfallen. Als Ersatz dienen Funktionen, die Sie unter „Einstellungen –› System –› Speicher“ finden. Ganz fertig sehen die Funktionen aber noch nicht aus. Unter „Räumen Sie Ihren PC auf“ finden Sie nur eine Hilfestellung, die zu einer Webseite mit weiteren Informationen führt. Der Tipp, auf „Freigeben von Speicherplatz –› Jetzt bereinigen“ zu gehen, stimmt auch nicht. Richtig ist „Automatische Freigabe von Speicherplatz ändern –› Jetzt bereinigen“. Angekündigt war außerdem eine Anbindung an Onedrive, bei der selten benutzte Dateien auf den Online-Speicher verschoben werden sollten. Davon ist aber bisher nichts zu sehen.

Die Basisfunktionen der Datenträgerbereinigung übernimmt ein Klick auf „Jetzt Speicherplatz freigeben“ unter „Einstellungen –› System –› Speicher“. Sie sehen, in welchen Bereichen sich Dateien löschen lassen und wie viel Platz auf der Festplatte dabei freigeräumt wird. Wenn Sie etwas nicht löschen wollen, entfernen Sie das Häkchen vor dem jeweiligen Bereich. Anschließend klicken Sie auf „Dateien entfernen“.

Für die automatische Bereinigung setzen Sie den Schalter unter „Speicheroptimierung“ auf „Ein“. Nach einem Klick auf „Automatische Freigabe von Speicherplatz ändern“ legen Sie fest, wann Windows die Dateien löschen soll.

Alternatives Tool: Wer die Datenträgerbereinigung – so lange noch vorhanden – oder die neue „Speicheroptimierung“ nicht nutzen möchte, findet in CCleaner ein nützliches Tool. Das Programm bietet außerdem zusätzliche Funktionen, beispielsweise einen Registrierungsreiniger.

8. Geplante Änderungen beim Screenshot-Tool

Tool für Bildschirmfotos: Das Snipping Tool ist in Version 1809 noch enthalten.
Vergrößern Tool für Bildschirmfotos: Das Snipping Tool ist in Version 1809 noch enthalten.

Eigentlich benötigt man kein Tool für Bildschirmfotos. Über die Druck-Taste lässt sich ein Bild des ganzen Bildschirms in die Zwischenablage kopieren und über die Tastenkombination Alt-Druck der Inhalt eines Fensters. Den Inhalt in der Zwischenablage fügen Sie dann mit Strg-V ein.

Manchmal ist ein Tool jedoch hilfreich, beispielsweise wenn der Screenshot erst nach ein paar Sekunden erstellt werden soll, die Sie zur Vorbereitung einer bestimmten Darstellung benötigen. Dafür ist auch in Windows 10, Version 1809, das Snipping-Tool vorinstalliert. Es wird jedoch nicht mehr weiterentwickelt; als Ersatz dient die App „Ausschneiden und skizzieren“. Wenn Sie das Snipping-Tool starten, erhalten Sie einen entsprechenden Hinweis.

Die App lässt sich über die Tastenkombination Win-Shift-S aufrufen. Es erscheint eine kleine Symbolleiste, über die Sie die Art des Bereichs festlegen: Rechteckig, Freiform oder Vollbild. Ziehen Sie mit der Maus den gewünschten Bereich auf. Wenn Sie die Maustaste loslassen, erscheint der Hinweis „Ausschnitt in Zwischenablage gespeichert“. Ein Klick darauf öffnet das Bild in der App. Sie können Bereiche farblich hervorheben, das Bild beschneiden und es danach speichern. Wenn Sie Ausschneiden und skizzieren über das Startmenü aufrufen, können Sie außerdem nach einem Klick auf „Neu“ eine Zeitverzögerung von 3 oder 10 Sekunden einstellen.

„Ausschneiden und skizzieren“ kann Bildschirmfotos des Bildschirms oder von Teilbereichen erstellen.
Vergrößern „Ausschneiden und skizzieren“ kann Bildschirmfotos des Bildschirms oder von Teilbereichen erstellen.

Da die neue App Ausschneiden und skizzieren in etwa die gleichen Möglichkeiten bietet wie das Snipping-Tool und dazu noch ein paar mehr, ist der künftige Wegfall kein herber Verlust. Wer häufig mit Screenshots zu tun hat, sollte sich die Freeware Snipping Tool Plus ansehen. Damit lassen sich Screenshots auch automatisch speichern, und es gibt mehr Bearbeitungsfunktionen, beispielsweise Linien, Pfeile und Bildstempel.

9. Minianwendungen unter Windows 10 nachrüsten

Die Desktop-Gadgets hat Microsoft bereits in Windows 8 gestrichen, und in Windows 10 werden sie wohl nicht zurückkehren. Als Ersatz sieht Microsoft die Live-Kacheln an, die jedoch bei weitem nicht mit den Gadgets von Windows 7 mithalten können. Mithilfe des 8 Gadget Packs bringen Sie Minianwendungen auch unter Windows 10 wieder auf den Bildschirm.

Nach der Installation klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops und wählen „Gadgets“. Wählen Sie die gewünschten Programme per Doppelklick aus. Enthalten sind beispielsweise Gadgets für Uhr, Kalender, Ressourcenanzeige, Währungsrechner und Wetterbericht.

10. Schwächelnde Multimedia-Funktionen verbessern

Windows 10 bringt bei einer Standardinstallation bereits vieles mit, was Sie zur Wiedergabe von Audio- und Videodateien oder für Fotos benötigen, beispielsweise die Apps Groove Music, Filme & TV oder Fotos. Die Desktop-Anwendungen Windows Media Player und Paint sind ebenfalls mit dabei. Als Basisausstattung genügt das wohl vielen Nutzern, aber nicht jedem gefällt das Erscheinungsbild der Apps und alles abspielen beziehungsweise anzeigen lässt sich damit auch nicht.

Nicht ohne Grund belegen daher Programme wie der VLC Media Player , die Bildbearbeitungen Gimp und Paint.Net sowie der Bildbetrachter Irfanview die vordersten Plätze bei den Top-Downloads.

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