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NT-Reparatur statt Neuinstallation

Anforderung

Zeitaufwand

Haben Sie Windows NT auf einer NTFS-Partition installiert, dann müssen Sie jede Änderung an der Systemkonfiguration mit größter Vorsicht durchführen. Ein falscher Gerätetreiber etwa kann bewirken, daß noch vor dem Start der grafischen Oberfläche der berühmt-berüchtigte "Blue Screen" erscheint und NT nicht mehr startet. Microsoft empfiehlt in solchen Fällen, die Notfalldiskette zu verwenden oder gar NT neu zu installieren (siehe Abbildung rechts). Eine Reparaturmöglichkeit wird nicht angeboten.NTFS von DOS-Bootdiskette lesen: Einer der größten Mängel von NT 4.0 ist das Fehlen eines Kommandozeilen-Modus, der sich unabhängig von der grafischen Oberfläche aufrufen läßt. Befindet sich Ihre NT-Installation auf einer FAT-Partition, läßt sich ein solches Problem mit einer DOS-Bootdiskette beheben - Sie können dann einen widerspenstigen Treiber einfach löschen oder eine defekte DLL durch ihr Original von der Installations-CD ersetzen. Auf einer NTFS-Partition jedoch können Sie mit DOS normalerweise nicht arbeiten. Und wenn Sie es mit einem fehlerhaften Treiber oder einer nicht funktionierenden WINLOGON.EXE zu tun haben, hilft Ihnen auch die Notfalldiskette nicht weiter. Bleibt Ihnen wirklich keine andere Wahl, als NT neu zu installieren?Die amerikanische Firma Sysinternals hat für solche Problemsituationen einen NTFS-Treiber für DOS entwickelt. Sie finden das kostenlose Ntfsdos 2.0 und unter http://www.sys internals.com/ntfs20.htm. Allerdings kann dieser Treiber auf einer NTFS-Partition nur lesen und nicht schreiben. Daher müssen Sie im Notfall 89 Dollar für die Ntfsdos-Tools von Sysinternals berappen (Sysinternals, USA-Austin; http://www.winternals.com). Sie bieten einen limitierten Schreibzugriff auf eine NTFS-Partition: Sie können bereits vorhandene Dateien ersetzen und umbenennen. Voraussetzung ist, daß Sie die NTFS-Partition mit dem obenerwähnten Treiber zugänglich gemacht haben. Mit den Ntfsdos-Tools können Sie bereits zwei häufige Problemfälle bearbeiten: Sie können eine beschädigte Systemdatei durch ihr Original von der CD ersetzen und einen fehlerhaften Treiber umbenennen, so daß er nicht mehr stört.

Zwei Bedingungen gibt es allerdings: Wenn Sie eine beschädigte Datei ersetzen wollen, muß sie die gleiche Größe wie ihr Original aufweisen. Außerdem muß das Dateisystem der Partition noch so weit in Ordnung sein, daß die Ntfsdos-Tools die Datei eindeutig identifizieren können. Sonst versagt auch dieses Hilfsmittel.Voller Schreibzugriff beim Super-GAU: Ist das Dateisystem beschädigt oder können die Ntfsdos-Tools die beschädigte Datei nicht ersetzen, benötigen Sie den vollen Schreibzugriff auf Ihre NTFS-Partition. Einen Treiber gibt es dafür nicht, denn Microsoft hält die für die Programmierung erforderlichen Dokumentationen unter Verschluß. So will Microsoft verhindern, daß Hacker mit einem selbstgeschriebenen Treiber die Sicherheitsfunktionen von NT umgehen.Für den NT-Super-GAU benötigen Sie den ERD Commander 1.0 von Sysinternals - für stolze 249 Dollar. Er benutzt die NT-Bootdisketten und startet NT im Kommandozeilen-Modus - bietet dem Anwender also das, was Microsoft ihm nicht gönnen will. Da dabei der Original-Microsoft-NTFS-Treiber zum Einsatz kommt, ist das Schreiben uneingeschränkt möglich. Eine Testversion des ERD Commanders, mit der Sie nur lesen, aber nicht schreiben können, finden Sie und unter http://www.sysinternals.com/erdcmndr.htm.Daß diese Werkzeuge in der NT-Grundausstattung fehlen, läßt sich durchaus als Skandal bezeichnen. Schließlich handelt es sich hier nicht um nette Beigaben, sondern um Reparaturfunktionen, die Pflicht für jedes Betriebssystem sein sollten.

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